Wie aus mir ein Alphamädchen wurde
Meredith Haaf schildert die fünf Phasen beim Schreiben eines Buches über coolen Feminismus
1. Früchte des ZornsDie letzten sieben Monate habe ich kaum etwas anderes getan als darüber nachzudenken und zu diskutieren, wie Feminismus in jung und cool geht und wie man das dann bestmöglich aufschreibt. Trotzdem erscheint es mir noch leicht abwegig, dass es sehr bald das Buch „Wir Alphamädchen“ gedruckt, gebunden und illustriert geben wird, das ich mitgeschrieben habe.
Dabei schleppten meine Kolleginnen Barbara Streidl und Susanne Klingner und ich das Ding lang genug in unseren Gedanken mit, bevor wir tatsächlich einen Verlag dafür fanden. 2005 war uns die Idee zu einer Textsammlung zum Thema „Wie leben wir eigentlich als junge Frauen in Deutschland“ gekommen. Wir ärgerten uns maßlos über die Demografiedebatte, die Frank Schirrmacher unter anderem angestoßen hatte und die unser Leben in Frage stellte. Wir wunderten uns sehr darüber, dass männliche Feuilletonisten Sarah Kuttner und ihre relative Gleichgültigkeit gegenüber so ziemlich allem zur weiblichen Ikone ihrer Generation erklärten.
Wir diskutierten dann unsere privaten und beruflichen Erfahrungen, bei denen plötzlich ein Ausschlussmechanismus entlang der Geschlechtergrenze einsetzte. Wir waren fest überzeugt, dass wir damit nicht alleine waren und uns dazu äußern mussten. 2006 erschien dann das „Eva-Prinzip“, das berüchtigte Plädoyer der ehemaligen NDR-Moderatorin Eva Herman. Erneut kam eine Diskussion über junge Frauen in Deutschland auf. Wieder hatten die dabei selbst nichts mitzureden – und uns packte die Wut immer stärker. Wir wussten, unser Buch muss her. Wir wussten nur nicht wie.
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