02.12.2007 - 19:00 Uhr

0 41 Über Twitter weiterempfehlen

Humboldt oder Arbeitsmarkt - wie studiert man richtig

Text: peter-wagner - Montage: Katharina Bitzl

Die Nachricht, dass die Freie Universität Berlin (FU) künftig zu den Elite-Universitäten des Landes gehören wird, war gerade ein paar Tage alt, als Inga Nüthen ihr Manuskript packte, um den Erstsemestern bei der Immatrikulationsfeier an der FU schlechte Laune zu machen: „Ich will euch eigentlich nicht gleich den Enthusiasmus nehmen“, begann sie ihre Rede, „aber ich kann und will an dieser Stelle nicht in die allgemeinen Lobeshymnen über die angeblich so freie Universität mit einstimmen.“ Inga studiert Politik an der FU, sie ist 23 und Fachschaftsreferentin im Allgemeinen Studierendenausschuss, sie findet, dass Bildung gerade zur „international handelbaren Dienstleistung“ gemacht wird. Ihr geht das Konkurrenzdenken hinter dem Elitewettbewerb auf den Senkel und sie kritisiert die Umstellung auf die Bachelor-Master-Abschlüsse: Im neuen verschulten Studiensystem, sagt Inga, bleibe keine Zeit mehr, sich mit den Inhalten „wirklich auseinanderzusetzen.“ Eifrige deutsche Unis Hinter dieser Kritik stecken vor allem zwei Fragen: Wie viel Zeit braucht eigentlich gute Bildung? Und wie viel Effizienz verträgt sie? Die Hochschulen reformieren sich wie noch nie in der Geschichte und führen Bachelor- und Masterabschlüsse ein. Es soll ein einheitlicher europäischer Hochschulraum entstehen, in dem die Studenten schneller und an unterschiedlichen Orten studieren können. Das ist gut für die Studierenden, dachten sich die europäischen Bildungsminister, die das 1999 beschlossen haben, das ist auch gut für die Wirtschaft, die gerne junge Leute einstellt. Seitdem gibt es Ärger. Vor allem die deutschen Hochschulen sind eifrig in Sachen Studienreform. Bis September dieses Jahres gab es schon fast 7 000 Bachelor- und Masterstudiengänge. Nach einer Statistik der Hochschulrektorenkonferenz führen gerade 61 Prozent aller Studiengänge zum Bachelor oder Master. Aus dem Studium wird deshalb Schule, aus Bildung wird Ausbildung. Kritiker sprechen vom „atemberaubenden Untergang der Universität“. Studiert wird nun in Modulen und in Geisteswissenschaften gibt es Multiple Choice-Tests. Wilhelm von Humboldt hatte sich im 19. Jahrhundert die Universität als geistigen Ruhepunkt ausgedacht, an dem Schüler zu Fragenden und Forschenden werden. Er hatte an eine umfassende humanistische Bildung junger Menschen gedacht. Mit der Reform wird vor allem an die Arbeitsmarktfähigkeit der Studenten gedacht. „Die Studierenden stehen wahnsinnig unter Druck“, sagt Vivian Wendt. Sie ist Pastorin und leitet in Hamburg die studentische Telefon und E-Mail-Seelsorge. Nach einem Semester Ausbildung nehmen dort Studenten die Anrufe von Kommilitonen entgegen – die Zahl der „Erstanrufer“ nimmt zu. Vivian Wendt berichtet vom Stundenplan eines Studenten, in dem 50 Wochenstunden eingetragen waren; sie erinnert sich an Anrufer, die sich nicht eingestehen, dass ihnen alles zuviel ist. „Die Studenten haben keinen freien Blick mehr für was anderes, außer für das Studium und fürs Jobben.“ Eine Folge der Studienreform, sagt Wendt und meint: Eine Folge des Zeitmangels. Im Sommer entschied die Hamburger Körber-Stiftung, zu dem seit 1996 ausgerichteten Deutschen Studienpreis keine Abschlussarbeiten von Studenten mehr zuzulassen. Die Qualität gehe seit einigen Jahren zurück, heißt es aus der Stiftung: Unter den neuen Studienbedingungen bleibe den Studierenden kaum noch Zeit für ordentliche Forschung.
Immer weniger Qualität, immer mehr depressive Studenten in den psychosozialen Beratungsstellen des Studentenwerks, immer mehr Proteste gegen ein korsettiges Studium: Der Stand der Studienreform lässt sich leicht von der „immer schlimmer“-Seite betrachten. Doch gerade weil diese Reform in ihrem Umfang ohne Beispiel ist, fordern Beobachter auch Gelassenheit. Erst nach und nach werden mehr Bachelor-Studenten fertig, die mit ein bisschen Abstand in den Rückspiegel sehen und sagen können, ob das griffigere Studium nicht doch seine Vorteile hatte. Die Leute vom Hochschul-Informations-System (HIS) veröffentlichten eben eine Studie, in der sie Absolventen des Jahres 2005 nach ihrem Studium fragten. Das Ergebnis freut die Freunde der neuen Abschlüsse. „Bachelorabsolventen bewerten ihr Studium im Vergleich zu Absolventen traditioneller Studiengänge besser“ steht da zu lesen. Die Studenten wurden nach der wissenschaftlichen Qualität der Lehre oder nach dem Praxisbezug des Studiums gefragt. Besonders gute Noten gaben dabei die Studenten der Ingenieurwissenschaften ihrem Studium. Besonders schlechte Noten aber gaben die Geisteswissenschaftler. Soll heißen: Der Naturwissenschaftler kommt mit dem verschulten Studium gut Schuss. Der Denker nicht so. Klaus Klemm ist Bildungsforscher und mag Zustimmung oder Ablehnung für das neue Studiensystem nicht mit der Fachrichtung verbinden. „Nicht alle Anfänger eines Jahrgangs wollen nach Humboldt studieren. Das ist ein naiver Glaube“, sagt Klemm. „Für die motivierten Studenten ist das, was wir da veranstalten eine intellektuelle Gängelung“, sagt Klemm. „Für die anderen – ist es eher besser.“ An der eigentlichen Reform lässt sich ohnehin nicht mehr rütteln. Spätestens 2010 sollen alle Abschlüsse umgestellt sein. Diskutierbar ist nur, mit welchem Leben diese Studiengänge künftig gefüllt werden. Die einstigen Verfechter eines schnellen Studiums sehen zum Beispiel gerade mit Bauchgrimmen auf den Reformprozess. „Wir wollten die extrem hohen Abbrecherraten senken“, sagte der emeritierte Germanistik-Professor Harro Müller-Michaels der Wochenzeitung Die Zeit. „Doch dass dieses modularisierte Klein-Klein der Preis für den Erfolg ist, das haben wir nicht gewollt.“ Müller-Michaels wird bisweilen als einer der Väter der Studienreform bezeichnet. Er sorgte dafür, dass die Geisteswissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum zu den Ersten gehörten, die den Bachelor anbieten. Heute ärgert er sich, wenn er überfrachtete Studiengänge sieht, in denen die Zeit für das Wesentliche fehle. Und das ist das eigentlich Paradoxe: Im neuen Studienmodell, in dem es allen besser gehen sollte, mangelt es nun am Wichtigsten. An der Zeit für ein Auslandsstudium, für soziales Engagement oder an der Zeit, in bestimmten Fächern in die Tiefe zu gehen. Deshalb gibt es nun erste Diskussionen darüber, etwa das Bachelor-Studium, wo nötig, sieben oder acht Semester laufen zu lassen. Im Beschluss von Bologna steht nämlich nicht, dass ein Bachelor-Studium nur sechs Semester dauern darf. Vielleicht ist der Effizienzbegriff nicht auf alle Studiengänge gleich anwendbar und die Ökonomisierung des Studiums hat ihre Grenzen. Zumindest, wenn man nicht komplett verlieren will, was Herr von Humboldt sich für die Studenten bestimmter Fächer ausgedacht hat: Zeit zum Nachdenken. Vielleicht braucht es auch nur einen anderen Begriff von Effizienz. „Jemand studiert effizient, wenn er sich mit dem auseinandersetzt, was er studiert“, sagt Vivian Wendt von der Studentischen Seelsorge. „Und das braucht Zeit.“


