Der Fluch der Oberflächlichkeit
Jeder Mensch bestimmt gerne selber darüber, ob er das eigene Leben zum öffentlichen Thema machen möchte – auch Journalisten. Was aber, wenn andere Menschen beschließen, eine öffentliche Debatte über die eigene Person zu führen? Was kann man tun, wenn die Auseinandersetzung diffamierend und unsachlich geführt wird? Die Antwort lautet: nichts. Und: Willkommen im Internet. Vor ein paar Monaten schrieb ich einen Artikel für das Feuilleton der Süddeutschen Zeitung. Darin stellte ich die These auf, Weblogs hätten großes Potenzial, das in Deutschland – zumal im Vergleich mit den USA – leider nicht ausgereizt werde. Mein Artikel hat sehr viele Reaktionen hervorgerufen. Von außerhalb der Blogwelt erreichten mich einige zustimmende E-Mails. Die Blogger selbst sahen die Sache naturgemäß kritischer. Was mich geärgert hat, ist, wie die Debatte in den Blogs geführt wurde. Als mir der Medienjournalist und Blogger Stefan Niggemeier nachts um 1:14 Uhr eine Mail schickte, antwortete ich nur Stunden später, dass ich unterwegs sei, und deshalb nicht sofort antworten könne. Unter seiner Mail, die teilweise interessante Kritik an meinem Text enthielt, über die ich gerne diskutiert hätte, hatte Niggemeier geschrieben: „Ich würde Ihre Antworten, wenn Sie nichts dagegen haben, gerne in meinem Blog stefan-niggemeier.de/blog veröffentlichen.“ Ich hätte nichts dagegen gehabt. Leider veröffentlichte er seine Mail an mich schon mal vorab ohne meine Antworten. Und brach damit eine Debatte über mich statt mit mir vom Zaun – während ich unterwegs war und nicht reagieren konnte. Das hatte ich ihm ja geschrieben. Es war eine Sache von Minuten, bis der Handelsblatt-Reporter Thomas Knüwer, „Alphablogger“ und laut Readers Edition „Grenzgänger zwischen klassischen Medien und Blogosphäre“ (!) unter Niggemeiers Eintrag kommentierte: „Der Junge hat 2001 noch einen Schülerzeitungspreis gewonnen, wenn ich das richtig sehe. Wieder einmal wird hier ein als Freier akquirierter Studi ohne Anleitung losgelassen. Und damit er Geld verdient schreibt er schön so, wie es Herr J. in der Chefetage wünscht. Rückgrad wächst halt erst später. . . “
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- Was vom Macchiato-Meeting übrig bleibt 13.05.2012
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- Hooligans - Es geht nicht darum, andere ernsthaft zu verletzen 06.05.2012
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MfG
RGB
es gibt keinen aufsatz, der nicht irgendwann zwischen profis und amateuren unterscheidet und damit noch den allerletztem blöd-kolumnisten mehr kompentenz zuspricht als durchschnittsbürgern, nur weil erstere irgendwann ein volontariat bei einem provinzblatt gemacht haben. ihr tut gerade so, als hätte der rest der menschheit noch nie einen besinnungsaufsatz schreiben müssen, und daß ich damals in den proseminaren explizit und exzessiv ganz allgemein wissenschaftliches arbeiten gelernt habe, scheint ein temporärer ausrutscher meiner uni gewesen zu sein.
habt ihr euch eigentlich mal gefragt, ob es einen zusammenhang gibt zwischen der aktivität der amateure und der tatsache, daß z.b. ein großteil der zuschauer die tagesschau nicht versteht oder (als prominentestes beispiel) die NY Times wiederholt kritiklos regierungspropaganda nachdruckt? in der berichterstattung über VDS wird nur gejammert, daß journalisten nicht die selben privilegien genießen wie abgeordnete, für den rest der bevölkerung ist es demnach okay?
meine geduld mit der taz war endgültig erschöpft, nachdem auf einen unter mehreren aspekten grottenschlechten und sachlich falschen artikel in einer serie nach differenzierter kritik meinerseits in keinster weise reagiert wurde. bis zum ablauf des abos habe ich mich dann auf agenturberichte beschränkt. das SZ abo ist übrigens nach noch nicht mal einem jahr vorsichtshalber zur kündigung vorgemerkt, denn diese obskure position zum internet und die klage gegen den perlentaucher beweisen, daß einige phänomene der neuzeit in münchen noch nicht angekommen sind.
graswurzelbewegungen und alternative stadtzeitungen gab es schon in der 70ern, damals wars etwas mühsamer und das finanzielle risiko für die herausgeber ungleich größer. basisaktivitäten sind nicht neu, das internet vergrößert lediglich die chancen des einzelnen sich zu artikulieren. UND DAS IST GUT SO!
das klappt leider nicht immer zivilisiert, aber diese plumpe verallgemeinerung vom anonymen pöbel zeugt lediglich von argumentationsschwäche, von differenzierter recherche ganz zu schweigen …
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07.01.2008 - 00:26 Uhr
Douzitou
Und falls doch: Wenn Sie ganz höflich und sachlich die Unzulänglichkeiten aufgezeigt hätten, wäre es für Knüwer sicherlich noch viel peinlicher gewesen (dann hätte er wohl auch keinen Vorwand gefunden, Ihren Beitrag zu löschen)
Schöne Grüße
Douzitou
PS: Sorry für die "Gummizelle". Mir hat einfach das Bild so gut gefallen und da konnte ich mich nicht beherrschen...