Der Fluch der Oberflächlichkeit
Jeder Mensch bestimmt gerne selber darüber, ob er das eigene Leben zum öffentlichen Thema machen möchte – auch Journalisten. Was aber, wenn andere Menschen beschließen, eine öffentliche Debatte über die eigene Person zu führen? Was kann man tun, wenn die Auseinandersetzung diffamierend und unsachlich geführt wird? Die Antwort lautet: nichts. Und: Willkommen im Internet. Vor ein paar Monaten schrieb ich einen Artikel für das Feuilleton der Süddeutschen Zeitung. Darin stellte ich die These auf, Weblogs hätten großes Potenzial, das in Deutschland – zumal im Vergleich mit den USA – leider nicht ausgereizt werde. Mein Artikel hat sehr viele Reaktionen hervorgerufen. Von außerhalb der Blogwelt erreichten mich einige zustimmende E-Mails. Die Blogger selbst sahen die Sache naturgemäß kritischer. Was mich geärgert hat, ist, wie die Debatte in den Blogs geführt wurde. Als mir der Medienjournalist und Blogger Stefan Niggemeier nachts um 1:14 Uhr eine Mail schickte, antwortete ich nur Stunden später, dass ich unterwegs sei, und deshalb nicht sofort antworten könne. Unter seiner Mail, die teilweise interessante Kritik an meinem Text enthielt, über die ich gerne diskutiert hätte, hatte Niggemeier geschrieben: „Ich würde Ihre Antworten, wenn Sie nichts dagegen haben, gerne in meinem Blog stefan-niggemeier.de/blog veröffentlichen.“ Ich hätte nichts dagegen gehabt. Leider veröffentlichte er seine Mail an mich schon mal vorab ohne meine Antworten. Und brach damit eine Debatte über mich statt mit mir vom Zaun – während ich unterwegs war und nicht reagieren konnte. Das hatte ich ihm ja geschrieben. Es war eine Sache von Minuten, bis der Handelsblatt-Reporter Thomas Knüwer, „Alphablogger“ und laut Readers Edition „Grenzgänger zwischen klassischen Medien und Blogosphäre“ (!) unter Niggemeiers Eintrag kommentierte: „Der Junge hat 2001 noch einen Schülerzeitungspreis gewonnen, wenn ich das richtig sehe. Wieder einmal wird hier ein als Freier akquirierter Studi ohne Anleitung losgelassen. Und damit er Geld verdient schreibt er schön so, wie es Herr J. in der Chefetage wünscht. Rückgrad wächst halt erst später. . . “
- Abschied vom Wachtturm: Drei Frauen und ihre Leben nach den Zeugen Jehovas 20.05.2012
- Was vom Macchiato-Meeting übrig bleibt 13.05.2012
- Zwei Pfund Nostalgie, bitte 13.05.2012
- Im Zeugungsstand 06.05.2012
- Hooligans - Es geht nicht darum, andere ernsthaft zu verletzen 06.05.2012
Das einzige, was "Web 2.0" euch Journalisten bringt ist die Meinung des Volkes, die vorher nie Gehör fand, weil der Rückkanal fehlte. Und die Diskussionen sind der Spiegel dieser Leserschaft.
Und: keiner der mokierten Aussprüche birgt auch nur im entferntesten einen Ansatzpunkt für ein rechtliches Vorgehen, das wäre grundsätzlich ja möglich. Denn wirklich anonym sind die allerwenigsten im Netz unterwegs.
Cheers!
Der Commodore
Heul doch! Wer solch einen Müll verzapft, muß auch mit Gegenwind rechnen.
Und wer nicht nur als uninteressante, geistige Nulllinie wahrgenommen werden will, sollte etwas intelligenter argumentieren.
Im Internet wird man niemals anonym sein. Und wenn man nicht will das jeder Arbeitgeber oder Versicherungs-Vertreter oder Bankdirektor oder Arzt, Pharmahersteller und co. In ferner Zukunft besser über einen bescheid wissen als man selbst. Sollte man sehr vorsichtig sein was man schreibt.
Mit geeigneten Mathematischen Methoden und Programmen die sich noch in der Entwicklung befinden, lassen sich sehr einfach Profile von Menschen erstellen. Man stell sich einfach vor das man in X Jahren so einfach wie man heute bei Google suchen kann. Geziehlt nach einem Menschen suchen kann.
Sofort bekommt man sämtliche Emails die geschrieben wurden. Sämtliche Telefongespräche, teilweise sogar Mitschnitte. Ein Ärztliches Zeugnis, ein Berufszeignis ein unabhängiges Bildungszeugnis und Sämtliche Nicknames und Email-Adressen über die diese Person verfügt. Sowie einen Zeitlichen Lebenslauf zu seinem Beruf, welche Produkte er kauft. Welche Vorlieben er hat. Welche Tiefschläge er in seinem Leben erlitten hat. Welche politische Neigung usw...
All das sollte einem doch zu denken geben oder?!
30.12.2007 - 20:44 Uhr
ChrisJumper
Würde dich gern mal sehen, wenn du auf einem wohlbekannten Blog eine solche Diskussion, wie die beschriebene, findest, bei der die Daten von dir zusammengegooglet wurden... ich hätte da auch ein Problem mit
Leider haben sich die meisten Blogger nicht die schönen Seiten des Journalismus angeeignet, wie Recherche, Reflexion, Sachlichkeit oder Neutralität. Stattdessen wurden die unangenehmen Seiten annektiert, wie Machtgeilheit, Egozentrik, Populismus und Geschreikultur.
So, this is democracy?
blogger sind neidisch, dass journalisten mit ihrem hobby geld verdienen.
und nun hat er also auch mal dich getroffen, der schnelle pinkelstrahl - aus der feder eines
komkurrierenden alpha-schreiberlings (oder sollte ich schmierfinks sagen ) ausgerechnet vom konservativen handelsblatt.
Ein Schmunzeln konnte ich mir dabei nicht verkneifen.
Wie oft schreiben journalistische Schmierfinken über unbescholtene Bürger, OHNE diesen vorher die Möglichkeit der
Stellungnahme zu geben ( der Artikel muss raus, der Bürger X ist grad auf Arbeit oder Reisen, kann nicht antworten, also erstmal das Schmierfinkgewäsch unkorrigiert im Druck ... )
Und diese Bürger sind nicht so wortgewandt wie der Schmierfink
und nur die Reicheren unter ihnen leisten sich einen Anwalt der per
Gegendarstellung zurückschießt.
Genau dieses jus primae pinkelstrahl der Journaille wird nun durch die Blogs und ihre Komments teilweise nivelliert. Auch Bürger ohne
printmedialen Freischreibschein können dagegenhalten - und ich sag dir mal eins - min Jong - wie mich das immer so freut, hochbezahlten
Wirtschaftsjournalisten manchmal um Monate zuvorzukommen mit einer sich abzeichnenden Entwicklung - das glaubst du nicht.
Übrigens hast du selbst nach deiner Kritik am schnellerern Handelsblattkollegen Schmierfink just dasselbe schöne Diskriminierungs-Muster verwandt ..den sabbernden Pawlowschen Hund. Unter dem du alle subsumierst die auf die Schnelle mal was kritisches Schreiben, bzw eine bestehende Kritik bespringen - mit Minimalrechercherehintergrund.
