Düstres Bild vom Lehrer-Studium: Für sehr viele ist es eine Notlösung
Viele Lehramtsstudenten studieren ihr Fach nur aus Verlegenheit. Und viele, die später über einen Burn-Out klagen, waren schon im Studium wenig engagiert. Eine Studie aus Frankfurt zeichnet ein verheerendes Bild von der Motivation, auf ein Lehramt hin zu studieren
Lehrer haben es nicht leicht. Sie werden von allen Seiten mit Anforderungen bestürmt, sollen Schülern die Erziehung angedeihen lassen, die sie im Elternhaus nicht bekommen haben und sollen auch noch helfen, sie zu guten Schülern zu machen. Damit Deutschland beim nächsten PISA-Test international besser abschneidet. Die Anforderungen sind groß, kein Zweifel, und immer wieder ist vom Burn-Out die Rede, von der Kapitulation engagierter Lehrer vor ihrem eigenen Beruf. Forscher aus Frankfurt stellen nun mit einer Studie in Frage, ob man bei manchen Lehrern überhaupt von Burn-Out sprechen könne. „Die über besondere Belastungen Klagenden haben vermutlich nie ‚gebrannt’“ sagt Bildungsforscher Udo Rauin von der Goethe-Universität in Frankfurt. Er hat mit seinem Team 1.100 Lehrer von Pädagogischen Hochschulen in Baden-Württemberg zwölf Jahre lang vom Studium in den Beruf begleitet und die Ergebnisse nun in dem Wissenschaftsmagazin „Forschung Frankfurt“ veröffentlicht. Eines der Ergebnisse: Wer in Deutschland studiert, weil er Lehrer werden will, macht das sehr oft aus Verlegenheit.
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30% gingen gar nicht studieren, 30% machten eine ausbildung, 30% wurden lehrer. in den unis der beiden nachbarstädte.
wobei das mit der "nur die besten werden lehrer"-meinung ja wohl völlig schwachsinnig ist.
ein guter nc garantiert doch noch lange keinen "brennenden" lehrer, wie ihr es bezeichnet. genauso wenig wie bei anderen berufen.
man sollte vielleicht einfach nen einstiegstest/fragebogen oder mündliches auswahlverfahren machen, um das ganze einzugrenzen...
wobei ich selbst im wesentlichen ziemliches glück mit lehrern hatte, muss ich sagen.
23.01.2008 - 15:39 Uhr
Beru
Viele stellen sich das halt einfacher vor als es ist. Und das Argument, „wenn ich auf Magister studier, bekomm ich doch keinen Job“ zählt ja wohl auch nicht. Kommt immer aufs Engagement an.
Und ich (als Nicht-Lehrer mit Job) kann nur von anderen Vorteilen berichten: ich kann frei entscheiden wann ich frei habe und ich kann mir v.a. auch raussuchen, wo ich arbeite. Solche Sachen werden einem aber meist erst bewusst, wenn man arbeitet.
Achja, als E-Techniker muss ich so gut wie nie französische Texte ad hoc übersetzen.
Lehrer, die ihre Schüler inspirieren, motivieren, ihnen Mut machen und Interesse wecken, die Eltern beraten, d.h. fachlich kompetente Ratschläge über Allerweltsweisheiten hinaus geben, usw. - Fehlanzeige...
Bevor ich Abi gemacht hab, dachte ich immer, jeder, der nicht weiß, was er machen soll, studiert BWL...
Ich möchte auch noch etwas anderem zustimmen, was hier schon gesagt wurde. Klar sind da dann auch die guten, tollen Lehrer dabei, aber bei manchen von meinen Ex-Abikollegen kann ich mir schwer vorstellen, dass sie sich überhaupt mal durchsetzen können/Leute für ihr Fach begeistern können/zufrieden mit ihrer Berufswahl sind.
wer soll denn dann lehrer werden, wenn die, die's nicht werden sollen, es nicht mehr werden?
(und wie soll das erreicht werden? - das würde mich ja mal interessieren.)
soylentyellow sagte:
Sind Juristen angesehen?
das hab ich mich auch gefragt. seh ich nicht so.
Das trifft sicher auf viele Berufe zu, in die man so hineinrutscht.
Sagt die Studie auch etwas darüber, ob diese Studienanfänger/innen überhaupt wissen, was sie beruflich machen wollen würden - oder gehören sie zu den vielen Menschen, die (wie ich) nie so recht wissen, was für ein Beruf der richtige für sie wäre?
25 % sagen: "Notlösung". Davon macht die Hälfte weiter. Ergibt 12,5´%. Wie viele schaffen den Abschluss, wie viele werden wirklich eingestellt?
Auch die anderen Punkte würden bei anderen Studiengängen sicher nicht allzusehr anders ausfallen: Viele Menschen möchten in der Nähe ihres Heimatortes arbeiten, viele möchten Sicherheit. Die Studie sagt ja auch nur, dass diese Wünsche die Entscheidung BEEINFLUSST haben. Was heißt das schon? Das ist doch ganz normal.
Mir fehlt hier der Vergleich zu anderen Berufen, Studienrichtungen und auch zu anderen Ländern.
