Der blonde Eckbert - Alternatives Ende
Text: Final
Wer ist der blonde Eckbert ?
[...Lieber Mann ich muss dir etwas erzählen, was mich fast um meinen Verstand gebracht hat, das meine Gesundheit zerrüttet, so eine unbedeutende Kleinigkeit es auch an sich erscheinen mochte...] Als Walther uns des Nachts verließ, sinne, wie er sprach: Er könne sich mich gut vorstellen, den seltsamen Vogel, doch dann zagte mein Herz, denn er fügte bei, und den kleinen Strohmian fütternd, den Hund, dessen Name mir einst entschwunden ward. Die Alte steht mit ihm im Bunde, ist womöglich seine Muhme, schon seit ehedem. Lass dich bitten, finde ihn und hauche ihm das Leben aus. Mit diesen Worten auf den Lippen verblich sie, ein Hauch von Trauer im Gesichte.
Der frische Witwer erhob sich tatendurstig, und blind vor Schmerz zog er aus, um sich dem letzten Wunsch seiner Frau zu beugen. Die Nase halb im kleefarbenen Moos und schließlich gänzlich vergraben, fand und entledigte Eckbert sich Walthers. Nun, der Macht des Mordes trunken, wurde er eins mit dem endlosen Grün des Waldes, streifte Blätter und Wurzeln in schlafwandlerischer Sicherheit und wand sich durch Büsche und Gebüsch gleich einem wilden Tier, bis er ein Bellen und endlich ein wundersames, seltsam bekanntes Lied vernahm:
„Waldeinsamkeit
Dich nun erfreuet
Du bist zerstreuet
Ob der Zeit
Einzige Freud
Waldeinsamkeit“
Das ewige Grün betäubte seine Augen und so folgte er dem Klang der Stimme, bis er vor der Alten stand. Sein Blick klarte auf und es war ihm, als ob in einem fließend Wechsel, das Angesicht der Alten und das seines Freundes Walther, sprachen:
So musst du mich finden, die Mutter deiner Gemahlin, bestohlen von der eigenen unwissenden Tochter. In Auftrag gab sie den Mord ihres Bruders selbst.
Der blonde Eckbert stürmte unter furchtbaren Schreien des Wahns in den Wald und ward von nun an nicht mehr gesehen.
Alternatives Ende frei nach Ludwig Tieck
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16.01.2008 - 17:23 Uhr
Delyx