02.12.2007 - 19:00 Uhr

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Sonja Eismann über ihren popfeministischen Reader "Hot Topic"

Text: katja-peglow - Foto: oh

Warum hat es fast 10 Jahre gedauert bis nach Lips Tits Hits Power? von Baldauf/Weingartner erneut eine Anthologie zum Thema Popkultur und Feminismus im deutschsprachigen Raum erschienen ist? Also an mir hat es nicht gelegen (lacht). Speziell in Deutschland gibt es eine recht starke antifeministische Tradition und das Thema wird in den Medien gerne ein wenig stiefmütterlich behandelt. Außerdem gehen gerade die jungen Generationen häufig davon aus, dass Frauen in jeglicher Hinsicht gleichgestellt sind und doch sowieso schon alles erreicht haben. Das stimmt so natürlich nicht. Es gibt noch genug »hot topics«, über die es sich zu sprechen lohnt. Was mir sehr gut an deinem Reader gefällt ist, dass sich das Wort »Popfeminismus« nicht nur auf Musik beschränkt, sondern auch auf alltagsweltliche Themen bezieht. Lustigerweise hat mein Verlag zu Beginn auch gedacht, dass sich die Beiträge nur auf Musik konzentrieren würden. Der Ansatz des Readers war, schon zu zeigen, wie sehr sich Pop- und Alltagskultur gegenseitig durchdringen. Deshalb habe ich die Autorinnen auch gebeten möglichst ihre persönlichen Erfahrungen in die Beiträge einfließen zu lassen. Ich wollte einen Querschnitt durch die verschiedenen Lebensrealitäten popkulturell sozialisierter Frauen präsentieren. Dabei war mir eine Mischung aus alten und aktuellen Themen wichtig. Also sowohl über Queerness, Schönheitsterror und Indie-Mutterschaft zu berichten als auch über so Dauerbrennerthemen wie Abtreibung und Verhütung, die seit den 70ern ja auch nie wirklich zufriedenstellend gelöst wurden und deshalb gut in das Buch reinpassten.
Sonja Eismann. Was genau ist eigentlich unter »Popfeminismus« zu verstehen? Meine Idealvorstellung von Popfeminismus ist die Kritik von Popkultur mit feministischen Mitteln. Der Begriff hängt hier wie ein Versprechen in der Luft und wurde bisher aber noch nie so richtig eingelöst... Liegt das eventuell auch daran, dass der sogenannte »Dritte-Welle-Feminismus« nie wirklich Fuß gefasst hat in Deutschland? Ganz im Gegensatz zu Amerika... Absolut. Genauso wie die Riot Grrrl-Bewegung tut sich auch der Dritte-Welle-Feminismus hierzulande eher schwer. Erklären kann ich mir das nicht. In Amerika zum Beispiel herrscht ein viel offenerer Umgang mit solchen Themen. Dort sind Woman, Gender oder die Cultural Studies längst fest institutionalisiert. Dort erscheinen regelmäßig coole Frauenzeitschriften wie Bust, Bitch oder Venus... Dort überlässt man das Feld auch nicht nur den Indie-, sondern auch den Mainstreammedien wie zum Beispiel Sex and the City oder The L Word. Genau. In Amerika ist es ja auch schon längst Usus geworden, dass sich auch populäre Schauspielerinnen wie zum Beispiel Reese Witherspoon als Feministinnen outen. In Deutschland ist das noch undenkbar. Wegen der Tabuisierung des bösen F-Wortes? Unsere Gesellschaft ist immer noch zu großen Teilen darauf aufgebaut, dass Frauen suggeriert wird, ihr höchstes Gut bestehe darin auf Männer attraktiv zu wirken. Und da der Feminismus in den Medien immer als unattraktiv und als letzte Bastion der Unvermarktbarkeit dargestellt wird, wollen viele Frauen aus Angst vor gesellschaftlicher Stigmatisierung, Stichwort Emanze, damit auch nicht in Berührung kommen. Die Angst dadurch nicht mehr auf das andere Geschlecht attraktiv zu wirken überwiegt einfach noch. Dabei hat mich meine Erfahrung gelehrt, dass Männer damit häufig gar keine Probleme haben. Im Gegenteil können sie mit feministischem Gedankengut doch oftmals besser umgehen als Frauen es tun. Wenn man an Verschwörungstheorien glaubt, dann hat die Verantwortlichen hinter der Feminismus-Dämonisierung wirklich eine beispielslose und außerordentlich geschickte Branding-Strategie gefahren und auf dem Feld der Tabuisierung ganze Arbeit geleistet. Selbst Frauen aus meinem Bekanntenkreis, die von ihrem Denken und Handeln klar feministisch einzuordnen sind, sperren sich gegen diese Etikettierung. Fehlt es in Deutschland nicht einfach auch nur an coolen Role Models? Auf jeden Fall! Ich schreibe in meinem Vorwort ja auch, dass im öffentlichen Bewusstsein seit 30 Jahren der Feminismus regelrecht exklusiv mit der Figur Alice Schwarzers besetzt wird. Dabei ist das total unfair. Keine einzelne Person kann die Komplexität einer solch großen Bewegung adäquat darstellen und obwohl ich mit dem Mainstream-Feminismus, den sie vertritt nicht immer einverstanden bin, finde ich es von den Medien aber auch wirklich unmenschlich Alice Schwarzer immerzu als Sprachrohr für die gesamte Frauenbewegung zu benutzen. Wer hat denn für dich Vorbildcharakter? Puh, schon so Bands wie Le Tigre, die sich auch mal trauen Strukturen aufzubrechen und radikale Ansichten in ihren Texten vertreten und nach außen hin - wie JD Samson - aber auch leben. Oder Acts wie Peaches, die mittlerweile im Mainstream angekommen sind, es aber trotzdem immer wieder schaffen feministische Themen ins öffentliche Bewusstsein zu schmuggeln. Aber auch so Leute wie Angela Davis oder Belle Hooks. Und last but not least Yoko Ono. Also Frauen, die von allen Seiten mit Schmutz beworfen werden und sich trotzdem nicht von den Widrigkeiten des Lebens haben unterkriegen lassen. Dabei war sie es die John Lennon cool gemacht hat und nicht umgekehrt, weil sie halt eine wahninnig tolle avantgardistische Künstlerin und Musikerin war und eben nicht die Beatlesmöderin, als die sie immer beschimpft wurde. Nach männlichen Beiträgen sucht man ja in deinem Buch vergeblich... Die Wichtigkeit von »Women Only«-Räumen ist meiner Meinung nach heutzutage immer noch gegeben, auch wenn ich selbst jetzt nicht so wahnsinnig oft reine Frauenveranstaltungen besuche. Außerdem: who cares? Es gibt doch so viele Reader, die nicht als »Men Only« deklariert sind und für die trotzdem nur Männer schreiben, so dass ich mir gedacht habe, dass ich das auch machen kann. Und ich mache es wenigstens offiziell. Außerdem sind Frauen so oft in den Medien absent, dass es nur legitim ist, die auch einmal geballt zu zeigen. Gab es bei dir eigentlich rückblickend eine feministische Initialzündung? Da gab es mehrere kleine Erweckungserlebnisse. Grundsätzlich habe ich viel über meine Mutter mitbekommen, die recht engagiert auf diesem Gebiet war ohne das jedoch an die große Glocke zu hängen. Ich bin als Teenager zum Beispiel mit ihr zu Signierstunden von Franziska Becker gegangen, die in den 80ern Comics über den feministischen Alltag gezeichnet hat. Ein ganz wichtiger Moment war auch meine Magisterarbeit in den Vergleichenden Literaturwissenschaften über »Karibische Schriftstellerinnen im Dialog mit dem klassischen kolonialen Kanon«. Und natürliche meine langjährige Mitarbeit an der Zeitschrift nylon. KunstStoff zu Feminismus und Popkultur in Wien mit lauter coolen Frauen, die so ähnlich sozialisiert waren wie ich und mir das Gefühl von female empowerment vermittelt haben. Ansonsten könnte ich auch anmerken, dass mir mein Schicksal quasi in die Wiege gelegt worden ist. Ich habe nämlich lustigerweise am achten März, dem Internationalen Frauentag Geburtstag. +++
Sonja Eismann (Hg.): Hot Topic. Popfeminismus heute. Ventil Verlag, 2007, 304 S., 14,90 EUR. Mehr von Sonja Eismann unter www.plastikmaedchen.net


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stephielein
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Mag ich Mag ich nicht

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02.12.2007 - 20:56 Uhr
stephielein

sehr fein, endlich liest man was über die feminismuskultur.

tick
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Mag ich Mag ich nicht

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03.12.2007 - 08:19 Uhr
tick

jaa, wirklich fein...
nur bitte, BITTE!!! das nächste mal die anglizismen redigieren.
es goes so fucking auf the nerven!!!

shafty
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Mag ich Mag ich nicht

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03.12.2007 - 09:31 Uhr
shafty

Haha, der Dritte-Welle-Feminismus tut sich hierzulande soo schwer...doofe Frauen aber auch, dass die bei sowas Tollem einfach nicht mitmachen wollen, menno.
Aber wenn das beinhaltet, dass Frau die völlig unhörbaren Lärm- und Kreischergüsse einer Yoko Ono plötzlich dufte Kunst finden muss , weil die ja den John Lennon so cool gemacht hat, und zu Electroporn von Peaches abrocken dann kann ich das den Frauen irgendwie nicht verdenken...warum kommt denn dieses Zeug immer so verkniffen und unlustig daher??

nestroy
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03.12.2007 - 09:32 Uhr
nestroy

auweia, wie geschwätzig.