23.01.2008 - 16:54 Uhr
Wanninger_von_der_Au
Das trifft sicher auf viele Berufe zu, in die man so hineinrutscht.
Sagt die Studie auch etwas darüber, ob diese Studienanfänger/innen überhaupt wissen, was sie beruflich machen wollen würden - oder gehören sie zu den vielen Menschen, die (wie ich) nie so recht wissen, was für ein Beruf der richtige für sie wäre?
25 % sagen: "Notlösung". Davon macht die Hälfte weiter. Ergibt 12,5´%. Wie viele schaffen den Abschluss, wie viele werden wirklich eingestellt?
Auch die anderen Punkte würden bei anderen Studiengängen sicher nicht allzusehr anders ausfallen: Viele Menschen möchten in der Nähe ihres Heimatortes arbeiten, viele möchten Sicherheit. Die Studie sagt ja auch nur, dass diese Wünsche die Entscheidung BEEINFLUSST haben. Was heißt das schon? Das ist doch ganz normal.
Mir fehlt hier der Vergleich zu anderen Berufen, Studienrichtungen und auch zu anderen Ländern.
bleiben also noch 12.5% unmotivierte, das finde ich nicht uebermaessig schlimm. ein weg, die unmotivierten frueh genug auszufiltern, sind lehrpraktika in den ersten semestern, was ja mittlerweile auch standard in der lehrerausbildung ist. fast genauso wie das fruehe aufschnippeln von leichen, um die aerzte rauszufiltern, die kein blut sehen koennen.
Kann mir das mal bitte einer erklären? Ich bin an meinem Studienort, der nicht mein Heimatort ist, selbst zu Hauf mit dem Phänomen konfrontiert, dass bestimmt mehr als zwei Drittel aller Studenten aus einem 25-45 km Umkreis stammt und auch immernoch dort wohnt.
Was ist so toll daran, sein gesamtes Leben immer am selben Fleck zu verbringen? Bis Ende zwanzig bei Mama zu wohnen? Finanzielle Gründe können es ja kaum sein, es studieren ja sowieso fast nur die Kinder von Besserverdienenden. Zumindest sprechen die ganzen Autos der zu Hause wohnenden Studenten in der Uni-Tiefgarage eine eindeutige Sprache.
Obwohl Praktika bzw. Arbeiten an meiner Schule damals mich sehr motiviert hatten.
Trotzdem, ist doch irgendwie kein Wunder. Wie soll man jemals, wenn man nicht unbedingt irgendwelche herausragenden Fähigkeiten oder sonstwoher rausgefunden hat, was man mal werden könnte überhaupt wissen, was man mit sich und seinem weiteren beruflichen Leben anfangen soll? Kriegt man denn jemals irgendwie praxisnahen Unterricht am Gymnasium? Nimmt sich denn irgendwannmal jemand an der Schule Zeit dafür, Schüler wirklich (nicht nur diese ein- zwei mal Berufsbesprechung in der K13) mit beruflichen Möglichkeiten vertraut zu machen? Hauptsache, das Abi so gut wie möglich, für den Rest musst du schon selber sorgen.
aha..
rütli-schule und Co. lassen grüßen!
traurig, traurig!
ABERdas ist ja auch scheissegal: Wir versauen keine Generationen.
ichso: ich halte mich nicht für geeignet, junge menschen aufs leben vorzubereiten
dieso: das ist wurscht. hauptsache nen job.
q.e.d.
dann heirate mich. dann hat mutti wenigstens einen in der familie.
Völlige Identifikation und absolutes Aufgehen in seinem Beruf scheint mir heute eher allgemein ein Privileg zu sein ... Lehrer eher die, an denen man es gerne bemerkt ...
Und dies sagt einer, der aus Überzeugung unterrichten will und dennoch den "Beruf" als einen "Job" sieht - denn ich glaube, dass es letztlich darum geht, den Job gut zu machen. Lehrer, die ihre "Berufung" darin sehen, vor der Tafel zu stehen, werden mindestens genauso enttäuscht wie Studenten aus Verlegenheit. Ein Fließbandarbeiter bei Bosch will schließlich auch nicht die Fließbandarbeit revolutionieren, nicht wahr?
weil die anderen berufsgruppen nicht unseren nachwuchs versauen.
katakis sagte:
Danke für diesen Artikel, vor allem den letzten Abschnitt - genau dies ist der Aspekt, der gerne vergessen wird: "Der wichtigste Platz überhaupt in einer Gesellschaft." Und dies sagt einer, der aus Überzeugung unterrichten will und dennoch den "Beruf" als einen "Job" sieht - denn ich glaube, dass es letztlich darum geht, den Job gut zu machen. Lehrer, die ihre "Berufung" darin sehen, vor der Tafel zu stehen, werden mindestens genauso enttäuscht wie Studenten aus Verlegenheit. Ein Fließbandarbeiter bei Bosch will schließlich auch nicht die Fließbandarbeit revolutionieren, nicht wahr?
der arbeiter bei bosch kann nur zündkerzen verkorksen, der lehrer, wenn er schelcht ist, verkorkst im schlimmsten fall den ganzen menschen. und ich behaupte: jeder kann "ausnahmen, die die regel bestätigen" nennen, super lehrer, die was können und denen man was verdankt, ich ja auch. aber es sind immer die "ausnahmen", die da genannt werden. als hätte man es schon hingenommen, daß das gros der "pädagogen" eben nix kann
so isset.
