18.03.2008 - 18:57 Uhr

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Die durstige Hose - wie man eine ökologische korrekte Jeans erwirbt

Text: anne-henneken - Illustration: Katharina Bitzl

In der Grün&Gut testet Anne Henneken, Produktredakteurin bei
utopia.de, einmal in der Woche ökologische Produkte und Dienstleistungen. Heute: Ökologisches Beinkleid

Neulich ist meine Lieblingsjeans gerissen, Alterschwäche. Ich hatte schon mehrere „Rettungsnähte“ angebracht, aber jetzt war sie hin. Während ich noch trauerte, lief im Kopf schon mein persönliches Horrorszenario „Hilfe-ich-muss-eine-neue-Jeans-kaufen“ ab. Denn ist der Schnitt gut, gibt’s die Größe nicht mehr. Stimmt die Größe, sind Farbe oder Schnitt komisch. Ist die Farbe gut, passt der Schnitt nicht und so weiter. Ich hasse es.
Dieses Mal würde es mich sogar noch härter treffen, denn ich ö-korrigierte den Satz zu „Ich-muss-mir-eine-Öko-Jeans-kaufen!“ Seit ich mich mit nachhaltigem Lifestyle und strategischem Konsum beschäftige, weiß ich etwas mehr über „normale“ Jeans. Denn Jeans sind vielleicht die durstigsten Hosen überhaupt und mit einer Produktionsreise von zirka 19.000 Kilometern nicht selten in mehr Länder gelangt als der spätere Besitzer. Um eine (!) Jeans herzustellen, braucht man bis zu 40.000 Liter Süßwasser. Und damit das hochsensible Baumwollpflänzchen zum fertigen Stoff wird, werden Unmengen von Chemiecocktails eingesetzt, die das Grundwasser vergiften – sogar dann, wenn die Pflanzen durch Genmanipulation gegen Ungezieferbefall und Co. resistent sein sollten. Biobaumwolle macht schon hier einen großen Unterschied für die Umwelt und auch für die Menschen, die diese ungiftige Baumwolle anbauen. Der Wassereinsatz ist zwar nur geringfügig niedriger, aber da keine Pestizide eingesetzt werden dürfen, gibt es kaum Grundwasserverschmutzung und im fertigen Stoff sind auch keine üblen „Reststoffe“ mehr enthalten. Bio-Baumwolle wird auch nie in Monokulturen angebaut, sondern immer in Mischkulturen. Denn das Perfide beim Monokulturanbau ist, dass der Boden davon auslaugt wird und für die nächste Anpflanzung erst wieder mit neuen Chemiekeulen aufgepeppt werden muss. Apropos Chemie. Wenn Jeans Schildchen wie „Easy-Wash“ oder „pflegeleicht“ haben, heißt das, dass Kunstharzfasern in den Jeansstoff eingelagert wurden, damit sie nicht verkrumpeln oder einlaufen. Diese Harze können aber Formaldehyd enthalten, das beim Bügeln oder wenn man schwitzt freigesetzt wird und in die Haut gelangen kann. Dieser Gedanke behagt nicht jedem. Aus Umweltsicht sind übrigens dunkle Jeans am besten. Denn für den verwaschenen Used-Look wird der Stoff bei enormem Wassereinsatz mit Laugen, manchmal sogar chlorhaltigen Bleichmitteln behandelt. Bei Jeans aus Organic Cotton ist das alles kein Thema, und neben den Umweltvorteilen gibt es auch noch soziale Pluspunkte. Denn Organic Cotton wird fast immer fair gehandelt, das heißt, die Farmer bekommen feste Abnahmegarantieren und werden anständig bezahlt. Auf dem globalen Baumwollmarkt ist das die Ausnahme, der Marktanteil von Bio-Baumwolle beträgt weltweit gerade mal 2 %.
Aber zurück zu meinem Jeans-Problem. Als Utopia-Produktredakteurin will ich mich mit gutem Beispiel voran stylen. Da es noch nicht so viele coole Jeansmarken gibt, ist das jetzt schön einfach: Howies, Kyuichi, Nudies, Katherine Hamnett, JJ Eco, Edun, Levis Eco ... Am liebsten würde ich mir eine Howies von meinem persönlichen „Helden“-Label zulegen. Das ist ein englisches Label, das 1995 von Bike-begeisterten Sportsfreunden gegründet wurde und heute außer Jeans auch T-Shirts und Kindersachen herstellt. Wegen eines grauen Tab an ihren Hosen wurden sie von Levis verklagt und haben sich von diesem „Jeans-Multi“ aber nicht kleinkriegen lassen. Das gefällt mir. Das holländische Label Kuyichi und Nudies aus Schweden ist auf jeden Fall eine Anprobe wert. JJ Eco, eine skandinavische Marke, die außerdem auch günstig ist, fällt für mich leider aus, da es nur Modelle für die Herren der Schöpfung im Angebot hat. Und genau hier wird’s dann doch noch schwer: Wo gibt es alle diese tollen Öko-Jeans hier vor Ort zu kaufen? Spontan fällt mir nicht eine Anlaufstelle ein. Also erstmal im Internet die Herstellerseiten nach „Storefindern“ zu durchforsten. Wie soll Eco-Fashion sich je durchsetzen, wenn es so mühsam ist, sie zu kaufen? Vielleicht muss man es wie in den USA machen. Dort laufen gerade Aktionen mit den so genannten „Ihre Meinung ist gefragt“-Karten. Die Leute füllen diese Karten stapelweise aus, um sich mehr umweltfreundliche, grüne Produkte in den Läden zu wünschen. Keine schlechte Idee! Mehr zu dem Thema: gibt es beim Utopia.de im Bereich Jeans. Bezugsquellen für ökologische Hosen (und mehr) sind beispielsweise fairwear.de oder true-fashion.com Außerdem: Im grün-Forum mitdiskutieren: Wo kaufst du Öko-Kleidung?


