Sonja Eismann über ihren popfeministischen Reader "Hot Topic"
Warum hat es fast 10 Jahre gedauert bis nach Lips Tits Hits Power? von Baldauf/Weingartner erneut eine Anthologie zum Thema Popkultur und Feminismus im deutschsprachigen Raum erschienen ist? Also an mir hat es nicht gelegen (lacht). Speziell in Deutschland gibt es eine recht starke antifeministische Tradition und das Thema wird in den Medien gerne ein wenig stiefmütterlich behandelt. Außerdem gehen gerade die jungen Generationen häufig davon aus, dass Frauen in jeglicher Hinsicht gleichgestellt sind und doch sowieso schon alles erreicht haben. Das stimmt so natürlich nicht. Es gibt noch genug »hot topics«, über die es sich zu sprechen lohnt. Was mir sehr gut an deinem Reader gefällt ist, dass sich das Wort »Popfeminismus« nicht nur auf Musik beschränkt, sondern auch auf alltagsweltliche Themen bezieht. Lustigerweise hat mein Verlag zu Beginn auch gedacht, dass sich die Beiträge nur auf Musik konzentrieren würden. Der Ansatz des Readers war, schon zu zeigen, wie sehr sich Pop- und Alltagskultur gegenseitig durchdringen. Deshalb habe ich die Autorinnen auch gebeten möglichst ihre persönlichen Erfahrungen in die Beiträge einfließen zu lassen. Ich wollte einen Querschnitt durch die verschiedenen Lebensrealitäten popkulturell sozialisierter Frauen präsentieren. Dabei war mir eine Mischung aus alten und aktuellen Themen wichtig. Also sowohl über Queerness, Schönheitsterror und Indie-Mutterschaft zu berichten als auch über so Dauerbrennerthemen wie Abtreibung und Verhütung, die seit den 70ern ja auch nie wirklich zufriedenstellend gelöst wurden und deshalb gut in das Buch reinpassten.

- "Ich würde ihr keinen Rassismus bescheinigen" 24.05.2012
- "Seit Aristoteles wird geklagt, die Jugend sei nicht leistungsfähig" 22.05.2012
- „Ein bisschen geil“ 20.05.2012
- "Ich kann auch eine Bitch sein" 17.05.2012
- Neue Hürde für junge Selbstständige 14.05.2012
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nur bitte, BITTE!!! das nächste mal die anglizismen redigieren.
es goes so fucking auf the nerven!!!
Aber wenn das beinhaltet, dass Frau die völlig unhörbaren Lärm- und Kreischergüsse einer Yoko Ono plötzlich dufte Kunst finden muss , weil die ja den John Lennon so cool gemacht hat, und zu Electroporn von Peaches abrocken dann kann ich das den Frauen irgendwie nicht verdenken...warum kommt denn dieses Zeug immer so verkniffen und unlustig daher??
ansonsten wirklich fein das interview!
Dann werden als Vorbilder (hier:Rolemodels :-) dann eben Leute wie Yoko Ono und Peaches erwähnt und dass mit Begriffen wie Woman, Gender oder die Cultural Studies hier nicht so offen umgegangen wird...zusammen mit dem Cover des Buches gibt das eben ein Gesamtbild mit dem eben keine Frau aus meinem Bekanntenkreis irgendwas anfangen bzw. sich identifizieren kann...und das sind durchweg emanzipierte,starke, unabhängige Frauen, auf die aber eben genau diese Art genauso fremd und unsexy wirkt wie auf mich.
Und da der Feminismus in den Medien immer als unattraktiv dargestellt wird
- abstoßend und unsexy, aha... (was kennst du denn vom feminismus außer in den medien auftauchende klischees?)
der feminismus ruft eben auch dazu auf sich mit den in der gesellschaft gängigen vorstellung von "sexyness" usw. kritisch auseinander zu setzen. das ist vielleicht für manche unbequem und "abstoßend"...
wer halt nicht auf "brain" steht... ;)
03.12.2007 - 11:04 Uhr
daskleinerothaarigema…
und ja, die "bitch" die mir eine freundin vor jahren mal aus san francisco mitgebracht, die habe ich immer noch... und ich habe mich auch geärgert / gefragt, warum es sowas hier nicht gibt ;)
03.12.2007 - 11:11 Uhr
shafty
daskleinerothaarigemaedchen sagte:
shafty: gähn... haste den text gelesen? Und da der Feminismus in den Medien immer als unattraktiv dargestellt wird -
03.12.2007 - 11:12 Uhr
shafty
ich fand halt, du hast wieder in die gleiche kerbe gehauen... die medien scheinen halt gerne den feminismus als unsexy, frigide und was weiß ich alles zu diskreditieren...
das finde ich halt nervig - nie wird differnziert, nie wird genau hingeschaut - es gibt ja alle möglichen strömungen im feminismus, die sich sehr unterscheiden.
auf der anderen seite kommt das gefühl der "unsexyness" sicherlich auch davon, dass eben gängige schönheits- und/ oder weiblichkeits / männlichkeitsideale in frage gestellt werden... und da einfach nur zu sagen "bäh, unsexy" find ich persönlich halt ein bißchen faul...
Außerdem würde es mich mal interessieren, was es an dem Buchcover auszusetzen gibt bzw. warum sich deine unabhängigen und ach so aufgeklärten weiblicher Freundeskreis damit angeblich nicht identifizieren kann?
@roothaarige: OK, kann sein dass ich nicht genug differenziere, point taken.