Im Grunde genommen werden die Urteile vieler Eltern bestätigt.
Solitaire100 sagte:
Es wird aus diplomatischen Gründen nur gestreift, als Lehrer ist man oftmals"verbeamtet" hat viel Ferien und der Beruf ist bequemer als andere, so ist doch die Einstellung. Abhilfe würden Eignungstests, wie sie in anderen sehr viel anspruchsvolleren Berufen, schaffen.Im Grunde genommen werden die Urteile vieler Eltern bestätigt.
jawoll, so langsam kommt pfeffer rein. und ich behaupte: lehrer sind gegenüber anderen beamten noch bevorzugt. für ähnliche besoldungen müssen in anderen posten des höheren dienstes erheblich mehr leistungen und qualifikationen abgerufen werden.
23.01.2008 - 17:54 Uhr
alcofribas
Ob das nun der Qualität der Lehrer sonderlich geholfen hat, vermag ich nicht zu sagen. Immerhin haben wir schon immer nach 12 Jahren das Abitur mit landesweit gleichen Prüfungen gemacht und das auch alle recht erfolgreich.
An einer PH studieren in Baden-Württemberg NUR zukünftige Grund/Haupt-, Real- oder Sonderschullehrer. D.h. keiner der Befragten wird in einem Gymnasium unterrichten, d.h. weiter auch, das düstere Bild skizziert nicht "im besonderen den Zustand bei den Studenten für das Lehramt an Haupt- und Realschulen", sondern ausschliesslich.
Das ändert natürlich nichts an dem erschreckenden Ergebnis, es ist aber nicht zulässig, die Ergebnisse einfach auf ein Gymnasiallehramtsstudium zu übertragen. Das ist nämlich in Baden-Württemberg nämlich fast identisch mit einem Magisterstudiengang (plus Pädogogik- und Fachdidaktikscheine und einem 3monatigen Praktikum), und hat die gleichen NC. Von geringem Anspruch kann also keine Rede sein.
Und da wohl ziemlich alle, die hier über ihre Lehrer gejammert haben, auf dem Gymnasium sind/waren, sage ich einfach mal:
Wenn man keine Ahnung hat, bitte Klappe halten!
Danke.
Ich halte trotzdem dran fest, 100% ist natürlich nie was im Leben, aber gefallen würde es mir schon.
andererseits muss auch gesagt werden, dass das studium kaum etwas mit dem späteren beruf zu tun hat.
Klar kenne ich LehrerInnen, da denke ich nur: Äh?!, aber im Prinzip staffelt es sich - meiner bescheidenen Erfahrung nach - so:
- die Champions League - man kann sie auch Halbgötter in Beamtenform nennen ;) (wie KiraP sie beschrieb: motivierend, inspirierend.. tja, sie "brennen" eben.. die sind auch wirklich selten, leider)
- die UEFA-Cup-Plätze (kompetent und sympathisch, aber nicht ganz so auffällig wie die Halbgötter)
- das gesunde Mittelfeld - UI-Cup bis etwa 14. Platz (ab und zu mal nen schlechten Tag, aber insgesamt verträglich)
- die erweiterte Abstiegszone - 15. bis 18. Platz (auch da gibt es Abstufungen der Antipathie, aber das sind dann eben die in der Studie beschriebenen "Fehlgeleiteten")
Die Abstiegszone schlittert - klopf auf Holz - meist glücklich an mir vorbei.
mein persönlicher eindruck von den loa-studenten ist keinen deut besser als der von den grumis
23.01.2008 - 19:21 Uhr
grand_ouvert
allerdings: während bei lehrämtern für die primarstufe und die sekundarstufe I viele zu finden sind, die pädagogen werden wollen; tummeln sich in der gymnasisalen ausbildung mehr, die eigentlich nur ihre guten schulfächer weiter haben wollen.
wer sich aber vor dem studium mal die ausbildungsordungen der referendare anschaut, sieht gleich, wie anspruchsvoll das werden kann. da mag sich mancher seine entscheidung noch einmal überlegen.
es gibt kaum eine branche, in der sich das berufsbild in den letzten jahren derart dramatisch wandelt. (stichwort: vom lehrenden zum lernberater). leider sind sich viele junge menschen darüber nicht im klaren.
was das burnout-syndrom angeht: veränderte lernbedingungen an den schulen lassen eine lehrkraft mit den methoden aus der konserve rasch an den rand geraten. weswegen es sehr wichtig ist, daß lehrer nicht nur dreißig jahre bis zur pensionierung den didaktikstand ihrer abschlußprüfung fortführen, sondern sich stets fortbilden. solches beugt auch dem burnout vor.
zur ehrenrettung vieler lehrkräfte sei angeführt: in den kliniken, die sich bspw. auf die behandlung von burnout und begleitenden symptomen (etwa tinnitus) spezialisiert haben, finden sich überproportional viele patienten, die aus pädagogischen berufen stammen: was einerseits für die enorme belastung dort spricht, aber auch für den anspruch auf engagement, dem sich menschen in diesen berufen stellen.
juristen und ökonomen finden sich eher selten.
letzte bemerkung: wenn ich sehe, wieviele juristen unter den unsäglichsten politikern zu finden sind, dann bin ich mir nicht sicher, ob auch dieser berufsstand nicht dazu beiträgt, erheblich negativen einfluß auf die junge generation auszuüben.
welche wirkung hat ein innenminister schäuble auf diese gesellschaft und das staatsverständnis der jungen menschen?