Neue Magazin-Texte:
Textoptionen
Mehr Texte von
peter-wagner
Mehr Texte zum Label
jetztgedruckt
Text Freunden empfehlen Text drucken Text melden
Der Text gefällt Dir?
Lesenswertpunkt schenken
Fehler gefunden?
Report an Error
Hier bei jetzt.de anmelden,
Texte schreiben und kommentieren.
41 Kommentare

speichern
dem_osten_so_nah
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

02.12.2007 - 19:17 Uhr
dem_osten_so_nah

das ist mit dem tiefgang ist sehr wahr...der fehlt stellenweise doch sehr eindeutig. sollte einen aber nicht verwundern, wenn man in sechs semestern 32 module abschließen soll.
und deren einziger vorteil ist, dass man absehbare, kleine ziele vor augen hat, die dann erreicht sind (und einen nicht mehr behelligen), wenn man die klausur gemeistert hat.

farilari
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

02.12.2007 - 19:20 Uhr
farilari

deutsche studenten sollten einfach etwas mehr arbeiten und weniger jammern.

suesswarenabteilung
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

02.12.2007 - 21:32 Uhr
suesswarenabteilung

multiplechoice bei geisteswissenschaften liegt aber an den lehrstühlen. die spielen das spiel doch mit. zitat "auch wir müssen uns anpassen. multiple choice. beschweren sie sich doch bei der regierung. oder gleich bei der eu."

Fabien_Philip_Meunier
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

02.12.2007 - 21:45 Uhr
Fabien_Philip_Meunier

@ dem_osten_so_nah:

Aber fordert das nicht gerade dieses Bulimie-Lernen, wie wir es aus den Schulen kennen? Sobald die Schulaufgabe/Klausur rum ist, geht das Gelernte nämlich gerne flöten.


@ farilari

Weniger betuchte haben meiner Meinung nach allen Grund zum jammern. Da gibt es einige, die genug ackern, weil es mit dem Finanziellen nunmal nicht so hinhaut. Also bitte nicht alle über einen Kamm!

