03.04.2008 - 19:00 Uhr

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"Lass dich nicht von schlauen Kommilitonen einschüchtern!"

Text: johannes-graupner - Foto: dpa, oh

Das System Uni ist sowieso schon kompliziert, jetzt aber gibt es auch noch diese famos vielen Studiengänge, den Bologna-Prozess, die Studiengebühren. Im Buch "Das Uni-Einmaleins" sortiert Madlen Ottenschläger das Tohuwabohu. Abiturienten schrieb sie das Buch, das sie selbst gern gehabt hätte

Madlen, dein Buch ist eines unter vielen im Bereich der Uni-Ratgeber. Was hast du versucht, anders zu machen? Ich habe das Buch geschrieben, das ich als Studienanfängerin gern gehabt hätte, aber nicht gefunden habe. Ich habe mir immer einen bunten Studienführer gewünscht, in dem ganz unterschiedliche Menschen zu Wort kommen. Das Uni-Einmaleins ist deshalb ein Genre-Mix geworden: Es gibt Interviews mit Professoren, Studienberatern und Arbeitsmarktexperten; Absolventen, Studenten und Professoren berichten von ihrem Unialltag und geben den Lesern Tipps, dazwischen erzähle ich die Geschichte einer fiktiven Hauptfigur, begleite sie in ihre erste Vorlesung und beschreibe ihre Ängste und Erfolge. Dazu kommen Sachkapitel, in denen ich auf aktuelle Themen wie Studiengebühren oder Aufnahmetests eingehe. Es gibt also harte Zahlen und Fakten, aber auch sehr persönliche Geschichten.
Erstsemester im Audimax der Universität Konstanz. Du beginnst mit Tipps für Abiturienten und endest mit einem Ausblick für Absolventen - wer braucht dein Buch? Für Absolventen ist das letzte Kapitel „Studium – und dann?“ spannend, sonst aber ist das Buch für Abiturienten und Studienanfänger geschrieben. Die soll es allerdings durch ihr gesamtes Studium begleiten: Von der Frage „Welches Fach passt zu mir?“ bis zur Abschlussarbeit und dem Start ins Berufsleben. Du hast in München Kommunikationswissenschaft, Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Politikwissenschaft studiert. Wenn du zurück blickst - was hättest du in deinem Studium anders machen sollen? Ich hätte nicht so oft in der Mensa essen, häufiger fachfremde Vorlesungen besuchen und ein Jahr im Ausland studieren sollen. Außerdem hätte ich mich weniger von schlauen Kommilitonen einschüchtern lassen sollen.
Madlen. Auf die Schnelle: Was sind deine 5 Tipps für Abiturienten und Erstsemester? 1. Such dir das Fach, das zu deinen Stärken und Fähigkeiten passt. 2. Lass dir bei der Studienfachwahl von niemandem reinreden – nicht dein Freund, deine Oma oder dein Vater muss dieses Fach studieren, sondern du. 3. Stopf deinen Stundenplan nicht zu voll. Die Universität ist ein wunderbarer Ort, um spannende Menschen zu treffen und Neues zu erfahren – dafür solltest du dir Zeit nehmen. 4. Sei neugierig und mutig. Du bist an der Uni, um Neues zu lernen. Und nicht, um schon alles zu wissen. Deshalb: Nachfragen, wenn du etwas nicht verstanden hast. 5. Mach nie nur soviel, wie du gerade tun musst, um durchs Studium zu kommen. Nur wenn du deine Nischen findest und auch mal tiefer gräbst, wird dir das Studieren wirklich Spaß machen. Und deine 5 Tipps für Absolventen? 1. Überleg dir nicht erst am Tag der Zeugnisvergabe, wie dein Berufsleben aussehen soll, sondern mach dir schon während des Studiums Gedanken über die Zeit nach der Uni. 2. Wenn du weißt, in welchem Bereich du später gern arbeiten würdest: Probier' es aus. Mach ein Praktikum, such' dir einen Nebenjob, arbeite als studentische Hilfskraft. Und teste Alternativen, denn vielleicht gefällt dir ein anderer Job viel besser. 3. Sprich mit Menschen, die in deinem Traumberuf arbeiten. Wie sind sie an ihre Position gekommen? Welche Tipps können sie dir geben? 4. Sei geduldig. Nur wenige Studienabschlüsse führen in einen konkreten Beruf, eine Zeit des Suchens ist deshalb für viele Absolventen normal. 5. Lass dich nicht ausnutzen. Das fünfte unbezahlte Praktikum in Folge schadet nicht nur dem Selbstwertgefühl, sondern auch dem Lebenslauf. Überlege dir, was du mit deinen Fähigkeiten alternativ machen kannst. ***
Das Uni-Einmaleins / Studieren - alles, was man wissen muss ist bei dtv erschienen, hat 240 Seiten und kostet 9,95 Euro.


