Wohnungsschau (VIII): Unter einem Dach mit Mama, der Firma und vielen Kabeln
Text: christian-helten
Eine Wohnung und ihre Einrichtung verrät manchmal viel über ihre Bewohner. jetzt.de besichtigt jede Woche ein anderes Zuhause und fragt die Mieter nach ihren GeWohnheiten. Alle Folgen der Serie findest du im Label Wohnungsschau.
Kevin, 26, ist Grafiker und Layouter bei einer Produktionsfirma für Dokumentations- und Unterrichtsfilme. Er wohnt in einem kleinen Ort 30 Kilometer südlich von München in einem ca. 90 Quadratmeter großen Anbau über der Garage des Hauses seiner Mutter. Die Kosten: Null.
Kevin bewohnt den linken Teil des Hauses. Rechts ist Mutters Revier.
Der Eingangsbereich, mit den von Freunden manchmal als Leuchttitten betitelten Lampen.
Kevins Arbeitsbereich ist noch nicht mal durch eine Tür zum im Hintergrund sichtbaren Wohnzimmer abgetrennt. Hier soll irgendwann auch noch eine kleine Küche rein.
Kevins Arbeitsplatz, mit viel Technik. Insgesamt ruhen hier mehrere Terabyte an Daten.
Seine Mutter wollte hier weiße Fliesen. Kevin plädierte für die pflegeleichtere Variante – und setzte sich durch.
Kevin, du wohnst im Haus deiner Mutter, allerdings in einer abgetrennten Wohnung. Miete zahlst du aber keine...
Nein. Da ich ja hier auch arbeite und das ganze ein Familienunternehmen ist, in dem ich angestellt bin. Die Wohnung wurde ja auch für Geschäftszwecke ausgebaut
Wie ist es, Arbeit und Wohnung unter einem Dach zu haben?
Schon gemütlich. Weil ich morgens nicht in die Arbeit fahren muss. Das kann natürlich auch stressig sein. Wenn die Kunden um 19 Uhr anrufen, gehst du halt trotzdem ran. Du hast die Arbeit immer bei dir, ob Abends oder am Wochenende. Der große Vorteil ist, dass ich es mir ganz gut nach meinem Rhytmus einteilen kann. Ich arbeite gerne nachts, bis um 2 oder 3 Uhr. Da ist Ruhe, da stört dich keiner und du kannst was schaffen. Dafür penn ich dann auch länger oder leg mich Mittags noch mal hin.
Und wie gestaltet sich das Zusammenleben mit deiner Mutter?
Man hat natürlich nie wirklich seine Ruhe. Da es eh relativ eng ist und wir ja auch noch zusammen arbeiten. Irgendwann muss der Auszug natürlich kommen. Aber ich sehe im Moment nicht ein, 500 Euro zu zahlen, wenn ich hier umsonst wohnen kann. Da überlege ich eher, eine kleine Wohnung in der Stadt zu kaufen, die ich dann mit 700 Euro abbezahlen kann. Wo dann irgendwann auch meine Mutter einziehen kann, wenn sie im Alter immer noch selber zum Supermarkt laufen will.
Wie würdest du denn wohnen wollen, wenn du von hier ausziehst?
Ein Zimmer reicht völlig, wenn es irgendwie interessant ist. Von der Lage, aber auch von der Aufteilung her. Ich habe neulich eine gesehen, die eigentlich nur aus einem Raum bestand. Den konnte man aber mit großen Schiebetüren abteilen und abgrenzen. Ich brauche nichts Großes, weil ich ja eh viel hier bin. Außerdem bedeutet viel Platz, dass ich anfange, Sachen anzusammeln und nicht sauber mache. Ich will auch keine große Küche. Da bin ich ja nur am Putzen.