Meine Freundin, die Sonderpädergogig studiert, (Sonderpädagogen sind noch ein Fall für sich)
meint zu dem Video nur:
"Gemein aber wahr"
36,6 % mehr Kunstunterricht
24 % längere Schullaufbahn
Milchbestellungen und Milchpause bis zum Abschluss
Für jede Klasse:
Eine(n) Psycholog(i,e)n
Eine(n) Sozialarbeiter(in)
Eine(n) Pysotherapeut(i,e)n
Eine(n) Clow(n)
und einen Androiden-Buttler
Testoteronblocker für alle männlichen Lehrer
Kopftücher für alle weiblichen Lehrer
Der_Klabautermann sagte:
Meine Freundin, die Sonderpädergogig studiert,
und was hast du studiert? deutsch sicherlich nicht.
davon ab, ich werde mich als Lehrämtler jetzt einfach mal selbst nicht von den Studienergebnissen ausnehmen, da ich anfänglich tatsächlich aus Mangel an Alternativen mit dem Studium angefangen habe, aber das problem ist doch einfach das die Lehrerausbildung in Deutschland schlichtweg scheiße ist!
Ich hab jetzt 3 Praktika gemacht, dabei insgesamt vor exakt 4 Klassen gestanden und das wars dann...dafür kann ich jetzt aber noch ein siebenwöchiges(!) Betriebspraktikum(!!!) machen. Hallo?
Wenns mehr Praktika gäbe würden wohl auch mehr Leute checken das sie nicht zum Lehrer taugen..
..bin ein halber Legasteniker daher hat Design besser zu mir gepasst.
frittenjunge sagte:
und @ webs:
mein persönlicher eindruck von den loa-studenten ist keinen deut besser als der von den grumis
Vielleicht erbrächte eine Untersuchung mit Gymnasiallehrämtlern ja ähnliche Ergebnisse. Aber eine (notwendige) Diskussion mit falschen Fakten zu beginnen halte ich trotzdem für falsch.
milagro sagte:
in meinem freundeskreis machen fast alle inzwischen auf lehramt ... meist auch aus mangel an alternativen. klar, da kann man sich drüber aufregen oder sich lustig machen. (...).
Was heißt hier Mangel an Alternativen? Es gibt zig verschiedene Studiengänge in Deutschland. Ich glaube ganz einfach, daß in der Oberstufe zuwenig über Studienmöglichkeiten geredet wird. Als ich z.B. mein Abitur in der Tasche hatte, kannte ich nichts anderes als die Klassiker Jura, Medizin, BWL und co. Dabei gibt es die interessantesten Studiengänge, wenn man darüber nur informiert wäre.
Um zum Lehramtstudium zurückzukommen: Ich finde, daß man zum Lehrerberuf besonders berufen sein sollte. Nicht jeder hat den passenden Charakter für so einen stressigen Job mit pubertierenden Kindern.
Aber mal im Ernst: Es ist eben schwer, die top-motivierten potentiellen Erzieher und Wissensvermittler auch zum Lehramtsstudium zu bewegen. Unser Bildungssystem hat nun mal einen schlechten Ruf. Übervolle Klassen, veraltete Materialien und Bücher, Reformen wie G 8, die ohne Augenmaß innerhalb von kürzester Zeit durchgeprügelt werden, zu volle Lehrpläne, etc. etc.
Das kann einen abschrecken, auch wenn man an sich idealistisch ist.
Schon wieder ein Platz mehr für einen weniger motivierten Verlegenheitsstudenten. Denn eines ist klar: Der Bedarf an Lehrern wird auch in Zukunft nicht abnehmen. Es ist nur die Frage ob man so ein Studium den motivierteren Kandidaten auch schmackhaft machen kann. Momentan siehts da eher mau aus...
und wieso eigentlich schon wieder diese ganzen anmeldungen unter neuem namem hier? angst vor dem mobb?
als wäre ein gesicherter arbeitsplatz das wichtigste auf der welt. lieber arm und glücklich als lehrer, wenn man sich nicht dafür interessiert.
Da die Diskussion hier leider zum Teil wieder in Richtung "faule Säcke" läuft, möchte ich aus meiner subjektiven Sicht einige Anmerkungen machen.
Woher soll ein Abiturient, der gerade die Schule verlässt, wissen, was im Lehrberuf auf ihn zukommt? Mehr als Klischees (siehe einige Meinungen hier) hat er doch nie gehört. Wer will nicht gern einen Job mit einem Vorstandsgehalt und mindestens einem halben Jahr Urlaub? Da das Studium (siehe unten) auch nicht gerade eine Offenbarung darstellt, erleben viele dann in der Praxis einen regelrechten Schock. Und dann? Was soll man mit einem Lehramtsstu-dium sonst anfangen?