GossipGirls
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03.12.2007 - 10:06 Uhr
GossipGirls

@ shafty: von müssen ist in dem text doch gar nicht die rede, sondern nur von wollen... und ich will zufällig:-) außerdem: muss denn das vorturteil über die humorlose/verkniffene/frigide feministin immer das einzige argument sein, was bei solchen diskussionen immer reflexartig (von männern) aus dem hut gezogen wird?
ansonsten wirklich fein das interview!

shafty
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03.12.2007 - 10:28 Uhr
shafty

In dem Interview erwähnt die Frau Eismann ja eben, dass sie das nicht versteht, dass diese Bewegung hierzulande irgendwie nicht so breit angenommen wird bzw. Zulauf findet.
Dann werden als Vorbilder (hier:Rolemodels :-) dann eben Leute wie Yoko Ono und Peaches erwähnt und dass mit Begriffen wie Woman, Gender oder die Cultural Studies hier nicht so offen umgegangen wird...zusammen mit dem Cover des Buches gibt das eben ein Gesamtbild mit dem eben keine Frau aus meinem Bekanntenkreis irgendwas anfangen bzw. sich identifizieren kann...und das sind durchweg emanzipierte,starke, unabhängige Frauen, auf die aber eben genau diese Art genauso fremd und unsexy wirkt wie auf mich.

daskleinerothaarigemaedchen
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03.12.2007 - 10:59 Uhr
daskleinerothaarigema…

shafty: gähn... haste den text gelesen?
Und da der Feminismus in den Medien immer als unattraktiv dargestellt wird
- abstoßend und unsexy, aha... (was kennst du denn vom feminismus außer in den medien auftauchende klischees?)

der feminismus ruft eben auch dazu auf sich mit den in der gesellschaft gängigen vorstellung von "sexyness" usw. kritisch auseinander zu setzen. das ist vielleicht für manche unbequem und "abstoßend"...

wer halt nicht auf "brain" steht... ;)

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03.12.2007 - 11:04 Uhr
daskleinerothaarigema…

ansonsten: gute sache, das! kommt auf die liste der "to read"-bücher...

und ja, die "bitch" die mir eine freundin vor jahren mal aus san francisco mitgebracht, die habe ich immer noch... und ich habe mich auch geärgert / gefragt, warum es sowas hier nicht gibt ;)

shafty
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03.12.2007 - 11:07 Uhr
shafty

"abstoßend" habe ich nirgends geschrieben und würde ich auch nicht tun, höchstens "fremd"!

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03.12.2007 - 11:11 Uhr
shafty

daskleinerothaarigemaedchen sagte:
shafty: gähn... haste den text gelesen? Und da der Feminismus in den Medien immer als unattraktiv dargestellt wird -

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03.12.2007 - 11:12 Uhr
shafty

das Interview hat für mich eben keinen gegenteiligen Effekt ...

daskleinerothaarigemaedchen
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03.12.2007 - 11:24 Uhr
daskleinerothaarigema…

oops - sorry, da hab ich wohl was verwechselt... (hmm im eifer des gefechts)...

ich fand halt, du hast wieder in die gleiche kerbe gehauen... die medien scheinen halt gerne den feminismus als unsexy, frigide und was weiß ich alles zu diskreditieren...
das finde ich halt nervig - nie wird differnziert, nie wird genau hingeschaut - es gibt ja alle möglichen strömungen im feminismus, die sich sehr unterscheiden.

auf der anderen seite kommt das gefühl der "unsexyness" sicherlich auch davon, dass eben gängige schönheits- und/ oder weiblichkeits / männlichkeitsideale in frage gestellt werden... und da einfach nur zu sagen "bäh, unsexy" find ich persönlich halt ein bißchen faul...

GossipGirls
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03.12.2007 - 11:25 Uhr
GossipGirls

Es werden neben Yoko Ono und Peaches ja auch noch andere Rolemodels in dem Interview erwähnt, die kennt der Shafty nur eben nicht:-D
Außerdem würde es mich mal interessieren, was es an dem Buchcover auszusetzen gibt bzw. warum sich deine unabhängigen und ach so aufgeklärten weiblicher Freundeskreis damit angeblich nicht identifizieren kann?

shafty
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03.12.2007 - 11:47 Uhr
shafty

liebe GossipGirls: shafty kennt fast alle der aufgezählten "Rolemodels" und findet z.B. Angela Davis persönlich ganz großartig.
@roothaarige: OK, kann sein dass ich nicht genug differenziere, point taken.
Das herrschende Image der modernen Frauenbewegung nur wieder den doofen Medien anzulasten finde ich aber auch ein bisschen faul :-)

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03.12.2007 - 12:21 Uhr
shafty

Warum wird denn z.B. nicht eine Frau wie Madonna als Rolemodel genannt?
Durch Nennung von solchen Nischenkünstlern wie Yoko Ono und Peaches (nicht losschreien, im Vergleich zu Madonna IST das eine Nischenkünstlerin) trägt frau m.E. nicht dazu bei, die ganze Sache breiter zu verankern...

GossipGirls
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03.12.2007 - 12:28 Uhr
GossipGirls

Endlich sind wir mal einer Meinung Shafty! Klar, Madonna ist natürlich DIE Mutter was weibliche Rolemodels betrifft (nur auf Popkultur bezogen versteht sich)!

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03.12.2007 - 12:39 Uhr
GossipGirls

ABER: es geht ja auch darum zu zeigen: Hey, es gibt ja auch ganz viele unterschiedliche Frauentypen (so wie bei Männern ja auch) und das ist in gängigen Medien m.E. noch nicht angekommen (siehe Überpräsenz von Frau Schwarzer). Von daher ist der Vorwurf an die "doofen Medien" auch berechtigt denn die lassen modernen Feminismus ja kaum zu. Ausnahmen wie Charlotte Roche gibts natürlich immer, aber die bleiben eben auch Ausnahmen und finden kein breites Gehör.

cosmashiva
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03.12.2007 - 16:50 Uhr
cosmashiva

(warum kann man hier keine videos einbetten?)

shafty
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03.12.2007 - 17:05 Uhr
shafty

sehr geil cosmashiva!
vergleiche hierzu:

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03.12.2007 - 17:25 Uhr
shafty

Hab das Interview jetzt nochmal gelesen und bin über folgende Stelle gestolpert und frage: ist es nicht anmaßend Frauen, die sich nicht zu dem hier propagierten Feminismus bekennen, bzw. das Label Emanze für sich nicht haben wollen einfach "angst vor gesellschaftlicher Stigmatisierung" und "angst auf das andere Geschlecht nicht mehr attraktiv zu wirken" zu unterstellen??

cosmashiva
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03.12.2007 - 17:41 Uhr
cosmashiva

@shafty: "ich hätte gern eine einzelne pflaume, schwimmend in parfum, serviert in einem herrenhut!" :-)

zu deiner frage: ich glaube nicht, dass das eine unterstellung ist. welchen grund könnten sie sonst haben? warum sollte eine frau keine feministin sein wollen, wenn nicht aus der angst heraus, dadurch unattraktiv zu wirken?

wie unbegründet diese angst ist: siehe video

shafty
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03.12.2007 - 17:47 Uhr
shafty

Hmm, ist es nicht vorstellbar, dass eine Frau eine selbstverständlichkeit in ihrem Frausein hat, die es für sie unnötg macht, spezielle gender-Literatur zu lesen o.ä., sich mit einem Etikett zu behaften oder sich zu einer Bewegung zu bekennen in der sie sich vielleicht einfach nicht wiederfindet?
Im Interview steht ja "Selbst Frauen aus meinem Bekanntenkreis, die von ihrem Denken und Handeln klar feministisch einzuordnen sind, sperren sich gegen diese Etikettierung."
Na wunderbar! wenn sie doch feministisch denken und handeln, was soll dann diese labeln?

