14.01.2008 - 19:00 Uhr

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"Dann steht jeder zweite Laden leer" - Rauchverbot in Shisha-Bars

Text: kathrin-hagemann - Foto: AP

Was das Rauchverbot für Shisha-Cafés in Neukölln bedeutet.

Die meisten Cafébesitzer auf der Sonnenallee setzen noch auf Verdrängung. „Kriegt man eigentlich einen offiziellen Brief von der Stadt?“, fragt Remmo, der junge Chef des Cafés „Um Khaltoum“. Dort läuft arabisches Musikfernsehen und jeden Tag kommen die selben Männer - zum Reden und zum Rauchen. Für die meisten kleinen Shisha-Bars in Berlin-Neukölln bedeutet das Rauchverbot den Wegfall ihrer Existenzgrundlage. Nur in Lokalitäten, in denen es einen kleineren Nebenraum gibt, darf noch geraucht werden. Dort müssen sich die Gäste aber ihre Getränke selbst holen: nach dem Berliner Gesetz darf im Raucherraum nicht serviert werden.
Remmo wartet jedenfalls erst mal auf eine Benachrichtigung oder die ersten Kontrollen, die ab Juni stattfinden sollen. Sowieso glaubt er sich sicher: das Café nebenan gehört ihm ebenfalls, und dort wird nicht geraucht. Vom Rauchverbot hält er natürlich nicht viel: „Wasserpfeife rauchen bedeutet Genuss“, sagt er. „Das macht man nicht zu Hause alleine, sondern gemeinsam. Man sitzt zusammen und redet. Dazu geht man eben ins Café.“ Ausnahmen vom Nichtraucherschutzgesetz soll es in Berlin nicht geben. Shisha rauchen sei sowieso noch ungesünder als Zigaretten, findet die Senatsgesundheitsverwaltung. Dass das Bürgerbegehren, das Selbstbestimmung der Gastwirte in Sachen Rauchverbot in ihren Lokalen fordert, Erfolg haben wird, ist unwahrscheinlich. Badr, ein junger Gast in einem anderen Café auf der Sonnenallee, erörtert die Vorteile des Shisha-Rauchens, während er Apfeltabak-Rauch einatmet und Mokka schlürft. „Eine Zigarette ist für drei, vier Minuten. Ich habe lange geraucht, und bin dann auf Wasserpfeife umgestiegen, das ist was ganz Anderes. Du nimmst dir Zeit. Außerdem kommen auch echt viele junge Leute hier her. Und besser, die verbringen hier ihre Zeit als auf der Straße, wo sie dann Scheiß bauen.“ Die einzige Chance für viele Cafébesitzer ist, pro forma einen Club zu gründen. Das Café ist dann offiziell ein privater Raum, in dem geraucht werden darf, und jeder, der rein will, bekommt ein Pappkärtchen, einen „Clubausweis“. „Bescheuerte Lösung, mehr Papierkram“, findet Badr. Trotzdem werden wohl viele auf diese Möglichkeit zurückgreifen. Das Publikum im „Sahara“ ist durchgehend jung am frühen Abend, auch hier läuft arabisches MTV; es sind auch Mädchen da, die sich allerdings in eine Ecke des Raumes zurückgezogen haben. Ali arbeitet hier im Café seines Schwiegervaters und hält das neue Gesetz für desaströs: „Hast du mal auf unsere Karte geschaut? Eine Cola kostet zwei Euro, dafür kommt doch niemand in den Laden. Die Leute kommen zum Wasserpfeife rauchen. Für zwei Euro kriegst du bei Lidl 'ne ganze Palette Cola. Wir werden eine Wand in unseren Raum einziehen, der kleinere Raum macht dann ein Drittel unserer jetzigen Fläche aus, und nur dort kann dann noch geraucht werden.“ Ein anderer Gast aber ist optimistisch: „Die werden hier nicht alle Cafés zu machen. Dann steht ja auf der Sonnenallee jeder zweite Laden leer.“


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air_kaviar
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Mag ich Mag ich nicht

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14.01.2008 - 20:28 Uhr
air_kaviar

oha.

Shinaozi
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Mag ich Mag ich nicht

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14.01.2008 - 20:39 Uhr
Shinaozi

Cooles Foto. Ich muss unbedingt mal nach Berlin.

monni
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14.01.2008 - 20:50 Uhr
monni

Ich dachte, man kann sein/e Café/Kneipe als Verein anmelden, und dann ist Rauchen okay. Wenn da eh immer die gleichen Leute hingehen, wär das ja auch nicht so das Problem. Muss man sich halt am Eingang eintragen.

