Sonja Eismann über ihren popfeministischen Reader "Hot Topic"
Warum hat es fast 10 Jahre gedauert bis nach Lips Tits Hits Power? von Baldauf/Weingartner erneut eine Anthologie zum Thema Popkultur und Feminismus im deutschsprachigen Raum erschienen ist? Also an mir hat es nicht gelegen (lacht). Speziell in Deutschland gibt es eine recht starke antifeministische Tradition und das Thema wird in den Medien gerne ein wenig stiefmütterlich behandelt. Außerdem gehen gerade die jungen Generationen häufig davon aus, dass Frauen in jeglicher Hinsicht gleichgestellt sind und doch sowieso schon alles erreicht haben. Das stimmt so natürlich nicht. Es gibt noch genug »hot topics«, über die es sich zu sprechen lohnt. Was mir sehr gut an deinem Reader gefällt ist, dass sich das Wort »Popfeminismus« nicht nur auf Musik beschränkt, sondern auch auf alltagsweltliche Themen bezieht. Lustigerweise hat mein Verlag zu Beginn auch gedacht, dass sich die Beiträge nur auf Musik konzentrieren würden. Der Ansatz des Readers war, schon zu zeigen, wie sehr sich Pop- und Alltagskultur gegenseitig durchdringen. Deshalb habe ich die Autorinnen auch gebeten möglichst ihre persönlichen Erfahrungen in die Beiträge einfließen zu lassen. Ich wollte einen Querschnitt durch die verschiedenen Lebensrealitäten popkulturell sozialisierter Frauen präsentieren. Dabei war mir eine Mischung aus alten und aktuellen Themen wichtig. Also sowohl über Queerness, Schönheitsterror und Indie-Mutterschaft zu berichten als auch über so Dauerbrennerthemen wie Abtreibung und Verhütung, die seit den 70ern ja auch nie wirklich zufriedenstellend gelöst wurden und deshalb gut in das Buch reinpassten.

- "Ich würde ihr keinen Rassismus bescheinigen" 24.05.2012
- "Seit Aristoteles wird geklagt, die Jugend sei nicht leistungsfähig" 22.05.2012
- „Ein bisschen geil“ 20.05.2012
- "Ich kann auch eine Bitch sein" 17.05.2012
- Neue Hürde für junge Selbstständige 14.05.2012
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Das liegt ja in der Natur der Sache. Für mich persönlich jedenfalls keine unbedingt neue Erkenntnis. Außerdem können auch Männer genauso gut von ihren Erfahrungen mit dieser pokulturellen Sozialisation berichten.
Kindisch ist es zu sagen: Männer schreiebn reine Männer Bücher - das ist doff. darum mach ich ein Buch in dem nur Frauen zu Wort kommen - weil das ist nicht doof.
Bewusste Ausgrenzung st immer doff, vor allem wenn eine andere bewusste oder unbewusste oder ungewollte Ausgrenzung als Begründung herangezogen wird.
Wenn sie zeigen will, wie man es besser macht, wie man auch in Sachen Gender viel mehr Open-Mind verdeutlicht: dann hätte sie auch Männer zu Wort kommen lassen sollen.
Nach dem Motto: Männer, so wird es richtig gemacht. Aber um falsches zu kritisieren auch falsches zu machen - wie dumm ist das denn?
"Ich wollte einen Querschnitt durch die verschiedenen Lebensrealitäten popkulturell sozialisierter Frauen präsentieren. Dabei war mir eine Mischung aus alten und aktuellen Themen wichtig. Also sowohl über Queerness, Schönheitsterror und Indie-Mutterschaft zu berichten als auch über so Dauerbrennerthemen wie Abtreibung und Verhütung, die seit den 70ern ja auch nie wirklich zufriedenstellend gelöst wurden und deshalb gut in das Buch reinpassten." Also, wenigstens ein Wort, was die "popkulturell sozialisierten" Frauen (das allein, nicht dass es Frauen sind, weckt mein Desinteresse) zu diesen "Dauerrennern" oder "aktuellen Themen" zu sagen haben, sagt sie ja leider nicht.
Insofer auch: ziemlich uninformatives Interview.
Dieses als Vorbildcharakter darzustellen und diese gleichzeitig als Ausgangbasis seiner eigenen feministischen Meinung zu sehen, finde ich persönlich eher langweilig.
Diese Frauen haben eine sehr spezielle Nische für sich gefunden, um ihr Frausein zu definieren. Teilweise sogar in sexueller Hinsicht, als Abschied vom mannsein.
Für mich perönlich bedeutet moderner feminismus abr nicht die Verabschiedung ins Nischenghetto, sondern die Bejahung des Unterschieds und der Drang ins das breite gesellschaftliche Leben.
Nicht als verkniffene Emanze, sondern als selbstbewusste Frau. Und auc wenn hier von Absens der Frauen in den Medien gesprochen wird, so sind doch Frauen wie Anne Will oder Mabritt Illner, Sandra Maischberger, Caren Miosga Beispiele dafür, das dem eben nicht so ist.
Diese Frauen haben für mich eine weit größeren Einfluss und eine Vorbildfunktion auf andere Frauen als die Le tigre Styler oder Peaches, die allein von ihrem Habitus bei vielen Frauen auf Ablehnung stossen.
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05.12.2007 - 14:17 Uhr
eisengrau