GossipGirls
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03.12.2007 - 21:27 Uhr
GossipGirls

Der Vice Guide To Girls hat sich ausnahmsweise mal schlau zum Thema Feminismus geäußert und die Sache auf den Punkt gebracht:

"Es macht uns stocksauer, wenn irgend so eine Tulpe sagt, dass sie keine Feministin ist. Wenn es für dich in Ordnung ist, vergewaltigt zu werden und im Leben keine anderen Optionen zu haben, als entweder eine Babymaschine oder eine Prostituierte zu werden, OK, dann bist du wahrscheinlich keine Feministin. Aber wenn du gern von Verhütungspillen Gebrauch machst und es bevorzugst, nicht von deinem Herren—ich meine Ehemann—verdroschen zu werden, dann bist du eigentlich schon eine und kannst gleich damit aufhören, dir die Beine zu rasieren. War nur ein Scherz. Der Feminismus hat irgendwann einen schlechten Ruf bekommen, aber er bedeutet nicht, dass du eine humorlose Jungfer sein musst und keine ironischen Zeitungsbeiträge voller alberner Geschlechterklischees verfassen darfst. Feminismus heißt einfach nur, dass du dich selber respektieren sollst."

jurette
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03.12.2007 - 23:57 Uhr
jurette

Ich denke ja, dass es durch und durch menschlich ist, für das andere Geschlecht attraktiv sein zu wollen. Männer wollen das doch auch.

Aber vielleicht wollen nicht alle Frauen das Ziel der Feministinnen mit den Mitteln, die sie propagieren, erreichen?

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03.12.2007 - 23:59 Uhr
jurette

sorry, aber auch bei nochmaligen Lesen: Das spricht mich überhaupt nicht an. Kein bisschen.

GossipGirls
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04.12.2007 - 00:10 Uhr
GossipGirls

jurette sagte:
Ich denke ja, dass es durch und durch menschlich ist, für das andere Geschlecht attraktiv sein zu wollen. Männer wollen das doch auch.

Klar, deswegen rasieren sich Männer auch jeden Tag die Beine, zupfen sich die Augenbrauen und lassen sich mit 30, aus Angst als alte Jungfer zu sterben, liften...

jurette
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Mag ich Mag ich nicht

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04.12.2007 - 00:13 Uhr
jurette

gossip,

die männliche Attraktivität definiert sich halt anders. Da geht es halt eher übe den Status.

Bist Du ernsthaft der Ansicht, dass Männer nicht attraktiv fü das andere Geschlcht sein wollen? Warum denkst Du denn machen die den ganzen Kram mit mein haus mein Auto usw.

GossipGirls
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04.12.2007 - 00:31 Uhr
GossipGirls

eben. wie du ja selbst sagst. das ist was anderes. außerdem ist schönheit vergänglich und status (für gewöhnlich) nicht. und rate mal wer dabei den kürzeren zieht...

außerdem halte ich es auch für völlig normal für das andere geschlecht attraktiv auszusehen. leugne ich gar nicht. nur wäre es schön, wenn frau sich zudem auch noch auf andere qualitäten besinnen würde (karriere statt kalorien).

jurette
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04.12.2007 - 00:36 Uhr
jurette

Ja, es ist was anderes. Aber ist es dadurch besser? Ich finde nicht, dass es soo einfach ist, status zu kriegen. Bestimmt nicht einfacher, als sich die Beine zu rasieren und sich die Augenbrauen zu zupfen.

und: karriere machen und sich attraktiv mache schließt sich ja nicht unbedingt aus. Aber genau diese Pauschalierungen machen den Feminismus eben unattraktiv für viele Frauen. Ich will nicht dafür angegriffen werden, dass ich attraktiv sein will.

GossipGirls
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04.12.2007 - 00:51 Uhr
GossipGirls

liebe jurette, schön, dass für dich das erreichen eines harvard-abschlusses gleichwertig mit einer beinrasur ist. da werden dir die ganzen diplom-ingeunerinnen aber um den hals fallen...

dass der "neue" popfeminismus attraktivität gar nicht ausschließt kannst du ja nicht wissen, denn offensichtlich sind deine "kenntnisse" über den feminismus ja in den 70ern stehen geblieben.

entschuldige den rüden tonfall. aber ich mag es nicht wenn so ahnunglos mit argumenten um sich geworfen wird, über dinge die doch schon längst vom tisch sein sollten.

kikuju
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04.12.2007 - 10:09 Uhr
kikuju

jurette sagte:
und: karriere machen und sich attraktiv mache schließt sich ja nicht unbedingt aus. Aber genau diese Pauschalierungen machen den Feminismus eben unattraktiv für viele Frauen. Ich will nicht dafür angegriffen werden, dass ich attraktiv sein will.


ist das (noch) so?

oder ist es nicht eher so, dass viele frauen dsa noch im ohr haben und deswegen denken, wenn sie sich die beine rasieren, dann können sie anscheinend keine feministin sein? also zb im gegensatz zu einer rese witherspoon?

belowlee
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04.12.2007 - 10:49 Uhr
belowlee

frauenkultur und pop, das hätte mich interessiert, und vermutlich fände sich sogar der eine oder andere "neue" mann, der aus seiner sicht auch etwas beitragen könnte.
(frau eismann - eigentlich kein guter name für eine frau mit ihrem anliegen - geht ein wenig nonchalant darüber hinweg, daß in ihrem reader keine männer zu wort kommen; " die anderen machen das auch, who cares" sind jetzt nicht gerade argumentative qualitätssiegel.)

aber grundsätzlich würde ich mich als autor und als autorin schon der frage stellen, ob je aus einem -ismus etwas positives entstanden ist. und ob ich deshalb einen, meist pejorativ verstandenen, provozierenden begriff für mein anliegen wählen würde.

so, wie bücher heute um aufmerksamkeit heischen müssen, damit sie überhaupt wahrgenommen werden, hätte ich nach einem anderen titel ausschau gehalten. (es müßte ja nicht "hot - top- femme" sein.

kikuju
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04.12.2007 - 10:52 Uhr
kikuju

aber ihr ziel ist es doch, dem feminismus das pejorative wieder zu nehmen und positive konnotationen hervorzurufen.

belowlee
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04.12.2007 - 10:54 Uhr
belowlee

eben, kikuju, gelingt ihr das mit dem reader? kann ich nicht sagen, weil ich ihn noch nicht gelesen habe.
gelingt ihr das in dem interview? wenn ich die kommentare hier richtig deute: eher nicht. wenn ich mich selbst frage? auch eher nicht.
und vielleicht liegt es ja nur an pr-schwächen. für mich deutet das interview aber eher auf andere schwächen hin.

kikuju
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04.12.2007 - 10:56 Uhr
kikuju

na, sie alleine wird das kaum stemmen können.
aber ich finde den hinweis darauf, dass es durchaus gut aussehende frauen gibt, die feministinnen sind (zb auc liza marklund) oder dass man feminismus nocht auf alice schwarzer reduzieren darf, richtig und wichtig.

kulturgut
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04.12.2007 - 11:04 Uhr
kulturgut

so sorry for eindringing in this fabulous women only space, aber das eisgirl macht optisch auf mich im sinne ihrer message einen überaus glaubwürdigen eindruck.

belowlee
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04.12.2007 - 11:04 Uhr
belowlee

ja, wichtig ist zu sehen, daß alice schwarzer der sache der frauen auch erheblich schadet (und das schon seit jahren). daß nicht nur schwedische kriminalautorinnen (achte: kein großes zwischen-i) in der sich ändernden welt einiges an vorsprung gegenüber den männern gewinnen, kann gar nicht oft genug gesagt werden. es wäre aber auch an der zeit, aus veränderungen einen dialog zu gestalten, damit nicht die einen die fehler wiederholen, zu denen jeder "wettbewerb" verleitet.
und einen dialog oder auch die vorbereitungen zu einem dialog kann ich nicht unter dem siegel eines -ismus gestalten.

