Industrie und Klimaschutz: Greenwashing und leerer Aktionismus
Durch den öffentlichen Druck ist Klimaschutz auch für die Industrie zu einem wichtigen Thema geworden. Die vermeintlichen Erfolge und Zukunfts-Projekte sind aber oft nur leere Versprechen. Ein neues Blog zeigt auf, wo die Industrie lügt und Tatsachen verdreht
Im Dezember letzten Jahres wurde es richtig heiß in Deutschland. Schuld war der Klimawandel – oder zumindest die Diskussionen über ihn. Die Bali-Konferenz war der Höhepunkt der großen Klimaschutz-Debatte, die überall präsent war – Klimawandel war wie Fußball, Managergehälter und das Wetter: Jeder konnte irgendwie mitreden und hielt sich für halbwegs informiert. „Einmal gepinkelt, schon Urologe“, formulierte es ein deutscher Zeitungs-Korrespondent im Rückblick auf die Bali-Konferenz. Trotzdem hatten die Popularisierung und der Hype um den drohenden Klimawandel eine äußerst sinnvolle Funktion – Die Öffentlichkeit war für die Klima-Problematik sensibilisiert und die Konzerne zu einer Reaktion gezwungen.


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Alle Kommentare anzeigen
18.02.2008 - 08:35 Uhr
kulturgut
http://www.fz-juelich.de/portal/index.ph...
selbstverständlich spielt die dämmung eine rolle. die schimmelbildung wird ja nicht nur durch "stehende" luft, sondern auch durch wärme/feuchtigkeitsgehalt der luft beeinflusst. letzteres wird durch die dämmung begünstigt.
ich kenne genügend architekten, die genau aus diesen gründen stärkere dämmungen kritisch gegenüber stehen. allerdings kann es durchaus sein, dass diese sich irre.
30cm ist ein witz, hend. nimm' ein handelsübliches lineal und sieh' es dir mal an. worin sollte das problem liegen einen deich um ein paar cm zu erhöhen?
die normal-null-linie der nordsee (und aller anderen meere) wird von jedem staat anders definiert. die niederländer anders als die briten, die briten anders als wir und wir anders als die dänen. gleiches gilt für das mittelmeer. es gibt schlicht kein objektives normal-null. ein meer hat keine durchschnittliche "höhe", sondern schwankt in einem mehr oder weniger genau bestimmbaren bereich, der zudem von strömungen, geographischen gegebenheiten, schwerkraftbedingungen etc. abhängt.
rohöl wird in tausenden produkten eingesetzt. na und? was ändert das an der grundlegenden problematik, daß diese "aufbewahrung-für-unsere-kinder"-argumentation schwachsinnig ist. die müssten es ja auch aufheben etc. pp.
auch ein argument, man müsse weniger verbrauchen, damit das öl (für welchen zweck auch immer) länger reicht, ist augenwischerei. was macht es für einen unterschied, ob eine generation mehr oder weniger das zeug zur verfügung hat? irgendeine muss ohne öl auskommen. da erst knappheit (signalisiert über den preis) innovationsdruck auslöst, würde durch so ein "aufheben/sparen" der innovationsdruck zur erforschung alternativer energiegewinnung verringert bzw. verhindert, dass dieser steigt. das öl reicht dann vielleicht länger, aber es dauert auch länger alternativen dazu zu entwickeln.
wenn der einfluss der paar zehntelgrade in der oberflächenwassertemperatur solche auswirkungen auf die kraft und häufigkeit von hurrikanen hat ... warum steigen kraft/anzahl nicht? immerhin wurde das wasser doch wärmer.
das ipcc zu diesem thema:
“There is no compelling evidence to indicate that the
characteristics of tropical and extratropical storms have
changed. Changes in tropical storm intensity and frequency
are dominated by interdecadal to multidecadal variations, ...
