25.02.2008 - 19:00 Uhr

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Die Profilbild-Typologie

Text: sascha-chaimowicz - Bilder: christoph-ohanian

Profilbilder sind wie Coverfotos auf Hochglanzmagazinen – sie sollen Interesse wecken, antörnen, werben. Doch mit welchen Maschen setzen sich Internet-User in Szene? Eine Typologie

Die Urlaubsposerin
Wie entsteht das Bild? Ihr Leben ist nicht besonders spannend. Sie studiert Mathe und Erdkunde auf Lehramt, kriecht dauermüde durch ihren Alltag und veranstaltet in ihrer Freizeit DVD-Abende mit Freunden. In den großen Semesterferien fliegt sie nach Venezuela, um die südländische Lebensart zu spüren – „Eingeborene, die oft nichts haben, und trotzdem den ganzen Tag lachen“. Hier passiert er, der Schnappschuss, am Strand, aus fünfzehn Metern Abstand fotografiert. Was hat sie sich dabei gedacht? Das Bild muss schnell online gehen, noch während ihres Urlaubs. Das Bild soll auf keinen Fall gestellt wirken. Ihre Freunde sollen wissen – die Urlaubsposerin ist gerade ganz weit weg vom Alltag, sie ist glücklich und ihr Blick in die Ferne gerichtet. Und wie reagieren die Freunde? Der Plan der Urlauberin geht auf. Reflexhaft beginnen ihre Freunde anbiedernde Neidbekundungen zu posten – „Oh wie geil“, „Da wär ich jetzt auch gern“, „Du Glückliche“.
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