Herrfischer
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

02.12.2007 - 22:08 Uhr
Herrfischer

Es besteht momentan die Gefahr, diese alten lassez-faire Studiengänge zu romantisieren. Ich gehöre zu den wenigen, die beides erleben durften, da ich freiwillig ins BA/MA-System umgestiegen bin. Und obwohl mich mein Master zuweilen überfordert und mir in der Tat nur wenige Freiheiten lässt, lerne ich heute doch wesentlich (!) mehr und konzentrierter als früher.

Jedenfalls Danke für den differenzierten Bericht (dem allerdings hinzuzufügen ist, dass an der Freien Universität nicht alle Studierenden so mies gelaunt sind wie ihre angeblichen Vertreter).

dem_osten_so_nah
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

02.12.2007 - 22:10 Uhr
dem_osten_so_nah

Fabien_Philip_Meunier sagte:
@ dem_osten_so_nah:Aber fordert das nicht gerade dieses Bulimie-Lernen, wie wir es aus den Schulen kennen? Sobald die Schulaufgabe/Klausur rum ist, geht das Gelernte nämlich gerne flöten!

zwangsläufig tut es das.

joni
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

02.12.2007 - 23:05 Uhr
joni

also ich finde das bachelor/master system grundsätzlich gut
aber an der umsetzung hapert es noch gewaltig....

und ich denke gerade in fremdsprachen fächern in denen ein längerer auslandsaufenthalt verpflichtend ist sollte überlegt werden die regelstudienzeit um 1 oder 2 semester zu verlängern

soylentyellow
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

03.12.2007 - 00:50 Uhr
soylentyellow

dem_osten_so_nah sagte:
Fabien_Philip_Meunier sagte:
@ dem_osten_so_nah:Aber fordert das nicht gerade dieses Bulimie-Lernen, wie wir es aus den Schulen kennen? Sobald die Schulaufgabe/Klausur rum ist, geht das Gelernte nämlich gerne flöten!

zwangsläufig tut es das.


Ich glaube das Gegenteil ist der Fall.

Da man sich pemanent und aktiv ! mit dem Gelernten auseinandersetzt (bzw. dazu gezwungen ist) und nicht erst am Ende des Studiums wenn die große Abschlussklausur /Prüfung kommt.

Außerdem ist es fairer da bei einer einzigen Prüfung am Ende des Studiums doch sehr viel Glück und Zufall abhängt.

Besteht die Leistung dahingegen aus vielen kleinerern Prüfungen, welche kontinuierlich passieren weiß man erstens eher was von einem erwartet wird und zweitens wo man steht.

Da es mehrere Prüfungen sind, die alle zum Endergebnis zählen, ist die Gefahr eines Ausrutschers oder auch unverschämten Glücks wesentlich geringer als bei einer einzigen Prüfung.

Beispielsweise werde ich einige mündliche Prüfungen haben die etwa jeweils 20 Minuten dauern werden - und das soll es dann gewesen sein? In diesen 20 Minuten will man feststellen können wie gut (oder schlecht) ich bin? Objektiv? Bitte?!?! Außerdem erleichtern schwammige Angaben zu was denn in diesen Prüfungen genau geprüft wird die Vorbereitung nicht unbedingt.

CommodoreSchmidtlepp
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

03.12.2007 - 08:23 Uhr
CommodoreSchmidtlepp

Also man hat beim Bachelor mehr zu tun ja, die Leute die jetzt mit dem BA nicht klarkommen wären aber auch nicht mit dem Magister klargekommen, und diejenigen die gut sind bleiben gut. Was mir einfach auf den Senkel geht, dass zwar von Studenten verlangt wird sich an die neuen Gegebenheiten anzupassen, bei der Verwaltung und den Dozenten die Wende zum BA teilweise leider noch nicht stattgefunden hat. Wenn man dann auf dem Prüfungsamt den Mitarbeiterinnen sagen muss welche Leistungen man für Prüfung XY erbringen muss nimmt das dann bizarre Formen an. Alles in allem würde ich aber sagen halb so wild. Das haben wir so bestellt, niemand hat all zu großen Terror gemacht oder sich dagegen gewehrt, jetzt wird das halt so gegessen. In 30 Jahren, wenn unsere Generation den langen Marsch durch die Institutionen durch hat, wirds vielleicht wieder schöner, ich weiß es nicht, ich muss jetzt studieren und das mache ich auch.

Cheers!

vigezzo
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

03.12.2007 - 08:32 Uhr
vigezzo

und wo steht da jetzt wie man richtig studiert??

DagnyTaggart
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

03.12.2007 - 08:42 Uhr
DagnyTaggart

Verwechselt da jemand rückblickend und verklärend nicht 'Humbold' mit einem angenehmen Studentendasein, 2maligem Nebenfachwechsel, 4 Jahren Jobben in der Kneipe, 2 Jahren Jobben im ASta, Party bei intellektuellem Billigrotwein von DI-DO und WG-Party von Fr-Sa??

Studieren ist immer eine Investition in die eigene Ausbildung und die eigenen Fertigkeiten.

Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

03.12.2007 - 08:45 Uhr
DagnyTaggart

Wer Humbold sucht, soll sich mal da umsehen, wo das Deutsche Diplom sehr, sehr anerkannt ist (im Ausland, auch im angelsaechsichen Ausland): Naturwissenschaftler und Ingeneure.

Von Humbold keine Spur, ein dichter Studendenplan vom ersten Semester an, Tutorien und Semi-Verpflichtende Hausaufgaben, die hälfte geht nach 3 Semestern wieder. Bei Physik und Co. ist all das, was die Geistis beklagen seit Jahrzenten realitaet.

Jollscherl
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

03.12.2007 - 09:59 Uhr
Jollscherl

"Wie viel Zeit braucht eigentlich gute Bildung? Und wie viel Effizienz verträgt sie? ":
das kann man so nicht sagen, meiner meinung nach. ein lehramtsstudium geht in regelstudienzeit, ohne, dass man viel versäumt hat, was man unbedingt gebraucht hätte. dafür gibts ja die studienordnung. da lernt man dann ja an der referendariatsschule ohnehin noch sehr viel nach...
aber eine geisteswissenschaft? in sechs semestern? um gottes willen, das ist doch ein riesengroßer schmarrn.
und effizienz: es läuft darauf hinaus, dass man - ich kann jetzt ja nur von geisteswissenschaftlern ausgehen - nur noch das belegt, was vorgeschrieben ist und angerechnet wird. kein rein schnuppern in andere bereiche mehr, kein "ich schau mir mal ein paar sachen in philosophie an, um die neuere literatur überhaupt verstehen zu können..." etc. und vor allem: keine kerngebiets-bildung mehr! was sind denn das für geisteswissenschaftler, die gar nicht wissen, auf welchem gebiet des faches ihre qualitäten liegen? wie denn auch - wenn man ein hauptseminar in litertur und eins in sprachwissenschaft gemacht hat, und dann zum abschluss antritt?!
das ist nicht studieren, das ist schule für erwachsene.

-> "Unter den neuen Studienbedingungen bleibe den Studierenden kaum noch Zeit für ordentliche Forschung. "
Eben. Ich hab ein paar Abschlussarbeiten von Bachelor-Germanisten gelesen. Und ich hätt am liebsten im Kreis gekotzt bei so viel Käse... Aber wie soll mans denn in der Zeit, in der man bisher grade mal das Grundstudium gemacht hat (die absoluten GRUNDLAGEN!), was anständiges zusammen schreiben?

"Besonders gute Noten gaben dabei die Studenten der Ingenieurwissenschaften ihrem Studium. Besonders schlechte Noten aber gaben die Geisteswissenschaftler."
ja, ist doch logisch! weil man in den geisteswissenschaften nicht so konkret sagen kann wie in ingenierus-studiengängen, was man als magister (oder halt bachelor) genau gelernt haben muss.

es gab da einen interessanten artikel in der FAZ, wohin denn gerade die Germanistik gehen wird, nach der Einführung dieses unsäglichen Master-Scheißdrecks. Wissenschaftliches Arbeiten, so stand da, sei nicht mehr angestrebt (!!), auch solle man nicht in richtung Lehramt gehen, da das ja nunmal nicht alle studieren (ok...). da frag ich mich jetzt: wohin soll man denn sonst gehen? nicht wissenschaftlich? es ist doch aber eine geisteswissenschaft... man wolle keine sekundärliteratur mehr mit den studenten lesen... man wolle sich wieder darauf konzentrieren, mit den studenten die wichtigsten deutschen werke zu lesen, die man eben (eigentlich schon VOR oder zumindest NEBEN dem studium) gelesen haben sollte... also: ein erweiterter Leistungskurs Deutsch.
Na bravo.

der_onkel
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

03.12.2007 - 10:48 Uhr
der_onkel

jammern denn auch naturwissenschaftler, juristen, wiwis und ingenieure? oder sind es wieder nur die, die kein summenzeichen schreiben können?

alcofribas
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

03.12.2007 - 11:17 Uhr
alcofribas

der_onkel sagte:
jammern denn auch naturwissenschaftler, juristen, wiwis und ingenieure? oder sind es wieder nur die, die kein summenzeichen schreiben können?


daß hier wieder diskussion geisteswissenschaftler vs. "praktisch verwertbar" aufgemacht wird, war ja klar, und wer die aufmacht, auch.
zu doof, daß ich der sowohl geistes- als auch wirtschaftswissenschaften studiert habe, ein summenzeichen schreiben kann und noch ein paar sinnlose sachen mehr, den vorteil dieses BA-/Master-krams nicht sehe. ich unterstelle, ein breit gefächrtes studium wie meines, wäre jetzt nicht mehr möglich

Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

03.12.2007 - 11:19 Uhr
alcofribas

ergänze ein komma und einmal "ich". an beliebiger stelle :)