Das herrschende Image der modernen Frauenbewegung nur wieder den doofen Medien anzulasten finde ich aber auch ein bisschen faul :-)
03.12.2007 - 12:21 Uhr
shafty
Durch Nennung von solchen Nischenkünstlern wie Yoko Ono und Peaches (nicht losschreien, im Vergleich zu Madonna IST das eine Nischenkünstlerin) trägt frau m.E. nicht dazu bei, die ganze Sache breiter zu verankern...
03.12.2007 - 12:39 Uhr
GossipGirls
vergleiche hierzu:
03.12.2007 - 17:25 Uhr
shafty
zu deiner frage: ich glaube nicht, dass das eine unterstellung ist. welchen grund könnten sie sonst haben? warum sollte eine frau keine feministin sein wollen, wenn nicht aus der angst heraus, dadurch unattraktiv zu wirken?
wie unbegründet diese angst ist: siehe video
Im Interview steht ja "Selbst Frauen aus meinem Bekanntenkreis, die von ihrem Denken und Handeln klar feministisch einzuordnen sind, sperren sich gegen diese Etikettierung."
Na wunderbar! wenn sie doch feministisch denken und handeln, was soll dann diese labeln?
"Es macht uns stocksauer, wenn irgend so eine Tulpe sagt, dass sie keine Feministin ist. Wenn es für dich in Ordnung ist, vergewaltigt zu werden und im Leben keine anderen Optionen zu haben, als entweder eine Babymaschine oder eine Prostituierte zu werden, OK, dann bist du wahrscheinlich keine Feministin. Aber wenn du gern von Verhütungspillen Gebrauch machst und es bevorzugst, nicht von deinem Herren—ich meine Ehemann—verdroschen zu werden, dann bist du eigentlich schon eine und kannst gleich damit aufhören, dir die Beine zu rasieren. War nur ein Scherz. Der Feminismus hat irgendwann einen schlechten Ruf bekommen, aber er bedeutet nicht, dass du eine humorlose Jungfer sein musst und keine ironischen Zeitungsbeiträge voller alberner Geschlechterklischees verfassen darfst. Feminismus heißt einfach nur, dass du dich selber respektieren sollst."
Aber vielleicht wollen nicht alle Frauen das Ziel der Feministinnen mit den Mitteln, die sie propagieren, erreichen?
03.12.2007 - 23:59 Uhr
jurette
jurette sagte:
Ich denke ja, dass es durch und durch menschlich ist, für das andere Geschlecht attraktiv sein zu wollen. Männer wollen das doch auch.
Klar, deswegen rasieren sich Männer auch jeden Tag die Beine, zupfen sich die Augenbrauen und lassen sich mit 30, aus Angst als alte Jungfer zu sterben, liften...
die männliche Attraktivität definiert sich halt anders. Da geht es halt eher übe den Status.
Bist Du ernsthaft der Ansicht, dass Männer nicht attraktiv fü das andere Geschlcht sein wollen? Warum denkst Du denn machen die den ganzen Kram mit mein haus mein Auto usw.
außerdem halte ich es auch für völlig normal für das andere geschlecht attraktiv auszusehen. leugne ich gar nicht. nur wäre es schön, wenn frau sich zudem auch noch auf andere qualitäten besinnen würde (karriere statt kalorien).
und: karriere machen und sich attraktiv mache schließt sich ja nicht unbedingt aus. Aber genau diese Pauschalierungen machen den Feminismus eben unattraktiv für viele Frauen. Ich will nicht dafür angegriffen werden, dass ich attraktiv sein will.
dass der "neue" popfeminismus attraktivität gar nicht ausschließt kannst du ja nicht wissen, denn offensichtlich sind deine "kenntnisse" über den feminismus ja in den 70ern stehen geblieben.
entschuldige den rüden tonfall. aber ich mag es nicht wenn so ahnunglos mit argumenten um sich geworfen wird, über dinge die doch schon längst vom tisch sein sollten.
jurette sagte:
und: karriere machen und sich attraktiv mache schließt sich ja nicht unbedingt aus. Aber genau diese Pauschalierungen machen den Feminismus eben unattraktiv für viele Frauen. Ich will nicht dafür angegriffen werden, dass ich attraktiv sein will.
ist das (noch) so?
oder ist es nicht eher so, dass viele frauen dsa noch im ohr haben und deswegen denken, wenn sie sich die beine rasieren, dann können sie anscheinend keine feministin sein? also zb im gegensatz zu einer rese witherspoon?
(frau eismann - eigentlich kein guter name für eine frau mit ihrem anliegen - geht ein wenig nonchalant darüber hinweg, daß in ihrem reader keine männer zu wort kommen; " die anderen machen das auch, who cares" sind jetzt nicht gerade argumentative qualitätssiegel.)
aber grundsätzlich würde ich mich als autor und als autorin schon der frage stellen, ob je aus einem -ismus etwas positives entstanden ist. und ob ich deshalb einen, meist pejorativ verstandenen, provozierenden begriff für mein anliegen wählen würde.
so, wie bücher heute um aufmerksamkeit heischen müssen, damit sie überhaupt wahrgenommen werden, hätte ich nach einem anderen titel ausschau gehalten. (es müßte ja nicht "hot - top- femme" sein.
gelingt ihr das in dem interview? wenn ich die kommentare hier richtig deute: eher nicht. wenn ich mich selbst frage? auch eher nicht.
und vielleicht liegt es ja nur an pr-schwächen. für mich deutet das interview aber eher auf andere schwächen hin.
aber ich finde den hinweis darauf, dass es durchaus gut aussehende frauen gibt, die feministinnen sind (zb auc liza marklund) oder dass man feminismus nocht auf alice schwarzer reduzieren darf, richtig und wichtig.
und einen dialog oder auch die vorbereitungen zu einem dialog kann ich nicht unter dem siegel eines -ismus gestalten.