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04.12.2007 - 11:06 Uhr
belowlee

lies mal den stichwortartikel "-ismus" bei wikipedia nach. nicht uninteressant.

kikuju
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04.12.2007 - 11:12 Uhr
kikuju

also, entschuldige, aber ob das nun eine "ismus" endung hat oder "worschtebrot" heißt, das ist doch egal.

außerdem finde ich es gerade wichtig, dass die verschiedenen strömungen unter einem dach zusammengefürht werden, sozusagen.
und das geht eben nicht, solang die emma noch als das zentralorgan wahrgenommen wird und junge frauen mit rasierten beinen nicht "dazu stehen". ich erlebe in meinem umfeld genau das oben beschriebene: frauen (und männer) verhalten und leben feministisch, aber nein, mit dem wort emanzipation, feministin etc wollen sie nicht zu tun haben. das ist doch käse.

shafty
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04.12.2007 - 11:51 Uhr
shafty

@kikuju
warum ist das denn Käse? warum muss man denn unbedingt sein Handeln, dem gewisse eigene Erkentnisse und Einsichten zugrunde liegen, labeln, sich zu einer (wie schon bemerkt sehr vielschichtigen) Bewegung bekennen? Warum kann man nicht feministisch sein ohne darüber in der Form sprechen, diskutieren, "reader"lesen zu müssen etc. ?
Die Frau Eismann verkörpert eben in dem Interview eineArt des Feminismus mit dem viele Frauen sich nicht identifizieren können, aber wenn jurette das ausspricht wird sie angefeindet und es wird ein Zitat ausgepackt dass impliziert, wer sich nicht als Feministin bezeichnet findet Vergewaltigung OK...das finde ICH Käse

kikuju
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04.12.2007 - 11:54 Uhr
kikuju

und ich finde es käse, wenn ich für etwas angegriffen werde, was ich nicht gemacht habe!
ich habe jurette nur eine rückfrage gestellt. mehr nicht.

lesen hilft.

shafty
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04.12.2007 - 12:10 Uhr
shafty

ich habe dir das ja nicht vorgeworfen, sondern derjenigen die das geschrieben hat.
DerTenor deines Posts ging für mich aber eben in die gleiche Richtung: wenn du Ansichten hast, die auch bekennende Feministinnen haben solltest du dich auch so nennen, sonst ist das Käse.

Meine Freundin ist Schwedin, da sind ja nach neusten Studien die Frauen am gleichberechtigtsten und die hat natürlich auch feministische Ansichten. Ich habe ihr das Interview und die Diskussion gestern Abend gezeigt und sie fühlt sich eben von diesem plakativen Feminismus überhaupt nicht angesprochen...sie will eben feministisch SEIN hat aber z.B. keinen Bock extra Frauenliteratur zu lesen...wenn ein gutes Buch von ner Frau ist, super. Ist aber egal welches Geschlecht ein Künstler hat,sagt sie.

Und dieses da ständig so ein Thema draus machen anstatt zu versuchen eine Selbstverständlichkeit ins Miteinader zu bringen stört mich eben auch.

kikuju
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04.12.2007 - 12:15 Uhr
kikuju

ich hab nur zu belo gesagt, dass die autorin versucht, dem feminismus das pejorative zu nehmen.

du schmeißt hier gerade alles einfach mal zusammen, vermengst es gut und dann kommt ein super wort-eintopf raus!

shafty
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04.12.2007 - 12:23 Uhr
shafty

ein Wort wie "Pejorativ" ist übrigens für Worteintopf ein leckeres Gewürz :-)
hast du denn nicht geschrieben:
"ich erlebe in meinem umfeld genau das oben beschriebene: frauen (und männer) verhalten und leben feministisch, aber nein, mit dem wort emanzipation, feministin etc wollen sie nicht zu tun haben. das ist doch käse."?
Darauf bezog sich der Teil meines Post, der sich speziell an dich richtete.

Der Rest des Eintopfs war ein allgemeines Statement zu dem Thema das sowohl im Interview als auch in der Diskussion aufkam: warum kommt der heutige Feminismus nicht so breit an bzw. warum wird er negativ wahrgenommen und warum bekennen sich selbst feministisch denkende Frauen nicht dazu?

daskleinerothaarigemaedchen
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04.12.2007 - 13:15 Uhr
daskleinerothaarigema…

um mal was total unsachliches hier rein zu bringen: ich habe in den letzten jahren nie einen hehl daraus gemacht, dass ich femistin bin und mich auch so nenne - und ich habe nie die erfahrung gemacht, deshalb unsexy fuer maenner zu sein... (die maennlichen studis versuchen ja teilweise sogar mit mir zu flirten, waehrend ich vorlesungen ueber feministische theorien halte;))

ich scheine also in einer gefaehrlichen parallelgesellschaft zu leben (diesen eindruck habe ich ja ingsgesamt sehr oft bei diskussionen hier im jetzt ;-))

kulturgut
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04.12.2007 - 15:41 Uhr
kulturgut

"die maennlichen studis versuchen ja teilweise sogar mit mir zu flirten, waehrend ich vorlesungen ueber feministische theorien halte;)"

also wenn mich ein kleines rothaariges mädchen mit großen augen anguckt und mir stolz verkündet, sie sei eine gefährliche, männermordende feministin, dann ich finde ich das auch irgendwie niedlich. da kann man schon mal das flirten anfangen.

als 2-meter-und-tonnen-brunhilde hättest du es bei denen aber erheblich schwerer.

GossipGirls
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04.12.2007 - 16:55 Uhr
GossipGirls

shafty sagte:

Und dieses da ständig so ein Thema draus machen anstatt zu versuchen eine Selbstverständlichkeit ins Miteinader zu bringen stört mich eben auch.


das ist ja genau der springende punkt. solange wir eben noch nicht in einer gleichberechtigten gesellschaft leben, in der frauen nicht nur formal die gleichen rechte haben ist frausein in vielen bereichen eben leider noch keine selbstverständlichkeit und muss hin und wieder auch mal in den medien thematisiert werden auch wenn das viele zu stören scheint.

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04.12.2007 - 17:22 Uhr
GossipGirls

shafty sagt...wenn ein gutes Buch von ner Frau ist, super. Ist aber egal welches Geschlecht ein Künstler hat,sagt sie.


ach dieses alte egalitäts-argument. sagt ein freund von mir auch immer. und immer wenn ich in seinen cd-schrank oder in sein bücherregal gucke sind die werke ausnahmslos von männlichen zeitgenossen. schon komisch wo das doch angeblich so egal ist. und auch seltsam, dass das sowohl von männlicher als auch weiblicher seite nie hinterfragt wird.

shafty
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04.12.2007 - 17:28 Uhr
shafty

@GossipGirls
Hmm..OK, findest du denn, dass Musikerinnen weniger Presse / Airplay und andere Medienaufmerksamkeit bekommen? das ist nicht mein Eindruck...es gibt doch unglaublich viele super erfolgreiche weibliche Musiker und auch Schriftstellerinnen.
Oder ist das nur gefühlt von mir?

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04.12.2007 - 17:34 Uhr
shafty

aktuelle deutsche singlecharts (top10): 4 reine Frauenacts,ein duo mit mann+frau plus 2 Songs bei dem Frauen singen...
oder sind das die falschen?

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04.12.2007 - 17:36 Uhr
shafty

top 5 bestseller (buchcharts /der spiegel) alle 5 von weiblichen Schriftstellern!

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04.12.2007 - 17:37 Uhr
shafty

Albumcharts (top5) 3 reine Frauenacts

GossipGirls
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04.12.2007 - 17:40 Uhr
GossipGirls

@shafty: puh, musste die charts erstmal googlen:-)
aber zu deinem argument: geschenkt! wenn frau sich nur sexy genug in szene setzt bleibt ihr auch der weg in die charts nicht verwehrt. aber versuch doch mal als nicht dem gängigen schönheitsideal entsprechende musikerin aufmerksamkeit zu bekommen. das ist so ziemlich unmöglich. selbst auf einer kylie minogue wurde zuletzt rumgehackt, nur weil sie 3 kilo zugelegt hatte.

tahoma
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04.12.2007 - 17:40 Uhr
tahoma

was ist "reader"?

nostalgiequatsch
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04.12.2007 - 17:42 Uhr
nostalgiequatsch

@ gossipgirls:

jajaja. zu allem.

GossipGirls
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04.12.2007 - 17:44 Uhr
GossipGirls

gegenfrage: nenne mir spontan 5 bedeutende autorinnen (und keine eintagsfliegen bitte!) gar nicht mal so leicht...

klar werden auch bücher von frauen geschrieben und viel gelesen. aber was für welche? nur ratgeber, krimis, liebesromane. sprich: werke, die der trivialliteratur zugeordnet werden. da dürfen sich frauen austoben, die wirklich wichtigen bücher werden aber werden nach wie vor von männern geschrieben.

shafty
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04.12.2007 - 17:45 Uhr
shafty

Und die Bücher?
Also bei den Musikcharts sind ja auch Katie Melua dabei und ich+ich und die alleinerziehende Mutter Nelly Furtado, Amy Winehouse...denen allen zu unterstellen sie wären ausschliesslich sexy finde ich schon harsch. Aber natürlich machen die sich hübsch, die Männer in den Charts aber auch.
Und die "indiekünstler" die nicht den gängigen Schönheitsidealen entsprechen haben doch auch ihr Publikum, wobei ich tatsächlich zugeben muss, dass es sehr wenige tolle Frauen-Gitarrenbands gibt die ich kenne...

