Filmkolumne (IV): Wo kriegt man eigentlich das ganze Geld her?
Nadine erzählt in acht Folgen von einem Projekt, aus dem nach eineinhalb Jahren ein echter Film wurde. In der vierten Folge erklärt sie, warum auch ein No-Budget-Film gut 80.000 Euro kosten kann
Der Regisseur Sam Raimi hat kürzlich mit Spiderman 3 mal wieder einen neuen Budget-Rekord aufgestellt: 258 Millionen Dollar. Wir denken, dass wir mit ein bisschen weniger Geld auch klarkommen werden. Tatsächlich sind Ralf, Sebastian und ich der Meinung, dass Millionen von Euro nicht automatisch einen guten Film ausmachen und überhaupt: dieser ganze Kapitalismus. Dieses beeindruckende politische Statement wird möglicherweise ein wenig durch die Tatsache gestützt, dass wir einfach keine 258 Millionen Dollar haben. Wir dachten immer, das Unangenehmste auf der Welt wäre, kein Geld zu haben, jetzt wissen wir: Das Unangenehmste auf der Welt ist, Leute um Geld zu bitten.

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Weiter kann man auch viel Geld sparen, wenn man alles was möglich ist im Wohnumfeld dreht (bei Filmfirmen im Studio, das wird einfach darum gemacht, weil es Geld spart). Wenn man also einen Innenraum braucht, dann kann der überall sein, ist er nah am Wohnort vieler Mitarbeiter kann man viele Kosten sparen. Da kann es nützlich sein, dass Drehbuch den finanziellen Gegebenheiten so anzupassen, dass keine Szene dabei ist, wo einer vom Wohnzimmer in die Küche geht. D.h. die Finanzierung spielt auch beim Drehbuch eine Rolle.
Filmdrehen, insbesondere Spielfilm, ist viel Logistik. Hitchcock sagte mal, das Entwickeln von Film und Geschichte ist eigentlich die interessante Sache. Der Dreh ist dann nur noch die logistische Abarbeitung.
Digital_Data
21.02.2008 - 22:08 Uhr
rasenmaeherkaputtmacher
Wir hatten das auch, aber man kann vieles lösen, z.B. dadurch dass man In-Door-Drehtage ganz nach hinten legt und bei Schlechtwetter vorzieht. Das erhöht aber die Logistik. Kann dabei nur das Regenradar auf Bayern 3 empfehlen. Worauf man bei den Drehorten besonders achten muss, sind permanente Geräuschquellen, also Polizei, Krankenwagen, Kirchenglocken, Zug- und Fluglärm, da kommt man schnell aus dem Zeitplan.
Wir haben mal einen Film, bei dem 50 % draußen in der Nacht spielen um den 21. Juni gedreht. Da muss man dann warten ;-).
Digital_Data
21.02.2008 - 22:15 Uhr
Digital_Data
Aber wenn man müde ist arbeitet man nicht mehr so konsequent. Bei meiner München-Film-Geschichte dachte ich anfänglich, man kann so 4 bis 5 Drehorte an einem Tag machen, aber am Schluß zeigte sich, dass man nach 3 besser aufhört, dass erhöht die Qualität deutlich.
Digital_Data
ja, das mit der drehort -/tagdisposition ging nicht wegen den schauspielern, vor allen die, die nur so ne kleine rolle hatten und sich nur für den tag dafür zeit genommen hatten, und dann hatten wir auch in-door-drehs z.b. in ner kammfabrik, die uns nur diesen einen tag von der und der uhrzeit ihre produktionsräume geöffnet haben, genauso wie eine barszene, wo wir nur 5 h zeit hatten -
ungeachtet der tatsache, dass bei dem wetter eigentlich der außendreh viel besser platz gehabt hätte...und straßenmotive, die wir nur von dann bis dann sperren durften usw...wobei uns das egal war und und und - war schon alles ganz schön eng kalkuliert... der budgetplan wurde auch gesprengt, weshalb die postproduktion erstmal wartet...aber video schimmelt ja nicht
ich war da auch nur licht-und gripp -assi und hatte während des eigentlichen drehs nicht wirklich viel zu tun, musste aber vor allen frühs beim aufbau und am ende beim abbau helfen und zwischendurch n bisschen am motiv rumschrauben, ansonsten hab ich viel cola getrunken und viel haribo gegessen und viel skat gekloppt mit den leuten an der basisstation.
im moment schneide ich seit gefühlten tausend stunden (seit juni letzten jahres) einen dokufilm, wo wir nächste woche endlich in die tonmischung gehen...juhuuuu
Digital_Data
"aber bestimmt kaum einen Film, in dem soviel Liebe, Einsatz und Herzblut steckt"
Mhhhmmm ich muss dir da mal frech wiedersprechen ;) Die meisten Studentenabschlussprojekte und/oder Debütfilme werden mit so viel Zeit, Kraft und Liebe umgesetzt... hab ich zumindest die Erfahrung gemacht :-) Wenn kein Geld da ist und man sein Baby, woran man so lange arbeitet und plant, unbedingt umsetzen will, entstehen tolle Teams, die alle an einem Strang ziehen :-)








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21.02.2008 - 19:32 Uhr
riesenherz
Und unterhaltsam geschrieben.***