Wie gesagt - es war jahrhundertelang ein Privileg der Journaille - nun erlaubt es Web 2.0 auch dem gemeinen Bürger. Die Journaille muss es schlucken, ob es ihr passt oder nicht. Ich finde das richtig und freue mich daran. Kollateralschäden nimmt man dabei gerne in Kauf. Natürlich wird sich im Laufe der Jahre bei den Lesern auch ein geeigneter Filter gegenüber Schnellschussmeinungen herausbilden - der dann allen und insbesondere der Wahrheitsfindung zugutekommen wird. Illusion? ok, meine.
30.12.2007 - 23:50 Uhr
KliP
Wer Rechtschreibfehler findet und fand, darf sie behalten. Ich tippe raw. Mein Rückgrat. Wie Gräte. LOL
30.12.2007 - 23:59 Uhr
KliP
je nun, das ist doch offensichtlich auch eine nur aus dem persönlichen kontext des zufälligen (und recht wehleidigen) pinkelstrahlopfers entsprungene generalisierung, der man sich noch anschließen muss.
31.12.2007 - 00:00 Uhr
KliP
Sehr geehrter Herr "Klip",
ich nehme an, Sie sind ein Mann (eine Dame würde so etwas nicht schreiben) und spreche Sie als solchen an, wenn auch die Anrede "Herr" bei Ihnen eigentlich nicht angemessen ist.
Nach Lesen Ihres "Kommentars" nehme ich an, Sie haben nichts dagegen, wenn ich Sie "duze". Du, Klip, hast wohl auch nichts dagegen, wenn ich Dich (höfliche Grossschreibung muss sein) auch als Schmierfink bezeichne, wie Du mit anderen zu tun beliebst. Das ist eigentlich nicht mein Niveau, aber ich will mich Dir auf dem Deinem verständlich machen. Und da Du soviel vom Pinkeln schreibst, nehme ich an, dass Du damit ein Problem hast. Und jung scheinst Du ja auch nicht zu sein.
Also, Du alter inkontinenter Schmierfink, ich bedanke mich für Deinen Kommentar, der nicht nur schön das "pawlowsche Sabbern" in Deinem Fall bestätigt, von dem Herr Boie schreibt, sondern in Gänze ein wunderbarer Beleg für die Aussage des Artikels ist.
Mehr ist dazu nicht zu sagen.
Ach ja, vielleicht könntest Du noch verraten, wie der bei den Lesern sich herausbildende Filter beschaffen sein soll, der Dir als Illusion vorschwebt, und ob Dein Kommentar den passiert hätte ...
Hahaha! Wer sind denn Ihre Informanten aus der äh Szene?
Leider kann ich nicht behaupten, selten so einen dämlichen Artikel gelesen zu haben. Sowas ähnliches haben vor Ihnen schon einige verfasst und werden es wohl auch zukünftig tun. Warum? Für wen? Ich weiß es nicht, es interessiert mich auch nicht.
ich stimme dem artikel im übrigen voll und ganz zu.
myspace guckt sich doch inzwischen auch kaum noch einer an...
und zur freien meinungsäusserung gehört nun mal kritik. wer etwas schreibt, es ins netzt stellt muss damit klar kommen. sonst eben bleiben lassen. ausserdem kann man aus negativen feedback meist mehr lernen als von den üblichen ja, toll, amen - kommentaren...das wäre ja sonst alles zu künstlich und zu einfach.
oh man, die themen hier werden auch nicht besser...
das sich als stimme des volkes etc. aufspielen ist immer etwas laecherlich und eine demokratische revolution ist das bloggen mit sicherheit auch nicht.
weiterhin gilt der alte spruch: garbage in, garbage out.
das fehlen der gatekeeperfunktion ist gleichzeitig ein enormer vor- wie nachteil: auf der einen seite kommen so personen zu wort, die eventuell ansonsten institutionell ausgeschlossen blieben, auf der anderen seiten (wie leider viele der kommentare hier beweisen) wird halt auch jeder dreck ins netz geblasen.
minderwertige blogs gebt es en masse und die meisten gehen einfach unter, da sich schlicht niemand fuer sie interessiert.
die blogs die ich lese werden beispielsweise alle von ausgewiesenen fachleuten betreut, die wiederum auch in den printmedien schreiben. kurzgefasst: blogs sind immer dann gut wenn dort leute schreiben, die ahnung von der materie haben. der ganze "jetzt sach ich aber auch mal was"-unsinn hat fuer die schreibenden sicher eine gewisse kathartische funktion, aber: wer liest das?
31.12.2007 - 12:18 Uhr
QuoteTheRaven
Jollscherl sagte:
"kritik" und "unqualifiziertes, persönlich beleidigendes gerede" - das sind halt nunmal zwei paar schuhe.
volle zustimmung!
Nun antwortet ein angesprochener auf diesen Artikel, informiert den Autor darüber, bietet ihm damit die Möglichkeit entsprechend zu reagieren und den Dialog, den der Schreiber überhaupt nicht angeboten hatte.
Da sage ich mal mindestens 2:0 für den Blogger. Das der liebe Schreiber unterwegs ist, kann nicht die Schuld des Bloggers sein. Internet ist Now und nicht in 5 Tagen wie damals bei der Zeitung. Und der Redakteur hat den Blogger ja gar nicht mal die Chance gegeben zu sagen bitte verschiebe Deinen Artikel ich bin die nächsten Tage unterwegs. Aber wenn zwei das Gleiche tun ist es halt nicht das Gleiche.
Weiter beschwert sich der Autor über lückenhaft ergoogelte Infos zu seiner Person. Da zeigt sich ein vollkommen falsches Bild vom Internet. Wenn man öffentlich schreibt, aber Informationen zu seiner Person nicht aktiv zur Verfügung stellt, dann ist für eine lückenhafte Vita nicht Google sondern man selbst verantwortlich. Menschen die hingegen das Prinzip des Internets verstanden haben gehen aktiv damit um und präsentieren ihre Vita selbst im Internet und sorgen damit für einen offenen Umgang mit ihrer Person und sind dann auch nicht darauf angewiesen was andere über einen schreiben.
Man muss sich schon entscheiden, ob man mit der Öffentlichkeit Geld verdienen will oder ob man anonym bleiben will. Wenn man beides will, dann muss man damit leben, dass Personen die Dinge die man schreibt recherchieren, nur auf lückenhafte Vitas zugreifen können. Und wenn man so global über Themen schreibt, dann muss man auch nachweisen, dass man den entsprechenden Hintergrund hat. Das der Schreiber also gegoogelt wurde zeugt von dem verantwortungsbewußten Umgang. Das es hier und da Leute gibt die in der Anonymität über das Ziel hinausschießen ist ein Mangel, aber zeige mir jemand die Zeitung, die noch nie über das Ziel hinausgeschossen hat.
