16.01.2008 - 08:30 Uhr

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Blei im Gras - "Legalisiert Drugchecking!"

Text: philipp-mattheis - Foto: ap

Im November wurde bekannt, dass im Raum Leipzig bleihaltiges Marihuana im Umlauf ist. Ein Interview mit Annegret Beck, vom Beratungsdienst Drug Scouts.

Wann ist zum ersten Mal vergiftetes Gras aufgetaucht? Anfang November wurde der erste Fall gemeldet. Rückblickend wurde dann aber festgestellt, dass kontaminiertes Marihuana schon seit dem Frühjahr im Umlauf ist. Anfang August wurde die erste Person mit Bleivergiftung ins Krankenhaus eingeliefert. Über 360 Leute haben sich bis jetzt testen lassen. 113 hatten erhöhte Bleiwerte. Ist das Gras mittlerweile aus dem Verkehr? Nein. Es wird immer noch weiterverkauft und konsumiert. Wer bringt so etwas in Umlauf? Das wissen wir nicht. Es ist schließlich auch nicht unsere Aufgabe, das herauszufinden. Man kann das aber nicht mit "normalen Strecken“ vergleichen. Kein Kleindealer mischt Blei unter, weil er es gerade daheim herumstehen hat. Wir gehen davon aus, dass das bei der Bepflanzung passiert ist. Und es war auf keinen Fall ein Versehen – dafür ist die Menge zu groß. Das Zeug ist mittlerweile nicht nur in anderen deutschen Städten, sondern auch in Österreich aufgetaucht. Das deutet ja auch daraufhin, dass es sich um riesige Mengen handeln muss. Das war kein kleiner Homegrower. Wir gehen von Endabnehmerzahlen allein in Leipzig im vierstelligen Bereich aus. Warum aber sollte man Blei ins Gras mischen? Mittlerweile hat man nicht nur wie anfangs Bleisulfid gefunden, sondern auch elementares Blei. Und damit kann man das Gewicht erhöhen. Warum diejenigen aber gerade Blei dafür benutzt haben, ist uns unerklärlich. Außerdem musste irgendjemand das Blei auf die Pflanzen gebracht haben – auch für diese Leute war das gesundheitsschädlich. Es ist uns ein Rätsel, wie man auf so eine Idee kommt. Wie merkt man eine Bleivergiftung? Eine akute Bleivergiftung spürt man sofort: man hat krampfartige Bauchschmerzen, Übelkeit, hohen Blutdruck. Ein größeres Problem ist eine chronische Bleivergiftung. Man kann lange Zeit erhöhte Bleiwerte im Blut haben, ohne es zu merken. Anzeichen für eine chronische Vergiftung sind: Schwäche, Blässe, Lähmungs- und Taubheitsgefühl in den Händen, Apathie und ein grauschwärzlich verfärbte Zähne am Zahnfleischsaum. Eine Bleivergiftung kann zu einer Hirn- Leber und Nierenschädigung und im Extremfall sogar zum Tod führen. Wir empfehlen Konsumenten, sich testen zu lassen, wenn sie Marihuana aus Leipzig geraucht haben. Ist das eigentlich der erste Fall von giftigen Marihuana? Nein, wir beobachten das schon seit zwei, drei Jahren, dass nicht nur Haschisch, sondern auch Gras gestreckt wird. Zum Beispiel wurden Grassplitter untergemischt und manche Konsumenten haben von Vogelsand berichtet. Marihuana ist leider schon lange nicht mehr die "saubere, natürliche" Droge. Blei als Streckmittel ist allerdings eine ganz neue Dimension. In diesem Fall ist das fatal, da es praktisch unmöglich ist, das kontaminierte Gras am Aussehen zu erkennen. Das eigentlich Bedauernswerte aber ist etwas anderes: Schon vor einem Jahr hat der deutsche Hanfverband beim Bundesgesundheitsministerium angefragt, dass das BKA Cannabis doch auch auf Schadstoffe testen soll. Das wurde abgelehnt. Wo kann man überhaupt Drogen auf Schadstoffe testen lassen? Wir dürfen das auch nicht tun. Drug Checking ist – anders als z.B. in Österreich und der Schweiz – in Deutschland verboten. Die einzige Möglichkeit ist momentan, die Drogen anonym bei einer Apotheke einzuschicken. Das kostet 20 Euro. Wir sind der Meinung, dass ein Großteil der Erkrankungen hätte verhindert werden können, wenn Drug Checking legal wäre. Doch bei der Bundesdrogenbeauftragten heißt es: Das sei das falsche Signal, denn wenn wir keine Schadstoffe finden würden, käme das einer Aufforderung zum Konsum gleich. Das passe nicht in die Präventionsstrategie. Das ist Quatsch bei geschätzten 4,5 Millionen Cannabis-Konsumenten. Wie sieht die Arbeit der Drug Scouts aus? Wir machen in erster Linie Informationsarbeit, zum einen auf unserer Website www.drugscouts.de und zum anderen sind wir viel auf Festivals und in Clubs unterwegs. Bei uns können aber Leute auch anrufen oder vorbeikommen und sich beraten lassen.


