unten drunter.
als sie morgens aus dem schlaf erwacht und die augen aufklappt, liegt da schnee, der alles dumpf und weit weg erscheinen lässt. sie erkennt ihre welt nicht wieder, doch neugierig öffnet sie ihre augenlider, blickt aus dem fenster, in diese weiss umhüllte umgebung. kälte dringt an die fensterscheibe und lässt kristalle anfrieren. komplexe muster in denen jeder stern einzigartig ist, die zusammen bilder ergeben, welche sich deuten lassen. mit leichtem schrecken stellt sie fest, wie schnell das leben vorbeirauscht und wie wenig sie sich an gestern erinnern kann. an etwas vergangenes, dass sie verdrängt um weiterleben zu können. an ein gestern, in dem noch kein schnee lag. minuten später sitzt sie im zug, schaut aus dem fenster und hofft, dass all das was ihr auf den verstand drückt unter dieser blassen decke versteckt, eingefroren und festgefroren im starren boden bleiben wird und doch, sie weiss das der schnee wieder zu wasser schmelzen wird, sich sammelnd in bächen, überfliessend in see und meer. ein boot, um nicht unterzugehen und selber unter diesem weiss zu eis frieren, sollte sie sich bauen. einen kompass, um den richtigen kurs zu halten, wenn rund um nichts sein wird, sich wünschen. ein anker, um nicht vom sturm in alle richtungen getragen zu werden, über bord werfen. und irgendwo wird es ein ufer geben. die ruhige glatte fläche, die bei unwetter und wind holperig wird, spiegelt alles. und aufgewühlter sand, auf dem grund, formatiert sich neu. doch heute kann sie nicht unter die wasseroberfläche tauchen, dass alles ist ihr noch zu nah und die zugtüre, die sich öffnet, weil menschen ein- und aussteigen, lässt sie frösteln. sie schlingt ihren mantel enger um den körper und drückt sich tiefer in den sitz, in welchem sich viele menschengedanken festballen. ruhig ist es im abteil und jeder ist bei sich, mit seinen eigenen dingen, unter der sanften weissen pracht, um welche die meisten froh sind, damit sie dem ende noch eine weile entgegengehen können.
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- vom laut sein. 05.11.2007
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Und das Bild dazu erst!
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traumhaft, ja.
das rauschen der zeit. heute ist dezember. es sind jetzt zehn monate. ich frage mich, was ist in diesen zehn monaten passiert.
und dezember. heute sind es zwölf monate ohne ihn. ich frage mich ...
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Er erinnert mich an diese Tage, an denen mir schon gleich nach dem Aufwachen alles fremd erscheint, als wäre ich nur eine Vertretung für mich selbst.
Allerdings finde ich persönlich, dass das Bild nicht so gut dazu passt. Der Text ist zwar melancholisch, aber an Selbstmord lässt er mich nicht direkt denken.
"..und drückt sich tiefer in den sitz, in welchem sich viele menschengedanken festballen."
diese stelle mag ich nicht so recht verstehen.
"..damit sie dem Ende noch eine Weile entgegengehen können."
ein ganz, ganz toller satz.
ein wunderbarer text. *
***
du hast wundertolle worte gefunden...
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01.12.2007 - 01:32 Uhr
SambalOelek