Zum Valentinstag: Warum nicht mal zu dritt?
Tilda Swinton hat es gut: Mit ihrem neuen Film hat sie sich endgültig als Ausnahmeschauspielerin etabliert. Und zwei Beziehungen pflegt die Frau auch. Grund genug, darüber nachzudenken, ob so eine Dreierbeziehung uns nicht allen gut tun würde.
Tilda Swinton hat es schon gut. Die britische Ausnahmeschauspielerin, eine Ikone der kantigen Anmut, wird gerne als „übersinnlich“ oder als „wandelndes Rennaissance-Gemälde“ beschrieben. Derzeit treibt sich die 47jährige auf der Berlinale herum, mit dem Film „Julia“, den Kritiker sämtlicher Medien für ihren absoluten Durchbruch als Künstlerin halten. Swinton, die bisher immer als unantastbar galt, spielt darin eine leicht verkommene Alkoholikerin, die ein Kind entführt. Jetzt erfahren wir auch noch, dass Swinton total lässig Liebesbeziehungen zu gleich zwei verschiedenen Männern pflegt. Der eine ist knapp zwanzig Jahre älter und lebt mit ihr und den gemeinsamen Kindern. Der andere ist knackige zwanzig Jahre jünger und für Reisebegleitung und romantisches Bespaßungsprogramm zuständig. Swinton findet das Unternehmen „einfach so vernünftig“. Grund genug, um einmal über die Frage nachzudenken, ob nicht eigentlich in jedem Herzen Platz für mehr als einen Liebesmensch ist. Aller Erfahrung nach liegt die Unfähigkeit, immer nur einen Menschen gut zu finden, in der Natur des Menschen. Die Literatur, die Popmusik, die Telenovela, das Tagebuch auf jetzt.de – all die kulturellen Errungenschaften der westlichen Welt wären ein Nichts, wären traurig und öde ohne die verbotene Romanze und den heimlichen Seitensprung. Heimliche Verguckungen und sexuelle Nebenschlachtfelder sind der Kleister, der größere Freundeskreise und kleinere Ortsgemeinden an der Basis zusammenhält. Manchmal verkneifen sich die Fremdverliebten den neuen Menschen und verdrängen ihn in die hinterste Ecke ihres Unterbewusstseins. Dort sitzt und schwelt er dann gerne über Monate hinweg und funkt Zweifel in die legitime Beziehung. Wenn die oder der Nebenverliebte sich ein bisschen reinhängt, kommt es zu Treulosigkeiten. Beziehungsweise verbringt der Fremdverliebte Stunden und Tage damit, die Treulosigkeit in Erwägung zu ziehen. Qualvoll ist sein Leid – egal ob die Affaire in Gedanken oder echt passiert: Schwere Selbstvorwürfe, Zweifel an der eigenen Moral und jede Menge Logistikstress müssen in Kauf genommen werden.
- Und Mama, wie ist dein Orgasmus so? 18.05.2012
- Der verbotene Schatz 02.05.2012
- Eifersucht, später 03.02.2012
- Der Mythos von Ihm und Ihr 12.01.2012
- Der alte Affe Liebe 11.01.2012
Mehr Texte von jetzt.de liest Du jeden Montag in der Süddeutschen Zeitung - außerdem dienstags im Lokalteil der SZ. Du kannst die SZ zwei Wochen kostenlos testen - du musst nicht einmal kündigen!
Alle Kommentare anzeigen
Wenigstens hast Du uns den ewigen Quark von wegen "Träume nicht Dein Leben, lebe Deine Träume" erspart...Gääähn.
Alle Kommentare anzeigen








0
24.02.2008 - 18:25 Uhr
Saxo