Phry
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15.01.2008 - 02:44 Uhr
Phry

aber schon n schmarrn, in bayern gibts ja nichtmal die nebenzimmerlösung

Laudi
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15.01.2008 - 07:52 Uhr
Laudi

Das Foto kommt, würd ich mal sagen, nicht aus Berlin...
Ich find die ganze Regelung nen Schmarrn...

ich_schlampe_bin_muede
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15.01.2008 - 09:06 Uhr
ich_schlampe_bin_muede

Ein Rauchverbot in einer Shisha-Bar, per definitionem einem Rauchlokal, wäre nun wirklich absurd - was will ein Nichtraucher in einer Shisha-Bar, wenn er keinen Rauch verträgt?

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15.01.2008 - 09:06 Uhr
ich_schlampe_bin_muede

P.S. Shisha-Bars gibt es auch in jeder größeren Ruhrgebietsstadt.

marksu_
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15.01.2008 - 09:32 Uhr
marksu_

ich finde es problematisch anhand von einzelfällen die wirklich sinnvolle maßnahme der rauchfreien lokale in frage zu stellen.

es gibt sicherlich ausnahmen, die als solche geregelt werden müssen, aber es ist trotzdem scheisse wenn mir beim besten essen die dame nachbartisch die zigarette neben den kopf hält weil sie den rauch nicht abbekommen will = istzustand

die texte hier bei jetzt baden in einem pupatären schick des rauchens. fast wie beleidigte kinder wird hier gegen die rauchfreiregelung geschrieben. "wenn die mama nein sagt, dann tu ichs erst recht und komm mir toll dabei vor"

die rauchfreiregelung soll voll und ganz durchgezogen werden. ausnahmen solls geben, wo es echt sinnvoll ist und nach 2 jahren kann sich keiner mehr vorstellen, dass in lokalen in der form wie heute abgequalmt wurde.

soylentyellow
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15.01.2008 - 11:15 Uhr
soylentyellow

Ein konsequente ! Rauchverbot (also ohne Nebenzimmer, Clubs, geschlossene Gesellschaft etc) ist eine tolle Sache, und wenn mein geliebtes Shisha-Café dabei zum Kollateralschaden wird, ja mei, irgendeinen Tod muss man halt sterben.

Einerseits.

Andererseits sind Shisha-Cafés mein Lieblingsausgehort (Wenn ich ausgehe, dann meist ins Shisha-Café) und es wäre schade wenn es diese nicht mehr gäbe.

Allerdings müsste man sich bei einer Ausnahmeregelung für Wasserpfeifencafés etwas einfallen lassen, damit sich nicht jede zweite Kneipe pro Forma Narghilacafé nennt, nur um das Rauchverbot zu umgehen, so wie jetzt jede dritte Kneipe pro Forma eine geschlossene Gesellschaft oder ein Club ist.

Eventuell könnte man das Wasserpfeiferauchen erlauben und das Zigarette rauchen verbieten, auch wenn das wieder schizophren wäre. (Narghila rauchen erlaubt weil das "irgendwie anders" ist und Zigarette rauchen verboten weil gesundheitsschädlich?! Logisch ist anders...

Für Wasserpfeifencafés braucht man nicht (mehr) nach Berlin zu gehen, auch in meiner niederbayerischen Kleinstadt gibt es zwei.

kulturgut
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15.01.2008 - 11:23 Uhr
kulturgut

marksu_ sagte:
ich finde es problematisch anhand von einzelfällen die wirklich sinnvolle maßnahme der rauchfreien lokale in frage zu stellen.

es gibt sicherlich ausnahmen, die als solche geregelt werden müssen, aber es ist trotzdem scheisse wenn mir beim besten essen die dame nachbartisch die zigarette neben den kopf hält weil sie den rauch nicht abbekommen will = istzustand

die texte hier bei jetzt baden in einem pupatären schick des rauchens. fast wie beleidigte kinder wird hier gegen die rauchfreiregelung geschrieben. "wenn die mama nein sagt, dann tu ichs erst recht und komm mir toll dabei vor"

die rauchfreiregelung soll voll und ganz durchgezogen werden. ausnahmen solls geben, wo es echt sinnvoll ist und nach 2 jahren kann sich keiner mehr vorstellen, dass in lokalen in der form wie heute abgequalmt wurde.


das verhältnis staat - bürger hat nichts mit dem verhältnis eltern - kinder zu tun. ein solcher vergleich offenbart ein totalitäres staatsverständnis.

ein staat hat sich nicht in den wunsch seiner bürger nach selbstschädigendem verhalten einzumischen. und da es sich bei der gastronomie um private einrichtungen handelt, die lediglich öffentlich zugänglich gemacht werden, aber nicht öffentlich sind, gibt es hier auch keine öffentlichkeit zu schützen. nichtraucher und arbeitnehmer, die nicht rauchen wollen, können sich was anderes suchen.

allerdings zeigt sich hier wieder die inkonsequenz der raucher, die zwischen dem recht auf die selbstschädigung mit der droge rauchen und dem recht auf die selbstschädigung mit anderen drogen, die natürlich ebenfalls allesamt legalisiert werden sollten, unterscheiden.

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