18.11.2007 - 19:00 Uhr

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Presseschau: Was geschrieben wird, weil Anne Will eine Frau liebt

Text: stefan-winter - Fotos: ddp

Passenderweise wurde an Altkanzler Kohl und Historiker Fritz Stern ein Preis für Verständigung und Toleranz verliehen, als Anne Will am Samstagabend der Bild am Sonntag sagte: "Ja, wir sind ein Paar." Neben ihr im Jüdischen Museum in Berlin stand Miriam Meckel, Professorin für Medienrecht. Die beiden lösten, nun ja: Aufregung aus. 10 Beispiele

Ein Textmarker mit Homosexuellen-Highlights aus deutschen Medien, die sich voll tolerant geben.

6. Die Agentur AFP zitiert - verbreitet unter anderem von web.de - ein Interview mit Mirjam Meckel in der mittlerweile eingestellten Zeitschrift "Woman". Darin sagt sie im Jahr 2004 auf die Frage, wo sie beim Zappen hängenbleibe: "Bei den Tagesthemen". AFP ergänzt: "Die Nachrichtensendung wurde damals moderiert von Anne Will." +++ 7. Welt
Screenshot aus der "Das Lächeln der Ann Will" genannten Bildergalerie von Welt-Online. Für die Welt bietet die Meldung nichts Neues. Sie berichtet und kommentiert gleichzeitig: "Lange war es ein offenes Geheimnis, jetzt ist es endlich offiziell." Vielleicht deshalb finden sie auch die Bildergalerie ("Das Lächeln der Anne Will") mit 17 Archiv-Fotos von Anne Will wichtiger als die Agentur-Meldung, die etwas umgeschrieben wurde. +++ 8. Focus Focus kriegt für seine Bildergalerie nur drei Motive zusammen, weist neben der Agentur-Meldung zum Outing aber unter dem Titel "Fotoshooting auf der Trauminsel Santorin" auf ein Video hin: "Die Wienerin Alexandra Salai ist das Playmate des Monats Dezember. Für den Playboy stand sie im Mai diesen Jahres vor der Kamera." +++ 9. FAZ Bei der FAZ ist man der Meinung, dass ein Text aus dem Jahr 2003 mit dem Titel Der lange Weg zur Frau Professor zum Thema passe. Neben der Agenturmeldung von AP verweist die FAZ auf diesen Bericht, in dem der Leser lernt: "Der Weg zur Professur ist für Frauen hierzulande aber immer noch steinig." +++ 10. Tagesspiegel Richtig beruhigend dahingegen das Interview, das der Tagesspiegel am Samstag mit Miriam Meckel geführt hat: Es geht um den Chefredakteurswechsel beim Spiegel, nicht um Privates.
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