BruderHor
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

03.12.2007 - 11:19 Uhr
BruderHor

Danke an Jollscherl, ich geb dir vollkommen recht... wollt mich jetzt auch grade über die doch recht beträchtlichen Unterschiede in den Anforderungen und Notwendigkeiten verschiedener Studienrichtungen auslassen, aber der Kommentar erspart mir längeres lamentieren. : )
kann ich mich also voll und ganz meinen studium widmen (und ein zweites frühstück zu mir nehmen bevor ich mich noch mal im bett zur seite drehe und warte bis es billigrotwein-für-intellektuelle-zeit ist)

der_onkel
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

03.12.2007 - 11:47 Uhr
der_onkel

alco

war ja klar, dass hier immer die gleichen jammern und auch, wer dem irrtum anhängt, er sei studierter wiwi. die geisteswissenschaftler sollen doch fro sein, enfdlich keine magisterwitze mehr.

der_ingenieur
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

03.12.2007 - 12:37 Uhr
der_ingenieur

> "Besonders gute Noten gaben dabei die Studenten der Ingenieurwissenschaften
> ihrem Studium. Besonders schlechte Noten aber gaben die
> Geisteswissenschaftler."
> ja, ist doch logisch! weil man in den geisteswissenschaften nicht so konkret sagen
> kann wie in ingenierus-studiengängen, was man als magister (oder halt bachelor)
> genau gelernt haben muss.

Absolut - Als Ingenieur braucht man bestimmte Grundlagen, und es macht praktisch keinen Unterschied, wie diese im Lehrplan stehen. Ob 'verschult' oder zum selbst aussuchen - ohne geht's nicht, also (ganz der Ingenieur) ist ein vorgegebener und zeitlich abgestimmter Stundenplan am effizientesten.
Dieser Grundstock fehlt -wie ich das sehe- den Geisteswissenschaften (?), was dann keinen Sinn mehr macht, weil dann Vielfalt verloren geht.

belowlee
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

03.12.2007 - 12:53 Uhr
belowlee

Naja, die Geisteswissenschaftler können zumindest Humboldt und Witzbold unterscheiden...

... ein wirklich abendfüllendes Thema. Meines Erachtens wäre zu unterscheiden zwischen den individuellen Belangen des einzelnen Studierenden und der bildungs- sowie arbeitsmarktpolitischen Stoßrichtung des Bologna-Prozesses.

Man kann ja heute keinem wirklich mehr raten, eines der noch angebotenen Magister- bzw. Diplomstudiengänge zu beginnen, aber auch die BA-MA-Studien haben ihre Fallstricke.

Und das beginnt eben auch mit der vorhersehbaren Art und Weise der Umsetzung des Bologna-Prozesses in Deutschland. War es Tucholsky, der schrieb, die Deutschen würden aus Schaden dumm? Oder vielleicht paßt das Bild des auszukippenden Bades, in dem sich das Kind noch befindet, sogar besser.

Ein deutscher Ordinarius kann sich eben nur schlecht vorstellen, daß man das mühsam in zehn Semestern zu Lernende jetzt in sechs schaffen soll, zumal wenn ein guter Teil dieser drei Jahre für den berufspraktischen "Professionalisierungsbereich" draufgehen soll. Und wenn außerdem kein Kollege von den gut und langjährig erprobten Seminaren über die "mittelhochdeutsche Lyrik von Klosterschülern im 14. Jahrhundert in der Oberpfalz" u.ä. lassen möchte.

Da muß dann unendlich viel auf der Strecke bleiben, ohne daß letztendlich wirklich Vergleichbarkeit hergestellt würde. Und das beginnt schon damit, daß für einen zu erwerbenden Leistungspunkt an einer Uni weniger als 20 Arbeitsstunden zugrunde gelegt werden, an einer anderen über 30 Arbeitsstunden.

Und natürlich kommt "der Klopper" eh am Ende: denn es ist zwar gewollt, daß möglichst viele eine Art "College-Ausbildung" absolvieren, aber die Masterausbildung wird auch von den angebotenen Plätzen sehr reduziert und knapp gehalten. Da können sich die Universitäten mittels wohlfeiler und -klingender Masterprogramme profilieren, aber die Mehrheit der Studierenden wird davon wenig haben.
Wenn die Eliteuni Berlin also einen elitären Masterstudiengang aufgelegt hat mit ganzen 20 Plätzen, wieviele dieser dafür zugelassenen Masterkandidaten stammen aus der Politikschmiede Berlin (bei mehr als 600 Powi-Studierenden)? Genau, kein einziger, nicht mal eine einzige.
Und wer bei solchen Aussichten kalte Füße bekommt, gibt nicht nur der Furcht nach, sondern verspürt ein berechtigtes Alarmsignal. Mit Jammern hat das wenig zu tun, finde ich.

Eines der großen Probleme aus meiner Sicht ist die Übernahme der Bachelor-Master-Struktur aus dem angelsächsischen Bereich, ohne deren Bildungsoffenheit mit zu übernehmen. Will sagen: wer in Deutschland ein Diplom in Biologie machte mit einer botanischen Feldarbeit als Diplomarbeit, war und blieb Botaniker. Einmal Germanist, immer Germanist; einmal Ozeanograph, immer Ozeanograph (von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen).