Das Studium ist, wie schon von manchen angesprochen, wirklich eine Katastrophe, es hat mit der Praxis eines Lehrers kaum etwas zu tun. Im Gegensatz zu vielen anderen hier, bin ich der Meinung, dass fast jeder ein ganz passabler Lehrer werden kann, wenn man ihm nur sagen würde, was er dazu tun muss. Leider wird einem im Studium 90% reines Fachwissen einge-trichtert, das man nie wieder braucht, außer einen wirklich winzigen Teil im Leistungskurs, und somit komplett vergessen kann. Der restliche Stoff, der einem Lehrer was bringen würde, wird oft von Dozenten unterrichtet, die noch nie in ihrem Leben vor einer Klasse standen.
Noch eine Bemerkung zum lockeren Lehrerjob, ich kann aber nur die Situation in Bayern beschreiben. Es brennt an fast allen bayerischen Schulen lichterloh, Unterrichtsausfälle im zweistelligen Prozentbereich sind normal. In den meisten Fächern werden händeringend Leh-rer gesucht, der „Markt“ ist leergefegt, es gibt weitaus weniger Absolventen als offene Stel-len. Mittlerweile werden sogar Ingenieure und Wirtschaftler aus den Betrieben abgeworben. Da frage ich mich jetzt aber schon, wieso bei diesen traumhaften Bedingungen – Lebensstel-lung mit Vorstandsgehalt, Halbtagsjob und fast das ganze Jahr Ferien – den Beruf offensicht-lich einfach keiner machen will? Wenn jetzt die Studienanfängerzahlen wieder kräftig steigen, liegt das daran, dass das Kultusministerium in den Oberstufen der letzten Jahre massiv Wer-bung für den Lehrberuf gemacht hat. Wie man so hört, mit der Überzeugungskraft des Kli-schees. Die nächste Generation der „Praxisgeschockten“ wächst heran!
In diesem Sinne, morgen um acht in alter Frische!
Ich habe beide Seiten - Lehrer und "Nichtlehrer" über 40 Jahre hautnah erleben können und komme zu einem differenzierteren Bild. Dass überdurchschnittlich ehrgeizige und möglicherweise auch begabte Menschen versuchen, in eine Position mit Spitzeneinkommen zu gelangen - sehr oft nachdem sie zuvor jahrelang Lehrer waren, ist doch plausibel. Denn - Spitzengehälter werden im Schuldienst nun mal nicht bezahlt. Dass die Einkommen sicher sind und dass diese Überlegung bei der Entscheidung für den Beruf berücksichtigt wird, spricht nicht gegen die Lehrer. Eine Entscheidung für Sicherheit hat besonders für die Menschen einen hohen Stellenwert, die für andere dauerhaft Verantwortung zu tragen bereit sind. Mir fiel auf, dass überdurchschnittlich viele Lehrer Kinder adaptierten und dass sehr viele extrem erfolgreiche Menschen in allen möglichen Berufen aus einem Lehrerelternhaus kommen und darauf gern zurück sehen. Natürlich gibt es auch beliebig viele Gegenbeispiele. Aber das ändert nichts daran, dass der Lehrerberuf (Ausbilder, Erzieher usw. eingeschlossen) der wichtigste Beruf der Spezies Homo sapiens überhaupt ist. Menschen beherrschen nun mal die Welt auf Grund ihrer tradierten - nicht genetisch erworbenen - Fähigkeiten. Wenn wir einen 60-Jährigen treffen, der noch nie einen Richter, Staatsanwalt, Chirurgen oder Psychiater bemüht hat, merken wir es ihm nicht an - ist er aber noch nie einem Lehrer begegnet, sieht das doch schon erheblich anders aus. So wird man ja bei einer Einstellung auch nicht nach konsultierten Ärzten, sondern nach besuchten Schulen gefragt. Oder?
Fuer mich das allerallerschlimmste sind die Lehramtsquereinsteiger, die eben in der freien Wirtschaft gearbeitet haben und einfach mehr Urlaub und einen Beamtenstatus haben wollen. So einen hat ich einmal und hab selten weniger gelernt, als in diesen Stunden. Ich hab ja insgeheim sogar den Verdacht, dieser Unterricht hat mein Wissen eher gemindert als gesteigert. Wahrscheinlich einen Haufen Ahnung von dem Stoff, den sie unterrichten, aber eben keine Ahnung wie man das rueber bringt.
Ein Auswahlverfahren fuer Lehrer faende ich auf jeden Fall sinnvoll und angebracht. Wie bei vielen anderen studiengaengen auch. Sonst wuerden wohl noch viel mehr Architektur und aehnliches studieren, aber zum glueck scheitern die unmotivierten eben an den diversen auswahlverfahren!
Das ganze System, das Lehrer zu dem machen soll was sie später so immens wichtig werden lässt, ist durchzogen von Strukturproblemen und falschen Vorstellungen. Im Studium werden Studenten mit einer fülle an Fachwissen überschüttet, welches oftmals einfach nicht relevant für den Lehrerberuf ist. Praxiserfahrungen bleiben wenigstens die ersten 4-6 Semester auf der Strecke und in Pädagogikseminaren fragt man sich oft, ob es in Ordnung ist, dass sämtliche Schwierigkeiten und Probleme mit einer geschickten Auswahl der Vermittlungsstrategien und Fragetechniken erledigt sind.