Digital_Data
ABER:
Zieht das Internet nicht auch seinen Reiz daraus, dass hier eine andere Kultur oder Unkultur der Kommunikation herrscht? Wenn wir hier alle so pseudonett und vordergründig respektvoll miteinander reden würden, dann wäre das doch ne Art Maischberger, Will, Illner Laberei. Und die haben wir doch im Endeffekt genug.
Im Grunde geht es hier auf eine gewisse Art ehrlicher zu. Deftiger. Das ist eine Sache, die ich persönlich zu einem gewissen Grad schätze und liebe.
Denn mal Hand aufs Herz: ein Arschloch im Internet ist nicht halb so schlimm wie ein Arschloch im wahren Leben. Eben weil die Redekultur hier ein teilweise niedrigeres Niveau hat und die Hemmschwelle zum Clash schneller überschritten wird.
Das dies nicht in jedem Fall gut ist. OK. Aber auf der anderen Seite wird hier eher mal das gesagt, was sonst nur gedacht wird.Wie schön wäre es denn, wenn der Mehdorn dem Schell mal ein ehrlich gemeintes "Arsch!" an den Kopf werfen würde, anstatt immer davon zu fabulieren, wie weit man doch schon bei den Verhandlungen gekommen sei...
ich kann Ihrem gut geschriebenen Artikel vorbehaltlos zustimmen. Die Aussage "Reflex und keine Reflektion" trifft die Situation sehr gut. Auch ich muss noch lernen, mit diesem tollen Medium sinnvoll umzugehen. Schnell ist geschrieben, was unter (nur etwas längerer Betrachtung) überflüssig oder falsch war (leider kann man seine Beiträge im SZ Forum nicht löschen!). Auch die Anonymität trägt dazu bei, bisweilen rücksichtslos und unverschämt (leckmichamarsch "Heul doch") zu agieren.
Aber ich denke, das hat auch sein Gutes. Bei einigen Kommentatoren habe ich den Eindruck: Lieber schreibt er, bevor er Bomben legt! Auch eine Art mit seiner Aggressionen und seiner Unfähigkeit, mit der realen Welt klar zu kommen, fertig zu werden.
Alles Gute an alle! Ein glückliches neues Jahr!
Robert Ostermeier
nicht schlecht. :-)
Mr_Spearmint sagte:
@leckmichamarsch 30.12.2007 | 19:12
Heul doch! Wer solch einen Müll verzapft, muß auch mit Gegenwind rechnen.
Und wer nicht nur als uninteressante, geistige Nulllinie wahrgenommen werden will, sollte etwas intelligenter argumentieren.
Ich finds interessant dass Kommentaren von usern die allein zu dem Zweck bestehen, dumme Kommentare zu machen ernst genommen zu werden.
Der Rest der Diskussion interessiert mich nicht.
MfG,
Ehrlichkeit
hat mich am anfang auch getroffen, dass leute in foren mein leben diskutieren, schlüsse ziehen, die totaler quatsch sind und einfach nur ausfallend werden.
mittlerweile habe ich mich dran gewöhnt - solang die positiven reaktionen überwiegen, ist doch alles okay, die beleidigenden kommentare sollte man eh ignorieren.
ist doch schön, wenn texte so sehr polarisieren, dass sich leute danach die mühe machen, sich drüber aufzuregen. ist doch irgendwie auch ein kompliment. ich finde wahrgenommen zu werden jedenfalls besser als gleichgültigkeit.
31.12.2007 - 18:34 Uhr
diejodie
und ich kann es ihnen manchmal auch nicht übel nehmen. wenn ich nicht davon ausgehe, dass der kritisierte meinen kommentar zu gesicht bekommt, werde ich auch derber und undiplomatischer als wenn ich direkt diskutiere.
man muss nur selbstbewusst genug in diese welt tapsen und schon kann es einem egal sein, wer welchen schrott über einen ablässt.
und die meinung der dummen und oberflächlichen ist ja wirklich nicht entscheidend oder beeindruckend, oder?
ich finde wie johannes boie das web großartig , faszinierend, abstossend und anregend.
der artikel ist gut was diese diskussion zeigt.
Derlei Pleiten der Presse zeigen nur eines, daß obige Tiraden eben nur Tiraden sind. Mittels der Pressefreiheit schießt ihr auf alles was sich bewegt, ohne Rücksicht auf Verlust - Blogger verteidigen sich nur. Aber selbst Schmarrn wie dieser hier bringt euch auch Quote, insofern hilft nur eines man muß euch ignorieren, um euch die Basis zu nehmen! Die Presse geht unter und die Sueddeutsche inklusive Praktikanten zuerst.
"Und: keiner der mokierten Aussprüche birgt auch nur im entferntesten einen Ansatzpunkt für ein rechtliches Vorgehen, das wäre grundsätzlich ja möglich."
Genau, so geht miteinander. Ausreizen bis an die rechtlichen Grenzen, das wird üblicherweise als Charakterschwäche gesehen...
eben! das ist es ja. die kunst des sachlichen diskutierens und der konstruktiven kritik ist verloren gegangen.
- der text gefäll jemandem nicht? kein problem, er beleidigt einfach deine mutter.
- jemand ist mit dem inhalt oder der dargestellten meinung nicht zufrieden? kein problem, er spekuliert einfach über deine sexuelle orientierung, die nichts mit dem text zu tun hat.
- jemandem stinkt es, dass du deinen text im rahmen einer kolumne oder wo auch immer veröffentlichen durftest. kein problem - er erklärt dich einfach zum geisteskrenken, hässlichen, impotenten schwachkopf.
ein "dieser artikel/ diese kolumne/ dieser text gefällt mir nicht, weil..." kann man ja inzwischen lange suchen. "boah, bist du scheiße!" geht einem einfach leichter von der hand, im anonymen internet.
Bei Lobhudelei beschwert sich auch niemand.
Jeder, der veröffentlicht, sei es als Journalist in der Zeitung oder als Blogger oder als Schriftsteller, hat das Recht, sich über böse Kritiker aufzuregen und zu beschweren, aber bitte hört mit der Jammerei, dieser ewigen Larmoyanz auf.
weltherrrschaft sagte:
Hey, wer schreibt, und das nicht nur im stillen Kämmerlein und nur für sich und niemanden sonst, muß Kritik ertragen können. Und wenn einer der Kritiker eindeutig übers Ziel hinausschießt, dann sollte man eben auch in der Lage sein, das auszuhalten.
Bei Lobhudelei beschwert sich auch niemand.
Jeder, der veröffentlicht, sei es als Journalist in der Zeitung oder als Blogger oder als Schriftsteller, hat das Recht, sich über böse Kritiker aufzuregen und zu beschweren, aber bitte hört mit der Jammerei, dieser ewigen Larmoyanz auf.
schlag doch einfach mal die begriffe "argumentum ad hominem" und "argumentum ad personam" nach - vielleicht verstehst du dann um was es eigentlich geht.
Das gehört zum Internet: der direkte Response aus dem Affekt heraus. Eben halt auch Reflex - mit oder ohne Reflektion. Wer das abstellt, der nimmt dem Medium Internet auch einen Teil seiner Faszination.