GossipGirls
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04.12.2007 - 17:46 Uhr
GossipGirls

@nostalgiequatsch: danke:-)

shafty
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04.12.2007 - 17:50 Uhr
shafty

@Gossip:
"nur ratgeber, krimis, liebesromane. sprich: werke, die der trivialliteratur zugeordnet werden. da dürfen sich frauen austoben, die wirklich wichtigen bücher werden aber werden nach wie vor von männern geschrieben."

was denkst du woran das liegt? (ganz ernst gemeinte Frage)
ich weiss es nämlich nicht...

eisengrau
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04.12.2007 - 17:52 Uhr
eisengrau

GossipGirls sagte:
@shafty: puh, musste die charts erstmal googlen:-)aber zu deinem argument: geschenkt! wenn frau sich nur sexy genug in szene setzt bleibt ihr auch der weg in die charts nicht verwehrt. aber versuch doch mal als nicht dem gängigen schönheitsideal entsprechende musikerin aufmerksamkeit zu bekommen. das ist so ziemlich unmöglich. selbst auf einer kylie minogue wurde zuletzt rumgehackt, nur weil sie 3 kilo zugelegt hatte.


Ach Gott, die Charts. Die belegen nur den Wunsch der Masse nach Traumprinzen und Traumprinzessinnen. Da haben auch hässliche Kerls keine Chance, weit zu kommen.

Ist auch nicht Aufgabe des Showbiz, für intellektuelle Aufklärung zu sorgen, sondern für sexuelle Begierde, die den Konsum ankurbelt.
Wenn sich der Feminismus zum Ziel gesetzt haben sollte, diese glänzend funktionierende Maschinerie auszuhebeln - vergesst es ganz schnell.

GossipGirls
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04.12.2007 - 17:57 Uhr
GossipGirls

@shafty: ehrlich gesagt weiß ich das auch nicht so genau. erziehung? weil mädchen zu mehr zurückhaltung erzogen werden und sich dann im alter nicht mehr trauen? ganz bestimmt aber: weil sie es nicht vorgelebt bekommen. deswegen ist die präsenz von frauen in kulturellen bereichen m.e. ja auch so enorm wichtig. damit sich da mal was ändert.

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04.12.2007 - 18:02 Uhr
GossipGirls

eisengrau sagte:
Ach Gott, die Charts. Die belegen nur den Wunsch der Masse nach Traumprinzen und Traumprinzessinnen. Da haben auch hässliche Kerls keine Chance, weit zu kommen.

was für ein blödsinn! was ist denn mit den herbert grönemeyers und meat loafs dieser welt? hässliche kerle in den charts! umgekehrt gibts das doch nie. frauen müssen immer beides. gut aussehen & gute musik machen. und das ist einfach ein sexismus, der in der heutigen zeit nichts mehr zu suchen hat:

nostalgiequatsch
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04.12.2007 - 18:05 Uhr
nostalgiequatsch

eisengrau. darum geht es nicht. egal in welchem bereich man sich genderspezifische merkmale anschaut, es wird immer AUCH andere, dem jeweiligen bereich eigene, einflusskriterien geben.
das schließt eine kritische auseinandersetzung keineswegs aus.
meiner meinung nach sind die airplay-charts (und erst recht nicht die spiegel bestseller-liste, nach der im übrigen nicht gefragt wurde...sondern nach bedeutenden autorinnen) auch nicht die relevanten kulturbarometer; und dennoch sind sie teil davon.
wie schon angemerkt sieht es in die blabla-indierock-szene nicht besser aus.
was man auch nicht wichtig finden muss, aber gesellschaftliche umstände drücken sich nicht zuletzt auch in den musischen bereichen aus.

eisengrau
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04.12.2007 - 18:06 Uhr
eisengrau

GossipGirls sagte:
eisengrau sagte:Ach Gott, die Charts. Die belegen nur den Wunsch der Masse nach Traumprinzen und Traumprinzessinnen. Da haben auch hässliche Kerls keine Chance, weit zu kommen. was für ein blödsinn! was ist denn mit den herbert grönemeyers und meat loafs dieser welt? hässliche kerle in den charts! umgekehrt gibts das doch nie. frauen müssen immer beides. gut aussehen & gute musik machen. und das ist einfach ein sexismus, der in der heutigen zeit nichts mehr zu suchen hat:


Grönemeyer und Meat Loaf müssen ja doch auf eine bestimmte Zielgruppe irgendwie sexy wirken, denn nur mit der Qualität der Musik allein lässt sich deren Erfolg kaum erklären. Wenn es nicht die Optik ist, sind es wohl die mit rauher Stimme dahingesäuselten Liebesschwüre, darauf scheinen viele Frauen abzufahren.

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04.12.2007 - 18:12 Uhr
eisengrau

nostalgiequatsch sagte:
eisengrau. darum geht es nicht. egal in welchem bereich man sich genderspezifische merkmale anschaut, es wird immer AUCH andere, dem jeweiligen bereich eigene, einflusskriterien geben.das schließt eine kritische auseinandersetzung keineswegs aus.meiner meinung nach sind die airplay-charts (und erst recht nicht die spiegel bestseller-liste, nach der im übrigen nicht gefragt wurde...sondern nach bedeutenden autorinnen) auch nicht die relevanten kulturbarometer; und dennoch sind sie teil davon.wie schon angemerkt sieht es in die blabla-indierock-szene nicht besser aus.was man auch nicht wichtig finden muss, aber gesellschaftliche umstände drücken sich nicht zuletzt auch in den musischen bereichen aus.


Worum geht es dann? Um weibliche Einflüsse in der kulturellen Avantgarde? Die gibt es ja haufenweise. Die halbe Popkultur und drei Viertel der Bildenden Kunst wimmeln davon. Und die ganze Sekundärliteratur zur Kunst im Kontext ist auch fest in weiblicher Hand, nur die Kunstgeschichte ist ein wenig eine Männerbastion.

DagnyTaggart
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04.12.2007 - 18:20 Uhr
DagnyTaggart

Passt wunderbar zur frage nach der 'Aldi-Freundin' und zu der nicht ausgesprochenen nach der Multikulti-Beziehung.

Wenn der Ego-Trip den manche Frau als Feminismus verkauft uns Maennern zu bunt wird, suchen wir uns halt eine aufgeschlossene, aber nicht verkrampfte Frau, die feminin auf gleicher Augenhoehe lebt und nicht versucht, der bessere Mann zu sein. Und wenn wir dazu im Ausland zuchen muessen.

eisengrau
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04.12.2007 - 18:38 Uhr
eisengrau

Ich finde das eh befremdlich, was die Autorin hier so erzählt. Ist das ganze Buch so?

*Speziell in Deutschland gibt es eine recht starke antifeministische Tradition* Hallo? Hat sich die Frau in Europa mal ein wenig umgesehen, und in dem von ihr hochgelobten Amerika?

Denkt sie, in den USA hätte es 1983 eine Frau mit unrasierten Achseln an die Spitze der Charts geschafft? Denkt sie, ein Hollywood-Produzent würde unsere deutschen Charakterdarstellerinnen auch nur mit dem Arsch angucken? Selbst für die Rolle der zahnlosen Pennerin nehmen die dort lieber noch Jennifer Aniston.
Hätte eine Künstlerin wie Pipilotti Rist in den USA überhaupt den Status erreichen können wie in Mitteleuropa? Die Hälfte ihrer Werke wären vermutlich gar nicht durch die Zensur gekommen.

Was Yoko Ono übrigens für einen Einfluss auf John Lennon hatte, will ich mal dahin gestellt lassen. Zur Erinnerung: vorher war er ein rotziger Beatnik aus der englischen Provinz, hinterher ein New Yorker Hippie mit Mittelscheitel, der sich im Nachthemd interviewen ließ. Urteilt selbst ;-)
(ist aber auch nicht mein Lieblingsmusiker, daher ist es mir egal)

GossipGirls
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04.12.2007 - 18:48 Uhr
GossipGirls

eisengrau sagte:
Ich finde das eh befremdlich, was die Autorin hier so erzählt. Ist das ganze Buch so?

*Speziell in Deutschland gibt es eine recht starke antifeministische Tradition* Hallo? Hat sich die Frau in Europa mal ein wenig umgesehen, und in dem von ihr hochgelobten Amerika?


äh ja. woher kommt denn bitteschön der diskurs (sprich die gender studies, women studies,...)? und woher kommen denn magazine wie bust, bitch und co? aus den usa! und was kommt aus deutschland? drittklassige sex-and-the-city-eigenproduktionen!

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04.12.2007 - 18:51 Uhr
GossipGirls

in amerika gibts es übrigens auch eine ganze reihe berühmter und erfolgreicher produzentinnen während deutsche "charakterdarstellerinnen" wie du sie so schön nennst mit 55 weiterhin der spielball von halb so alten regisseuren bleiben...

eisengrau
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04.12.2007 - 19:09 Uhr
eisengrau

GossipGirls sagte:
äh ja. woher kommt denn bitteschön der diskurs (sprich die gender studies, women studies,...)? und woher kommen denn magazine wie bust, bitch und co? aus den usa! und was kommt aus deutschland? drittklassige sex-and-the-city-eigenproduktionen!