Der Schüler steht überhaupt nicht mehr im Mittelpunkt des Interesses. Wichtiger scheint die im Schüler (gleichsam Kind) gespeicherte Arbeitsenergie zu sein, die immer früher zur Ausschüttung kommen soll. Da fragen sich zurecht bereits 7. Klassen ob es richtig ist als Kind mit 11 oder 12 Jahren schon so unter Druck zu stehen. Was für ein Potential steckt in Kindern, die einen solchen Grad an Selbstreflexion bereits in jungen Jahren aufweisen, erschreckend ist deren erwachsenheit oft genug für mich.
Mit 11 war ich jeden Mittag ab 15 Uhr im Wald beim Baumhaus bauen...
aussagen wie von diesem superhirn: „Die über besondere Belastungen Klagenden haben vermutlich nie ‚gebrannt’ kann man schon fast als menschenverachtend bezeichnen. Lehrer sollten die massiven Erziehungsfehler der Eltern ausbügeln, G8-mäßig durchpowern und haben bei Disziplinarmaßnahmen von Kindern gleich den Rechtsanwalt der "modernenen" Eltern, oder besser Erziehungsversager, im Haus.
Frechheit, so einen Quatsch zu verzapfen. Liebe jetzt.de, wollt ihr mit den "lehrerhassern" sypathisieren? Dann empfehle ich eine zusammenarbeit mit anderen BRAVOröseren Teitrschriften.
Vor einem Jahr hat mich eine Abiturientin gefragt, wie es denn so ist als Frau in diesem Männerberuf, wie die Studienbedingungen sind etc. Sie hat nämlich Mathe-Physik-Leistungskurs und interessiert sich auch für neue Entwicklungen.
Letzte Woche hab ich sie wiedergetroffen und was studiert sie? Gymnasiallehramt Mathe-Physik. Begründung: ich möchte später ja mal Kinder haben und in so nem Job wie du hast, hab ich nachmittags ja nicht frei.
So viel dazu.
Hahaha, nachmittags frei - die ist lustig. Abgesehen davon, dass es beim G8 Nachmittagsuntericht gibt muss sie Stunden vorbereiten, Korriegieren, sich mit Kollegen und Eltern herumplagen... Kein Wunder, dass so ein verzerrtes Bild herrscht...
Viele Grüße
ein Elternteil
es heißt korrigieren ;-) ohne ie
tatsächlich, hab ich mich doch glatt vertippt. Tja, da war dann in früheren Jahren wohl mein Deutschlehrer überfordert :-)
molchreis
ein Elternteil
War ja klar, hahahaha
24.01.2008 - 10:38 Uhr
Crushed_on_You
Crushed_on_You sagte:
Es bringt überhaupt nichts dieses Thema zu diskutieren. Niemand hier hat auch nur für ein Fünferl Ahnung von Soziologie und Erziehungswissenschaft. Totale Aufklärungsresistenz.
Ahja... das Problem ist doch: angehende Lehrer haben leider auch nur ein Fünferl Ahnung.
Das sah ich schon an der Qualität der Lehrer vor 40 Jahren.
Die heutige Einstellung ist nicht besser, nur die Lehrmittelausstattung ist moderner.
24.01.2008 - 12:30 Uhr
belzebub99
Von wegen. Ich bin ein Großneffe von Prof. Dr. Dr.h.c. Grzimek. Da ist Sozoologie latent genetisch mutiert.
1. Der Artikel ist als Diskussionsgrundlage unzureichend, weil er wichtige Fakten verschweigt. Ich habe weiter oben schon darauf hingewiesen, aber das interessiert wohl niemanden.
2. Die meisten, die sich hier äußern, wollen nicht diskutieren, sondern sich über ihre Lehrer/Erfahrungen mit (angehenden) Lehrern auskotzen, und/oder ihre Vorurteile bestätigt bekommen.
3. und grundlegend: das Thema ist aus einer Reihe von Gründen unheimlich komplex, und bedürfte einer enorm differenzierten und "erwachsenen" Diskussion. Und weil das nicht einmal die Bildungsministerien hinbekommen, wäre es utopisch, es hier zu erwarten.
Ein Beispiel für die Komplexität: Bildungspolitik ist Landespolitik.
Und die damit einhergehende Ausbildungsfreiheit nutzt jedes Bundesland weidlich aus. Die Unterschiede sind teilweise riesig.
Das heisst auch, dass diese Diskussion nicht einmal den grundlegendsten Anspruch erfüllt: auf einer gesicherten gemeinsamen Basis geführt zu werden.
Für Baden-Württemberg kann ich sagen, dass es dort vor allem beim Gymnasiallehramt in den letzten 10 Jahren grundlegende Änderungen gab. Das Ergebnis, bessere Lehrer, kann man in Ansätzen schon jetzt, in der großen Masse aber wohl erst in den nächsten Jahrzehnten beobachten, wenn der Generationenwechsel in den hiesigen Gymnasien vollzogen ist.