Dann kann man ja wieder Leserbriefe schreiben. Wohl- oder weniger wohl überlegt. Schreiber wurden doch schon immer beschimpft. Früher eben per Brief, was aber dann nur der Schreiber selbst mitbekommen hat.
Heute steht es halt unter einem text. Aber oft finde ich das bis zu einer gewissen Grenze überhaupt nicht schlimm. Ich habe mal Judith Liere nervt wie Sau gegoogelt.
Der Treffer ist in einem Forum auf Unicum. Also gar nicht direkt auf Speigel Online. Auch wenn ich verstehen kann, dass einen das trifft, so muss man doch jedem seine - auch verletzend ausgedrückte - Meinung lassen: In dem Fall eben, dass er dich und deine Art zu schreiben nervend findet.
Was darf man denn dann noch sagen? Nur Lob? Das hört ihr euch doch auc zhauf und gerne an. Oder soll das auch weg?
"Was darf man denn dann noch sagen? Nur Lob? ":
nein, ich würde meinen: gerne auch kritik, am besten konstruktive, wenns geht. aber keine persönlichen, haltlosen, polemischen angriffe, womöglich noch an anderer stelle. es gibt doch nicht nur lobhudelei oder unsachliches zunichtemachen, und dazwischen gar nix...
Es wird immer Menschen geben die unsachlich beschimpfen. Früher landeten diese Beschimpfungen als Brief auf dem Schreitisch des Redakteurs. Auch da konnte man anonym - übrigens viel anonymer als im Internet - Redakteure beschimpfen und bedrohen.
Das wird es immer geben, soleche Menschen werden immer einen Weg finden. Wenn man bedeknt, was man eigentlich alles im Internet manchen könnte, so geht es doch noch sehr zivil zu.
groover_washington sagte:
Ich finde bei allem Vrrständnis:
Das gehört zum Internet: der direkte Response aus dem Affekt heraus. Eben halt auch Reflex - mit oder ohne Reflektion. Wer das abstellt, der nimmt dem Medium Internet auch einen Teil seiner Faszination.
m.e. ist das der groesste nachteil des mediums. (womit ich auf keinen fall behaupten moechte, dass ich davon frei waere).
Dann kann man ja wieder Leserbriefe schreiben. Wohl- oder weniger wohl überlegt. Schreiber wurden doch schon immer beschimpft. Früher eben per Brief, was aber dann nur der Schreiber selbst mitbekommen hat.
und ist das kein unterschied ums ganze?
Was darf man denn dann noch sagen? Nur Lob? Das hört ihr euch doch auc zhauf und gerne an. Oder soll das auch weg?
lob und kritik gerne. warum aber wueste unsachliche beschimpfung? wuerde jemand unter einen meiner texte schreiben "raven, was bist doch fuer eine geile sau" wuerde mich das genauso befremden wie eine beleidigung. entweder ich beziehe mich auf den text - dann kann ich auch durchaus schreiben: dein text ist scheisse, weil ... allerdings musst du doch wohl zugeben, dass es gerade mit dem "weil" bei den meisten extrem hapert.
01.01.2008 - 14:15 Uhr
QuoteTheRaven
groover_washington sagte:
Ich finde sie ja auch nicht gut. Aber das Phänomen unsachlicher Kritik oder anonymer Beschimpfungen hat es immer schon gegeben. Nur das Medium und die Schnelligkeit hat sich geändert. Das ist alles. Aber das ist auch nur ein Ausdruck unserer Zeit: Heute muss alles schneller gehen. Mehr Reflex als Reflektion.
muss es wirklich schneller gehen? mit "nur ein Ausdruck unserer Zeit" laesst sich so gut wie alles legitimieren. wobei ich deine diagnose durchaus teile.
im uebrigen: gerade dort wo es schnell gehen muss herrschen die haertesten regeln. ich bin auf mehreren emaillisten und wer sich dort nicht an die regeln haelt (die gibt es ja hier auf jetzt.de auch, nur kuemmern sie niemanden) ist sofort "on moderation". das kann dir schon passieren wenn du beispielsweise dich nicht an die regel: "top-posting" haelst (also erst zitieren worauf du dich beziehst, dann eigener text schreiben). [auf anderen liste ist gerade das top-posting verboten]. der vorteil strengerer kommunikationsregeln liegt darin, dass ploetzlich das "rauschen" nachlaesst.
Aber um noch einmal auf den Text zu kommen: Nehmen wir das Klamottenpaar der Woche. Diese Rubrik ist doch nichts anderes als ein Web-Pranger, die ihren Reiz eben durch die Häme und die Kritik gewinnt.
Wenn dort keine Kommentare zugelassen wären und man dort nur die mehr oder weniger intressanten fragebögen konsumieren könnte, wie langweilig und belanglos wäre sie.
Und mal Hand aufs Herz: die Redaktion kalkuliert die Häme doch insgeheim mit ein. Diese Rubrik entstand doch mit der Idee:
Man nehme 2 junge Menschen und ihren Modegeschmack und lasse dann die anderen drüber herziehen. Wird doch im wahren Leben auch dauernd gemacht: Hat die einen dicken Arsch in dem Rock etc pp.
Das heisst: Erst macht die Redaktion eine Rubrik, in der Menschen den Usern zum Frass vorgeworfen werden, um dann einen freien Mitarbeiter genau dies den Usern zum Vorwurf zu machen: Ihr mäkelt unter der Gürtellinie am Modegeschmack ander Leute rum.
Hallo?!
groover_washington sagte:
Ich stimme raven in vielen Dingen zu.
das freut mich.
Aber um noch einmal auf den Text zu kommen: Nehmen wir das Klamottenpaar der Woche. Diese Rubrik ist doch nichts anderes als ein Web-Pranger, die ihren Reiz eben durch die Häme und die Kritik gewinnt.
Wenn dort keine Kommentare zugelassen wären und man dort nur die mehr oder weniger intressanten fragebögen konsumieren könnte, wie langweilig und belanglos wäre sie.
es gibt dort einige user die sich durchaus in der lage zeigen kritik zu ueben ohne die entsprechenden personen zu beleidigen.
Und mal Hand aufs Herz: die Redaktion kalkuliert die Häme doch insgeheim mit ein. Diese Rubrik entstand doch mit der Idee:
Man nehme 2 junge Menschen und ihren Modegeschmack und lasse dann die anderen drüber herziehen. Wird doch im wahren Leben auch dauernd gemacht: Hat die einen dicken Arsch in dem Rock etc pp.
das koennte stimme, muss aber nicht - also das mit der kalkulierten haeme.
Das heisst: Erst macht die Redaktion eine Rubrik, in der Menschen den Usern zum Frass vorgeworfen werden, um dann einen freien Mitarbeiter genau dies den Usern zum Vorwurf zu machen: Ihr mäkelt unter der Gürtellinie am Modegeschmack ander Leute rum.
ich glaube nicht, dass "die" redaktion johannes beauftragt hat an den usern herumzumaekeln. er nahm das als beispiel und ich glaube nicht, dass es ihm dabei um kommentare wie "wenn man so dick ist sollte man das nicht tragen" ging. da gab es durchaus auch kommentare von anderem kaliber. m.e. lenkst du gerade etwas vom thema ab.