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potzblitz
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Mag ich Mag ich nicht

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16.01.2008 - 09:01 Uhr
potzblitz

hm lecker :)

aber mal im ernst: seit illegal mit drogen gehandelt wird, wird auch gestreckt wos nur geht. das mit dem blei is auch nix neues. es ist nur erstaunlich wie viel mühe sich da jemand gemacht hat für viell 15% mehr gewicht.
tja, das erinnert alles stark an die probleme mit selbstgebranntem schnaps (skandinavien, russland)..verstaatlicht es, dann ist es zumindest clean.

NeonJark
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Mag ich Mag ich nicht

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16.01.2008 - 09:36 Uhr
NeonJark

Baut es selbst an und wenn es klappt -
verratet mir, wie ihrs hingekriegt habt...

Die Menge/Häufigkeit ist das Problem - der Umgang.
Nicht aber der Gebrauch dessen.
Aber wem sag ich das...

Fein, dass es solche Organisationen gibt.

Guenther_Maria_Juana
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16.01.2008 - 09:51 Uhr
Guenther_Maria_Juana

Da muss ich natürlich protestieren:

"Bleiglas statt Bleigras!"

hauschmidt
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Mag ich Mag ich nicht

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16.01.2008 - 09:52 Uhr
hauschmidt

@potzblitz: das geht aber über normales strecken weit hinaus- hier gehts nicht um mehr gewicht, sodern um vorsätzliche körperverletzung bis hin zur lebensgefährdung. das blei ist ja stellenweise mit den pflanzen verwachsen, heisst, wurde das gesamte wachstum über aufgetragen.. ein gerücht geht- ausländ. mitbürger versuchen den markt für hashish freizubekommen. in meinem freundes/bekanntenkreis haben sich 20 leute testen lassen und einer (!) war nicht belastet. das ist nicht mehr lustig.

spaetabends
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16.01.2008 - 10:01 Uhr
spaetabends

Super. Die Leute beschweren sich, dass in ihren Drogen Gift drin ist. Ein Fall für Ökotest! Fehlen nur noch Raucher, die sich über ihre ungesunden Zigaretten beklagen.

QuoteTheRaven
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16.01.2008 - 10:08 Uhr
QuoteTheRaven

spaetabends sagte:
Super. Die Leute beschweren sich, dass in ihren Drogen Gift drin ist. Ein Fall für Ökotest! Fehlen nur noch Raucher, die sich über ihre ungesunden Zigaretten beklagen.


manchmal schade es nicht das gehirn vor dem schreiben unter strom zu setzen!

kein kiffer beschwert sich darueber, dass cannabis ungesund ist, jeder raucher weiss, dass rauchen ungesund ist. wuerde jetzt auf einmal in zigaretten ein weiterer - extra beigegebener - giftiger stoff auftauchen, dann haetten sie allen grund sich zu beschweren.

nixbewiesenausserich
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16.01.2008 - 10:12 Uhr
nixbewiesenausserich

... plus das die kippen dann noch 15% teurer wuerden ...

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Mag ich Mag ich nicht

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16.01.2008 - 10:15 Uhr
nixbewiesenausserich

ich rauche nur bleifreies gras :) - ein plus fuer mich und meine umwelt

*lol*

mal im ernst:
ich glaube weniger dass auslaender haschisch wieder mehr pushen wollen als dass eher nazis den kiffenden puenkern in leipzig den gar aus machen wollten, a la 'verreck elendes kifferpack' ...

schweinerei. es sollte ein reinheitsgebot fuer weed geben ... :P

spaetabends
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Mag ich Mag ich nicht

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16.01.2008 - 10:15 Uhr
spaetabends

kein kiffer beschwert sich darueber, dass cannabis ungesund ist, jeder raucher weiss, dass rauchen ungesund ist. wuerde jetzt auf einmal in zigaretten ein weiterer - extra beigegebener - giftiger stoff auftauchen, dann haetten sie allen grund sich zu beschweren.

In Zigaretten _sind_ eine Menge extra beigemengte Stoffe drin, die neben dem eigentlichen Grund der Beimengung (Geschmack, Suchtsteigerung), giftig sind: http://de.wikipedia.org/wiki/Tabakzusatz...
Und glaub bloß nicht, dass das heutige Marihuana noch der leichte Stoff aus der Flowerpower-Zeit ist. Das wird heute genauso getrimmt wie alle anderen Drogen. Warum man sich da über zugesetztes Blei aufregt, erscheint mir reichlich paradox.

nixbewiesenausserich
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Mag ich Mag ich nicht

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16.01.2008 - 10:18 Uhr
nixbewiesenausserich

spaetabends sagte:

Und glaub bloß nicht, dass das heutige Marihuana noch der leichte Stoff aus der Flowerpower-Zeit ist. Das wird heute genauso getrimmt wie alle anderen Drogen. Warum man sich da über zugesetztes Blei aufregt, erscheint mir reichlich paradox.


du erscheinst mir aber auch paradox ...

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