Die Weihnachtsflucht: Vier Protokolle
Text: dana-brueller - Illustration: Lucille Mietling
Wir jammern über Weihnachten, Weihnachtslieder, Weihnachtsplätzchen, Weihnachtsgeschenke und Weihnachtskonsumterror. Aber wir ziehen nur selten die Konsequenzen - und lassen Weihnachten mal ausfallen. jetzt.de stellt vier Menschen vor, die an Weihnachten etwas Besseres als Weihnachten vorhaben.
1. Arbeitsflucht
Jens, 28, Radio-Moderator
Das Schlimme an Weihnachten ist, dass einem vorgeschrieben wird, weihnachtliche Stimmung zu haben und dass man besinnlich sein soll – alles kommerzieller Mist. Meistens arbeite ich an Heiligabend bis sieben oder acht Uhr abends. Ich gehe danach kurz bei meinen Eltern vorbei, dann essen wir und dann gibt’s Bescherung – und vorbei. Das Essen ist aber auch überhaupt nicht weihnachtlich, sondern ganz einfach – ohne Stress und ohne Baumschmücken. Und am nächsten Morgen gehe ich wieder zurück in die Arbeit. Alle Anderen wollen an Weihnachten unbedingt frei haben und feiern, deshalb sage ich jedes Jahr: Gut, ich mach’s! Weil mir Weihnachten ja sowieso nichts bedeutet und mich nicht interessiert. Für mich ist Weihnachten eben ein ganz normaler Tag. Ich habe mit dem Arbeiten an Weihnachten überhaupt kein Problem – das würde ich die nächsten 20 Jahre so machen. Bevor ich gearbeitet habe, habe ich mich an Weihnachten immer mit meinen Freunden getroffen und Glühwein getrunken.
Ich habe an Weihnachten übrigens immer ein T-Shirt der Metal-Band „Camkard“ an. Da ist ein Weihnachtsmann drauf, der seine Kutte aufreisst und untenherum so eine Bierflasche hat. Oben steht ganz groß „Fuck Christmas!“. Das habe ich mir mit zwölf in meiner Bad-Religion-Phase bestellt. Ich trage es immer noch, aber mittlerweile unter dem Pullover.