... In the Southern Hemisphere, fewer
analyses have been completed, but they suggest a decrease in
extra-tropical cyclone activity since the 1970s. ...”
herzliche grüße
puster
18.02.2008 - 11:59 Uhr
puster
3.
und puster, welcher logischen figur ordnest du eine solche antwort zu? die wärmebedingte veränderung bei der fischbrut solle unberücksichtigt bleiben, weil in anderen gebieten andere faktoren wie der raubbau am fisch auch eine rolle spielen. häh?
du wirst vermutlich feststellen, daß gerade jene sich auch für befischungsobergrenzen und strenge fangkontrollen aussprechen, die zugleich mahnen, der temperaturanstieg z.b. in der nordsee sei ernstzunehmen.
was nützte es, sich über ein problem den kopf zu zerbrechen, dass man nicht beeinflussen kann? wenn erwärmung der nordsee natürlich ursachen hat, kann (und sollte) der mensch nichts daran ändern. das spricht nicht dagegen, diese veränderung ernst zu nehmen, sich die folgen zu vergegenwärtigen und sich zu überlegen, wie man damit umgeht.
nur wäre es idiotisch, geld für wirkungslose status-quo-erhaltungsmaßnahmen aus dem fenster zu schmeißen. das überfischungsproblem hingegen ist menschengemacht und kann daher gelöst werden. und genau darauf sollten wir uns konzentrieren: lösbare probleme.
es geht doch darum, daß noch nie in der erdgeschichte eine temperaturveränderung dieses ausmaßes in so kurzer zeit (sic) geschehen ist.
Paläoklimatologen Prof. Augusto Mangini (Uni Heidelberg): "Wir verfügen über Daten, die zeigen, dass es während der letzten zehntausend Jahre Perioden gab, die ähnlich warm oder sogar noch wärmer waren als heute. Tatsache ist, dass es während der letzten zehntausend Jahre erhebliche globale und vor allem genauso schnelle Klimawechsel gegeben hat, die die Menschen sehr stark beeinflussten."
(Quelle: http://www.spiegel.de/sptv/magazin/0,151...)
Eben weil Schimmelbildung durch den Feuchtigkeitsgehalt in der Luft begünstigt wird, müssen gedämmte Häuser gelüftet werden - das sollte aber auch zwei bis dreimal am Tag völlig ausreichend sein. Gerade wenn geheizt wird sinkt ja mit Neuerwärmung der kalten Außenluft der Feuchtigkeitsgehalt rapide.
Mit einem Geodreick wird Dir vielleicht auffallen, was passiert, wenn Du einen Deich um 30 cm erhöhst und dabei die Winkel zwecks Erhalt der Stabilität einhalten musst: Du musst überall "draufpacken". Das ist aber nicht ganz trivial, weil Du dafür auch das Funademnt des Deichs verstärken musst - am Ende sind 30cm im Deichbau ein Riesenaufwand - den wir uns vermutlich werden leisten können. Andere Länder eben nicht.
Betreffend NN: da hast Du recht - die nennen das immerhin sinnvollerweise anders. Was natürlich im Falle der bekannten Brücke nicht viel gebracht hat.
Himmel, Puster, ich will niemanden davon abhalten Rohöl zu nutzen. Ich weise aber darauf hin, dass Verschwendung in dem Maße wie es gerade geschieht (Verscwhendung ist ersteinmal nichts negatives) vielleicht dazu führen wird, dass wir zu unseren Lebzeiten einen derben Ölengpass erleben werden - und wir uns deswegen schon jetzt Gedanken über alternative Ressourcen machen müssen - vielleicht wäre es auch einfach sinnvoll, sich ein wenig im Verbrauch zurückzunehmen, um einfach mehr Zeit zur Entwicklung entsprechender Technologien zu haben.
In den vergangenen 30 Jahren gibt es in der Karibik eine deutliche Häufung von starken Hurricans (die Anzahl ist nicht gestiegen - das ist auch nicht zu erwarten.).
http://web.mit.edu/newsoffice/2005/hurri...
Der Zusammenhang mit warmen Oberflächenwasser und der Hurricanstärke ist ja nun evident, allerdings ist der Beobachtungszeitraum zu gering, um verlässlich sagen zu können, dass dieser Anstieg der Anzahl starker Stürme eben nicht einfach eine Periodische Entwicklung ist und nicht unbedingt der globalen Erwärmung zugeschrieben werden kann - was nichts daran ändert, dass warmes Oberflächenwasser eben die Entstehung stärkerer Hurricans unterstützt (nicht ihre Anzahl, lediglich die Stärke).