04.12.2007 - 11:06 Uhr
belowlee
außerdem finde ich es gerade wichtig, dass die verschiedenen strömungen unter einem dach zusammengefürht werden, sozusagen.
und das geht eben nicht, solang die emma noch als das zentralorgan wahrgenommen wird und junge frauen mit rasierten beinen nicht "dazu stehen". ich erlebe in meinem umfeld genau das oben beschriebene: frauen (und männer) verhalten und leben feministisch, aber nein, mit dem wort emanzipation, feministin etc wollen sie nicht zu tun haben. das ist doch käse.
warum ist das denn Käse? warum muss man denn unbedingt sein Handeln, dem gewisse eigene Erkentnisse und Einsichten zugrunde liegen, labeln, sich zu einer (wie schon bemerkt sehr vielschichtigen) Bewegung bekennen? Warum kann man nicht feministisch sein ohne darüber in der Form sprechen, diskutieren, "reader"lesen zu müssen etc. ?
Die Frau Eismann verkörpert eben in dem Interview eineArt des Feminismus mit dem viele Frauen sich nicht identifizieren können, aber wenn jurette das ausspricht wird sie angefeindet und es wird ein Zitat ausgepackt dass impliziert, wer sich nicht als Feministin bezeichnet findet Vergewaltigung OK...das finde ICH Käse
ich habe jurette nur eine rückfrage gestellt. mehr nicht.
lesen hilft.
DerTenor deines Posts ging für mich aber eben in die gleiche Richtung: wenn du Ansichten hast, die auch bekennende Feministinnen haben solltest du dich auch so nennen, sonst ist das Käse.
Meine Freundin ist Schwedin, da sind ja nach neusten Studien die Frauen am gleichberechtigtsten und die hat natürlich auch feministische Ansichten. Ich habe ihr das Interview und die Diskussion gestern Abend gezeigt und sie fühlt sich eben von diesem plakativen Feminismus überhaupt nicht angesprochen...sie will eben feministisch SEIN hat aber z.B. keinen Bock extra Frauenliteratur zu lesen...wenn ein gutes Buch von ner Frau ist, super. Ist aber egal welches Geschlecht ein Künstler hat,sagt sie.
Und dieses da ständig so ein Thema draus machen anstatt zu versuchen eine Selbstverständlichkeit ins Miteinader zu bringen stört mich eben auch.
du schmeißt hier gerade alles einfach mal zusammen, vermengst es gut und dann kommt ein super wort-eintopf raus!
hast du denn nicht geschrieben:
"ich erlebe in meinem umfeld genau das oben beschriebene: frauen (und männer) verhalten und leben feministisch, aber nein, mit dem wort emanzipation, feministin etc wollen sie nicht zu tun haben. das ist doch käse."?
Darauf bezog sich der Teil meines Post, der sich speziell an dich richtete.
Der Rest des Eintopfs war ein allgemeines Statement zu dem Thema das sowohl im Interview als auch in der Diskussion aufkam: warum kommt der heutige Feminismus nicht so breit an bzw. warum wird er negativ wahrgenommen und warum bekennen sich selbst feministisch denkende Frauen nicht dazu?
ich scheine also in einer gefaehrlichen parallelgesellschaft zu leben (diesen eindruck habe ich ja ingsgesamt sehr oft bei diskussionen hier im jetzt ;-))
also wenn mich ein kleines rothaariges mädchen mit großen augen anguckt und mir stolz verkündet, sie sei eine gefährliche, männermordende feministin, dann ich finde ich das auch irgendwie niedlich. da kann man schon mal das flirten anfangen.
als 2-meter-und-tonnen-brunhilde hättest du es bei denen aber erheblich schwerer.
shafty sagte:
Und dieses da ständig so ein Thema draus machen anstatt zu versuchen eine Selbstverständlichkeit ins Miteinader zu bringen stört mich eben auch.
das ist ja genau der springende punkt. solange wir eben noch nicht in einer gleichberechtigten gesellschaft leben, in der frauen nicht nur formal die gleichen rechte haben ist frausein in vielen bereichen eben leider noch keine selbstverständlichkeit und muss hin und wieder auch mal in den medien thematisiert werden auch wenn das viele zu stören scheint.
04.12.2007 - 17:22 Uhr
GossipGirls
shafty sagt...wenn ein gutes Buch von ner Frau ist, super. Ist aber egal welches Geschlecht ein Künstler hat,sagt sie.
ach dieses alte egalitäts-argument. sagt ein freund von mir auch immer. und immer wenn ich in seinen cd-schrank oder in sein bücherregal gucke sind die werke ausnahmslos von männlichen zeitgenossen. schon komisch wo das doch angeblich so egal ist. und auch seltsam, dass das sowohl von männlicher als auch weiblicher seite nie hinterfragt wird.
Hmm..OK, findest du denn, dass Musikerinnen weniger Presse / Airplay und andere Medienaufmerksamkeit bekommen? das ist nicht mein Eindruck...es gibt doch unglaublich viele super erfolgreiche weibliche Musiker und auch Schriftstellerinnen.
Oder ist das nur gefühlt von mir?
04.12.2007 - 17:34 Uhr
shafty
oder sind das die falschen?
