Eliten unter sich
Eliten rekrutieren sich vorwiegend unter ihresgleichen, man "erkennt" sich gegenseitig am großbürgerlichen Habitus und Gestus. Der Darmstädter Soziologe Michael Hartmann beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit der Elite der deutschen Gesellschaft, insbesondere auch mit Topmanagern.
Diesen Text aus der Süddeutschen Zeitung kannst du hier leider nicht mehr lesen, er ist aber noch im Archiv der Süddeutschen Zeitung zu finden.- Null Punkte für die Meinungsfreiheit 25.05.2012
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diedrossel sagte:
"Seine Forschungsarbeiten förderten im Wesentlichen die Erkenntnis zutage, dass von sozialem Aufstieg in diese Kreise dank eigener Leistung so gut wie keine Rede sein kann."
irgendjemand ernsthaft ueberrascht?
nicht überrascht, aber falsch ist es dennoch. als marxist streut michael hartmann solchen quatsch aber immer wieder mit grossem erfolg.
Im Übrigen handelt es sich bei Herrn Hartmann um einen fragwürdigen "Eliteforscher", der ja recht häufig in der SZ seine Ansichten verbreiten darf. Ich erinnere mich da an einen Artikel zu Korporationen, der einfach - wohl weil Hartmann selber kein Verbindungsstudent war - in großen Teilen der Wahrheit nicht entsprach. Hartmann schert gerne alle über einen Kamm. So macht man es sicht einfach.
dass eine gute herkunft die erfolgschancen verbessert ist ja klar, aber die gute herkunft der eltern ist ja auch nicht vom himmel gefallen, sondern oft über generationen erarbeitet und weitergegeben. es ist schwachsinn, diesen startvorteil sozialisieren zu wollen. es gibt keine chancengleichheit, weil menschen eben verschieden sind.
würde man das noch mehr als bisher durch staatliche gewalt beseitigen wollen, dann müsste man die kinder sofort nach der geburt den eltern entziehen, weil bereits in den ersten lebensjahren die grundlagen für die intelligenz und bildung etc gelegt werden - meinen jedenfalls viele. und dann hätte man immer noch nicht genetische faktoren im griff.
ich bin der überzeugung, dass chancengleichheit gefährliche gleichmacherei ist, auch wenn sie von marxisten und neoliberalen gleichermassen gefordert wird.
19.02.2008 - 11:37 Uhr
kulturgut
kulturgut sagte:
es gibt ja massenhaft gegenbeispiele zu hartmanns these.
dass eine gute herkunft die erfolgschancen verbessert ist ja klar, aber die gute herkunft der eltern ist ja auch nicht vom himmel gefallen, sondern oft über generationen erarbeitet und weitergegeben. es ist schwachsinn, diesen startvorteil sozialisieren zu wollen. es gibt keine chancengleichheit, weil menschen eben verschieden sind.
würde man das noch mehr als bisher durch staatliche gewalt beseitigen wollen, dann müsste man die kinder sofort nach der geburt den eltern entziehen, weil bereits in den ersten lebensjahren die grundlagen für die intelligenz und bildung etc gelegt werden - meinen jedenfalls viele. und dann hätte man immer noch nicht genetische faktoren im griff.
ich bin der überzeugung, dass chancengleichheit gefährliche gleichmacherei ist, auch wenn sie von marxisten und neoliberalen gleichermassen gefordert wird.
also die erfolgschancen sind mit einer guten herkunft besser, aber sie ist keine erfolgsgarantie. das sollte am anfang noch rein. und wer von unten kommt muss es eben anders ausgleichen
Da habe ich aber schon leidenschaftlichere Plädoyers für die Meritokratie gelesen, das musst du nochmal üben. Das ist nämlich zu nah an der Wahrheit.
Was z.B. Pierre Bourdieu, ein für die Elitensoziologie paradigmatischen Soziologen, zeigt ist dass und wie sich gesellschafliche Schichten beinahe 1:1 reproduzieren und wie das jeweilige Abschneiden beim Allokationskampf individuell rationalisiert wird. Man kann an seinen und von ihm inspirierten Untersuchungen sehr schön sehen, wie z. B. das Erziehungssystem nicht etwa "Leistung", sondern die Herkunft belohnt. Und das liegt daran, dass es die Funktionen Allokation und Legitimation erfüllen muss, und nicht in erster Linie Qualifikation.
Aber ich führe das jetzt nicht aus, das wäre Perlen für die Säue in einem Forum in dem Leute als Marxisten zu bezeichnen schon für ein Argument gehalten wird.
Super-reich will ich nicht werden und auch kein Topmanager. Und ein Semesterferienjob als Verkäuferin ist mir auch recht.
Jetzt schreit bestimmt gleich jemand "Es geht aber ums Prinzip." Prinzipien werden aus Idealismus geboren und Idealismus hat (leider) in dieser Gesellschaft kein Platz.
dadegia sagte:
im Prinzip stimme ich schon zu, was dieser "Elitenforscher" von sich gibt. Das merke ich auch schon an Kleinigkeiten wie Praktiken und Jobs, die ohne Vitamin B gar nicht zu bekommen sind. Aber ist es denn legitim, dass ich jetzt nun sage, es mache mir nichts aus?
Super-reich will ich nicht werden und auch kein Topmanager. Und ein Semesterferienjob als Verkäuferin ist mir auch recht.
Jetzt schreit bestimmt gleich jemand "Es geht aber ums Prinzip." Prinzipien werden aus Idealismus geboren und Idealismus hat (leider) in dieser Gesellschaft kein Platz.
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18.02.2008 - 22:16 Uhr
diedrossel
irgendjemand ernsthaft ueberrascht?