Schöne Grüße, Hend.
18.02.2008 - 12:45 Uhr
hend
Achso. Ja, richtig. Man behauptet immer, der "ideologische Gegner" gehe von falschen Grundlagen aus.
Was ignoriere ich denn ? Wo sind denn die Fakten, die gegen eine globale ERwärmung sprechen ? Mehr als "Ui, so komplexe Systeme, da sollten wir lieber keine Aussagen drüber machen" kommt offensichtlich bisher nicht dabei rum.
Ich habe mich nicht als "Skeptiker" verkauft. Ich bin nach wie vor nicht davon überzeugt, dass der anthropegene Anteil an CO2 in der Atmosphäre Auslöser einer globalen Erwärmung ist - ich bin aber davon überzeugt, dass er diese durchaus begünstigt. Dass ich nun die globale Erwärmung als solche nicht bezweifle, weil sie eben nachgewiesen werden kann, tut mir nicht leid. Man darf ja gerne auch darüber reden, ob es sich hierbei um ein peridodisch auftretendes Phänomen handelt - auch dann sollte darauf reagiert werden - wenn auch nicht unbedingt mit krampfhafter CO2 Vermeidung.
"Klimaregime" ist übrigens eine sehr tolle Terminologie. Taugt natürlich auch nur zur billigen Polemik, aber sei mein Gast.
Schöne Grüße, Hend.
was du zur dämmung sagst, klingt plausibel. ich kenne mich da nicht sonderlich aus, wusste halt nur, was ein paar architekten in meinem freundeskreis dazu gesagt hatten.
natürlich weiß ich, welchen aufwand eine 30cm höhere deichkrone bedeutet - ich lebe doch im land der deiche ;)
aber technisch ist es kein problem, finanziell ist es kalkulierbar und ich halte es für sinnvoller, armen ländern beim deichbau zu helfen, anstatt geld für sinnlose klimaschutzmaßnahmen zu verplempern. dann bitte lieber die milliarden in deiche in bangladesh verbauen.
naja, es ist doch gut, wenn öl "verplempert" wird. dann wird es schnell knapp und schnell teuer. und schon rechnen sich eine vielzahl alternativer energieformen, ohne dass man den staatsapparat um subventionen, steuern und verwaltungsmaßnahmen bemühen muss. vor allem kann sich dann im wettbewerb erweisen, welche alternative energie die beste ist. :)
die meisten technologien müssen ja nicht mehr neu erfunden werden. sie sind nur noch nicht wettbewerbsfähig, weil öl wettbewerbsfähiger ist - zur zeit!
das schlimmste an den hurricans ist nicht ihre stärke, sondern der umstand, daß die gebiete in denen sie auftreten immer stärker besiedelt werden.
allerdings muss ich deiner aussage, die stärke der hurricanes würde zunehmen, widersprechen. bzw. nicht widersprechen, sondern korrigieren: man weiß es nicht.
http://www.aoml.noaa.gov/hrd/tcfaq/G3.ht...
herzliche Grüße
puster
Hm. Ehrlich gesagt würde ich jetzt Deichbau exakt unter "klimaschutzmaßnahmen" summieren. Ich vermute, du meinst damit "CO2 Reduktionsmaßnahmen".
Betreffend der Hurricans: Beachte bitte, dass ich aus gutem Grund von karibischen Hurricans schrieb, sich das Paper aber auf globale Tropenstürme bezieht. Über die Entstehung von Taifunen zum Beispiel würde ich ersteinmal keine Aussage treffen wollen, weil das andere Bedinungen sein können.
Schöne Grüße, Hend.
ich habe mich mißverständlich ausgedrück. mit "klimaschutzmaßnahmen" meinte ich natürlich jene, die man in anführungstriche setzen muss, um ihren pseudo-charakter zu unterstreichen. also: ökosteuer, mineralölsteuer, eeg, co2-zertifikate-handel, fahrverbote, abgasnormen etc. pp.
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18.02.2008 - 07:54 Uhr
kulturgut