Wie aus mir ein Alphamädchen wurde
Meredith Haaf schildert die fünf Phasen beim Schreiben eines Buches über coolen Feminismus
5. Fast wie Eltern „Freust du dich eigentlich noch über das Buch?“, fragte mich jemand vor kurzem. Ich zögerte kurz und kam mir dabei schlecht vor, wie eine werdende Mutter die plötzlich nicht sicher ist, ob sie das Kind wirklich will. Doch erstens ist das Baby ja nur zu einem Drittel von mir. Und zweitens gleicht der Entstehungsprozess so eines Buches weniger einer wilden Sexnacht, sondern eher einer dreijährigen Schwangerschaft. Da kommt einiges an Anstrengung und Angst zusammen. Dann stellte ich mir das helle 250-Seiten-Bündel vor, das in nur wenigen Wochen in meinem Briefkasten liegen wird. Mir fielen die rauschhaften Schreibstunden wieder ein, die glücklichen Momente, wenn einer unserer Probeleser zu mir sagte: „Das gefällt mir, das wusste ich alles nicht.“ Wir drei haben sieben Monate lang unser Allerbestes gegeben, und was dabei herausgekommen ist, muss ich einfach lieben. Wie das alle anderen sehen, steht woanders. „Ja, natürlich freue ich mich“, sagte ich. Und meinte, mehr als das Buch selbst, die Gedanken, die es vielleicht in Gang bringt.- Abschied vom Wachtturm: Drei Frauen und ihre Leben nach den Zeugen Jehovas 20.05.2012
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