04.12.2007 - 17:36 Uhr
shafty
04.12.2007 - 17:37 Uhr
shafty
aber zu deinem argument: geschenkt! wenn frau sich nur sexy genug in szene setzt bleibt ihr auch der weg in die charts nicht verwehrt. aber versuch doch mal als nicht dem gängigen schönheitsideal entsprechende musikerin aufmerksamkeit zu bekommen. das ist so ziemlich unmöglich. selbst auf einer kylie minogue wurde zuletzt rumgehackt, nur weil sie 3 kilo zugelegt hatte.
jajaja. zu allem.
klar werden auch bücher von frauen geschrieben und viel gelesen. aber was für welche? nur ratgeber, krimis, liebesromane. sprich: werke, die der trivialliteratur zugeordnet werden. da dürfen sich frauen austoben, die wirklich wichtigen bücher werden aber werden nach wie vor von männern geschrieben.
Also bei den Musikcharts sind ja auch Katie Melua dabei und ich+ich und die alleinerziehende Mutter Nelly Furtado, Amy Winehouse...denen allen zu unterstellen sie wären ausschliesslich sexy finde ich schon harsch. Aber natürlich machen die sich hübsch, die Männer in den Charts aber auch.
Und die "indiekünstler" die nicht den gängigen Schönheitsidealen entsprechen haben doch auch ihr Publikum, wobei ich tatsächlich zugeben muss, dass es sehr wenige tolle Frauen-Gitarrenbands gibt die ich kenne...
"nur ratgeber, krimis, liebesromane. sprich: werke, die der trivialliteratur zugeordnet werden. da dürfen sich frauen austoben, die wirklich wichtigen bücher werden aber werden nach wie vor von männern geschrieben."
was denkst du woran das liegt? (ganz ernst gemeinte Frage)
ich weiss es nämlich nicht...
GossipGirls sagte:
@shafty: puh, musste die charts erstmal googlen:-)aber zu deinem argument: geschenkt! wenn frau sich nur sexy genug in szene setzt bleibt ihr auch der weg in die charts nicht verwehrt. aber versuch doch mal als nicht dem gängigen schönheitsideal entsprechende musikerin aufmerksamkeit zu bekommen. das ist so ziemlich unmöglich. selbst auf einer kylie minogue wurde zuletzt rumgehackt, nur weil sie 3 kilo zugelegt hatte.
Ach Gott, die Charts. Die belegen nur den Wunsch der Masse nach Traumprinzen und Traumprinzessinnen. Da haben auch hässliche Kerls keine Chance, weit zu kommen.
Ist auch nicht Aufgabe des Showbiz, für intellektuelle Aufklärung zu sorgen, sondern für sexuelle Begierde, die den Konsum ankurbelt.
Wenn sich der Feminismus zum Ziel gesetzt haben sollte, diese glänzend funktionierende Maschinerie auszuhebeln - vergesst es ganz schnell.
04.12.2007 - 18:02 Uhr
GossipGirls
eisengrau sagte:
Ach Gott, die Charts. Die belegen nur den Wunsch der Masse nach Traumprinzen und Traumprinzessinnen. Da haben auch hässliche Kerls keine Chance, weit zu kommen.
was für ein blödsinn! was ist denn mit den herbert grönemeyers und meat loafs dieser welt? hässliche kerle in den charts! umgekehrt gibts das doch nie. frauen müssen immer beides. gut aussehen & gute musik machen. und das ist einfach ein sexismus, der in der heutigen zeit nichts mehr zu suchen hat:
das schließt eine kritische auseinandersetzung keineswegs aus.
meiner meinung nach sind die airplay-charts (und erst recht nicht die spiegel bestseller-liste, nach der im übrigen nicht gefragt wurde...sondern nach bedeutenden autorinnen) auch nicht die relevanten kulturbarometer; und dennoch sind sie teil davon.
wie schon angemerkt sieht es in die blabla-indierock-szene nicht besser aus.
was man auch nicht wichtig finden muss, aber gesellschaftliche umstände drücken sich nicht zuletzt auch in den musischen bereichen aus.
GossipGirls sagte:
eisengrau sagte:Ach Gott, die Charts. Die belegen nur den Wunsch der Masse nach Traumprinzen und Traumprinzessinnen. Da haben auch hässliche Kerls keine Chance, weit zu kommen. was für ein blödsinn! was ist denn mit den herbert grönemeyers und meat loafs dieser welt? hässliche kerle in den charts! umgekehrt gibts das doch nie. frauen müssen immer beides. gut aussehen & gute musik machen. und das ist einfach ein sexismus, der in der heutigen zeit nichts mehr zu suchen hat:
Grönemeyer und Meat Loaf müssen ja doch auf eine bestimmte Zielgruppe irgendwie sexy wirken, denn nur mit der Qualität der Musik allein lässt sich deren Erfolg kaum erklären. Wenn es nicht die Optik ist, sind es wohl die mit rauher Stimme dahingesäuselten Liebesschwüre, darauf scheinen viele Frauen abzufahren.
04.12.2007 - 18:12 Uhr
eisengrau
nostalgiequatsch sagte:
eisengrau. darum geht es nicht. egal in welchem bereich man sich genderspezifische merkmale anschaut, es wird immer AUCH andere, dem jeweiligen bereich eigene, einflusskriterien geben.das schließt eine kritische auseinandersetzung keineswegs aus.meiner meinung nach sind die airplay-charts (und erst recht nicht die spiegel bestseller-liste, nach der im übrigen nicht gefragt wurde...sondern nach bedeutenden autorinnen) auch nicht die relevanten kulturbarometer; und dennoch sind sie teil davon.wie schon angemerkt sieht es in die blabla-indierock-szene nicht besser aus.was man auch nicht wichtig finden muss, aber gesellschaftliche umstände drücken sich nicht zuletzt auch in den musischen bereichen aus.
