Die Feuchtgebiete der Charlotte R.

Wer hat Fast Forward nicht geschaut? Wer hat die Art und Weise, wie diese natürlich witzig wirkende Frau mit ihrem Charme und ihrer Klugheit eine tolle Sendung moderiert, nicht gemocht und bewundert? Kritisch, ironisch, bis hin zu sarkastisch und immer provokant spiegelte sie die intelligente, unverstandene Jugend unserer Generation wieder. Man mochte sie, identifizierte sich mit ihr und war froh, dass es noch solche Frauen gibt.
Nun hat diese tolle Frau ein Buch herausgebracht, das an Geschmacklosigkeit nicht zu übertreffen ist. Als Leser kommt man gewaltig ins Grübeln. Man grübelt, ob das wirklich diese eloquente Roche ist, wie man sie aus diversen Talkshows kennt.
Die Geschichte ist so platt wie langweilig, dem Buch fehlt es sowohl an Substanz, als auch an Aussage.
In Interviews bekräftigt Frau Roche immer wieder, es gehe ihr darum, dass junge Mädchen oder Frauen im allgemeinen offener mit den Themen „Sex“, „Scheißen“ und „den natürlichsten Dingen der Welt“ umgehen. Gut, denkt man, das Thema ist zwar ein bisschen wenig für ein ganzes Buch, aber wenn es ordentlich verpackt ist, wird schon was daraus zu machen sein. Falsch gedacht.
Roche geht es nicht darum, Frauen von ihrer Unnatürlichkeit zu befreien, sondern es geht ihr einzig und allein um die Provokation. Sie beschreibt Dinge in diesem Buch (z.B. das Absichtliche Herumrutschen der Hauptdarstellerin mit ihrer „Muschi“ auf einer öffentlichen Toilette), die kein Mädchen je machen würde und die auch niemandem helfen, offener oder natürlicher mit den eigenen natürlichen Bedürfnissen umzugehen. Selbst Frauen, die wirklich kein Problem damit haben, zu kacken, finden dieses Buch abstoßend und maßlos übertrieben.
Bei jedem Satz, den man liest, wird einem fast schlecht. Man möchte meinen, Charlotte hätte alle ekligen Geschichten, die ihr an einem Nachmittag einfielen, aufgeschrieben und miteinander verknüpft, um daraus ein Buch zu machen. Das Ergebnis ist nun da: ein dummes, schlecht geschriebenes Buch, das einen zweifeln lässt. Es lässt einen zweifeln an ihr, aber auch an einem selbst, warum man diese Frau einmal bewundert hat.
In einem Interview wird Charlotte Roche gefragt, was ihre Eltern denn zu diesem Buch sagen würden. Charlottes antwort ist für das Buch sehr bezeichnend: „Ich hoffe, dass meine Eltern dieses Buch nie lesen werden.“

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man kann nur ständig laut igitt schrei'n. und als die protaginistin sagt, dass sie sich sehr gut vorstellen kann mit ihrem vater zu schlafen ... ja, was soll man dazu sagen. die hatse doch nciht mehr alle an der waffel, diese helen.
auf seite 133 wollte ich es weglegen (hab ich mir gemerkt, weil cih extra geschaut hab wie weit ich gekommen bin) als sie ihren popel frisst und erzählt, wie sie ihn am liebsten mag, den popel. wenn er am ende noch schön flüssig ist.
baaaah.
Ich finde es ja grundsätzlich gut offen über Dinge zu sprechen, aber ich will weder was von Männern oder von Frauen mit Hämorriden lesen (jedenfalls in dieser Form) und wie mir das weiterhelfen soll bei einem möglichen Hygienewahn ist mir auch schleierhaft.
Und (für die, die nicht weit gelesen haben), ja, es wird noch schlimmer als die Popel.
WIeso das dauerhafte Erzeugen von Ekel literarisch oder aufklärerisch brauchbar sein soll, erschließt sich mir nicht wirklich. Auch heißt es nicht, dass Dinge, die in der Öffentlichkeit nicht das Thema sind, aus ihrer Ecke gezogen werden müssen, wenn es nicht anders geht mit Gewalt, weil viele dieser Dinge sind nun mal privat, und entgegen der Meinung von Misses Roche, wird heute schon viel zu viel darüber geredet. Und so tief zu gehen ... naja.
Nur in einem Punkt bin ich anderer Meinung: CR war schon immer vollkommen überbewertet, nur auf Provokation aus, ohne jegliche Substanz dahinter. Sie konnte lediglich aufgrund eines Vakuums in der Popkultur in Sachen alternative, witzige und zumindest semi-intellektuelle junge Frau in eben diese Position rutschen.
Dass ihr Buch ein durchschnittlich geschriebenes Heftchen ist, überrascht nicht...
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17.03.2008 - 20:33 Uhr
jbo007