Die Zurückgewinner: Wie rettest du deine Beziehung?
Text: johannes-graupner - Illustration: Katharina Bitzl
Christian Lell, 23, ist Außenverteidiger beim FC Bayern München. Nach einigen sehr unschönen Eskapaden versucht er gerade, seine Freundin zurückzugewinnen. Dafür hat er einen Kreuzzug der Reue durch die bunten Gazetten des Landes angetreten. Er gab der Bunten ein ausführliches Interview, auch BILD berichtete. Viele Menschen versuchen nach einer Trennung, ihre Beziehung doch noch zu retten. Dabei nutzen sie verschiedene Mittel, um ihren Partner zurückzugewinnen.
Eine Typologie der „Zurückgewinner“
5. Der realistische Pragmatiker
Im Gegensatz zum lethargischen Emo hat der realistische Pragmatiker seine Untätigkeit selbst gewählt. Er ist der Zurückgewinner, der am wenigsten dafür tut. Bestenfalls hält er losen Schreibkontakt zur verflossenen Liebe, um zumindest ein kontinuierliches Lebenszeichen zu senden. Der Pragmatiker kann Situationen ohne zu große emotionale Belastung aussitzen. Er folgt der Prämisse: „Wenn’s sein soll, dann soll’s sein“. Er glaubt an Fügung des Schicksals: Konstellationen funktionieren – oder eben nicht. Das ist für ihn wie ein Naturgesetz. Er ähnelt in Facetten damit dem beharrlichen Techniker. Zwar sticht ihn die Trennung in schwachen Momenten manchmal ins Herz, doch gewinnt er, auch durch geballte Verdrängungskompetenz, bald die Fassung zurück. Wenn die Liebe zurück kommt, dann von selbst – oder sie wird zu einem abgeschlossenen, geschichtlichen Baustein in seiner Biographie.
Neidfaktor: Andere Zurückgewinner beneiden den realistischen Pragmatiker um seine Gelassenheit und die Ruhe, mit denen er der Trennung begegnet. Das suggeriert persönliche Stärke. Trotzdem läuft der Pragmatiker Gefahr, Liebe und deren Rückgewinnung in zu starre Formen zu pressen. Andere Zurückgewinner halten ihm vor, dass Liebe keinen Gesetzmäßigkeiten folgt.
So reagiert der Andere: Ärgert sich zunächst maßlos über das vermeintliche Desinteresse des Pragmatikers. Kommt anschließend dann selbst reumütig angekrochen – oder schießt den gefühlskalten Klotz mit verständnislosem Kopfschütteln einfach in den Wind.