Worum geht es dann? Um weibliche Einflüsse in der kulturellen Avantgarde? Die gibt es ja haufenweise. Die halbe Popkultur und drei Viertel der Bildenden Kunst wimmeln davon. Und die ganze Sekundärliteratur zur Kunst im Kontext ist auch fest in weiblicher Hand, nur die Kunstgeschichte ist ein wenig eine Männerbastion.
Wenn der Ego-Trip den manche Frau als Feminismus verkauft uns Maennern zu bunt wird, suchen wir uns halt eine aufgeschlossene, aber nicht verkrampfte Frau, die feminin auf gleicher Augenhoehe lebt und nicht versucht, der bessere Mann zu sein. Und wenn wir dazu im Ausland zuchen muessen.
*Speziell in Deutschland gibt es eine recht starke antifeministische Tradition* Hallo? Hat sich die Frau in Europa mal ein wenig umgesehen, und in dem von ihr hochgelobten Amerika?
Denkt sie, in den USA hätte es 1983 eine Frau mit unrasierten Achseln an die Spitze der Charts geschafft? Denkt sie, ein Hollywood-Produzent würde unsere deutschen Charakterdarstellerinnen auch nur mit dem Arsch angucken? Selbst für die Rolle der zahnlosen Pennerin nehmen die dort lieber noch Jennifer Aniston.
Hätte eine Künstlerin wie Pipilotti Rist in den USA überhaupt den Status erreichen können wie in Mitteleuropa? Die Hälfte ihrer Werke wären vermutlich gar nicht durch die Zensur gekommen.
Was Yoko Ono übrigens für einen Einfluss auf John Lennon hatte, will ich mal dahin gestellt lassen. Zur Erinnerung: vorher war er ein rotziger Beatnik aus der englischen Provinz, hinterher ein New Yorker Hippie mit Mittelscheitel, der sich im Nachthemd interviewen ließ. Urteilt selbst ;-)
(ist aber auch nicht mein Lieblingsmusiker, daher ist es mir egal)
eisengrau sagte:
Ich finde das eh befremdlich, was die Autorin hier so erzählt. Ist das ganze Buch so?
*Speziell in Deutschland gibt es eine recht starke antifeministische Tradition* Hallo? Hat sich die Frau in Europa mal ein wenig umgesehen, und in dem von ihr hochgelobten Amerika?
äh ja. woher kommt denn bitteschön der diskurs (sprich die gender studies, women studies,...)? und woher kommen denn magazine wie bust, bitch und co? aus den usa! und was kommt aus deutschland? drittklassige sex-and-the-city-eigenproduktionen!
04.12.2007 - 18:51 Uhr
GossipGirls
GossipGirls sagte:
äh ja. woher kommt denn bitteschön der diskurs (sprich die gender studies, women studies,...)? und woher kommen denn magazine wie bust, bitch und co? aus den usa! und was kommt aus deutschland? drittklassige sex-and-the-city-eigenproduktionen!
Erstens: Die Tatsache, dass man etwas wissenschaftlich zerpflückt,heißt nicht, dass man es mehr akzeptiert. Oder andersherum gesagt: Wenn ich etwas als normal ansehe, muss ich nicht mit großen Augen drumherum tapsen.
Zweitens: Zähl mir nicht die Anzahl der Printmagazine auf, sondern ihre Breitenwirkung. Wenn jeder texanische Redneck morgens auf dem Klo die Bitch liest statt dem Hustler, dann kann man von einem in Sachen Feminsimus fortschrittlichen Land reden.
Drittens: Produzentinnen: Nenn mir mal ein paar. Mir fällt nur Oprah Winfrey ein, und wo engagiert die sich für Feminismus? Die hatte halt ne Talkshow. Sowas haben wir hier auch.
Auderdem haben wir hier Regina Ziegler und Doris Dörrie und andere, die mit den männlichen Top-Produzenten auf Augenhöhe begegnen. Sag mir eine Filmproduzentin in den USA, die in der gleichen Liga mit Spielberg und Coppola spielt.
Da sind längst Veränderungen im Gange, die wahrzunehmen eine andere Reaktion evozieren sollten. Die "Feministinnen" hinken mit einer Zeitschleppe auch einem veränderten öffentlichen Bewußtsein vieler Frauen längst hinterher.
Und deshalb machen Begriffe sehr wohl eine Weltsicht deutlich.
Und ja, klar, auch ich habe mir die Beine rasiert. Sieht aber doch scheiße aus:))
Oprah Winfried rangiert auf der internationalen Medien-Bestverdienerliste übrigens seit Jahren unter den Top3. Erzähl mir nicht, dass es in Deutschland auch nur ein annähernd vergleichbares Äquivalent gibt.
Dafür das Bust und Co ursprünglich kleine Fanzines mit einer Auflage im dreistelligen Bereich waren und man die heutzutage an jedem amerikanischem Kiosk kaufen kann, finde ich deren Breitenwirkung doch bei der Flut an Frauenmagazinen beachtlich genug.