Aber mal im Ernst - ich habe in meiner Schulzeit 3 Jahre lang unter übelstem Mobbing gelitten. Und oben erwähnte "Schulhof-Atmosphäre" hin oder her - nur weil so etwas auf Schulhöfen des Öfteren vorkommt, muss es dann heißen, dass es gut, nur weil häufig, ist?? Diese Frage lässt sich ohne Weiteres von der realen auf die Online-Welt übertragen. Im Schutz der schwarzen Mäntelchen namens Avatar und Nickname wird schneller (verbal) zugeschlagen, hirnloses Gewäsch von sich gegeben. Sorry, aber treibt man das weiter, landet man irgendwann bei illegalen Musikdownloads, extremen Diffamierungen und im Extrem - Kinderpornographie. Der Schein von Anonymität begünstigt nunmal alle Grau- und Schwarzzonengänger. Das ist die Realität, mit der müssen wir leben oder sie bekämpfen. Sie auszunutzen halte ich für den falschen Weg, denn (siehe obige Kommentare) - jedes Mäntelchen ist schnell zerrissen.
Ach ja - und dass eine Süddeutsche Zeitung angesichts von untergürtellinienhaften Beleidigungen gegen Autoren und rechtsextremer Äußerungen DANN eine Sperre ihrer Kommentarfunktion einbaut, finde ich erstmal die erstmögliche Lösung. Auch wenn es mich aufregt, da ich immer sehr gerne kommentiert habe und nun nicht mehr kann.
Ich blogge selbst, durchaus auch meine eigene Meinung, die nicht immer objektiv ausfällt. Und bin grundsätzlich anonym oder mit Decknamen unterwegs. Ich arbeite in einer Branche, in der man seinen Ruf nur ein einziges Mal verliert. Ich will nicht eines Tages von einem Kunden angesprochen werden - "Ach, SIE sind Frau M.! SIE sind das, die sich nach Weihnachten bei ihren Schwiegereltern in einen Blumentopf übergeben musste, weil sie zu viele Plätzchen gegessen hatte!!"
Danke.
Die viel gepriesene "Macht der Blogger" ist meiner Meinung nach eine der gefährlichsten Ausdrucksweisen von Web 2.0. Denn: Ist diese Macht tatsächlich eine All-Macht, wie manche zu glauben scheinen, eine Macht, die mich berechtigt, mein scheinbar vollkommenes Fallbeil über andere zu fällen? Recherchefrei zu schreiben, wie es mir gerade in den Kram und die Meinung passt, und gleichzeitig Journalisten zu kritisieren, die das nicht unbedingt tun? Den Autor des Artikels kann ich daher gut verstehen.
Blog sind wichtig als Neben-Medium, um Themen aufzugreifen, die an den Popularmedien vorbei gehen, um über Bürgerkriege zu berichten, die ansonsten niemanden interessieren, da ja die gestiegenen Preise für Butter wichtiger sind, oder um Berichte à la "so war es wirklich" zu veröffentlichen. Doch ab einem gewissen Popularitätsgrad beginnt sich hier manches zu verselbstständigen - und bei Meinungsmache, wenn viele Unterstützer da sind und die neue Meinung sehr populär ist, geht das ganz schnell.
Ach ja - und dass eine Süddeutsche Zeitung angesichts von untergürtellinienhaften Beleidigungen gegen Autoren und rechtsextremer Äußerungen DANN eine Sperre ihrer Kommentarfunktion einbaut, finde ich erstmal die erstmögliche Lösung. Auch wenn es mich aufregt, da ich immer sehr gerne kommentiert habe und nun nicht mehr kann.
ich habe auch nicht verstanden warum damit die meinungsfreiheit etc. gefaehrdet sein sollte. eine zeitung bietet ein feature an, dieses feature wird missbraucht, die zeitung reagiert (bzw.: muss ja sogar reagieren) und ploetzlich sollen grundrechte (die die meisten wohl gar nicht kennen) auf dem spiel stehen.
mom sagte:
Ziel erreicht! Ein Beitrag über Blogs, der provozieren will und Reaktion erhält. Was will man als Journalist mehr?
wahrscheinlich nicht viel , eventuell geht es aber auch um information und nicht nur um provokation. eine diskussion anzuregen ist ja nichts prinzipiell verkehrtes. hoffe ich zumindest.
Ja, letzteres ist Anlass zum Ärgern. Aber von diesem abgesehen sind die Kommentare unter http://stefan-niggemeier.de/blog/in-der-... nicht eine "Debatte über mich", also über die Person Johannes Boie, sondern über den Artikel. Und für den Artikel gibt es dort zwar mehr Schelte als Lob, aber durchaus auch einige Zustimmung ("Boie hat schlicht und ergreifend recht", "In Sachen erwünschter, angemaßter und tatsächlicher Relevanz hat Herr Boie m.E. im Großen und Ganzen recht", "Was die Kernaussagen angeht, hat Herr Boie Recht", "[E]inige Punkte kann man ihm beim besten Willen nicht absprechen", "Meiner Meinung nach hat Boie das Thema Blogs und ihre Relevanz einer bisher eher mäßig internetversierten Leserschaft in angemessener Form nahe gebracht"). Wer wird da "an die Wand gestellt"?
Ja, der Artikel ist überwiegend verrissen worden (http://www.eigenarbeit.org/pop/popjahr20...),
und das fühlt sich bestimmt nicht besser an als für einen Schriftsteller der Verriss seines Buches. Aber gerade in diesem Fall waren persönliche Angriffe die Ausnahme. Schade, dass die Reaktion auf die Kritik eine so pauschale Trotzhaltung ist ("Die Welt der Blogs und Foren besteht nämlich längst in weiten Teilen aus Orten, in denen anonym beleidigt, gehasst und Dummes geredet wird."). Das ist von den kritisierten "Nörglern" nicht so weit entfernt.
schlechte recherche ist leider überall präsent, selbst die sz leidet im zuge der einsparungen und kommerzialisierung der redaktion unter diesem symptom.
wird faktisch falsch berichtet, dann hat man oft pech gehabt, denn falls eine richtigstellung ermöglicht wird, dann oft erst wochen später, möglichst klein und an stellen, die kaum wahrgenommen werden. wer dann noch von medien wie BILD angegangen wird, der hat schlicht ebenso keine eigene plattform, um sich gegen diese journalistischen aasgeier der springerschen saubermännern dieckmann und co zu wehren.
insofern ist das web noch harmlos, denn die dummen kommentare weden nicht von millionen gelesen, im gegensatz leider zu BILD und anderden dummmedien.
also bleiben sie standhaft, kämpfen sie weiter gegen dumme kommentare im web und im print. bild ist überall und die dieckmanns dieser republik leider in der realität viel schädlicher als im web.
Manchmal graust es mich regelrecht davor, runterzuscrollen und schon die ersten Buzzwords eben genau dieser gedankenlosen Reflexschreiber zu lesen. Manchmal erwische ich mich beim lesen eines Artikels schon dabei, wie ich gedanklich den Textmarker an Textpassagen ansetze und mir überlege was da nun jetzt wohl wieder für Polemik und Unsinn in den Kommentaren stehen wird bezüglich dieser Passage.