Erstens: Die Tatsache, dass man etwas wissenschaftlich zerpflückt,heißt nicht, dass man es mehr akzeptiert. Oder andersherum gesagt: Wenn ich etwas als normal ansehe, muss ich nicht mit großen Augen drumherum tapsen.

Zweitens: Zähl mir nicht die Anzahl der Printmagazine auf, sondern ihre Breitenwirkung. Wenn jeder texanische Redneck morgens auf dem Klo die Bitch liest statt dem Hustler, dann kann man von einem in Sachen Feminsimus fortschrittlichen Land reden.

Drittens: Produzentinnen: Nenn mir mal ein paar. Mir fällt nur Oprah Winfrey ein, und wo engagiert die sich für Feminismus? Die hatte halt ne Talkshow. Sowas haben wir hier auch.
Auderdem haben wir hier Regina Ziegler und Doris Dörrie und andere, die mit den männlichen Top-Produzenten auf Augenhöhe begegnen. Sag mir eine Filmproduzentin in den USA, die in der gleichen Liga mit Spielberg und Coppola spielt.

belowlee
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04.12.2007 - 19:20 Uhr
belowlee

Der letzte Jahrgang von Volontären beim WDR, einem der größten Sender europaweit: über zwei Drittel Frauen, und das nicht zum ersten Mal.
Da sind längst Veränderungen im Gange, die wahrzunehmen eine andere Reaktion evozieren sollten. Die "Feministinnen" hinken mit einer Zeitschleppe auch einem veränderten öffentlichen Bewußtsein vieler Frauen längst hinterher.
Und deshalb machen Begriffe sehr wohl eine Weltsicht deutlich.

Und ja, klar, auch ich habe mir die Beine rasiert. Sieht aber doch scheiße aus:))

GossipGirls
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04.12.2007 - 19:32 Uhr
GossipGirls

@Eisengrau: The L-Word oder auch Gilmore Girls werden überwiegend von Frauen produziert. Und das sind Mainstream-Formate, in denen u.a. auch feministische Thesen verhandelt werden und die trotzdem sehr erfolgreich ist.

Oprah Winfried rangiert auf der internationalen Medien-Bestverdienerliste übrigens seit Jahren unter den Top3. Erzähl mir nicht, dass es in Deutschland auch nur ein annähernd vergleichbares Äquivalent gibt.

Dafür das Bust und Co ursprünglich kleine Fanzines mit einer Auflage im dreistelligen Bereich waren und man die heutzutage an jedem amerikanischem Kiosk kaufen kann, finde ich deren Breitenwirkung doch bei der Flut an Frauenmagazinen beachtlich genug.

Yaguar
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04.12.2007 - 19:34 Uhr
Yaguar

ohkadeh*

eisengrau
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04.12.2007 - 19:38 Uhr
eisengrau

Auch so ne merkwürdige Stelle:
*Die Wichtigkeit von »Women Only«-Räumen ist meiner Meinung nach heutzutage immer noch gegeben, auch wenn ich selbst jetzt nicht so wahnsinnig oft reine Frauenveranstaltungen besuche. Außerdem: who cares? Es gibt doch so viele Reader, die nicht als »Men Only« deklariert sind und für die trotzdem nur Männer schreiben, so dass ich mir gedacht habe, dass ich das auch machen kann. Und ich mache es wenigstens offiziell.*

Was ist das denn für ein dumpfer Revanchismus? Ein Frauenclub, nur der Exklusivität halber? Qualität spielt offensichtlich keine Rolle. Vielleicht hätten diverse Reader in der Vergangenheit auch gerne gemischte Beiträge gewünscht und einfach nur männlichen Autoren veröffentlichbares Material bekommen.

*Außerdem sind Frauen so oft in den Medien absent, dass es nur legitim ist, die auch einmal geballt zu zeigen.*

Ich sehe keine Absenz von Frauen in den Medien, sorry. Im TV Anchorwomen, wohin man sieht, Popstars, Sportlerinnen, Models und Schauspielerinnen. (Und natürlich noch diejenigen, von denen man nicht weiß, was sie eigentlich sind, z.B. Kim Fischer.)

Wer einmal in der Medienbranche gearbeitet hat, weiß, dass der Anteil der Frauen hinter den Kulissen ebenfalls recht hoch, ich schätze bei 50% und mehr, liegt. Vor allem Bereiche wie Marketing, Kreatives, aber auch Schneideräume und Redaktionen sind oft in ganz in Frauenhand, Männerdomänen sind dagegen eher Legal Affairs oder Controlling.

kulturgut
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04.12.2007 - 19:47 Uhr
kulturgut

wenn die feministinnen so weiter machen...dann wird eines tages in deutschland eine frau sogar bundeskanzler. das mag im moment noch utopisch erscheinen, aber ich halte es für möglich.

GossipGirls
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04.12.2007 - 19:50 Uhr
GossipGirls

du hast noch die ganze horde an nobelpreisträgerinnen vergessen...
sprechen wir doch mal von relevanten berufsgruppen in den medien (also gesellschaftlich geachteten), in denen frauen ja ach so präsent sind. ja wo sind sie denn die ganzen schreiberinnen oder chefredakteurinnen in der sz/zeit/faz oder hier? ganz vergessen, die stecken ja alle noch im volontariat oder enden als ewige praktikantinnen. schöne zukunft.

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04.12.2007 - 19:55 Uhr
GossipGirls

kulturgut sagte:
wenn die feministinnen so weiter machen...dann wird eines tages in deutschland eine frau sogar bundeskanzler. das mag im moment noch utopisch erscheinen, aber ich halte es für möglich.


witzig... ich meine: gähn.

eisengrau
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04.12.2007 - 20:06 Uhr
eisengrau

GossipGirls sagte:
@Eisengrau: The L-Word oder auch Gilmore Girls werden überwiegend von Frauen produziert. Und das sind Mainstream-Formate, in denen u.a. auch feministische Thesen verhandelt werden und die trotzdem sehr erfolgreich ist.


Denkst Du, The L-Word (übrigens nur im Exekutivbereich von Frauen gemacht, dahinter steht der Sender Showtime) wird angeschaut, weil es die Probleme lesbischer Frauen behandelt, oder weil die Leute neugierig sind, was Lesben so alles miteinander anstellen? Und warum, denkst Du, hat man die Serie nicht mit echten Lesben besetzt, sondern mit attraktiven Hetero-Schauspielerinnen?
Mal davon abgesehen gehört im Jahre 2000+x nicht viel dazu, eine Serie wie The L-Word zu machen. Es war ja geradezu ein Gebot der Stunde, nachdem alle anderen Tabuthemen ausgeschöpft waren.

GossipGirls sagte:
Oprah Winfried rangiert auf der internationalen Medien-Bestverdienerliste übrigens seit Jahren unter den Top3. Erzähl mir nicht, dass es in Deutschland auch nur ein annähernd vergleichbares Äquivalent gibt. Dafür das Bust und Co ursprünglich kleine Fanzines mit einer Auflage im dreistelligen Bereich waren und man die heutzutage an jedem amerikanischem Kiosk kaufen kann, finde ich deren Breitenwirkung doch bei der Flut an Frauenmagazinen beachtlich genug.


Ich bin mir der Größenverhältnisse zwischen USA und Deutschland durchaus bewusst.
Deswegen sagte ich ja, lass Dir eine Produzentin einfallen, die auf dem Level eines Steven Spielberg steht. Hier in Deutschland sind die Kinoumsätze entsprechend geringer, daher gilt hier schon als Top-Produzent, wer mit einem Film 50 Mio. Umsatz macht, und da gehören die beiden Genannten durchaus schon dazu. (Bei uns kann es übrigens auch eine Senta Berger zur Präsidentin der Filmakademie bringen, die auf internationalem Parkett nur halbnackt, mit angeklebtem Schwänzchen rumhopsen durfte. ;-))

Und deswegen sage ich auch: Dreistellige Auflagenzahlen sind in den USA gar nichts. Das heißt, 2.000 Exemplare pro Bundesstaat.

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04.12.2007 - 20:13 Uhr
eisengrau

GossipGirls sagte:
du hast noch die ganze horde an nobelpreisträgerinnen vergessen...sprechen wir doch mal von relevanten berufsgruppen in den medien (also gesellschaftlich geachteten), in denen frauen ja ach so präsent sind. ja wo sind sie denn die ganzen schreiberinnen oder chefredakteurinnen in der sz/zeit/faz oder hier? ganz vergessen, die stecken ja alle noch im volontariat oder enden als ewige praktikantinnen. schöne zukunft.


Die Schreiberinnen hier? Na, frag doch mal christina-waechter ;-)
Und wo sind die männlichen Hebammen?
Was ist denn eine relevante Berufsgruppe? Die, wo man wie ein Pfau durch die Talkshows stolzieren kann? weht daher der Wind?