*Die Wichtigkeit von »Women Only«-Räumen ist meiner Meinung nach heutzutage immer noch gegeben, auch wenn ich selbst jetzt nicht so wahnsinnig oft reine Frauenveranstaltungen besuche. Außerdem: who cares? Es gibt doch so viele Reader, die nicht als »Men Only« deklariert sind und für die trotzdem nur Männer schreiben, so dass ich mir gedacht habe, dass ich das auch machen kann. Und ich mache es wenigstens offiziell.*
Was ist das denn für ein dumpfer Revanchismus? Ein Frauenclub, nur der Exklusivität halber? Qualität spielt offensichtlich keine Rolle. Vielleicht hätten diverse Reader in der Vergangenheit auch gerne gemischte Beiträge gewünscht und einfach nur männlichen Autoren veröffentlichbares Material bekommen.
*Außerdem sind Frauen so oft in den Medien absent, dass es nur legitim ist, die auch einmal geballt zu zeigen.*
Ich sehe keine Absenz von Frauen in den Medien, sorry. Im TV Anchorwomen, wohin man sieht, Popstars, Sportlerinnen, Models und Schauspielerinnen. (Und natürlich noch diejenigen, von denen man nicht weiß, was sie eigentlich sind, z.B. Kim Fischer.)
Wer einmal in der Medienbranche gearbeitet hat, weiß, dass der Anteil der Frauen hinter den Kulissen ebenfalls recht hoch, ich schätze bei 50% und mehr, liegt. Vor allem Bereiche wie Marketing, Kreatives, aber auch Schneideräume und Redaktionen sind oft in ganz in Frauenhand, Männerdomänen sind dagegen eher Legal Affairs oder Controlling.
sprechen wir doch mal von relevanten berufsgruppen in den medien (also gesellschaftlich geachteten), in denen frauen ja ach so präsent sind. ja wo sind sie denn die ganzen schreiberinnen oder chefredakteurinnen in der sz/zeit/faz oder hier? ganz vergessen, die stecken ja alle noch im volontariat oder enden als ewige praktikantinnen. schöne zukunft.
04.12.2007 - 19:55 Uhr
GossipGirls
kulturgut sagte:
wenn die feministinnen so weiter machen...dann wird eines tages in deutschland eine frau sogar bundeskanzler. das mag im moment noch utopisch erscheinen, aber ich halte es für möglich.
witzig... ich meine: gähn.
GossipGirls sagte:
@Eisengrau: The L-Word oder auch Gilmore Girls werden überwiegend von Frauen produziert. Und das sind Mainstream-Formate, in denen u.a. auch feministische Thesen verhandelt werden und die trotzdem sehr erfolgreich ist.
Denkst Du, The L-Word (übrigens nur im Exekutivbereich von Frauen gemacht, dahinter steht der Sender Showtime) wird angeschaut, weil es die Probleme lesbischer Frauen behandelt, oder weil die Leute neugierig sind, was Lesben so alles miteinander anstellen? Und warum, denkst Du, hat man die Serie nicht mit echten Lesben besetzt, sondern mit attraktiven Hetero-Schauspielerinnen?
Mal davon abgesehen gehört im Jahre 2000+x nicht viel dazu, eine Serie wie The L-Word zu machen. Es war ja geradezu ein Gebot der Stunde, nachdem alle anderen Tabuthemen ausgeschöpft waren.
GossipGirls sagte:
Oprah Winfried rangiert auf der internationalen Medien-Bestverdienerliste übrigens seit Jahren unter den Top3. Erzähl mir nicht, dass es in Deutschland auch nur ein annähernd vergleichbares Äquivalent gibt. Dafür das Bust und Co ursprünglich kleine Fanzines mit einer Auflage im dreistelligen Bereich waren und man die heutzutage an jedem amerikanischem Kiosk kaufen kann, finde ich deren Breitenwirkung doch bei der Flut an Frauenmagazinen beachtlich genug.
Ich bin mir der Größenverhältnisse zwischen USA und Deutschland durchaus bewusst.
Deswegen sagte ich ja, lass Dir eine Produzentin einfallen, die auf dem Level eines Steven Spielberg steht. Hier in Deutschland sind die Kinoumsätze entsprechend geringer, daher gilt hier schon als Top-Produzent, wer mit einem Film 50 Mio. Umsatz macht, und da gehören die beiden Genannten durchaus schon dazu. (Bei uns kann es übrigens auch eine Senta Berger zur Präsidentin der Filmakademie bringen, die auf internationalem Parkett nur halbnackt, mit angeklebtem Schwänzchen rumhopsen durfte. ;-))
Und deswegen sage ich auch: Dreistellige Auflagenzahlen sind in den USA gar nichts. Das heißt, 2.000 Exemplare pro Bundesstaat.
04.12.2007 - 20:13 Uhr
eisengrau
GossipGirls sagte:
du hast noch die ganze horde an nobelpreisträgerinnen vergessen...sprechen wir doch mal von relevanten berufsgruppen in den medien (also gesellschaftlich geachteten), in denen frauen ja ach so präsent sind. ja wo sind sie denn die ganzen schreiberinnen oder chefredakteurinnen in der sz/zeit/faz oder hier? ganz vergessen, die stecken ja alle noch im volontariat oder enden als ewige praktikantinnen. schöne zukunft.
Die Schreiberinnen hier? Na, frag doch mal christina-waechter ;-)
Und wo sind die männlichen Hebammen?
Was ist denn eine relevante Berufsgruppe? Die, wo man wie ein Pfau durch die Talkshows stolzieren kann? weht daher der Wind?
04.12.2007 - 20:17 Uhr
eisengrau
ps: wieso müssen in l word echte lesben mitspielen? in mafiafilmen müssen die darsteller doch auch nicht vom fach sein.