Die Offenheit und auch der große Charme des angelsächsischen Systems, das davon ausging, ein BA-Absolvent habe wiss. Grundlagen erlernt und sei deshalb in der Lage, auch andere berufliche Perspektiven wahrzunehmen, führte dazu, daß der Botaniker auch eine Ausbildung zum Broker bei einer Bank anschließen konnte, daß der Jurist einen Master in Philosophie anfügen konnte, um dann bei einem Nationalpark zu arbeiten etc.
Bis zu dieser Offenheit (die eben auch voraussetzt, daß ein gewisser Bildungsdünkel abgebaut wird) ist es in Deutschland noch sehr weit, fürchte ich.

Zwei abschließende Bemerkungen:
a)Der am schnellsten einen geisteswissenschaftlichen Studiengang in D. studierende war ein Student, der ein Magisterstudium Anglistik in zwei Semestern abgeschlossen hatte (incl. Prüfung). Auch der Schreiber dieser Zeilen hat einen geisteswiss. Studiengang unterhalb der Mindeststudiendauer abgeschlossen (incl. Prüfung), es ging also auch dort. Aber es bleibt dabei immer die Frage, wie hat ein Student die Zeit genutzt. Da gibt es Einser-Absolventen, die gleichwohl keinen Überblick über ihr Fachgebiet gewonnen haben, da gibt es Studenten, die nach 20 Semestern mit Müh und good will einen Abschluß schaffen, aber nahtlos die Vorlesungen des Professors übernehmen könnten. Und da gibt es über allem (und durch die sich abzeichnenden Studienbedingungen bald nicht mehr möglich seiende) einmalige Chance, im Leben zweckfrei sich mit einem Thema auseinanderzusetzen, das für jeden das wichtigste ist: dem eigenen Leben. die dabei in dem typischen Studi-Dasein quasi nebenbei erworbenen soft skills sind es doch, weshalb mensch lieber zu einem 30jährigen Anwalt geht, der während des Studiums von der Asta-Arbeit über die Antifa-Organisation bis zu Anti-Globalisierungskampagnen das Leben kennengelernt hat, als zu jenem 21jährigen Bachelor-Absolventen, dessen Stromlinienform das einzige auffällige Persönlichkeitskennzeichen ist, (gilt analog auch für andere Professionen).

Auch mit einer solchen Bandbreite des Leistungsspektrums tun sich hierzulande nicht nur die Bildungspolitiker schwer, weswegen die mit der Bachelor-Studienstruktur erfolgende Mittelung natürlich auch eine gewollte ist.

b) Die Abstimmung auch über die neuen Studien- und Prüfungsbedingungen mit all ihren Vor- und Nachteilen erfolgt wie immer "mit den Füßen". Und das ist gut so, sollte man hinzufügen. Bloß schade eben, daß weder die Schulen, noch die einzelnen Studienberatungen der Hochschulen dem einzelnen wirklich einen guten Überblick über Möglichkeiten und Optionen, berufliche Perspektiven und Notwendigkeiten verschaffen können.
In der Schweiz haben daher z.B. prof. Studienberater mit einer individuellen Beratung (für bummelige 1200 Fränkli) ziemlich Konjunktur, treffen natürlich in erster Linie nur den Bedarf jener gut situierten Bildungsbürger, die den nötigen (finanziellen) Hintergrund mitbringen.

(Gut, daß es die Marktkräfte da nicht schaffen, gute Beratungs-Angebote für sehr viel weniger Euronen aus dem Feld zu schlagen;)

alcofribas
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

03.12.2007 - 14:14 Uhr
alcofribas

der_onkel sagte:
alcowar ja klar, dass hier immer die gleichen jammern und auch, wer dem irrtum anhängt, er sei studierter wiwi. die geisteswissenschaftler sollen doch fro sein, enfdlich keine magisterwitze mehr.


aha, duiskutieren = jammern? na dann sind wir aber mal froh, daß die vernunft der sachzwangslogiker regiert.

Jollscherl
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

03.12.2007 - 14:15 Uhr
Jollscherl

endlich keine magisterwitze mehr? na sauber... die kommen wohl von denselben genialen geistern, die sich in der schule auch immer über die streber lustig gemacht haben, weil sie meinten, sie hätten ihnen irgendwas voraus...

alcofribas
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

03.12.2007 - 14:22 Uhr
alcofribas

achja und nochwas @onkel
ohne mich in einer wie immer gearteten weise hier allgemein oder dir im speziellen erklären zu müssen, ob ich wiwi studiert habe oder nicht, sagen mir meine studienordnung und mein zeugnis - nicht selbsternannte welterklärer

der_onkel
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

03.12.2007 - 15:08 Uhr
der_onkel

hei, du hast mit der fächerübergreifenden unmöglicheit angefangen. ich habe vwl-diplom, magister-zwischenprüfung in sinologie, bachelor in environmental economics und habe als mitglied des fakultätsrates die modularisierung mitgestaltet und habe damit die absolute deutungshoheit im kosmos. ich weiß, wovon ich rede. nur geisteswissenschaftler jammern, punkt. worüber eigentlich? wirtschaftlichere ausrichtung? dass ich nicht lache.