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04.12.2007 - 20:17 Uhr
eisengrau

Im Übrigen frage ich mich, ob die New York Times, die Washington Post, der Figaro oder La Stampa da weiter sind.

GossipGirls
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04.12.2007 - 20:59 Uhr
GossipGirls

okay eisengrau, botschaft angekommen, du hältst die ganze feminismusbewegung also für ein einziges hirngespinst oder "ego-trip" von hyterischen frauen, die sich bitte mal nicht so anstellen sollen, wo es in deutschland doch sogar eine bundeskanzlerin gibt und der wdr bald von deren volantärinnen übernommen wird. zufrieden?

ps: wieso müssen in l word echte lesben mitspielen? in mafiafilmen müssen die darsteller doch auch nicht vom fach sein.

jurette
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04.12.2007 - 21:05 Uhr
jurette

GossipGirls sagte:
liebe jurette, schön, dass für dich das erreichen eines harvard-abschlusses gleichwertig mit einer beinrasur ist. da werden dir die ganzen diplom-ingeunerinnen aber um den hals fallen...

dass der "neue" popfeminismus attraktivität gar nicht ausschließt kannst du ja nicht wissen, denn offensichtlich sind deine "kenntnisse" über den feminismus ja in den 70ern stehen geblieben.

entschuldige den rüden tonfall. aber ich mag es nicht wenn so ahnunglos mit argumenten um sich geworfen wird, über dinge die doch schon längst vom tisch sein sollten.


Liebe Gossip,

Status ist nicht gleich harvard Abschluss. Und was Feminismus und Attraktivät betrifft - Du fingst ja damit an, dass Frauen sich nur die Beine rasieren und Frauen nur attraktiv sein wollen, ich war das nicht. Ich schloss daraus eben nur, dass auch die modernen Feministinnen an Frauen den Drang zur Attraktivität kritisieren. Du wirktest auf mich eben wie eine.

farilari
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04.12.2007 - 21:05 Uhr
farilari

selten sowas vollkommen irrelevantes gelesen.

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04.12.2007 - 21:07 Uhr
farilari

stopp, muss mich korrigieren, auf jetzt.de passiert mir das eigentlich immer wieder.

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04.12.2007 - 21:10 Uhr
farilari

gg: gegenfrage: nenne mir spontan 5 bedeutende autorinnen (und keine eintagsfliegen bitte!) gar nicht mal so leicht...

die ersten fünf die mir einfielen:
elfriede jelineck
susanne miller
anna seghers
julia frank (oder ist das ne eintagsfliege)
simone de beauvoir

zwei davon bekamen in den letzten jahren den nobelpreis. wenn ich richtig aufgepasst habe.

jurette
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04.12.2007 - 21:11 Uhr
jurette

Und: Es ist natülich sehr einfach, mich so abzukanzeln und das Gespräch zu beenden und dann darüber zu schimpfen, dass die Medien den Feminismus zu negativ darstellen. Im Moment stellst Du als eine Vertreterin ihn negativ dar. Du wirkst auf mcih nämlich nicht so als hättestDu ein Interesse daran, mein anscheinend verfehltes BIld zu korrigieren

farilari
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04.12.2007 - 21:11 Uhr
farilari

"Unsere Gesellschaft ist immer noch zu großen Teilen darauf aufgebaut, dass Frauen suggeriert wird, ihr höchstes Gut bestehe darin auf Männer attraktiv zu wirken."

Meine Güte, welch ein Schmarrn.

jurette
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04.12.2007 - 21:13 Uhr
jurette

kikuju sagte:
jurette sagte:
und: karriere machen und sich attraktiv mache schließt sich ja nicht unbedingt aus. Aber genau diese Pauschalierungen machen den Feminismus eben unattraktiv für viele Frauen. Ich will nicht dafür angegriffen werden, dass ich attraktiv sein will.


ist das (noch) so?

oder ist es nicht eher so, dass viele frauen dsa noch im ohr haben und deswegen denken, wenn sie sich die beine rasieren, dann können sie anscheinend keine feministin sein? also zb im gegensatz zu einer rese witherspoon?


Sorry, aber GossipGirl hat das hier aufgebracht mit der Attraktivität.

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04.12.2007 - 21:14 Uhr
jurette

shafty sagte:
@kikuju
warum ist das denn Käse? warum muss man denn unbedingt sein Handeln, dem gewisse eigene Erkentnisse und Einsichten zugrunde liegen, labeln, sich zu einer (wie schon bemerkt sehr vielschichtigen) Bewegung bekennen? Warum kann man nicht feministisch sein ohne darüber in der Form sprechen, diskutieren, "reader"lesen zu müssen etc. ?
Die Frau Eismann verkörpert eben in dem Interview eineArt des Feminismus mit dem viele Frauen sich nicht identifizieren können, aber wenn jurette das ausspricht wird sie angefeindet und es wird ein Zitat ausgepackt dass impliziert, wer sich nicht als Feministin bezeichnet findet Vergewaltigung OK...das finde ICH Käse


Danke.

eisengrau
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04.12.2007 - 21:34 Uhr
eisengrau

GossipGirls sagte:
okay eisengrau, botschaft angekommen, du hältst die ganze feminismusbewegung also für ein einziges hirngespinst oder "ego-trip" von hyterischen frauen, die sich bitte mal nicht so anstellen sollen, wo es in deutschland doch sogar eine bundeskanzlerin gibt und der wdr bald von deren volantärinnen übernommen wird. zufrieden?


Würde ich in der Formulierung, die Du verwendest, unterstreichen. Die "Bewegung" der "Feministinnen" (wen immer man da dazu rechnen möchte), sieht wie alle -ismen natürlich nicht die Erfolge und auch nicht das Ziel, sondern marschiert einfach nur weiter.

Wenn das Ziel lediglich Gleichberechtigung war, wieso braucht es dann Frauenquoten und nicht eine Auswahl nach Kompetenz?
Und warum finden nur die VolontärINNEN Dein Mitleid? Es gibt vielleicht nicht weniger männliche Journalisten, die das gleiche Schicksal teilen, falls sie sich nicht in die Selbstständigkeit flüchten. Es ist ja nicht so, dass jeder Mann ab dem Abi schon auf dem Weg in die Chefetage ist.

Nee, da sehe ich schon insgesamt ein großes Gefallen an der Opferrolle.
Aber mein Hauptkritikpunkt war ja erstens der internationale Kontext. Ich glaube nicht, dass Frauen im biblisch gedrillten Amerika besser im Sinne von gleichberechtigt in den Medien repräsentiert sind, und in den Mittelmeerländern konnte ich mir schon selbst ein Bild machen. Also frag ich mich einfach, was das Geschrei über die Medienpräsenz speziell in Deutschland soll...?!

GossipGirls sagte: ps: wieso müssen in l word echte lesben mitspielen? in mafiafilmen müssen die darsteller doch auch nicht vom fach sein


Ich würde mir solche Vergleiche natürlich nie erlauben, und auch sage ich nicht, dass an die Serie zwingend mit lesbischen Schauspielerinnen hätte besetzen müssen, aber hätte es können. Und damit einiges wieder gutmachen, was es vorher an Ungerechtigkeiten (z.B. gegenüber einer Ellen Degeneres) gab. Man hat sich aber bewusst dagegen entschieden, und ich frage mich, wieso. Du nicht?

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04.12.2007 - 21:39 Uhr
eisengrau

eisengrau sagte:
Aber mein Hauptkritikpunkt war ja erstens der internationale Kontext.


...und zweitens diese etwas lachhafte Exklusivität. Women Only... das ist ja wie pubertäre Romanreihen, das Gegenstück zur Burschenschaftssitzung.
Wenn ein Kerl was Schlaues zu dem Thema beizutragen hat, müsste sie sich eigentlich freuen, ihn in der Autorenriege dabeizuhaben.

aus_prinzip_kein_prinzip
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05.12.2007 - 11:36 Uhr
aus_prinzip_kein_prin…

Ich finde das mit dem Women only auch ein bisschen kindisch, aber es ist eben ihr gutes Recht zu entscheiden, wer da schreiben soll und wer nicht.

Auf der anderen Seite ist dies halt ein Ausdruck einer Denke: Feminismus wird als Abgrenzung verstanden. Dabei sind diese Räume kein Fortschritt für die Frauen:

Wer unter sich bleibt fühlt sich da dann vielleicht wohl, es hat aber nichts mit der Abbildung der Wirklichkeit zu tun: da leben nämlich Männer und Frauen zusammen.