GossipGirls sagte:
liebe jurette, schön, dass für dich das erreichen eines harvard-abschlusses gleichwertig mit einer beinrasur ist. da werden dir die ganzen diplom-ingeunerinnen aber um den hals fallen...
dass der "neue" popfeminismus attraktivität gar nicht ausschließt kannst du ja nicht wissen, denn offensichtlich sind deine "kenntnisse" über den feminismus ja in den 70ern stehen geblieben.
entschuldige den rüden tonfall. aber ich mag es nicht wenn so ahnunglos mit argumenten um sich geworfen wird, über dinge die doch schon längst vom tisch sein sollten.
Liebe Gossip,
Status ist nicht gleich harvard Abschluss. Und was Feminismus und Attraktivät betrifft - Du fingst ja damit an, dass Frauen sich nur die Beine rasieren und Frauen nur attraktiv sein wollen, ich war das nicht. Ich schloss daraus eben nur, dass auch die modernen Feministinnen an Frauen den Drang zur Attraktivität kritisieren. Du wirktest auf mich eben wie eine.
04.12.2007 - 21:07 Uhr
farilari
04.12.2007 - 21:10 Uhr
farilari
die ersten fünf die mir einfielen:
elfriede jelineck
susanne miller
anna seghers
julia frank (oder ist das ne eintagsfliege)
simone de beauvoir
zwei davon bekamen in den letzten jahren den nobelpreis. wenn ich richtig aufgepasst habe.
Meine Güte, welch ein Schmarrn.
kikuju sagte:
jurette sagte:
und: karriere machen und sich attraktiv mache schließt sich ja nicht unbedingt aus. Aber genau diese Pauschalierungen machen den Feminismus eben unattraktiv für viele Frauen. Ich will nicht dafür angegriffen werden, dass ich attraktiv sein will.
ist das (noch) so?
oder ist es nicht eher so, dass viele frauen dsa noch im ohr haben und deswegen denken, wenn sie sich die beine rasieren, dann können sie anscheinend keine feministin sein? also zb im gegensatz zu einer rese witherspoon?
Sorry, aber GossipGirl hat das hier aufgebracht mit der Attraktivität.
04.12.2007 - 21:14 Uhr
jurette
shafty sagte:
@kikuju
warum ist das denn Käse? warum muss man denn unbedingt sein Handeln, dem gewisse eigene Erkentnisse und Einsichten zugrunde liegen, labeln, sich zu einer (wie schon bemerkt sehr vielschichtigen) Bewegung bekennen? Warum kann man nicht feministisch sein ohne darüber in der Form sprechen, diskutieren, "reader"lesen zu müssen etc. ?
Die Frau Eismann verkörpert eben in dem Interview eineArt des Feminismus mit dem viele Frauen sich nicht identifizieren können, aber wenn jurette das ausspricht wird sie angefeindet und es wird ein Zitat ausgepackt dass impliziert, wer sich nicht als Feministin bezeichnet findet Vergewaltigung OK...das finde ICH Käse
Danke.
GossipGirls sagte:
okay eisengrau, botschaft angekommen, du hältst die ganze feminismusbewegung also für ein einziges hirngespinst oder "ego-trip" von hyterischen frauen, die sich bitte mal nicht so anstellen sollen, wo es in deutschland doch sogar eine bundeskanzlerin gibt und der wdr bald von deren volantärinnen übernommen wird. zufrieden?
Würde ich in der Formulierung, die Du verwendest, unterstreichen. Die "Bewegung" der "Feministinnen" (wen immer man da dazu rechnen möchte), sieht wie alle -ismen natürlich nicht die Erfolge und auch nicht das Ziel, sondern marschiert einfach nur weiter.
Wenn das Ziel lediglich Gleichberechtigung war, wieso braucht es dann Frauenquoten und nicht eine Auswahl nach Kompetenz?
Und warum finden nur die VolontärINNEN Dein Mitleid? Es gibt vielleicht nicht weniger männliche Journalisten, die das gleiche Schicksal teilen, falls sie sich nicht in die Selbstständigkeit flüchten. Es ist ja nicht so, dass jeder Mann ab dem Abi schon auf dem Weg in die Chefetage ist.
Nee, da sehe ich schon insgesamt ein großes Gefallen an der Opferrolle.
Aber mein Hauptkritikpunkt war ja erstens der internationale Kontext. Ich glaube nicht, dass Frauen im biblisch gedrillten Amerika besser im Sinne von gleichberechtigt in den Medien repräsentiert sind, und in den Mittelmeerländern konnte ich mir schon selbst ein Bild machen. Also frag ich mich einfach, was das Geschrei über die Medienpräsenz speziell in Deutschland soll...?!
GossipGirls sagte: ps: wieso müssen in l word echte lesben mitspielen? in mafiafilmen müssen die darsteller doch auch nicht vom fach sein
Ich würde mir solche Vergleiche natürlich nie erlauben, und auch sage ich nicht, dass an die Serie zwingend mit lesbischen Schauspielerinnen hätte besetzen müssen, aber hätte es können. Und damit einiges wieder gutmachen, was es vorher an Ungerechtigkeiten (z.B. gegenüber einer Ellen Degeneres) gab. Man hat sich aber bewusst dagegen entschieden, und ich frage mich, wieso. Du nicht?
04.12.2007 - 21:39 Uhr
eisengrau
eisengrau sagte:
Aber mein Hauptkritikpunkt war ja erstens der internationale Kontext.
