Düstres Bild vom Lehrer-Studium: Für sehr viele ist es eine Notlösung
Viele Lehramtsstudenten studieren ihr Fach nur aus Verlegenheit. Und viele, die später über einen Burn-Out klagen, waren schon im Studium wenig engagiert. Eine Studie aus Frankfurt zeichnet ein verheerendes Bild von der Motivation, auf ein Lehramt hin zu studieren
Lehrer haben es nicht leicht. Sie werden von allen Seiten mit Anforderungen bestürmt, sollen Schülern die Erziehung angedeihen lassen, die sie im Elternhaus nicht bekommen haben und sollen auch noch helfen, sie zu guten Schülern zu machen. Damit Deutschland beim nächsten PISA-Test international besser abschneidet. Die Anforderungen sind groß, kein Zweifel, und immer wieder ist vom Burn-Out die Rede, von der Kapitulation engagierter Lehrer vor ihrem eigenen Beruf. Forscher aus Frankfurt stellen nun mit einer Studie in Frage, ob man bei manchen Lehrern überhaupt von Burn-Out sprechen könne. „Die über besondere Belastungen Klagenden haben vermutlich nie ‚gebrannt’“ sagt Bildungsforscher Udo Rauin von der Goethe-Universität in Frankfurt. Er hat mit seinem Team 1.100 Lehrer von Pädagogischen Hochschulen in Baden-Württemberg zwölf Jahre lang vom Studium in den Beruf begleitet und die Ergebnisse nun in dem Wissenschaftsmagazin „Forschung Frankfurt“ veröffentlicht. Eines der Ergebnisse: Wer in Deutschland studiert, weil er Lehrer werden will, macht das sehr oft aus Verlegenheit.
- Der gecastete Jesus 24.05.2012
- Sorry, ich hab' einen Freund... 21.05.2012
- Gema in gerecht 21.05.2012
- Die Zukunft des Horst Seehofer 15.05.2012
- Das ABC zu NRW 11.05.2012
Mehr Texte von jetzt.de liest Du jeden Montag in der Süddeutschen Zeitung - außerdem dienstags im Lokalteil der SZ. Du kannst die SZ zwei Wochen kostenlos testen - du musst nicht einmal kündigen!
Alle Kommentare anzeigen
Es mag ja persönlich für dich zutreffen, dass du zu so einer Professionalität nicht in der Lage bist, fair enough, und mit einem Lehrauftrag an der Uni genießt du vielleicht auch noch Amateurstatus. Aber wenn du schon so offen sagst, dass du nicht einmal diese relativ einfachen Anforderungen in einem Teilsaspekt persönlich erfüllen könntest, solltest du dich in deinen Kommentaren über das, was Lehrer so können müssen und was nicht, doch deutlich zurückhalten...
aus dieser bitteren selbsterkenntnis heraus habe ich ja auch meine persönlichen konsequenzen gezogen und meine atemberaubende wissenschaftliche karriere beendet.
Wer die erreichbare Veröffentlichung von Herr Rauin liest, der hat bemerkt, dass seine Untersuchung auf der Basis von "die 1100 nach einer Zufallsstichprobe ausgewählte Studierende an Pädagogischen Hochschulen in Baden-Württemberg erfasst". Das PH-Studium in Baden-Württemberg besteht aus einem Fachspezifischen Teil und einem pädagogisch-didaktischen Teil. Alles zusammen dauert 6 Semester. In dieser Zeit kann weder das Fach, noch Pädagogik oder Didaktik in befriedigendem Umfang studiert werden. Dazu kommt, dass der Lehrkörper Baden-Württembergischer PH's zum großen Teil aus ehemaligen Grund-, Real- und Sonderschullehrern besteht. PH-Professoren sind in der Regel keine habilitierten Professoren. Wenige PH's haben das Recht zu promovieren.
Als ich im Jahre 1966 (in einer baden- württembergischen PH-Stadt) das Abitur bestand, gab es bei uns am Gymnasium einen "Aufbauzug". Dort konnten "Mittelschüler" mit gutem Abschluss das fachgebundene Abitur nachholen, welches sie zum Studium an einer PH qualifizierte. Es war eine Zeit, in der die Lehrkörper der Schulen quasi verdoppelt wurden. Wenn einer ein "schlechtes" Abitur hatte, so wurde ihm geraten, auf die PH zugehen oder die gehobene Beamtenlaufbahn einzuschlagen, dort bräuchte man kein Fachwissen.
Kurz, die Untersuchung wurde mit einem Teil von Versuchpersonen angestellt, wie weder repräsentativ für "den deutschen Lehrer" (den's ja mindestens 16 Mal gibt - dem deutschen Förderalismus sei Dank), noch gibt er ein richtiges Bild der baden-württembergischen Grund-, Haupt-, Real- und Sonderschullehrer her. Die Studie zeigt allenfalls indirekt an, mit welchem Dilettantismus in Baden-Württemberg (seit Hahn, Mayer-Vorfelder bis heute) Bildungspolitik (hier: Lehrerausbildung) betrieben wird. Ich kann nur vermuten: das ist gewollt.
Schade an der Studie ist nur, dass sie nun von alle möglichen Journalisten zum Lehrer-Bashing benutzt wird. Ob das der Spiegel oder die taz ist, offenbar brauchen alle einen Buhmann. HaWä
da dies aber von der mehrheit heute noch abgelehnt wird werden wir einen schleichenden verfall öffentlicher schulen sehen. wer kann, rettet seinen nachwuchs auf privatschulen, wenn möglich sogar auf ausländische, die nicht den oftmals skandalösen vorgaben der deutschen bildungsaufsicht in den bundesländern unterliegen.
Wenn du dieses lesen kannst, dann dank deinem Lehrer!!!
Alle Kommentare anzeigen








0
24.01.2008 - 20:33 Uhr
Guenther_Hetzer