16.03.2008 - 14:57 Uhr

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auf du und du.

Text: frau_liebe

du, sagt sie, vielleicht denkt sie es sich auch nur, und platziert dabei ihre hand, beinahe wie zufällig auf seiner schulter. und während sie sich gedanken darum macht, was seine worte bedeuten konnten, hört sie ihm mit einem ohr zu. gerne würde sie seinen worten mehr zuversicht schenken, mehr tiefgang, mit ein bisschen mehr als nur diesen inhaltslosen floskeln, würde sie doch ein uboot besitzen, das es verstehen würde zu tauchen. doch auf diesem schiff fehlte der anker und hätte es auch einen, der see wäre zu tief an dieser stelle, an welcher sie sich befinden. und was bleibt ist ihre hand auf seiner schulter, seine worte in ihren ohren und die angst. die angst vor der leere die diese worte bedeuten konnten, diese leere die sie schon zu oft fühlte. die angst irgendwann aus dem schiff zu springen und zu merken, dass sie ans ufer zurück zu schwimmen hat. darauf zu hoffen, dass der nächste sturm das boot kippt, hat sie aufgegeben, und sie weiss nun, dass ihr alleine die möglichkeit des springens bleiben wird. wenn sie an das hoffen denkt, darauf das jemand neben ihr her schwimmen wird und sie sich gegenseitig mut machen könnten, damit die strecke kleiner werden und die zeit schneller vorbeiziehen würde. die zeit in der ihr das salz die poren austrocknen würde. die zeit in der sie nach luft japsend, monotone bewegungen mit armen und beinen machen würde, um oberhald der wasserfläche zu bleiben.
doch nun steht sie vorne auf dem deck, mit ihrer hand auf seiner schulter und der wind treibt ihr tränen in die augen, in die augen in denen sich die undendlichkeit des meeres spiegelt. unter ihren füssen, das sanfte schaukeln des wassers, das sie spürt. gut anfühlen, das sollte es sich. wenn sich der blick in der weite des horizontes zu verlieren mag, sie war sich des ufers bewusst. sie war sich des ankommens bewusst. wie viele fische schwimmen noch im meer? wieso glauben sie nicht daran, dass es irgendwann aufhören wird? auf dem tisch, zwei teller steht das essen bereit, doch ist es die nahrung, nach der sie sich sehnen. kann liebe und dieses verlangen nach fleisch, dieses animalische verlangen nach körperlicher befriedigung mit zwei tellern, welche mit essen gefüllt sind ersetzt werden. gemeinsam haben sie auf dem boot gestanden, jeder an dem einen ende, haben sie die netze ins wasser ausgeworfen, sich immer diesem hunger bewusst, der unstillbar schien. und als sie ihre netze wieder zurück an land zogen waren sie sich nicht bewusst, das dies alles zu einem kampf, gross wie der schatten eines seeungeheuers, anwachsen konnte. ein sturm, ein innerer sturm, auf hoher see, bei schönem wetter. anstelle von sich zu ergänzen, kämpfen sie nun gegeneinander an, wer die grösseren fische besitzt. die macht, unaufhaltsam, ergreift besitz von den zweien und legt sich um das boot. ihn anschreien, dachte sie, dass wäre das was er verdient hat, und sie wollte ihm nicht noch mehr ihrer tränen widmen, die der wind ihr in die augen trieb und genauso schnell auch wieder auf den wangen trocknete. ihre hand wollte er von seiner schulter reissen, er brauchte keinen halt und die wärme, welche er einst von dieser hand auf der schulter zu spüren hoffte, zeigte sich nun mit einer gänsehaut auf dem rücken. so brieten sie fisch und deckten den tisch. assen. und die geräte, an denen sie sich verschluckten, blieben ihnen kläglich im hals stecken.


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7 Kommentare

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Scaryle
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Mag ich Mag ich nicht

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16.03.2008 - 15:23 Uhr
Scaryle

* ein toller text

Glasherz
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Mag ich Mag ich nicht

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17.03.2008 - 07:48 Uhr
Glasherz

wunderbar - den text könnte man so drucken (oder auch vorlesen).

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MountMcKinley
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Mag ich Mag ich nicht

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17.03.2008 - 10:49 Uhr
MountMcKinley

Ja...sehr schön zu lesen.

Und danke nochmals für den Rat, auch immer sein eigens Leben immer wieder in den Mittelpunkt zu rücken.
Auch wenn es schwer fällt...es gelingt tatsächlich immer wieder, besonders beim Fliegen;)

Dank Dir.
D.

raula
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Mag ich Mag ich nicht

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17.03.2008 - 19:47 Uhr
raula

toller text!

congere
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Mag ich Mag ich nicht

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19.03.2008 - 20:51 Uhr
congere

"ein sturm, ein innerer sturm, auf hoher see, bei schönem wetter."

segel spannen und ziehen lassen wohin der wind auch treiben mag.

lesspublicly
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Mag ich Mag ich nicht

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04.04.2008 - 11:33 Uhr
lesspublicly

weißt du, am liebsten mag ich immer deine letzten sätze.


darüberhinaus ist mir vor nur 3 tagen auch eine gräte im halse stecken geblieben und die war ohne übertreibung ca 6cm lang, was mein glück war, den somit schaute sie noch ein kleines stück in den mundraum und ich konnte sie packen *g

Amilie
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Mag ich Mag ich nicht

0

13.04.2008 - 11:09 Uhr
Amilie

*


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