24.01.2008 - 12:45 Uhr
webs
Habe nämlich besseres zu tun. An meinen pädagogischen Skills zu feilen zum Beispiel.
Viel Spaß noch.
Das ist ja nicht so schwer zu erreichen: Etwas mehr Konkurrenz einführen in Verbindung mit der Hierarchie, starke Gehaltssteigerungsmöglichkeiten, für Berufseinsteiger 50 Tsd Euro Jahresgehalt, mit Doktortitel 70 Tsd.
Du klingst wie ein Lehrer den man genau an der richtigen Stelle angepiekst hat.
Faktenfrei ? Ich war 13 Jahre in der Schule.
Fakten Fakten F... you ! :-)
2. Viele gute & motivierte Lehrpersonen (vorwiegend jüngere) verlassen den Beruf und suchen sich was anderes, wo sie mehr Perspektiven haben.
3. Die theorielastige Ausbildung bereitet nur beschränkt auf die praktische Arbeit vor. Was zur Folge hat, dass die ersten Unterrichtsjahre für viele eine sehr grosse Herausforderung sind, die nicht jeder unbeschadet übersteht (siehe Punkt 1). Andere ziehen aus den Erfahrungen ihr Konsequenzen (siehe Punkt 2).
Daraus folgt: Der gute Lehrer ist am besten schon am Anfang seiner Karriere gut und Idealist muss er auch noch sein, damit er den Schülern erhalten bleibt.
Dass es davon nicht so viele gibt, erstaunt mich eigentlich nicht.
„nicht nur geborene Erzieher drängen ins Lehramt, sondern oft auch Pragmatiker oder Hedonisten.“
Über die Hedonisten mag man ja diskutieren, aber ich halte es für ENTSCHIEDEN sinnvoll, dass Pragmatiker ins Lehramt drängen, die vernünftige Zielvorstellungen haben, die auch durch- und umsetzbar sind. Die ach so "brennenden" Idealisten haben seit den 70ern immerhin den Karren Schule brutalstmöglich vor die Wand gefahren und stehen dringenden Reformen mit ihrer monadischen "pädagogischen Freiheit" steifnackig im Weg!
Zu verlangen, dass Berufs- und Gehaltsaussichten keinen Faktor bei der Studienwahl darstellen sollen, ist reichlich naiv. Natürlich ist die Festverbeamtung ein wichtiger Punkt bei der Berufswahl und das ist überhaupt nicht verwerflich, ebensowenig wie die Arbeit hin auf ein krisensicheres A12/A13-Gehalt.
"Die Besten" eines Jahrganges gehören mit Verlaub nicht an die Schule sondern in Spitzenforschungsgruppen in der Wissenschaft sowie an die wesentlichen Schaltstellen in Wirtschaft, Politik und Recht. Vielleicht sollte man mal ein wenig Größenwahn aus der ideologiegesättigten Debatte um den Lehrerberuf rausnehmen. Schulen haben eine allgemeinbildende und eine wissenschaftsPROPÄDEUTISCHE Aufgabe. Dafür reicht fachlich gutes Mittelmaß bis das untere Ende des oberen Drittels des fachwissenschaftlichen Leistungsspektrums - verbunden mit soliden didaktischen, methodischen Kompetenzen und einem gerüttelt Maß an Sozialkompetenz.
Abgesehen davon - wirklich nett, wie schön man auch bei jetzt.de die Stammtische am Rotieren sieht...
"studier was gscheidts" läuft meistens auf solche studien hinaus, weil was bitte soll denn das kind mit einem englisch studium das nicht mit dem lehramtsstudium kombiniert wird machen?
meine mutter (selber lehrerin) und der rest der familie waren nicht sonderlich begeistert, als ich verkündete etwas brotloses wie theater/film/medienwissenschaft studieren zu wollen. bei lehramt wären die um einiges glücklicher gewesen, oder medizin, oder von mir aus architektur, weil da kann sich otto normalbürger zumindest ungefähr vorstellen wo das hinführt. also ich glaube, der punkt nach dem studium einen konkreten job zu haben, während des studiums ein ziel vor augen zu haben, trägt maßgeblich zu der entscheidung bei.
(und ich bin schlussendlich in meinem zweitstudium auch unter die lehrenden gegangen, als Deutsch als Fremdsprache Lehrerin. das hat mama beruhigt und mir die möglichkeit gegeben neben dem haupstudium wirklich direkt mit menschen zu arbeiten. ja. )
"Provinz ist dort, wo Lehrer als Intellektuelle gelten"
;)
sehr schön... hehe
ich bin so frei und nehme den satz in mein repertoire auf
momentan geschieht sehr viel in dem bemühen, die lehrerausbildung praxisgerecht zu gestalten. aber wie immer, es geschieht auch halbherzig, weil zugleich finanzielle ressourcen gespart werden sollen. wenn ich also einerseits die pflicht zur fortbildung für lehrkräfte festlege, dann aber verfüge, daß fortbildungen nur noch nachmittags, am wochenende, in den ferien und auf kosten der lehrkräfte absolviert werden dürfen, muß ich mich nicht wundern, wenn es weiterhin hakt.
in schleswig-holstein gibt es ein neues schulgesetz, in dem die individuelle(!) förderung eines jeden schülers verbindlich festgelegt wird. aber die entsprechenden umsetzungen für schulen und die lehrkräfte, methoden-, didaktikschulung etc.: dafür interessieren sich vor allem GHS, RS, Gesamtschulen, Förderschulen.
die Gymnasien halten sich "unfein " zurück. lobbyarbeit der konservativen funktioniert auch da.
joni sagte:
ja ich fühl mich in meiner meinung auch bestätigt...