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Crushed_on_You
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Mag ich Mag ich nicht

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03.04.2008 - 23:36 Uhr
Crushed_on_You

-Mein Tipp an alle angehenden Studenten: statt diesem Buch folgende lesen:
-Pierre Bourdieu, "Homo academicus" und "Die Erben"
-Franz Kafka, der Proceß.

Besser kann man sich nicht vorbereiten.

soeren_preibusch
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Mag ich Mag ich nicht

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03.04.2008 - 23:46 Uhr
soeren_preibusch

Studienführer und Online-Vorlesungsverzeichnis reichen auch.

Crushed_on_You
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Mag ich Mag ich nicht

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03.04.2008 - 23:51 Uhr
Crushed_on_You

achso.

dem_osten_so_nah
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Mag ich Mag ich nicht

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04.04.2008 - 00:01 Uhr
dem_osten_so_nah

der wichtigste ratschlag dürfte der sein, nicht zu viel auf ratschläge zu geben...

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Mag ich Mag ich nicht

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04.04.2008 - 00:02 Uhr
dem_osten_so_nah

und nicht darauf zu hören, was irgendwelche chefs, personaler oder "arbeitsmarktexperten" zu sagen haben. es sei denn, man will sich zur hure machen.

QuoteTheRaven
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Mag ich Mag ich nicht

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04.04.2008 - 08:08 Uhr
QuoteTheRaven

der titel passt und das kommt wohl oefter vor als man im allgemein annimmt. mich hat es geschockt als ich nach abschluss meines studiums erfuhr, dass nicht wenige komilitonen sich nicht trauten etwas beizutragen wenn ich am seminar teilnahm. (dabei war ich einfach nur viel zu alt und zu daemlich meinen abschluss zu machen als es zeit dafuer war.)

allerdings hat die angst sich zu blamieren bei den juengeren studierenden m.e. extrem abgenommen. sogar dermassen, dass sich heute jeder bemuessigt fuehlt zumindest irgendetwas zu sagen und das, selbst wenn es sich dabei um den letzten muell handelt, mit einem selbstbewusstsein welches doch erstaunt. sagten die leutchen frueher zu wenig, sagen sie heute zu viel.

riesenherz
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Mag ich Mag ich nicht

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04.04.2008 - 12:15 Uhr
riesenherz

ich habe das buch vor wochen gelesen, es auch weiterempfohlen, denn mit ein paar gängigen vorurteilen räumt es auf. darin sehe ich auch eine stärke des ratgebers, da er anhand der fiktiven erstsemester den uni-dschungel ein wenig konkreter macht.

was ein bißchen zu kurz kommt (aus meiner persönlichen sicht, der hauptberuflich studierendenberatung und -begleitung macht), sind die geschichten und möglichkeiten hinter den "offiziellen" aussagen zu interesse, noten, bewerbungen, fachlichen kenntnissen etc.

es gibt möglichkeiten, mit einem schlechteren abischnitt das gewünschte studium mit NC doch noch zu studieren; es gibt verschiedene möglichkeiten, das studium von anfang an mit einer weiten ausrichtung auf das praktische zu verknüpfen; es gibt viele probleme im bereich selbstmotivation und lernkompetenz, die "bearbeitet" werden müßten; es gibt ganz unterschiedliche parameter, nach denen orts-, studienfach- und berufswahl ausgerichtet werden können...

allerdings hätte das alles eher den rahmen eines auch noch zum ersten und schnellen lesen motivierenden buches gesprengt.

der_neue_orhe
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Mag ich Mag ich nicht

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04.04.2008 - 13:04 Uhr
der_neue_orhe

ach je, wie hab ich es damals nur geschafft zu studieren ohne ein ratgeber-buch? wer ein buch braucht, um das fach seiner staerken und faehigkeiten zu waehlen, koennte in meinen augen das studieren gleich lassen. denn studium ist herzensbildung.

frooshandtea
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Mag ich Mag ich nicht

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04.04.2008 - 13:14 Uhr
frooshandtea

... oder manchmal Mangel an Alternative?

grxlwpf
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Mag ich Mag ich nicht

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04.04.2008 - 13:57 Uhr
grxlwpf

Die Sache 'Lass dich nicht einschüchtern' ist schon ein jahrzehnte-, wenn nicht jahrhundertealtes Überlebensthema im Akademischen. In den 70ern hat wohl ein Buch Furore gemacht 'Uni-Angst und Uni-Bluff'. Das Buch wurde letztens neu aufgelegt, und hat nichts an einer Aktualität verloren.
Denn der sog. 'akademische Zirkus' ist hochkompetitiv, und hat als wichtigste Waffe im Kampf 'Ich weiß mehr als du'. Leider kann man Wissen auch dadurch simulieren, indem man einfach den Jargon und die Fachsprache einstudiert, und 'gelehrte Phrasen drischt'. Wer solchen Bluff nicht durchschaut, läuft ganz schnell Gefahr, eingeschüchtert zu werden und Frust bis hin zu Depressionen zu entwickeln.

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ist jetzt-Mitarbeiter und hat diesen Beitrag verfasst.