Dazu noch eine teils unfassbare Dreistigkeit mit der mancher seine eigene Meinung aggressivst darstellt, obwohl keinerlei Faktenwissen dahintersteht - oft nicht einmal der ganze Artikel gelesen wurde.
Ich denke hier mißbrauchen wieder einmal einige etwas, zum Schaden der schweigenden Masse. Leute die eher persönliche Probleme oder schlicht einen Minderwertigkeitskomplex (oder vielleicht Allmachtsphantasien?) haben und das im normalen Leben nicht ausleben (können), haben da ein wunderbares Forum entdeckt.
Was mich daran ärgert ist zum einen das die Zeitungen zurecht irgendwann die Geduld mit diesen Usern verlieren werden, und diese Kommentarfunktion wieder verschwinden wird. Ein Ansatz davon ist schon bei der SZ zu sehen, wo Kommentare nur noch zu "Arbeitszeiten" eingestellt werden können (damit man schnell reagieren und Schmarn löschen kann). Obendrauf kommt noch die Rechtslage nach der Betreiber einer Seite verantwortlich sind für die dort gemachten Kommentare von Lesern. Und vielleicht noch bedenklicher, Leute die sich mit einem Thema nicht gut auskennen aber sich gern von einer gewissen "schmollenden Paranoia" anstecken lassen ("die da oben", "..heutzutage..", "in Deutschland..", "Armutszeugnis..") stecken andere damit an. Normale Nutzer die eigentlich nur einen Artikel lesen wollten, sich mit einem Thema noch überhaupt nicht befasst haben aber sich durch den Artikel dafür interessieren, lesen dann unbefangen in den Kommentaren und schon wirkt die "Propaganda" dieser Kommentatoren, deren Meinung ansonsten kaum einer überhaupt hören will.
Es muss eine neue Netiquette her, die nicht als schulmeisternder Zeigefinger von ätzenden Admins daherkommt sondern als normale Verhaltensregeln. Eigentlich würde es reichen, sich nicht anders als im echten Leben zu Verhalten - aber das scheint wohl gerade das Problem bei vielen zu sein.. ;-)
DIE OBERFLÄCHLICHKEIT.
Man erfährt es täglich selber - im virtual life meist besonders intensiv - aber natürlich auch im reallife.
Beiträge werden nicht richtig gelesen, noch weniger verstanden aber dafür umso schneller zu Anlass für wohlfeile Diskriminierung und billige Schmähkritik genommen. Das tägliche klipklap der
Grenzdebilenmühlen.... Es sollte einen nicht stören, denn dahinter winkt doch eines, das die Gesellschaft an sich weiterführt: Die Demokratisierung der öffentlichen Meinungsbildung. Dass dieses den selbsternannten Führern und (bisherigen) Gurus und Leithammeln öffentlicher Meinungen recht sauer aufstößt, ist verständlich, gehen die armen Wichte doch ihrer bescheidenen Privilegien verlustig. Gelobt sei web 2.0.
Wird aber beim verständigen Bürger nur amüsiertes Grinsen hervorrufen, das Qieken der Journalistenferkelchen, die ihre Felle davonschwimmen sehen. :D
groover_washington sagte:
Das heisst: Erst macht die Redaktion eine Rubrik, in der Menschen den Usern zum Frass vorgeworfen werden, um dann einen freien Mitarbeiter genau dies den Usern zum Vorwurf zu machen: Ihr mäkelt unter der Gürtellinie am Modegeschmack ander Leute rum.
Hallo?!
das war ganz sicher nicht das kalkül dieser Rubrik. deshalb werden auch regelmäßig kommentare entfernt, die wir unter die Gürtellinie finden. Allerdings ist die Entscheidung, was entfernt werden muss und was bleiben kann extrem schwierig. Im Zweifelsfall lasse ich die Aussagen eher stehen. Trotzdem würde es mich freuen, wenn sich die Kommentaoren beim klamottenpaar (gilt auch generell) vorm Kommentieren mal überlegen würden, wie sie sich an der Stelle der Kommentierten fühlen würden.
"Trotzdem würde es mich freuen, wenn sich die Kommentaoren beim klamottenpaar (gilt auch generell) vorm Kommentieren mal überlegen würden, wie sie sich an der Stelle der Kommentierten fühlen würden."
Niemand, der sich für so eine Rubrik photographieren läßt, kann so ignorant sein, nicht damit zu rechnen, daß er für etwaige krasse "Modesünden" seinerseits entsprechend krasse Kommentare bekommt. Ich habs schon mal anderswo geschrieben, damals, als der Wassermann seine Plakate für eine an und für sich nicht sinnlose Sache vorgestellt hat und sein Bild doch sehr viele Wünsche offen ließ: Wer sein Gesicht im Internet oder sonst irgendwo offen zeigt, muß mit Spott rechnen.
Kapiert das doch endlich. Und wenn Ihr es nicht kapieren wollt, dann werdet zu einer reinen Text-Seite mit ohne Bildern.
"alles ist text"
trotzdem war doch nach wenigen Wochen klar, dass eure neue Rubrik zu Häme und Spott einlädt. Also ihr gebt eine Steilvorlage für Kritik unter der Gürtellinie und wundert euch dann, dass die User den Ball nur noch reinmachen? Das ist doch ein wenig selbstgerecht von euch.
Und ansonsten, Herr Boie: Gott, sind sie nachtragend.
habe heute unter meinem synonymen pseudonym auf tagesspiegel.de einen kommentar zu einem sylvestervorfall in einer berliner u-bahnstation gepostet und schon schlichen verbalsolidarische kommentaristen ums haus um mich an den pranger zu stellen.
das internet spiegelt das leben der strasse. die einen organisieren sich, andere ziehen als ninjas durchs netz. ich selbst re/agiere, wenn ich durch mein ego dazu aufgefordert werde, wie im richtigen leben auch! ;-))
Selbst als anonymer Kommentator sind solche Angriffe ärgerlich, um so mehr natürlich, wenn man mit seinem realen Namen an den virtuellen Pranger gestellt wird.
Wenn dies im Schutze der Anonymität geschieht, ist es natürlich um so erbärmlicher.
03.01.2008 - 00:56 Uhr
Douzitou
Bei allem Respekt für das Ertragen wüster Beleidigungen- dieses Motto finde ich bedenklich und gehört sich nicht für einen "Qualitätsjournalisten". Denn dieses Motto könnte genauso gut stammen von:
- der Bild-Zeitung
- Jürgen Rüttgers nach seiner "Kinder-statt-Inder"-Kampagne
- all den kommentierenden, anonymen Online-Rüpeln.
Das ist sicher das Vernünftigste.
Nur Ihre vorherigen Ausführungen („Kompliment, wenn sich Leute aufregen“, „besser, man wird wahrgenommen“) klingt ein bisschen nach „Hauptsache, ich werde wahrgenommen, egal mit welchen Mitteln“. So wie damals Herr Mißfelder mit den künstlichen Hüftgelenken. Ich hoffe doch sehr, das diese Regel, die für Nachwuchspolitiker zuzutreffen scheint, nicht auch für Nachwuchsjournalisten gilt, oder?
