28.11.2007 - 19:00 Uhr

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"Bruchbude vom Allerfeinsten" - Sascha hat den Bellehof zu einer Neuner-WG ausgebaut

Text: christian-helten

Eine Wohnung und ihre Einrichtung verrät manchmal viel über ihre Bewohner. jetzt.de besichtigt jede Woche ein anderes Zuhause und fragt die Mieter nach ihren GeWohnheiten. Alle Folgen der Serie findest du im Label Wohnungsschau.

Sascha, Kathi, Andi (2mal), Flo, Lena, Chris, Vroni und Sabine wohnen zu neunt in einem kleinen bayerischen Dorf. Im Bellehof, einem circa 600 Quadratmeter Wohnfläche bietenden alten Gasthaus mit vielen sehr großen Zimmern, einem Wohnzimmer und einer Küche. Sascha hat es bereits vor zehn Jahren gemietet und es seitdem Stück für Stück renoviert und gemeinsam mit den immer wieder wechselnden Mitbewohnern verschönert. Zuletzt war das Dachgeschoss dran, in dem jetzt Lena und Chris wohnen, draußen kam ein Garten dazu. Der Mietpreis wird nicht verraten. Nur soviel. Es ist wesentlich billiger als eine Stadtwohnung.

Der Hang zu Verzierungen aller Art wird schon von Außen sichtbar.
Im Hinterhof wird gerade die eben eingetroffene Holzlieferung für den Winter zersägt. Chris macht nicht mit, dafür muss er die anderen für ihre Arbeit finanziell entlohnen.
Der alte Herd in der Küche. Mehr in Gebrauch ist aber der Elektroherd auf der anderen Seite der Küche.
Das meistgenutzte Elektrogerät der Küche: Die Kaffeemühle.
Sascha ist Schreinermeister, kein Elektriker. Das sieht man hier. Ein Freund meint, dieser Kabelsalat gehöre ins New York Museum of Modern Art.
Das Wohnzimmer. Im Vordergrund die neuste Errungenschaft: Ein Kinder-E-Schlagzeug, das echt Spaß macht, solange man sich nicht in der Position des Zuhörers befindet.
Hier steht auch der große Ofen, die „Zentralheizung“, wie Sascha ihn nennt.
Wie viele Leute haben hier insgesamt schon gewohnt? Sascha: Vor eineinhalb Jahren habe ich mal gezählt, da waren es 30. Mittlerweile sind wir wahrscheinlich fast bei 40. Und das hat immer gut funktioniert? Sascha: Im Großen und Ganzen schon. Nur manchmal gibt es eben Leute, die zwar sehr interessante Menschen sind, aber zum Zusammenleben leider nicht taugen. Technofans zum Beispiel. Wie läuft denn das Auswahlverfahren ab? Sascha: Jeder hat ein Vetorecht, für den Fall, dass man mit jemandem gar nicht kann. Kathi: Wir machen da immer zwei Runden. Wenn sich jemand in der ersten Runde als OK herausstellt, kommt er nochmal und kann den Rest der Leute kennen lernen. Denn man schafft es praktisch nie, alle Leute gleichzeitig zusammenzubringen. Lena: Ja, man läuft sich manchmal ja noch nicht mal über den Weg. Den Andi sehe ich manchmal zwei Wochen nicht, weil wir auch unterschiedliche Zeiten haben, in denen wir zu Hause sind. Gibt es eine perfekte Zusammensetzung für so eine große WG? Andi: Man braucht auf jeden Fall lockere Leute, aber keine totalen Freaks. Wenn zu viele Lebenskünstler aufeinander sitzen, wird es schwierig. Lena: Wenn man vorher alleine gewohnt hat, muss man sich erstmal daran gewöhnen, dass es bestimmte Gemeinschaftsarbeiten gibt. Wie das Holzstapeln zum Beispiel. Andi: Toleranz ist auch wichtig. Sascha: Und es ist eine gewisse Portion Idealismus notwendig. Ohne die hätten wir das hier nicht stemmen können. Vor zehn Jahren war das hier ja eine Bruchbude vom Allerfeinsten, die erst renoviert werden musste. Kathi: Stimmt. Das jetztige Wohnzimmer war zum Beispiel mal eine Garage, die Wohnung im Dachgeschoss gab es auch nicht, das war nur ein Gebälk ohne Boden. Man muss auch erst mal den Mut haben, das alles selbst zu machen. Einen Kachelofen zum Beispiel. Oder sich hinzustellen, und für ein Dachfenster ein Loch ins Dach zu sägen. Ohne den Sascha gäbe es das alles nicht. Sascha: Aber auch nicht ohne viel Mithilfe. Außerdem hat ja jeder sein Spezialgebiet. Kathi: Ja, man muss in so einer WG die Talente der verschiedenen Mitbewohner erkennen und richtig einsetzen. Bei uns hat jeder so seine Rolle: Einer kümmert sich um die Finanzen, einer ist der Computerspezialist, und so weiter. Einen Elektriker hatten wir leider noch nie. Auf der nächsten Seite seht ihr ein paar Zimmer der Bewohner. Die erzählen außerdem von ihrer alljährlichen Party und warum sie das Leben auf dem Land der Stadt vorziehen
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christian-helten

ist jetzt-Mitarbeiter und hat diesen Beitrag verfasst.