Der Mann, der Facebook übersetzt hat: Ein Gespräch mit User Sven Hagge
Facebook gibt es seit neuestem auch auf Deutsch. Übersetzt wurde die Seite jedoch nicht vom Unternehmen selbst, sondern von den Usern. Der fleißigste deutsche Übersetzer heißt Sven Hagge. Er hat tausende von Begriffen von zu Hause aus übersetzt. Und warum? Wir haben mit ihm gesprochen.
Herzlichen Glückwunsch, du bist Deutschlands erfolgreichster Facebook-Übersetzer. Danke. Wie lange hast du gebraucht für deine 24.007 Wörter und 595 Sätze? Aktiv teilgenommen habe ich so zwischen ein und zwei Wochen. In Stunden lässt sich das Ganze schlecht messen, da ich immer, wenn ich mal wieder Zeit hatte, übersetzt habe. Wie lange es dann wirklich war, ist mir auch eigentlich egal. Über 24.000 Wörter, knapp zwei Wochen Arbeit, da werden sich Viele fragen: Warum macht der das? Ich kenne eine Menge Leute, die Facebook nicht benutzen wollen, weil es nicht auf deutsch ist. Mir persönlich wäre es egal, ich brauche keine Übersetzung. Es gibt eben viele Leute, die wenig bis gar kein Englisch können, und für die ist das natürlich eine tolle Sache. Außerdem machen mir solche Projekte ganz allgemein Spaß, ich bin auch bei Wikipedia aktiv und schreibe dort Beiträge auf deutsch. Du investierst diese ganze Zeit, schreibst und schreibst und dann bekommst du dafür nicht einmal Anerkennung. Darüber mache ich mir keine Gedanken. Was am Schluss dabei herauskommt, wie die Leute die Möglichkeiten nutzen, die sich ihnen beispielsweise mit einer übersetzten Version von Facebook bietet, ist den Leuten selbst überlassen. Ich finde es gut, dass sie zumindest die Möglichkeit haben, das Angebot zu nutzen. Ich habe das Alles nie als Arbeit empfunden, ich habe es einfach gemacht.
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das alles gilt jedenfalls für technische übersetzer -- literaturübersetzer werden tatsächlich oft unanständig schlecht bezahlt. jedenfalls, wenn man annimmt, dass sie tatsächlich sehr gute leistung bringen, was auch nicht immer der fall ist.
kurz, es soll umsonst arbeiten, wer will, für mich ist das keine konkurrenz.
und so ging es den jungen herrn hier wohl auch, und wer weiß vermutlich wird er, wenn sich erfolg einstellt, auch noch fürstlich entlohnt und zum deutschen sprach-supportleiter befördert, oder wie auch immer sie das nennen wollen. mit professionellen übersetzern unter sich, deren ideologie einfach nicht zu einem leitenden angestellten passt.
2) Natürlich ist nicht jeder Sprecher gleich ein toller Übersetzer, ich kriege oft genug skurriles zum Korrekturlesen. Es geht aber bei Google nicht um eine perfekte, poetische und geschmiedete Übersetzung die sich mit Goethe und Schiller messen kann sondern um eine Suchmaschine fürs Netz. Kuckt mal in die Foren und Mailinglisten und schaut euch an wie wir eigentlich kommunizieren. Und so schlecht sind die Übersetzungen auch nicht, denn man kann die meistens nachkorrigieren.
3) Ja, Google ist reich. Microsoft auch. Facebook auch. Und für nur €2500 hätte man dafür jemanden bezahlen können. Jetzt stellt sich nur die Frage, wie viele Jahrtausende die Samoaner gebraucht hätten, Google davon zu überzeugen, für eine Übersetzung zu zahlen. Man sehe sich um, im Leben is nix perfekt und selten so wie es "sein sollte"... Eigentlich "sollten" ja unsere Regierungen auch dafür sorgen oder gesorgt haben daß es Armut nicht mehr gibt, jeder Mensch sauberes Wasser und Schulbildung hat und die Gorillas in Afrika nicht ausgerottet werden. Da tut sich aber vieles nur, aber auch wirklich nur, weil es Leute gibt denen es wichtiger ist daß etwas passiert als daß sie dafür bezahlt werden. Die Entscheidung müssen Leute selbst treffen ob sie für sowas ihre Zeit opfern.
23-jähriger besitzt Vermögen von 1,5 Milliarden US-Dollar"
gut gemacht sven hagge - subba! subba!
youtube.com/watch?v=mj5IV23g-fE
Das Problem ist, dass man gelesenes Englisch wesentlich besser versteht, als gesprochenes, das liegt zum einen am Zeitfaktor zum anderen aber auch an Dialekt und persönlichen Färbungen. Thomas Gottschalk zum Beispiel sagt über "No Country for Old Man", dass man den texanischen Slang fast überhaupt nicht versteht und Gottschalk lebt in Amerika.
@pikachu
Hier einige Infos von einem etwas älteren Jetzt-Teilnehmer. Nach der Schule war bei mir ein riesen Loch mit Englisch, dass sich erst Mitte der 90er bis Ende der 90er legte, da ich bewußt Hollywood-Spielfilme im Original kuckte und englisch-sprachige Länder besuchte bzw. Länder in denen man auch mit englisch aber nicht mit deutsch durchkommt. Und ohne Übung hilft das einfach nichts. Heute wachsen die Leute mit dem Internet auf, dort sind englische Texte, englisch-sprachige Filme etc. Das führt dazu, dass das gelernte freiwillig geübt wird und damit sofort verfestigt wird. Außerdem haben unsere Ostdeutschen und vor allem auch osteuropäischen Bürger bis 1990 gar kein Englisch gelernt. Ich würde behaupten, dass ich mit 45 zu einer Generation gehöre, bei der die Durchdringung von englisch bei unter 25 % liegt und dabei meine ich, dass man Hilfetexte versteht und englisch gesprochen Text verstehen kann.
Digital_Data
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06.03.2008 - 12:05 Uhr
pikachu