Ich liebe die bayerische Sprache
Servus mitanand,Ich liebe die bayerische Sprache, denn sie ist mehr als nur ein Dialekt, sie hat, was viele nicht wissen, auch einen eigenen Wortschatz. Einige Beispiele:
Bulldog = der Trecker
Bleschel = die Zunge
Kracherl = weißes Zitronenlimo (nicht Sprite !)
Luser = die Ohren
Graffel = persönliche Habe
Außerdem ist die bayerische Sprache sehr dem englischen angelehnt.
I bin a Mo = I am a man.
Weiter verlieren viele Worte in der bayerischen Sprache ihre Härte. Sagt man im Deutschen zu seiner Frau Alte, dann ist das schon fast beleidigend, dagegen ist des Wort Oide im bayerischen schon fast liebevoll und hochachtungsvoll. Wie z.B.
Je weniga Zähn mei Oide hat, desto bissger werds.
Weiter ist die bayerische Sprache von vielen farbigen Elementen durchzogen, die den Ausdruck in seiner Wirkung noch verstärken. Das ist auch notwendig, da die bayerische Sprache das kleine Wort "sehr" nicht kennt:
Man sagt nicht einfach die Wäsche ist trocken sondern sie is strohtrockn oder war vorher eben patschnoss. Der Sepp is zaundürr ('is' vergleiche englische Sprache), strohdumm und schiach (=häßlich) wia'd Nacht finster (=unglaublich häßlich). Da Kodar (=Kater) is maustod, die Straß is pfeigrad und des Auto is blitzschnei gfahrn. Ma sogt ober ah, den hot er pfeigrad überdüber gfahrn (=voll erwischt, mit mehreren Überschlägen).
Am interessantesten sind aber Redewendungen, bei denen Wörter mit scheinbar vollkommen gegensätzlicher Bedeutung verwendet werden um die Tragweite noch zu erhöhen.
des is a scheens Sauwetter
a gschaider Bledsinn
Für die, die jetzt nur noch "Ha ?" (=Wie bitte, können Sie das bitte noch einmal wiederholen) sagen können, Fragen werden im Kommentar gerne beantwortet.
Pfüad God Digital_Data
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11.03.2008 - 16:45 Uhr
the-wrong-girl
doch für so Manchen ist es auch ein Lebensgefühl.
Man kann Dinge mit einem Wort ausdrücken, wofür es im Hochdeutschen mehrere Sätze brauchen würde, und die genaue Bedeutung würde es nur annähernd treffen. Natürlich gibt es das in anderen Dialekten auch. Das schöne an Dialekten ist der Humor in der Sprache. Wenn ich zu meiner Verwandtschaft aufs Land fahre ist das wie kostenlos ins Kabarett gehen. Teilweise mit sehr sehr schwarzem Humor.
Und was den Humor und all das betrifft: genau: das gibt es in allen Dialekten.
So fertig kluggeschissen.
Zitat: "Da der Dialekt zur Identität gehört, ist die Unterscheidung zwischen Dialekt und Standardsprache sowie die gelebte Zweisprachigkeit (Diglossie) auch für viele Nichtlinguisten eine wichtige Frage. Sie wird oft sehr emotional diskutiert. Dies liegt daran, dass in der Bezeichnung „Dialekt“ für viele zu Unrecht eine gewisse Abwertung mitklingt.
Überdies kann die Unterscheidung von Dialekt und Standardsprache von der politischen Situation abhängen (z. B. Serbokroatisch oder Luxemburgisch). Aus diesen Gründen ist sie häufig sehr umstritten und wird nach verschiedenen, sich teilweise widersprechenden Überlegungen gemacht."
Ist scheinbar wirklich umstritten. Wenn Du aber weiter lieber zum Lachen in den Keller gehst, dann verschone mich bitte hier mit so Kommentaren auf einen Text der nun wirklich einfach nur a scheene Gaudi sei hät soiln.