Jede anonyme Kritik (wohl denen, die sich mit Kritik an Stelle von Beschimpfungen herumschlagen müssen) hat einen realen Abnehmer.
Dieser sollte zwar nicht zutreffende Kritik einfach ignorieren, kann es aber nicht, da er, gepackt von der Blogosphäre, jeden Kommentar ernst nimmt und sich den Auswirkungen bewusst ist, die auf einen warten, sollte man etwas nicht ernst nehmen.
Eine Auswirkung ist die sofortige Interpretation eines Einzelnen, basierend auf dem Kommentar eines anderen durch Leser dieses Kommentars.
Dass wir uns in einem "recommendation age" befinden, ist nicht nur vorteilhaft.
Manche Leute mögen halt auch unverbindliche Freiheit und auf dem Marktplatz der Meinungen wird dummes Geschwätz relativ schnell entlarvt, was nicht heißt daß es deshalb gestoppt wird.
Es ist halt schon so das die Anzugträger mit ihrer allmächtigen Autorität gegenüber Praktikanten, im Netz auch nur eine Stimme sind...das wurmt sie. Deswegen hätten sie gerne ein Internet als Schnittmenge aus Ikea,Deutsche Bank und Mentos WerbeWelt, wo am besten mit Fingerabdruck eingeloggt wird und Fragen mit Finanz- und Anwaltsmacht geklärt werden.
Unsereins möchte das nicht, es muß nicht die ganze Welt eine Fußgängerzone sein und mir fällt hier noch Henrico Frank? ein.
So unbeleckt sind Printmedien da ja auch nicht.
Ich möchte jetzt zwar nicht mit den selbstgerechten BILDungsbürgern vergleichen.
Wenn der Espresso nicht reicht om 24/7 on zu sein, muß man halt im Nachhinein Dinge richtig stellen, wie ich es nenne noch mal ordentlich auf die Kakke hauen
Das Netz vergisst schwer vollständig, da kann man weinen, sollte es aber einfach im Hinterkopf haben, beim reintippen und beim Meinung herausbilden. Don´t drink and comment!
Parole: check erst mal das StudiVZ des Personalers, der dich aburteilt!
Und: Im Bloghimmel ist die Luft dünn, der Sauerstoffmangel macht sich manchmal bemerkbar.
Und machen sie sich keine Sorgen, Herr Boie, sich halbwegs fundiert mit den Bloggötzen anzulegen bringt immer etwas whuffie
Fazit: Weine nicht wenn der Regen fällt, damdam,damdam...
05.01.2008 - 05:43 Uhr
nexuslex
Manche Leute mögen halt auch unverbindliche Freiheit und auf dem Marktplatz der Meinungen wird dummes Geschwätz relativ schnell entlarvt, was nicht heißt daß es deshalb gestoppt wird.
Es ist halt schon so das die Anzugträger mit ihrer allmächtigen Autorität gegenüber Praktikanten, im Netz auch nur eine Stimme sind...das wurmt sie. Deswegen hätten sie gerne ein Internet als Schnittmenge aus Ikea,Deutsche Bank und Mentos WerbeWelt, wo am besten mit Fingerabdruck eingeloggt wird und Fragen mit Finanz- und Anwaltsmacht geklärt werden.
Unsereins möchte das nicht, es muß nicht die ganze Welt eine Fußgängerzone sein und mir fällt hier noch Henrico Frank? ein.
So unbeleckt sind Printmedien da ja auch nicht.
Ich möchte jetzt zwar nicht mit den selbstgerechten BILDungsbürgern vergleichen.
Wenn der Espresso nicht reicht om 24/7 on zu sein, muß man halt im Nachhinein Dinge richtig stellen, wie ich es nenne noch mal ordentlich auf die Kakke hauen
Das Netz vergisst schwer vollständig, da kann man weinen, sollte es aber einfach im Hinterkopf haben, beim reintippen und beim Meinung herausbilden. Don´t drink and comment!
Parole: check erst mal das StudiVZ des Personalers, der dich aburteilt!
Und: Im Bloghimmel ist die Luft dünn, der Sauerstoffmangel macht sich manchmal bemerkbar.
Und machen sie sich keine Sorgen, Herr Boie, sich halbwegs fundiert mit den Bloggötzen anzulegen bringt immer etwas whuffie
Fazit: Weine nicht wenn der Regen fällt, damdam,damdam...
05.01.2008 - 05:44 Uhr
nexuslex
Manche Leute mögen halt auch unverbindliche Freiheit und auf dem Marktplatz der Meinungen wird dummes Geschwätz relativ schnell entlarvt, was nicht heißt daß es deshalb gestoppt wird.
Es ist halt schon so das die Anzugträger mit ihrer allmächtigen Autorität gegenüber Praktikanten, im Netz auch nur eine Stimme sind...das wurmt sie. Deswegen hätten sie gerne ein Internet als Schnittmenge aus Ikea,Deutsche Bank und Mentos WerbeWelt, wo am besten mit Fingerabdruck eingeloggt wird und Fragen mit Finanz- und Anwaltsmacht geklärt werden.
Unsereins möchte das nicht, es muß nicht die ganze Welt eine Fußgängerzone sein und mir fällt hier noch Henrico Frank? ein.
So unbeleckt sind Printmedien da ja auch nicht.
Ich möchte jetzt zwar nicht mit den selbstgerechten BILDungsbürgern vergleichen.
Wenn der Espresso nicht reicht om 24/7 on zu sein, muß man halt im Nachhinein Dinge richtig stellen, wie ich es nenne noch mal ordentlich auf die Kakke hauen
Das Netz vergisst schwer vollständig, da kann man weinen, sollte es aber einfach im Hinterkopf haben, beim reintippen und beim Meinung herausbilden. Don´t drink and comment!
Parole: check erst mal das StudiVZ des Personalers, der dich aburteilt!
Und: Im Bloghimmel ist die Luft dünn, der Sauerstoffmangel macht sich manchmal bemerkbar.
Und machen sie sich keine Sorgen, Herr Boie, sich halbwegs fundiert mit den Bloggötzen anzulegen bringt immer etwas whuffie
Fazit: Weine nicht wenn der Regen fällt, damdam,damdam...
leckmichamarsch sagte:
Heul doch! Wer solch einen Müll verzapft, muß auch mit Gegenwind rechnen.
Als ich den Namen las, dachte ich erst an Ironie, aber nein, er/sie meinte es ernst. Schon fast bedauernswert, wie man angeprangerte Steoreotypen doch so leichtfertig und freiwillig bestätigt. Da kommt mir der Verdacht auf, du hast in den 12 Minuten den text zwar gelesen, aber kein bisschen verstanden.
Jetzt ist er also schon so weit, dass er seine eigenen Blogeinträge löscht. Letztens mal hat er noch meinen Kommentar zu einem seiner Blogeinträge gelöscht. Ich weiss nicht mehr, was er als Begründung schrieb, in etwas, keine sachliche Kritik.