Ein Frauen-Ghetto zu schaffen ist der falsche Ansatz.

eisengrau
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05.12.2007 - 12:52 Uhr
eisengrau

aus_prinzip_kein_prinzip sagte:
Ich finde das mit dem Women only auch ein bisschen kindisch, aber es ist eben ihr gutes Recht zu entscheiden, wer da schreiben soll und wer nicht.Auf der anderen Seite ist dies halt ein Ausdruck einer Denke: Feminismus wird als Abgrenzung verstanden. Dabei sind diese Räume kein Fortschritt für die Frauen:Wer unter sich bleibt fühlt sich da dann vielleicht wohl, es hat aber nichts mit der Abbildung der Wirklichkeit zu tun: da leben nämlich Männer und Frauen zusammen.Ein Frauen-Ghetto zu schaffen ist der falsche Ansatz.


Sehr richtig.
Ich mache ihr auch nicht das Recht streitig, zu entscheiden, wer mitschreiben soll, aber die genannten Beweggründe sind mir einfach zu billig.

GossipGirls
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05.12.2007 - 13:19 Uhr
GossipGirls

wenn ihr das buch gelesen hättet, dann wüsstet ihr auch, dass es um weibliche erfahrungen in verschiedenen kontexten geht. what it feels like for a girl beim fußball ect. dass sich bei diesem ansatz logischerweise das männliche geschlecht quasi von alleine ausschließt liegt in der natur der sache und hat rein gar nix mit getthoisierung o.ä. zu tun, sorry jungs!

ebenfalls hübsch: da erscheint mal ein buch unter 1000en in dem nur autorinnen vorkommen und schon geht das gezeter los. dass davor zig (unausgesprochene männliche) reader erschienen sind bleibt dagegen vollkommen unkommentiert.

eisengrau
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Mag ich Mag ich nicht

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05.12.2007 - 13:28 Uhr
eisengrau

Erstens ist Gezeter eine Bezeichnung, die auf meine Beiträge hier vermutlich am allerwenigsten zutrifft, und zweitens hätte Frau Eismann ja auf die Frage nach männlichen Beiträgen auch einfach mit: "Ich wollte subjektiv weibliche Gefühlswelten darstellen lassen." antworten können, dann wäre ja auch alles gut. Stattdessen bringt sie aber die (von Dir gleich mal dankbar aufgenommene) Trotzreaktion, dass es soundsoviel Bücher nur von Männern gäbe. Und das kann ich einfach nicht ernst nehmen.

GossipGirls
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05.12.2007 - 13:36 Uhr
GossipGirls

Hat sie doch! Ich zitiere: "Der Ansatz des Readers war, schon zu zeigen, wie sehr sich Pop- und Alltagskultur gegenseitig durchdringen. Deshalb habe ich die Autorinnen auch gebeten möglichst ihre persönlichen Erfahrungen in die Beiträge einfließen zu lassen. Ich wollte einen Querschnitt durch die verschiedenen Lebensrealitäten popkulturell sozialisierter Frauen präsentieren."

ich finde deine reaktion ehrlich gesagt trotzig nachdem ich deinen einwand, wie ich finde durchaus argumentativ entkräftigt habe und nicht nur so aus dem bauch aus heraus irgendwelche unhaltbaren thesen in den raum stelle.

eisengrau
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05.12.2007 - 13:49 Uhr
eisengrau

Ja, zuerst spricht sie von inhaltlicher Notwendigkeit (mal davon abgesehen, dass persönliche Erfahrungen mit popkultureller Sozialisation von Frauen nicht unbedingt auch nur von Frauen gemacht werden). Und an späterer Stelle etabliert sie ihren Mädels-Club. Was von beidem entspricht nun der tatsächlichen Intention?

Ich habe das Buch nicht gelesen, und nehme solche Interviews normalerweise gerne zum Anlass, mich dadurch zum Kauf der Lektüre überreden zu lassen. Aber ich schaue mir auch gerne an, welchem Zweck ich da meine 14,90 zukommen lasse.

GossipGirls
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05.12.2007 - 13:56 Uhr
GossipGirls

tja um diese frage endgültig zu klären, bleibt dir wohl nur eins übrig: du musst dir das buch wohl einfach kaufen:)

eisengrau
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05.12.2007 - 13:57 Uhr
eisengrau

...oder auch nicht. Es gibt ja auch noch andere Publikationen zu dem Thema :-)

GossipGirls
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05.12.2007 - 14:05 Uhr
GossipGirls

...ja genau und die letzte umfassende und wirklich gute ist halt schon 10 jahre alt und nicht mehr sooo brandaktuell.

eisengrau
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05.12.2007 - 14:17 Uhr
eisengrau

Aktualität allein ist ja nicht der Maßstab. Sind die Beiträge wenigstens gut?

GossipGirls
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Mag ich Mag ich nicht

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05.12.2007 - 14:45 Uhr
GossipGirls

mir haben beide bücher gefallen. das ältere ist halt mehr so 90ies (http://www.txt.de/blau/blau19/lips.htm) während das hier mehr auf so aktuelle themen wie body politics, queerness oder tv serien eingeht. kann man m.e. nicht viel falsch machen und bedenkenlos zugreifen (auch wenn es das erste regulär nicht mehr im laden zu kaufen gibt)

aus_prinzip_kein_prinzip
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05.12.2007 - 16:14 Uhr
aus_prinzip_kein_prin…

Zunächst einmal ist es ja keine überraschende Erkenntnis nach 50 Jahren Popkultur davon zu sprechen, dass sich Alttags- und Popkultur durchdringen.

Das liegt ja in der Natur der Sache. Für mich persönlich jedenfalls keine unbedingt neue Erkenntnis. Außerdem können auch Männer genauso gut von ihren Erfahrungen mit dieser pokulturellen Sozialisation berichten.

Kindisch ist es zu sagen: Männer schreiebn reine Männer Bücher - das ist doff. darum mach ich ein Buch in dem nur Frauen zu Wort kommen - weil das ist nicht doof.

Bewusste Ausgrenzung st immer doff, vor allem wenn eine andere bewusste oder unbewusste oder ungewollte Ausgrenzung als Begründung herangezogen wird.

Wenn sie zeigen will, wie man es besser macht, wie man auch in Sachen Gender viel mehr Open-Mind verdeutlicht: dann hätte sie auch Männer zu Wort kommen lassen sollen.

Nach dem Motto: Männer, so wird es richtig gemacht. Aber um falsches zu kritisieren auch falsches zu machen - wie dumm ist das denn?

farilari
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05.12.2007 - 17:19 Uhr
farilari

man könnte in einem interview ja auch ein wenig mehr sagen, worum es in dem buch geht. da steht nämlich zwar etwas, aber ziemlich wenig drin. jedenfalls nicht genug, als dass ich es mir nun kaufen wollte.

"Ich wollte einen Querschnitt durch die verschiedenen Lebensrealitäten popkulturell sozialisierter Frauen präsentieren. Dabei war mir eine Mischung aus alten und aktuellen Themen wichtig. Also sowohl über Queerness, Schönheitsterror und Indie-Mutterschaft zu berichten als auch über so Dauerbrennerthemen wie Abtreibung und Verhütung, die seit den 70ern ja auch nie wirklich zufriedenstellend gelöst wurden und deshalb gut in das Buch reinpassten." Also, wenigstens ein Wort, was die "popkulturell sozialisierten" Frauen (das allein, nicht dass es Frauen sind, weckt mein Desinteresse) zu diesen "Dauerrennern" oder "aktuellen Themen" zu sagen haben, sagt sie ja leider nicht.

Insofer auch: ziemlich uninformatives Interview.

aus_prinzip_kein_prinzip
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05.12.2007 - 17:37 Uhr
aus_prinzip_kein_prin…

Le Tigre und Peaches sind von der Lebenswirklichkeit einer ottonormalverbraucher Frau so weit entfernt, wie die Venus vom Mars.

Dieses als Vorbildcharakter darzustellen und diese gleichzeitig als Ausgangbasis seiner eigenen feministischen Meinung zu sehen, finde ich persönlich eher langweilig.

Diese Frauen haben eine sehr spezielle Nische für sich gefunden, um ihr Frausein zu definieren. Teilweise sogar in sexueller Hinsicht, als Abschied vom mannsein.

Für mich perönlich bedeutet moderner feminismus abr nicht die Verabschiedung ins Nischenghetto, sondern die Bejahung des Unterschieds und der Drang ins das breite gesellschaftliche Leben.

Nicht als verkniffene Emanze, sondern als selbstbewusste Frau. Und auc wenn hier von Absens der Frauen in den Medien gesprochen wird, so sind doch Frauen wie Anne Will oder Mabritt Illner, Sandra Maischberger, Caren Miosga Beispiele dafür, das dem eben nicht so ist.

Diese Frauen haben für mich eine weit größeren Einfluss und eine Vorbildfunktion auf andere Frauen als die Le tigre Styler oder Peaches, die allein von ihrem Habitus bei vielen Frauen auf Ablehnung stossen.


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