Digital_Data
Digital_Data sagte:
Liabe the-wrong-girl, zunächst einmal habe ich nirgends geschrieben, dass nur bayrisch eine Nähe zum Englischen hat oder nur bayrisch eine Sprache ist.
Hab ich auch nicht behauptet. Also komm wieder runter vom Ross.
Ich habe nur gesagt, ich würde Abstand davon nehmen überall ne Nähe zur Englischen Sprache zu wittern. Oké gut, ich hab's auf Berlinerisch gesagt, vielleicht hast Du es deshalb nicht verstanden.
Und naja, ein lustiger Txt sieht für mich halt anders aus. Doof ne, das Geschmäcker (auch der Humor) so fies unterschiedlich sind. Für mich zählst Du hintereinander Dinge auf, die für Dich das Bayerisch so schön machen. Oké legitim, aber Du tust die meiste Zeit so, als wäre das halt nur im Bayerischen so. Seh ich halt anders.
Und kommentieren tu ich hier immer noch wo ich will, wann ich will und (so lange es in Grenzen bleibt) auch wie ich will. Dazu ist das hier schließlich da.
Über das Thema Sprache vs Dialekt würde ich jetzt hier nicht diskutieren wollen, aber Deine Einleitung beinhaltet nun mal m.E. einen herben Fehler. Dialekte haben nun mal (ALLE) eigene Wortschätzchen.
Krass hat es (unabsichtlich) meine Mutter gebracht, als eine Verwandte ihr neugeborenes, nicht lebensfähiges Kind zu Grabe tragen mußte.
" Mei, die Arme, jetzt hats an Dreck im Schachterl."
Nix für unguad..
Ja so sands die Bayern :-).
Es gibt übrigends auch bayerisches Wikipedia:
http://bar.wikipedia.org/wiki/Hauptseitn
Zitat: "Exemplarisch sei die Definition von Edward Sapir (1921) zitiert:
„Sprache ist eine ausschließlich dem Menschen eigene, nicht im Instinkt wurzelnde Methode zur Übermittlung von Gedanken, Gefühlen und Wünschen mittels eines Systems von frei geschaffenen Symbolen.“
– Edward Sapir: zitiert nach John Lyons, 4. Auflage, 1992, S. 13
Und diese Symbole deute ich zumindest als Worte. Und damit bin ich zumindest mit dieser Definition im Einklang. Ellerbätsch !
Außerdem ist es nicht nur eine Aufzählung, sondern das Ganze ist schon etwas durchdacht, wenn ich maustod mit ner Katze in Verbindung bringe, dann hat das meiner Meinung nach was. Und das man mit I und a und is eine Verbindung zum englischen herstellt und das noch ernst genommen wird, konnte ich ja nun wirklich nicht ahnen. Ich hatte ne ähnliche Diskussion letzte Woche bei Gag Reel, wo ich Reel mit Haspel übersetzte und jemand meinte es müßte doch Rolle heißén. Mag sein, aber dabei geht es doch einfach um Spaß und wenn Du so antwortest, dann ist es einfach ne Spaßbremse. Sorry für die deutlichen Worte.
Digital_Data
das " 's " kommt nämlich von "his" wie in
"the man his horse" = "the man's horse"
analog:
"dem schuasta mampfred sei oide"
interessant, ne?^^
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11.03.2008 - 16:42 Uhr
the-wrong-girl
Nein Bayerisch ist nicht mehr als ein Dialekt, jedenfalls nicht in dem Punkt (und in den anderen wohl auch nicht). Es ist das Merkmal eines Dialektes über Worte zu verfügen, die in anderen Dialekten nicht vorkommen. Beschränken sich die Unterschiede nur auf die Phonologie, spricht man von einem Akzent.
Schönes Sauwetter gibt's im Hochdeutschen auch. Siehe: tolle Wurst=schöne Scheiße. Ich denke nicht, dass diese Gegensätzlichkeit viel mit Bayerisch zu tun hat.