12.03.2008 - 19:00 Uhr

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Ziehen Sie sich bitte etwas an!

Text: philipp-mattheis - Fotos: www.designstudio-auras.de

Immer mehr Poltikerinnen ziehen sich aus. Dabei will das niemand sehen. Eine Kritik an der grassierenden Fleischbeschau

Mit der SPD ist’s ein Jammertal zur Zeit: Lügilanti in Hessen, Bussi-Beck im Bund und in Schleswig-Holstein hat sich wieder mal eine Politikerin nackig gemacht. Birgit Dagmar Auras kandidiert im SPD-Ortsverein Neustadt. Hauptberuflich jedoch ist sie Besitzerin von einem "Designstudio" und auf dessen Webseite Homepage stehen Nacktbilder von ihr.
Ihre Kandidatur musste die 50-Jährige nach massiven Protesten aus den eigenen Reihen zurückziehen. Ein 20-Jähriger Kandidat weigerte sich sogar, mit ihr gemeinsam auf derselben Liste zu stehen. Das spricht wieder mal ganz und gar nicht für die SPD. Zeigt dieses Verhalten doch, dass es immer noch – und sogar sehr junge – Sozen gibt, die sich von Nacktheit schockieren lassen. Außerdem ist es inkonsequent: Im hessischen Wahlkampf ließen sich zwölf Kandidatinnen aus Offenbach für einen Kalender nackt ablichten. Stolz überreichte Landtagsabgeordneten Heike Habermann den Bildband ihrer Chefin Andrea Ypsilanti. Ein halbes Jahr zuvor war Gabriele Pauli (fast) nackt im Magazin Park Avenue zu sehen. Im Nachhinein behauptete sie zwar, die Fotos seien gegen ihren Willen veröffentlich worden, aber so richtig glaubte ihr das niemand. In Polen ließen sich im vergangenen Jahr sogar die Kandidatinnen einer Frauenpartei nackt ablichten, für die Gleichberechtigung. Und davor war es die FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin, die ihren Babybauch dem Magazin Stern zeigte. Prinzipiell ist das Fehlen von Bekleidung ja, weil friedlich und natürlich, eine sympathische Art der Provokation. (Man denke nur an die „Flitzer“ bei Fußballspielen.) Nur als Statement funktioniert es überhaupt nicht mehr. Nacktheit ist kein Grund sich aufzuregen, weil es niemanden mehr interessiert. Im Gegenteil – der Trend geht nach den Jahren der Pornografieschwemme wieder hin zum Angezogensein. Eine nackte Politikerin, ist wie der unsympathische Mathelehrer, der seine Schüler mit „Du“ ankumpeln will. Das war vielleicht mal radikal und rebellisch, als manche Kinder noch ihre Eltern siezten. Heute nervt es nur. Beide, der Lehrer und die Politikerin, vergessen, dass wir ein gesundes Maß an Distanz sehr zu schätzen wissen. Denn nichts ist unangenehmer als aufgezwungene Nähe. Wer Nackerte aus erotischen Gründen sehen will, guckt ins Internet, wen Nacktheit aus anatomischen Interesse fasziniert, studiert Medizin oder geht meinetwegen in die Sauna. Politik soll sich auf so altmodische Dinge wie Inhalte konzentrieren. Außerdem: Kurt Beck will man ja auch nicht nackt sehen.


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Begunje62
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Mag ich Mag ich nicht

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12.03.2008 - 19:16 Uhr
Begunje62

ich geh auch immer aus anatomischem interesse in die sauna!

spiegelei
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Mag ich Mag ich nicht

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12.03.2008 - 20:04 Uhr
spiegelei

wie furchtbar. erinnert mich daran, nie in die sauna zu gehen.

heinz_aus_b
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Mag ich Mag ich nicht

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12.03.2008 - 20:10 Uhr
heinz_aus_b

Wieso, das ist toll!

air_kaviar
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Mag ich Mag ich nicht

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12.03.2008 - 20:50 Uhr
air_kaviar

ihr regt euch über die bilder auf, die auf einer kleinen regionalen homepage veröffentlicht wurden. ihr wollt sie nicht sehen müssen. und bevor man den ersten buchstaben dieser botschaft lesen kann, reibt ihr uns erstmal genau diese bilder unter die nase.

flofortuno
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Mag ich Mag ich nicht

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12.03.2008 - 21:24 Uhr
flofortuno

Mit der CDU ist’s ein Jammertal zur Zeit: schwarz-grüne rechenspiele in hamburg, träume von jamaika im Bund und erhobene zeigefinger über das "marketing-strategien" eines spd-ortsvereinsmitglieds...

cougarten
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Mag ich Mag ich nicht

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12.03.2008 - 22:22 Uhr
cougarten

http://www.designstudio-auras.de/page002...

also sehr peinlich isses schon

boomaco
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Mag ich Mag ich nicht

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12.03.2008 - 22:50 Uhr
boomaco

Volle Zustimmung, air_kaviar.
Und abgesehen davon: "Lügilanti" ist unterste Bild-Schublade und moralin-sauer obendrein.

DagnyTaggart
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Mag ich Mag ich nicht

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12.03.2008 - 23:39 Uhr
DagnyTaggart

Seltsam, dass hier durch die hintertür die konservativen so ein revival haben. schwarz-grün lässt grüssen: die neue Öko-Spiessigkeit.

ich_schlampe_bin_muede
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Mag ich Mag ich nicht

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13.03.2008 - 07:25 Uhr
ich_schlampe_bin_muede

Warum soll sich ein Politiker nicht nackisch ausziehen und für's Internet fotografieren lassen dürfen. Ob das aus Marketing-Gründen klug ist, muss er oder sie selbst entscheiden - ich muss es ja nicht ansehen. Ich kann da DagnyTaggart nur zustimmen, hinter dem aufgebrachten Protest, der gleich im allerersten Absatz den Link zum Selberglotzen vorwegschiebt, leuchtet doch eine gewisse Biedermeiermoral hervor...

Abgesehen davon, erheblich irritiert bin ich davon, wie unreflektiert sich P. Mattheis den Jargon dieses unerträglichen weiß-roten Gossenblattes zu eigen macht - "Lügilanti", "Sozen" etc. Immerhin ist jetzt.de eine Dépendance der SZ und damit einer seriösen Tageszeitung. Das verpflichtet schon zu einer etwas sorgfältigeren Sprache. Der Genitiv - "Besitzerin EINES DesignstudioS" - hätte auch mal eine Chance verdient.

Guenther_Maria_Juana
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Mag ich Mag ich nicht

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13.03.2008 - 07:50 Uhr
Guenther_Maria_Juana

ich_schlampe_bin_muede sagte:
..., erheblich irritiert bin ich davon, wie unreflektiert sich P. Mattheis den Jargon dieses unerträglichen weiß-roten Gossenblattes zu eigen macht
Na ja, bei dem Autor wundert mich schon lange nichts mehr ...

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philipp-mattheis unbekannt

philipp-mattheis

ist jetzt-Mitarbeiter und hat diesen Beitrag verfasst.