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getupkid
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Mag ich Mag ich nicht

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18.03.2008 - 22:06 Uhr
getupkid

naja, zumindest nudie gibt es doch an jeder ecke. sooo kompliziert ist das nicht.

kiwiologe
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18.03.2008 - 23:50 Uhr
kiwiologe

oder den glore laden in nürnberg.
die haben auch eine seite:
www.glore.de

freddd
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19.03.2008 - 07:02 Uhr
freddd

Liebe Anne,
ich mache ja ungern Eigenwerbung - aber schau doch einfach mal in meinem Buch "Shopping hilft die Welt verbessern" nach. In der neuen Ausgabe (erscheint im Mai) findest Du viele Adressen und Tipps zum Thema Eco-Fashion! Ansonsten: glore Nürnberg wurde ja schon genannt, bgreen in Köln oder Fein in Hamburg sind sehr schöne Läden - in München hängt Ihr vielleicht ja wirklich noch hinterher...

komber
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19.03.2008 - 08:09 Uhr
komber

und ne jeans gefunden?
zum thema biobaumwolle...der nachteil von biobaumwolle ist leider oftz, ass die fasern nur relativ kurz sind, was dazuführen kann (nicht muss) dass die Jeans dann nichts so strapazerfähig ist und evtel früher reisst, aber bis es so weit ist...will auch ne ecojeans!

getupkid
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Mag ich Mag ich nicht

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19.03.2008 - 09:12 Uhr
getupkid

in münchen gibt es nudie beim konen und beim beck am rathauseck, außerdem auch in diesem kleinen laden schräg gegenüber vom zerwirk, wie auch immer der heißt. und neulich festgestellt: auch der timberlan-store in der sendlinger straße wirbt mit einer neuen organic-linie. aber irgendwie mag ich timberland nicht so. ach ja, und bei american apparel gibt es jetzt organic-tshirts.

anne-henneken
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19.03.2008 - 09:47 Uhr
anne-henneken

Danke für die vielen Tipp!
Ich wollte auch eher loswerden, dass es für jeden "Normalverbraucher" mit grünen Fashion-Ambitionen gar nicht so einfach ist, ohne Spezial-Adressen einzukaufen. Warum listen z. B. diese große Jeans-Kaufhäuser, die es ja hier in München auch gibt, keine Öko-Jeans. Ich bin halt auch gerne mal ein bequemer Konsument – und wünsche mir einfach "mehr vom Guten" :-)
Und klar kenne ich glore und Co, aber ich für Jeans ja nicht nach Köln oder Nürnberg düsen (dann ist meine Umweltbilanz wieder mies, auch wenn ich dann Öko-Baumwolle trage).

julesII
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19.03.2008 - 09:55 Uhr
julesII

der glore kommt bal dnach münchen. am 05.04. wird der laden in der baaderstr. eröffnet.

suicidaldream
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Mag ich Mag ich nicht

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19.03.2008 - 10:02 Uhr
suicidaldream

wusste garnicht, dass man so viel wasser für eine hose braucht ..
das mit der ökojeans ist wirklich eine gute idee, nur ist diese leider viel teurer als eine normale und selbst die ist bei nem praktikanten wie mir schon eine große anschaffung .. leider.
aber: der nächste geburtstag kommt bald ;)

getupkid
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Mag ich Mag ich nicht

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19.03.2008 - 10:20 Uhr
getupkid

anne-henneken sagte:
Danke für die vielen Tipp!
Ich wollte auch eher loswerden, dass es für jeden "Normalverbraucher" mit grünen Fashion-Ambitionen gar nicht so einfach ist, ohne Spezial-Adressen einzukaufen. Warum listen z. B. diese große Jeans-Kaufhäuser, die es ja hier in München auch gibt, keine Öko-Jeans. Ich bin halt auch gerne mal ein bequemer Konsument – und wünsche mir einfach "mehr vom Guten" :-)
Und klar kenne ich glore und Co, aber ich für Jeans ja nicht nach Köln oder Nürnberg düsen (dann ist meine Umweltbilanz wieder mies, auch wenn ich dann Öko-Baumwolle trage).


ich vermute mal, dass das daran liegt, dass eine firma wie nudie gar nicht daran interessiert ist, ihre produkte flächendeckend zu verkaufen, bzw: die geschäfte, die das anbieten, haben so eine art gebietsschutz, um die exklusivität sowohl der marke als auch des jeweiligen anbieters zu stärken.

nickmeister
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Mag ich Mag ich nicht

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19.03.2008 - 15:22 Uhr
nickmeister

ich will das das billig ist!

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anne-henneken

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