Düstres Bild vom Lehrer-Studium: Für sehr viele ist es eine Notlösung
Viele Lehramtsstudenten studieren ihr Fach nur aus Verlegenheit. Und viele, die später über einen Burn-Out klagen, waren schon im Studium wenig engagiert. Eine Studie aus Frankfurt zeichnet ein verheerendes Bild von der Motivation, auf ein Lehramt hin zu studieren
Lehrer haben es nicht leicht. Sie werden von allen Seiten mit Anforderungen bestürmt, sollen Schülern die Erziehung angedeihen lassen, die sie im Elternhaus nicht bekommen haben und sollen auch noch helfen, sie zu guten Schülern zu machen. Damit Deutschland beim nächsten PISA-Test international besser abschneidet. Die Anforderungen sind groß, kein Zweifel, und immer wieder ist vom Burn-Out die Rede, von der Kapitulation engagierter Lehrer vor ihrem eigenen Beruf. Forscher aus Frankfurt stellen nun mit einer Studie in Frage, ob man bei manchen Lehrern überhaupt von Burn-Out sprechen könne. „Die über besondere Belastungen Klagenden haben vermutlich nie ‚gebrannt’“ sagt Bildungsforscher Udo Rauin von der Goethe-Universität in Frankfurt. Er hat mit seinem Team 1.100 Lehrer von Pädagogischen Hochschulen in Baden-Württemberg zwölf Jahre lang vom Studium in den Beruf begleitet und die Ergebnisse nun in dem Wissenschaftsmagazin „Forschung Frankfurt“ veröffentlicht. Eines der Ergebnisse: Wer in Deutschland studiert, weil er Lehrer werden will, macht das sehr oft aus Verlegenheit.
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bleiben also noch 12.5% unmotivierte, das finde ich nicht uebermaessig schlimm. ein weg, die unmotivierten frueh genug auszufiltern, sind lehrpraktika in den ersten semestern, was ja mittlerweile auch standard in der lehrerausbildung ist. fast genauso wie das fruehe aufschnippeln von leichen, um die aerzte rauszufiltern, die kein blut sehen koennen.
Kann mir das mal bitte einer erklären? Ich bin an meinem Studienort, der nicht mein Heimatort ist, selbst zu Hauf mit dem Phänomen konfrontiert, dass bestimmt mehr als zwei Drittel aller Studenten aus einem 25-45 km Umkreis stammt und auch immernoch dort wohnt.
Was ist so toll daran, sein gesamtes Leben immer am selben Fleck zu verbringen? Bis Ende zwanzig bei Mama zu wohnen? Finanzielle Gründe können es ja kaum sein, es studieren ja sowieso fast nur die Kinder von Besserverdienenden. Zumindest sprechen die ganzen Autos der zu Hause wohnenden Studenten in der Uni-Tiefgarage eine eindeutige Sprache.
Obwohl Praktika bzw. Arbeiten an meiner Schule damals mich sehr motiviert hatten.
Trotzdem, ist doch irgendwie kein Wunder. Wie soll man jemals, wenn man nicht unbedingt irgendwelche herausragenden Fähigkeiten oder sonstwoher rausgefunden hat, was man mal werden könnte überhaupt wissen, was man mit sich und seinem weiteren beruflichen Leben anfangen soll? Kriegt man denn jemals irgendwie praxisnahen Unterricht am Gymnasium? Nimmt sich denn irgendwannmal jemand an der Schule Zeit dafür, Schüler wirklich (nicht nur diese ein- zwei mal Berufsbesprechung in der K13) mit beruflichen Möglichkeiten vertraut zu machen? Hauptsache, das Abi so gut wie möglich, für den Rest musst du schon selber sorgen.
aha..
rütli-schule und Co. lassen grüßen!
traurig, traurig!
ABERdas ist ja auch scheissegal: Wir versauen keine Generationen.
ichso: ich halte mich nicht für geeignet, junge menschen aufs leben vorzubereiten
dieso: das ist wurscht. hauptsache nen job.
q.e.d.
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23.01.2008 - 16:54 Uhr
Wanninger_von_der_Au
Das trifft sicher auf viele Berufe zu, in die man so hineinrutscht.
Sagt die Studie auch etwas darüber, ob diese Studienanfänger/innen überhaupt wissen, was sie beruflich machen wollen würden - oder gehören sie zu den vielen Menschen, die (wie ich) nie so recht wissen, was für ein Beruf der richtige für sie wäre?
25 % sagen: "Notlösung". Davon macht die Hälfte weiter. Ergibt 12,5´%. Wie viele schaffen den Abschluss, wie viele werden wirklich eingestellt?
Auch die anderen Punkte würden bei anderen Studiengängen sicher nicht allzusehr anders ausfallen: Viele Menschen möchten in der Nähe ihres Heimatortes arbeiten, viele möchten Sicherheit. Die Studie sagt ja auch nur, dass diese Wünsche die Entscheidung BEEINFLUSST haben. Was heißt das schon? Das ist doch ganz normal.
Mir fehlt hier der Vergleich zu anderen Berufen, Studienrichtungen und auch zu anderen Ländern.