Wohnungsschau. Bei einer sauberen Schwestern-WG
Text: christian-helten
Eine Wohnung und ihre Einrichtung verrät manchmal viel über ihre Bewohner. jetzt.de besichtigt jede Woche ein anderes Zuhause und fragt die Mieter nach ihren GeWohnheiten. Alle Folgen der Serie findest du im Label Wohnungsschau.
Katrin (30), Politikstudentin und Anniko (28), Buchhändlerin, wohnen seit Juni zusammen in einer Dreizimmerwohnung mit Balkon in München Maxvorstadt. Die 70 Quadratmeter kosten 700 Euro kalt.
Flur und Wohnzimmer, gesehen aus Annikos Zimmer. Beide mit Kronleuchter ausgestattet.
Das Fernsehzimmer.
Teewagen. Ohne Tee, dafür mit anderen Köstlichkeiten. Vor allem aber: schön.
Annikos Zimmer. Der Kronleuchter auf dem Boden hing schon in der Küche. Bis Anniko fast davon erschlagen worden wäre.
Der Balkon, derzeit wenig einladend. Aber im Frühjahr soll er schön 'zuwachsen'.
Woher habt ihr all die Kronleuchter?
Anniko: Unsere Eltern haben das Hobby, auf Flomärkte zu gehen und altes Zeug zu kaufen, von dem wir dann immer mal wieder etwas abstauben können. Zum Beispiel auch den Teewagen im Fernsehzimmer. Das ist ein bisschen ansteckend. Mein Schrank ist auch aus einem Trödelladen um die Ecke vom Haus meiner Oma. Der war der Prototyp eines Trödelladens. Total vollgestellt und finster, man musste fast eine Taschenlampe auspacken.
Ist das ein Zukunftsmodell, mit seinem Geschwister zusammen zu wohnen?
Anniko: Ich kenne zum Beispiel recht viele Leute, die das machen. Ein Freund von mir wohnt mit seinem älteren Bruder zusammen. Und zwei sind sogar direkt nach der Schule zusammengezogen.
Ist es denn einfacher, weil man sich schon gut und lange kennt?
Katrin: Ja. Auf jeden Fall. Da muss man nicht diese Höflichkeitsnormen erfüllen, sondern kann sich auch mal ein ‚Putz jetzt endlich!’ an den Kopf werfen. In meiner vorigen WG war das manchmal schwierig, da hatte ich immer das Gefühl, mehr zu tun. Es ist einfach angenehmer, wenn man jemanden schon so lange kennt, dass man immer sagen kann, was man denkt.
Aber ist das Streitpotenzial dann nicht auch höher?
Anniko: Wir haben uns eigentlich auch früher nie gestritten. Sie hat mich auch früher schon immer mitgenommen, wenn sie weggeangen ist. Und jetzt sind wir aus dem Streitalter zwischen Geschwistern sowieso raus. Außerdem hatten wir, da ich früher in Münster gewohnt habe, lange gar nicht die Chance, uns auf die Nerven zu gehen. Ich bin immer gerne zu Besuch gekommen und bin auch jetzt sehr froh, dass wir wieder beieinander sind.
Was ist euch wichtig an einer Wohnung?
Katrin: Wichtig finde ich, dass in die Küche ein Tisch passt. Dass man also wenigstens halbwegs das Gefühl einer Wohnküche hat.
Anniko: Für mich ist ein Balkon wichtig. Und das Bad darf nicht vergammelt sein. Im Münchner Olympiadorf, wo ich vorher gewohnt habe, gab es schon einige Schimmelecken. Obwohl es da sonst ganz schön war. Ruhig und zugewachsen, sehr angenehm im Sommer.
Wo du von Balkon sprichst. Bei der Baustelle vor dem Haus kommen dessen Vorteile nicht wirklich zur Geltung kommen, oder?
Anniko: Das stimmt. Heute morgen wurde ich auch davon aufgeweckt. Wie eigentlich den ganzen Sommer schon. Die Arbeit beginnt morgens um sechs und endet teilweise abends um 22 Uhr. Ab und an war es richtig übel, da wurde auch nachts um drei der Presslufthammer wieder ausgepackt.
War es schwer, diese Wohnung zu finden?
Katrin: Wir haben schon relativ lange gesucht. Eine WG mit einer Studentin und einer Teilzeitangestellten mit Katze will nicht jeder. Und wir hatten ja auch gewisse Ansprüche an die Wohnung. Eine andere wäre eigentlich auch sehr sehr cool gewesen. Aber die war uns irgendwie suspekt. Die Miete zum Beispiel hätte man immer bar in einen Briefkasten werfen müssen.
Geschirrfetisch und Gasmasken am Kronleuchter gibt es auf der nächsten Seite. Ebenso weitere Bilder aus der Schwestern-WG.