01.02.2008 - 19:00 Uhr

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Wegen Fasching: Fünf neue alte Perspektiven auf unseren Umgang mit Alkohol

Text: philipp-mattheis - christina-waechter, meredith-haaf, sascha-chaimowicz, yvonne-gamringer

Streit in der Redaktion: "Unser Umgang mit Alkohol hat sich radikal geändert!" sagt einer. "Blödsinn, wir trinken wie immer!" sagt der nächste. "Jeder trinkt halt anders", sagt die nächste. Aus faschingsbedingtem Anlass hier fünf neue alte Perspektiven auf unseren Umgang mit Alkohol

1. Alkohol und Pause Kurz vor Fasching kursierte ein merkwürdiger Nach-Neujahrs-Vorsatz durch meinen Freundeskreis, den man auf folgenden Nenner bringen kann: „Jetzt noch einmal richtig reinhauen, und dann ist erstmal Schluss!“. Mit „reinhauen“ ist natürlich exzessives Saufen gemeint und mit Schluss die völlige Abstinenz, die den Faschingstagen folgen soll. Doch auch die Abstinenz soll ihre Grenzen haben, darauf haben sich alle geeinigt – die Grenze ist demnach der Beginn der Osterferien, da geht es wieder richtig los, das „Reinhauen“. Warum machen junge Menschen solche Alkoholpausen? Vielleicht ist es tatsächlich schon soweit, dass wir uns selbst Entzug verordnen, aus Verantwortung unserem Körper gegenüber. Doch für Vernunftdenken dieser Art sind meine Freunde eigentlich nicht bekannt. Sie rauchen zu viel und essen zu schlecht und schlafen zu wenig, um glaubhaft einen neuen, total gesunden Lebenswandel anzustoßen. Und keiner von ihnen will von seinen Lastern ablassen – nur eben mit dem Alkohol soll für eine Weile Schluss sein. Bei manchen dürfte die Pause Erholung bedeuten – kein Kopfweh mehr am Samstag Morgen, kein Kotzen mehr am Freitagabend. Drogenbeauftragte werden jetzt mit blitzenden Augen ihre Texte aufsagen von wegen „Alkoholmissbrauch“ und dass wir es eben langsam selbst einsehen und aus Selbstschutz die Notbremse ziehen und so weiter. Doch nein, darum geht es nicht bei diesen Alkoholpausen. Wir sehen unseren Körper nicht als gefährdet und für den gelegentlichen Kater-Kopf gibt es Aspirin. Vielmehr geht es doch um den eigenen Charakter, es geht darum, sich selbst zu beweisen, dass man auch ohne Alkohol lustig sein kann. Und vor allem sollen auch die Freunde merken, dass man nicht nur betrunken so flüssig grüßend durch die Disco stolzieren kann. Und so greifen junge Menschen zu dieser besonders publikumswirksamen Maßnahme – zur radikalen Abstinenz, zeitlich begrenzt, weil sie ja wissen, dass sie eigentlich kein Problem haben. sascha-chaimowicz
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