Wohnungsschau: Mone und Anna in Schwabing
Text: christian-helten
Eine Wohnung und ihre Einrichtung verrät manchmal viel über ihre Bewohner. jetzt.de besichtigt jede Woche ein anderes Zuhause und fragt die Mieter nach ihren GeWohnheiten. Alle Folgen der Serie findest du im Label Wohnungsschau.
Mone, 22 und Anna, 24 studieren beide Politikwissenschaften. Sie wohnen seit eineinhalb Jahren in München Schwabing in einer 65 Quadratmeter großen Dreizimmerwohnung. Dafür zahlen sie 800 Euro Kaltmiete.
Anna und Mone wohnen im vierten Stockwerk.
Annas Zimmer.
Auch in der anderen Zimmerhälfte ist die Farbgebung eher, nun ja, weiblich.
Das Wohnzimmer. Kronleuchter von Kare, die Herkunft des Bildes wird nicht verraten.
Die Küche mit praktischem Klapptisch. Wichtigster Einrichtungsgegenstand, da sind sich Anna und Mone einig, ist allerdings die Spülmaschine.
Kann es sein, dass ihr eine Vorliebe für Pink und Rosa habt?
Mone: Also, in meinem Zimmer ist kein Rosa.
Anna: Das hat vielleicht aus meinem Zimmer heraus abgefärbt. Aber man muss dazu sagen, dass hier im Wohnzimmer alles untergebracht wurde, was sozusagen keinen festen Wohnsitz hatte. Was wir nicht in den Keller tragen wollten und was irgendwie zweckmäßig erschien. Deswegen haben wir uns auf bunt geeinigt.
Mone: Wir haben ja beide vorher schon alleine gewohnt. Und wenn man zusammenzieht doppelt sich ja vieles. Deswegen haben wir erst unsere Zimmer eingerichtet, und die Sachen, die noch übrig waren, kamen ins Wohnzimmer. Oder in den Keller.
Jetzt sind in München die Mieten ja nicht die billigsten. Ihr habt trotzdem eine Dreizimmerwohnung genommen. War euch das wichtig?
Mone: Ja, wir haben schon nach einer Dreizimmerwohnung gesucht. Weil man sonst, wenn man Besuch hat, die Leute immer auf sein Bett hocken muss. Und das wollten wir beide nicht.
Wir haben auch des Öfteren mal Leute hier zum Vorglühen, wenn wir feiern gehen. Wir waren hier schon mal 25 Leute. Und da sind wir dann auch immer ganz froh, dass wir das Wohnzimmer haben.
Ihr seid also eine Party-WG...
Anna: Absolut. Oft übernachten hier auch Leute auf der Couch, und darunter haben wir noch eine Gäste-Matratze gelagert, die wir dann raus holen können.
Und was sagen die anderen Leute im Haus zu euren Feiergewohnheiten?
Mone: Die sind alle Rentner und schwerhörig. Eigentlich haben sogar eher wir Probleme mit denen, weil die ihre Fernseher auf Altenheimlautstärke aufdrehen. Und die Wände sind nicht die dicksten hier.
Anna: Ja, wenn der Herr unter uns Radio hört, kann man das noch in der Metzgerei gegenüber hören.
Mone: Ärger gibt’s nur, wenn wir draußen mit Stöckelschuhen durch den Gang gehen. Das mögen sie gar nicht. Aber sonst sind die uns recht wohlgesonnen. Ich hab eh das Gefühl, die halten uns für eine Lesben-WG. Dann kommen sie sich immer total aufgeschlossen vor.
Mone: Wo wir schon bei den Nachbarn sind. Lustig ist auch der Dicke auf der anderen Straßenseite. Der hängt immer seine Plauze aus dem Fenster, oben ohne. Und wir laufen echt viel nackt durch die Wohnung. Also, ich warte echt drauf, dass irgendwann mal Fotos im Internet auftauchen, von denen wir noch nichts wissen. Weil oft läuft man nackt rum, ohne zu merken, dass drüben Leute sind, die einen perfekt sehen können.
Anna: Aber wir wissen auch über die Leute gegenüber Bescheid. Dieses Milchglas verbirgt nicht so viel, wie man denkt. Einer nimmt immer seinen Laptop mit auf’s Klo. Und schräg gegenüber ist auch eine Party-WG. Denen winken wir dann immer und prosten ihnen zu.
Was ist euch bei der Einrichtung wichtig?
Anna: Keine Ahnung, das war halt alles da. Es sollte nicht zusammenbrechen, es sollte einfach aufzubauen sein, und leicht zu putzen sein.
Mone: Die Spülmaschine war uns wichtig!
Anna: Ja, stimmt. Deshalb haben wir auch die Küche extra nicht so übernommen, wie sie vorher war. Weil sonst die Spülmaschine nicht reingepasst hätte.
Mone: Wir haben da den Konsens, dass wir sie auch mit nur zwei Gläsern laufen lassen. Ich spüle nichts. Ich fasse kein Geschirr an. Das wird da reingeschmissen, und sauber wieder rausgeholt. Fertig.
Anna: Aber nach zwei Jahren amortisiert sich ja eine Spülmaschine auch.
Mone: Genau, weil wenn wir spülen, brauchen wir doppelt so viel Wasser.