11.12.2007 - 15:04 Uhr

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Es passiert ohne uns.

Text: moi_judita

Irgendwo um mich herum passiert der Alltag. Ich tue es sogar selbst – Alltägliches. Wie programmiert. Alles schon mal da gewesen. Aber war da damals auch kein Ende in Sicht? War es da genauso hoffnungslos? Hat nur der Blick zurück, mit der Erkenntnis, mit dem Wissen, alles in ein sentimentales Lächeln verwandelt? Diese Rohrbruchtage irgendwann im Sommer… Waren die auch so schlimm? Ich vergesse. Immer mehr. Die Realität ist übermächtig und gleichzeit so falsch, so verlogen, dass ich ihr nicht glauben kann. Mich ihr nicht hingeben kann. Versuche zu bewahren. Wenigstens ein bisschen. Wenigstens Momente. Um nicht genauso hart zu werden, kalt und gleichgültig. Bloß nicht genauso werden, wie… Wo sind die Momente? Alles treibt auf einen Strudel zu. All die Erinnerungen. Ein Strudel aus Tränen. Aus sinnlosen Gesprächen. Aus Beinaheküssen auf Tanzflächen. Aus Pärchenfotos. Aus falschem Glück. Aus echtem Glück. Aus vorübergehenden Glück. Aus Betrunkenheit. Aus Kälte. Aus Vergessen. Ganz viel Vergessen. Alles treibt darauf zu. Wir an einem Sommertag im kühlen Wasser. Lachend und albern und voller neuer Sehnsucht. Es war nicht hoffnungslos, damals. Wir waren noch wir selbst. Wir kannten einander noch. Damals… Der Moment, dieser wunderbare Sommertagsmoment fließt weg. Verschwindet mit höhnischem Gelächter in den Tiefen des Strudels. Nichts bleibt außer falschen Wörtern. Einfallslosen Wörtern. Wörtern, die dem allen nicht mehr gewachsen sind. Wörtern, die nicht mehr erklären können. Die dich nicht mehr erreichen. Die jedes Lachen um die Augen herum verloren haben. Die nicht mehr wir selbst sind. Zu metaphorisch. Viel zu metaphorisch. Es sollten keine Wörter nötig sein, um uns zu erklären. Ein Sommertag würde reichen. Ein einziger Sommertag. Nichts bleibt. Nichts bleibt außer Dezemberregengeprassel. Einer lauwarmen Tasse Milchkaffe. Einer heißen Portion Immernochliebe. Und das Knistern des Plattenspielers. i walk away forget your name i like the way you pass the blame to me so easily why can't i do the same the bed is made the days, they came and went away with discontent for me days, they came and went away with discontent for me (Amanda Rogers, Days They Came And Went)


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4 Kommentare

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rainbow_country
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Mag ich Mag ich nicht

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11.12.2007 - 19:30 Uhr
rainbow_country

toll!

paxi
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Mag ich Mag ich nicht

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11.12.2007 - 20:36 Uhr
paxi

ja, wunderbar.

lunaka
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Mag ich Mag ich nicht

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13.12.2007 - 14:02 Uhr
lunaka

Hab' Dich schon länger abonniert :-) Und dieser Text ist einfach wundervoll! Danke! Viele meiner Gefühle und meine Stimmung eingefangen.

red_medicine
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Mag ich Mag ich nicht

0

26.01.2009 - 18:31 Uhr
red_medicine

Fantastisch geschrieben und irgendwie ein bekanntes Gefühl


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moi_judita

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