Es ist bei ihm wohl nicht so gut angekommen, dass ich mir gewünscht habe, er möge doch in Zukunft für die FTD schreiben, da ich diese schlechte Qulität nur von dort kenne, und vom Handelsblatt anderes gewohnt sei. LOL =)
In dem besagten Blog-Beitrag hatte er im übrigen den Vertag von DFB/DFL und Kirch 'kritisiert'. Anführungszeichen deshalb, weil er, wie bei ihm wohl üblich, einfach nur zusammenhanglos Beleidigungen über DFL und Kirch aneinandergereiht hat. (Sachlich war bei seinem Bog-Eintrag eh alles falsch.)
Erstaunlich, wie mimosenhaft er dann auf meinen Kommentar reagiert hat.
Vielleicht sollte ich doch mal an die Herausgeber des Handelsblattes schreiben.
MfG
06.01.2008 - 19:56 Uhr
RGB
Mir ist wieder eingefallen, dass ich in dem gelöschten Kommentar zu Kwüners Blog auch geschrieben habe, dass leider immer mehr LEute als Journalisten arbeiten, die Journalistik studiert haben, anstatt wie es früher häufig war, aus ihrem jeweiligen Fachgebiet zur Presse zu kommen.
Da muss er wohl noch immer dran kauen. Haha!
RGB sagte:
Hallo nochmal!Mir ist wieder eingefallen, dass ich in dem gelöschten Kommentar zu Kwüners Blog auch geschrieben habe, dass leider immer mehr LEute als Journalisten arbeiten, die Journalistik studiert haben, anstatt wie es früher häufig war, aus ihrem jeweiligen Fachgebiet zur Presse zu kommen. Da muss er wohl noch immer dran kauen. Haha!
Eigentlich haben Sie sich damit kein bisschen besser verhalten als Herr Klüwer selber. Immerhin: Sie haben einen Online-Rüpel mit seinen eigenen Waffen bekämpft.
Daher mein Vorschlag: Für Herrn Klüwer, Sie, "leckmichamarsch" und viele User des Sued-Cafes, die das Wort "Streitkultur" sehr wörtlich nehmen, führen wir ein neues Forum ein, eine Art virtuelle Gummizelle, meinetwegen "Sued-Cafe forte". Die User unterzeichnen eine Verzichtserklärung, in der sie davon absehen, wegen der erlittenen unvermeindlichen Beleidigungen gegen den Provider gerichtlich vorzugehen.
Ach ja, und Heulsusen werden natürlich umgehend gesperrt... :-)
06.01.2008 - 21:10 Uhr
Douzitou
Sehr treffend kommentiert!
Genau das habe ich auch gedacht als ich einen Blick in die Kommentare warf.
Ich brauche das nicht.
Und wenn Sie den von mir benannten Blogbeitrag in Knüwers Blog kennen würden (nur Beleidigungen ohne Inhalt), und dann noch bitte bedenken würden, dass meine Kritik zwar hart, aber absolut sachlich war, und dann noch bedenken würden, dass zu dem Zeitpunkt der Blogbeitrag der 4. oder 3 Link im Hauptteil der Startseite von Handelsblatt.de war (also einer der kleinen Links des ersten Themas auf der Seite), und wenn Sie dann noch wüßten, dass leider auch die anderen drei Beiträge zu dem Thema nicht mehr fundiert waren, wenn Sie dann noch bedenken, dass ich als Kunde viel Zeit verloren habe durch leider nicht dem Standard des Handelsblattes entsprechende Artikel:
DANN wüßten Sie auch, dass mein damaliger Kommentar geradzu sehr freundlich war.
Aber stopp! Sie haben ja Ihren Platz in der Gummizelle gar nicht verlassen. Na dann ...
Byebye
06.01.2008 - 23:06 Uhr
RGB
Als Erinnerung, falls Sie Ihre eigenen Beiträge nicht lesen und schnell vergessen:
"Ex-Spieler als Manager von Vereinen sind nicht zu gebrauchen - anscheinend haben die vielen Kopfbälle ihr Erinnerungsvermögen und die Denkfähigkeit nachhaltig geschädigt."
"palavern"
"Nun kehrt dieser Kirch zurück."
"fett geworden"
"So etwas nennt man wohl Zockermentalität."
Und schließlich:
" Oder Dummheit."
Byebye
06.01.2008 - 23:07 Uhr
RGB
Und falls doch: Wenn Sie ganz höflich und sachlich die Unzulänglichkeiten aufgezeigt hätten, wäre es für Knüwer sicherlich noch viel peinlicher gewesen (dann hätte er wohl auch keinen Vorwand gefunden, Ihren Beitrag zu löschen)
Schöne Grüße
Douzitou
PS: Sorry für die "Gummizelle". Mir hat einfach das Bild so gut gefallen und da konnte ich mich nicht beherrschen...
MfG
RGB
es gibt keinen aufsatz, der nicht irgendwann zwischen profis und amateuren unterscheidet und damit noch den allerletztem blöd-kolumnisten mehr kompentenz zuspricht als durchschnittsbürgern, nur weil erstere irgendwann ein volontariat bei einem provinzblatt gemacht haben. ihr tut gerade so, als hätte der rest der menschheit noch nie einen besinnungsaufsatz schreiben müssen, und daß ich damals in den proseminaren explizit und exzessiv ganz allgemein wissenschaftliches arbeiten gelernt habe, scheint ein temporärer ausrutscher meiner uni gewesen zu sein.
habt ihr euch eigentlich mal gefragt, ob es einen zusammenhang gibt zwischen der aktivität der amateure und der tatsache, daß z.b. ein großteil der zuschauer die tagesschau nicht versteht oder (als prominentestes beispiel) die NY Times wiederholt kritiklos regierungspropaganda nachdruckt? in der berichterstattung über VDS wird nur gejammert, daß journalisten nicht die selben privilegien genießen wie abgeordnete, für den rest der bevölkerung ist es demnach okay?
meine geduld mit der taz war endgültig erschöpft, nachdem auf einen unter mehreren aspekten grottenschlechten und sachlich falschen artikel in einer serie nach differenzierter kritik meinerseits in keinster weise reagiert wurde. bis zum ablauf des abos habe ich mich dann auf agenturberichte beschränkt. das SZ abo ist übrigens nach noch nicht mal einem jahr vorsichtshalber zur kündigung vorgemerkt, denn diese obskure position zum internet und die klage gegen den perlentaucher beweisen, daß einige phänomene der neuzeit in münchen noch nicht angekommen sind.
graswurzelbewegungen und alternative stadtzeitungen gab es schon in der 70ern, damals wars etwas mühsamer und das finanzielle risiko für die herausgeber ungleich größer. basisaktivitäten sind nicht neu, das internet vergrößert lediglich die chancen des einzelnen sich zu artikulieren. UND DAS IST GUT SO!
das klappt leider nicht immer zivilisiert, aber diese plumpe verallgemeinerung vom anonymen pöbel zeugt lediglich von argumentationsschwäche, von differenzierter recherche ganz zu schweigen …








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30.12.2007 - 19:12 Uhr
leckmichamarsch