...und zweitens diese etwas lachhafte Exklusivität. Women Only... das ist ja wie pubertäre Romanreihen, das Gegenstück zur Burschenschaftssitzung.
Wenn ein Kerl was Schlaues zu dem Thema beizutragen hat, müsste sie sich eigentlich freuen, ihn in der Autorenriege dabeizuhaben.
Auf der anderen Seite ist dies halt ein Ausdruck einer Denke: Feminismus wird als Abgrenzung verstanden. Dabei sind diese Räume kein Fortschritt für die Frauen:
Wer unter sich bleibt fühlt sich da dann vielleicht wohl, es hat aber nichts mit der Abbildung der Wirklichkeit zu tun: da leben nämlich Männer und Frauen zusammen.
Ein Frauen-Ghetto zu schaffen ist der falsche Ansatz.
aus_prinzip_kein_prinzip sagte:
Ich finde das mit dem Women only auch ein bisschen kindisch, aber es ist eben ihr gutes Recht zu entscheiden, wer da schreiben soll und wer nicht.Auf der anderen Seite ist dies halt ein Ausdruck einer Denke: Feminismus wird als Abgrenzung verstanden. Dabei sind diese Räume kein Fortschritt für die Frauen:Wer unter sich bleibt fühlt sich da dann vielleicht wohl, es hat aber nichts mit der Abbildung der Wirklichkeit zu tun: da leben nämlich Männer und Frauen zusammen.Ein Frauen-Ghetto zu schaffen ist der falsche Ansatz.
Sehr richtig.
Ich mache ihr auch nicht das Recht streitig, zu entscheiden, wer mitschreiben soll, aber die genannten Beweggründe sind mir einfach zu billig.
ebenfalls hübsch: da erscheint mal ein buch unter 1000en in dem nur autorinnen vorkommen und schon geht das gezeter los. dass davor zig (unausgesprochene männliche) reader erschienen sind bleibt dagegen vollkommen unkommentiert.
ich finde deine reaktion ehrlich gesagt trotzig nachdem ich deinen einwand, wie ich finde durchaus argumentativ entkräftigt habe und nicht nur so aus dem bauch aus heraus irgendwelche unhaltbaren thesen in den raum stelle.
Ich habe das Buch nicht gelesen, und nehme solche Interviews normalerweise gerne zum Anlass, mich dadurch zum Kauf der Lektüre überreden zu lassen. Aber ich schaue mir auch gerne an, welchem Zweck ich da meine 14,90 zukommen lasse.
Das liegt ja in der Natur der Sache. Für mich persönlich jedenfalls keine unbedingt neue Erkenntnis. Außerdem können auch Männer genauso gut von ihren Erfahrungen mit dieser pokulturellen Sozialisation berichten.
Kindisch ist es zu sagen: Männer schreiebn reine Männer Bücher - das ist doff. darum mach ich ein Buch in dem nur Frauen zu Wort kommen - weil das ist nicht doof.
Bewusste Ausgrenzung st immer doff, vor allem wenn eine andere bewusste oder unbewusste oder ungewollte Ausgrenzung als Begründung herangezogen wird.
Wenn sie zeigen will, wie man es besser macht, wie man auch in Sachen Gender viel mehr Open-Mind verdeutlicht: dann hätte sie auch Männer zu Wort kommen lassen sollen.
Nach dem Motto: Männer, so wird es richtig gemacht. Aber um falsches zu kritisieren auch falsches zu machen - wie dumm ist das denn?
"Ich wollte einen Querschnitt durch die verschiedenen Lebensrealitäten popkulturell sozialisierter Frauen präsentieren. Dabei war mir eine Mischung aus alten und aktuellen Themen wichtig. Also sowohl über Queerness, Schönheitsterror und Indie-Mutterschaft zu berichten als auch über so Dauerbrennerthemen wie Abtreibung und Verhütung, die seit den 70ern ja auch nie wirklich zufriedenstellend gelöst wurden und deshalb gut in das Buch reinpassten." Also, wenigstens ein Wort, was die "popkulturell sozialisierten" Frauen (das allein, nicht dass es Frauen sind, weckt mein Desinteresse) zu diesen "Dauerrennern" oder "aktuellen Themen" zu sagen haben, sagt sie ja leider nicht.
Insofer auch: ziemlich uninformatives Interview.
Dieses als Vorbildcharakter darzustellen und diese gleichzeitig als Ausgangbasis seiner eigenen feministischen Meinung zu sehen, finde ich persönlich eher langweilig.
Diese Frauen haben eine sehr spezielle Nische für sich gefunden, um ihr Frausein zu definieren. Teilweise sogar in sexueller Hinsicht, als Abschied vom mannsein.
Für mich perönlich bedeutet moderner feminismus abr nicht die Verabschiedung ins Nischenghetto, sondern die Bejahung des Unterschieds und der Drang ins das breite gesellschaftliche Leben.
Nicht als verkniffene Emanze, sondern als selbstbewusste Frau. Und auc wenn hier von Absens der Frauen in den Medien gesprochen wird, so sind doch Frauen wie Anne Will oder Mabritt Illner, Sandra Maischberger, Caren Miosga Beispiele dafür, das dem eben nicht so ist.
Diese Frauen haben für mich eine weit größeren Einfluss und eine Vorbildfunktion auf andere Frauen als die Le tigre Styler oder Peaches, die allein von ihrem Habitus bei vielen Frauen auf Ablehnung stossen.








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02.12.2007 - 20:56 Uhr
stephielein