Jollscherl
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

03.12.2007 - 15:09 Uhr
Jollscherl

"und habe als mitglied des fakultätsrates die modularisierung mitgestaltet"
na bravo

alcofribas
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

03.12.2007 - 15:17 Uhr
alcofribas

"hei, du hast mit der fächerübergreifenden unmöglicheit angefangen"

ja, hab ich. und ich bezweifle immernoch, daß man nach BA-system so wie ich damals an drei fakultäten drei fächer studieren kann, ohne sich zumindest zeittechnisch zu verzetteln. war "damals" schon nicht einfach.
und modularisierung lehne ich sowohl bei der akademischen (inwieweit das dann noch ein ist, hinterfrage ich nicht) als auch bei der beruflichen bildung ab. siehe kfz-mechatroniker, wer bei VW gelernt hat, kommt nie mehr woanders unter, weil die umschulungskosten auf BMW oder Daimler zu höher sind, als sich einen neuen fachidioten zu backen. aber das ist dann natürlich wirtschaftlicher.
für die kapitalseite.

Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

03.12.2007 - 15:24 Uhr
alcofribas

wer = der
und ein zu zuviel. da sieht man, wohin hetze und hast führen. :)

der_onkel
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

03.12.2007 - 15:36 Uhr
der_onkel

alco

habe ich ja auch, das geht, ist nichtmal schwer.

alcofribas
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

03.12.2007 - 15:49 Uhr
alcofribas

dann glückwunsch zu deiner uni, bei mir wars auch machbar, aber offenbar so nicht vorgesehen, ich habe in den 10 semestern, die ich da war, genau einen bzw. eine getroffen, weiß ich so genau nicht mehr, die dasselbe wie ich gemacht hat. alle anderen waren, muß man leider so sagen, mehr oder weniger große fachidioten, ob das nun die juristen, die physiker, die wiwis oder geistis waren.

farilari
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

03.12.2007 - 16:49 Uhr
farilari

dagny, kleine anmerkung: auch die leistungen von deutschen geisteswissenschaftlern sind im angelsächsischen raum sehr hoch anerkannt. zumindest an unis. was den deutschen unis fehlt ist geld, vor allem privates geld, und entsprechende verwaltungen. nicht neue studienpläne, etc.

Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

03.12.2007 - 17:15 Uhr
farilari

onkel: zu den jammernden geisteswissenschaftlern. das problem ist, wie in diesem wie auch einem faz artikel gut angesprochen wird, dass die guten studenten, die die freiheiten nutzen konnten, jetzt gegängelt werden -- ergo jammern sie, und zu recht, wie ich finde. wer früher gut und fleißig war, dem hat die uni viele möglichkeiten eröffnet. "„Für die motivierten Studenten ist das, was wir da veranstalten eine intellektuelle Gängelung“, sagt Klemm. „Für die anderen – ist es eher besser.“" Die anderen jammern aber auch, weil sie kein lotterleben mehr führen können; die jammern zu unrecht.

DagnyTaggart
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

03.12.2007 - 17:18 Uhr
DagnyTaggart

(Wenn Bildung eine Ware waere, koennte sich jeder der will, soviel Humbold kaufen, wie er will.)

larretprochain
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

03.12.2007 - 17:56 Uhr
larretprochain

Zum intellektuellen Austausch dient die "Kontaktzeit". Mit diesem Unwort wurden die ersten Bachlorstudierenden in meinem Studienfach eingeführt. Und die gesamte Wortwahl tendierte auch in diese Richtung. Alles sehr funktionalistisch gedacht, wobei ich mir nicht sicher bin, ob es nicht auch zum großen Teil Unsicherheit ist. Mal abgesehen davon, dass das Ziel unser Hochschulsystem einheitlicher zu machen durch die Profilsetzungen, 50/50; 75/25-Lösungen etc. das Dümmste ist, was man je so lange an Illusion in dieser Debatte aufrecht erhalten konnte.
Es ist mal wieder die Umsetzung, an der alles scheitert.
Ich glaube nicht, dass viele Magisterstudierende ihre Zeit zur freien Auseinandersetzung genutzt haben - mein Eindruck. Gleichzeitig möchte ich jedoch sagen - das ist schade

HelterSkelter
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

03.12.2007 - 19:30 Uhr
HelterSkelter

1. semester.
7 klasuren im januar.
wozu die diplom vorgänger 1 Jahr Zeit hatten,
muss jetzt im ersten Semester absolviert werden.

aber eh egal.
die studenten aus indien gibts ja auch noch.

monni
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

03.12.2007 - 21:05 Uhr
monni

Ich hab meinen Bachelor zur Hälfte in Deutschland und zur Hälfte in England gemacht. Es stimmt schon, dass der BA ziemlich durchstrukturiert ist. Das führt aber auch dazu, dass es halt nicht so viele Leute gibt, die ein oder zwei Seminare pro Semester belegen (nein, das soll jetzt nicht heißen, dass das alle Magister so machen). An meiner deutschen Uni hatte ich schon eine ziemlich gute Auswahl an Seminaren und hab eigentlich immer was interessantes gefunden. Außerdem haben sie dann auch die "fachübergreifende Einheit" eingeführt, wo man eben auch mal was aus der Soziologie oder so belegen konnte. Allerdings muss ich zugeben, dass ich bei dem Pensum halt dann schon Abstriche gemacht habe und nicht unbedingt jedes Buch, das im Seminar behandelt wurde, gelesen habe.
In England fand ichs ziemlich gut, dass man nicht so viele Stunden an sich hatte, aber eben mehr Zeit in die Vorbereitung stecken musste. Da kommt man dann halt auch eher mal dazu, Sekundärtexte zu lesen und sich mit dem, was man da so liest, auch zu befassen.
Außerdem war dort auch die Betreuung wesentlich besser. Dafür sind die Studenten um einiges unselbstständiger als in Deutschland. Anscheinend hat es doch sein Gutes, wenn man sich erstmal alleine zurechtfinden muss. ;)