Eben, die ganze "Diskussion" hier ist die pure Selbstreferenz.
Ihr seid in eurer Borniertheit leider symptomatisch für meine Generation. Dabei gäbe es ja wirklich ernste, grundsätzliche Probleme mit dem Erziehungssystem, aber einer derart aufklärungsresistenten Öffentlichkeit sind diese wahrscheinlich nicht mehr kommunizierbar.
Guenther_Hetzer sagte:
und viele wollen einfach den geilen kleinen schnittchen (mindestens) in den ausschnitt starren.
Soviel dann von den Stammtischen. Ich hätte geistreicheres erwartet, Guenther Hetzer...
Ja, auch diese Reflexionsschichten gehören zu den Lehrerkompetenzen....
Tja, die Stammtische rotieren.
24.01.2008 - 20:33 Uhr
Guenther_Hetzer
Es mag ja persönlich für dich zutreffen, dass du zu so einer Professionalität nicht in der Lage bist, fair enough, und mit einem Lehrauftrag an der Uni genießt du vielleicht auch noch Amateurstatus. Aber wenn du schon so offen sagst, dass du nicht einmal diese relativ einfachen Anforderungen in einem Teilsaspekt persönlich erfüllen könntest, solltest du dich in deinen Kommentaren über das, was Lehrer so können müssen und was nicht, doch deutlich zurückhalten...
aus dieser bitteren selbsterkenntnis heraus habe ich ja auch meine persönlichen konsequenzen gezogen und meine atemberaubende wissenschaftliche karriere beendet.
Wer die erreichbare Veröffentlichung von Herr Rauin liest, der hat bemerkt, dass seine Untersuchung auf der Basis von "die 1100 nach einer Zufallsstichprobe ausgewählte Studierende an Pädagogischen Hochschulen in Baden-Württemberg erfasst". Das PH-Studium in Baden-Württemberg besteht aus einem Fachspezifischen Teil und einem pädagogisch-didaktischen Teil. Alles zusammen dauert 6 Semester. In dieser Zeit kann weder das Fach, noch Pädagogik oder Didaktik in befriedigendem Umfang studiert werden. Dazu kommt, dass der Lehrkörper Baden-Württembergischer PH's zum großen Teil aus ehemaligen Grund-, Real- und Sonderschullehrern besteht. PH-Professoren sind in der Regel keine habilitierten Professoren. Wenige PH's haben das Recht zu promovieren.
Als ich im Jahre 1966 (in einer baden- württembergischen PH-Stadt) das Abitur bestand, gab es bei uns am Gymnasium einen "Aufbauzug". Dort konnten "Mittelschüler" mit gutem Abschluss das fachgebundene Abitur nachholen, welches sie zum Studium an einer PH qualifizierte. Es war eine Zeit, in der die Lehrkörper der Schulen quasi verdoppelt wurden. Wenn einer ein "schlechtes" Abitur hatte, so wurde ihm geraten, auf die PH zugehen oder die gehobene Beamtenlaufbahn einzuschlagen, dort bräuchte man kein Fachwissen.
Kurz, die Untersuchung wurde mit einem Teil von Versuchpersonen angestellt, wie weder repräsentativ für "den deutschen Lehrer" (den's ja mindestens 16 Mal gibt - dem deutschen Förderalismus sei Dank), noch gibt er ein richtiges Bild der baden-württembergischen Grund-, Haupt-, Real- und Sonderschullehrer her. Die Studie zeigt allenfalls indirekt an, mit welchem Dilettantismus in Baden-Württemberg (seit Hahn, Mayer-Vorfelder bis heute) Bildungspolitik (hier: Lehrerausbildung) betrieben wird. Ich kann nur vermuten: das ist gewollt.
Schade an der Studie ist nur, dass sie nun von alle möglichen Journalisten zum Lehrer-Bashing benutzt wird. Ob das der Spiegel oder die taz ist, offenbar brauchen alle einen Buhmann. HaWä
da dies aber von der mehrheit heute noch abgelehnt wird werden wir einen schleichenden verfall öffentlicher schulen sehen. wer kann, rettet seinen nachwuchs auf privatschulen, wenn möglich sogar auf ausländische, die nicht den oftmals skandalösen vorgaben der deutschen bildungsaufsicht in den bundesländern unterliegen.
Wenn du dieses lesen kannst, dann dank deinem Lehrer!!!








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23.01.2008 - 14:44 Uhr
fraeuleinwunder
Aber natürlich gibts auch angehende Lehrer, die für diesen Job geschaffen sind, und genau die werden ihn auch mal gut machen... aus dem anderen Teil der Lehramtsstudenten werden dann leider genau die frustrierten Lehrer, die mir schon während der Schulzeit leid getan haben.