suesswarenabteilung
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

03.12.2007 - 22:25 Uhr
suesswarenabteilung

das problem, was zeitgleich mit ba und ma kam war der trend des "interdisziplinären" - klingt toll, wäre es sicher auch, wenn man es weiter in der form vom magister mit haupt- und nebenfächern behalten hätte. ich dachte auch, ich lerne mehr und besser, wenn ich regelmäßiger klausuren schreibe und alle was zählen. doch leider sind die meisten ba-fächer interdisziplinär, was bedeutet, wenn ich glück habe, studiere ich zwei semester dasselbe themengebiet. der normalfall ist allerdings, dass ich mir aus einem mischmasch an veranstaltungen schön die raussuche, die in meinem studiengang anerkannt werden, unabhängig davon, ob sie mich interessiere oder nicht, denn ich kann ja nich nur 2 klausuren schreiben im semester, nur weil das eine seminar nur einmal im jahr angeboten wird. ich finde die aufteilung hier in finnland in zwei perioden pro semester sehr gut. es is anstrengend, weil man viel lernen und schreiben muss. aber man kann mehr kurse besuchen, die dann aufeinander aufbauen, miteinander kooperieren. aber vllt bin ich da auch nur dieser meinung, weil ich eben an einer relativ kleinen uni studiere und deshalb zwei veranstaltungen zur eu in einem semester undenkbar wären... im nächsten semester hat man leider schon wieder alles vergessen, was man im davorigen über die eu gelernt hat...

Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

03.12.2007 - 22:30 Uhr
suesswarenabteilung

und noch was: ich denke nicht, dass wir geiteswissenschaftler jammern. allerdings ist unser schwerpunkt die wissenschaftliche arbeit. und wer schon einmal eine ordentliche wissenschaftliche arbeit geschrieben hat, weiß, was ich meine. soziale studien, "forschen" wenn man es so nennen möchte ist das, wozu unsere studiengänge eigentlich gedacht sind. etwas überspitzt: nicht zum handwerken. aber leider dieses wissenschaftliche arbeiten lernen wir nicht mehr. wie auch - ba-arbeit in 6 wochen? wie soll das gehen? empirische studie und auswertung in 6 wochen? was mach ich bitte mit einem politik oder soziologie studium, wenn ich nich "forsche"? wissenschaftlich arbeiten?!
im übrigen, um mich der diskussion anzuschließen: ich sage wiwis jammern. und zwar so richtig. die ba-wiwis. und wenn sie nicht jammern, dann liegt das einfach nur daran, dass sie sich für die hälfte ihrer 12 klausuren im ersten semester ein attest holen und dieses system dann bis zum 6. semester so weiterlaufen lassen...

pink_porcelain
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

04.12.2007 - 01:41 Uhr
pink_porcelain

pfff "intellektuelle Gängelung" das ich nicht lache. das geht ja viel weiter, is alles nich zu ende gedacht, ich finde ich jammere zu recht, kann ja nicht wahr sein, dass plötzlich nur noch ein geringer prozentsatz von studenen überhaupt so vollständig ausgebildet (incl. masterplatz) auf den arbeitsmarkt treten darf wie vorher... und beim beispiel psychologie so auch längst nicht die erfordernisse des arbeitsmarktes deckt. man, denkt nach, ihr irgendwer, nicht ich^^

mamau
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

04.12.2007 - 12:32 Uhr
mamau

Dagny:"(Wenn Bildung eine Ware waere, koennte sich jeder der will, soviel Humbold kaufen, wie er will.)"

"oder soviel er sich leisten kann" hast du vergessen.

Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

04.12.2007 - 12:39 Uhr
mamau

Und abgesehen davon:
(Wenn Pizza Knäckebrot wäre, hatte sie auch weniger Kalorien.)

keos
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

04.12.2007 - 16:56 Uhr
keos

ich hab mir die freiheit genommen, meinen bachelor in acht statt sechs semestern zu machen. ich bin sicher, dass das eine der besten entscheidungen meines lebens war.
die aussage, dass man motivierte studenten der "intellektuellen gängelung" aussetzt, dieses neue system für die nichtmotivierten aber besser ist, find ich ne zumutung. wenn die das wirklich so sehen, ist es ja faktisch eine reform für die nichtmotivierten. na, super.


Speichern

Jetzt-Mitglied

peter-wagner unbekannt

peter-wagner

ist jetzt-Mitarbeiter und hat diesen Beitrag verfasst.


München