20.11.2007 - 19:00 Uhr

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Antifa-Gaming: "Überall wo es Nazis gibt, da muss es auch Antifaschisten geben"

Text: christoph-gurk

Oskar ist 16 und arbeitet seit knapp einem Jahr bei Antifa Gaming als Pressesprecher und Administrator.

Hallo Oskar, wie machen sich die Nazis in der Gaming Szene denn bemerkbar? Die Nazis breiten sich recht vielseitig in der Szene aus. Es gibt faschistische Clans und Communities, die geben sich dann die entsprechenden Namen oder machen diskriminierende, rassistische und antisemitische Äußerungen in den Chats. Ist dir selber auch schon passiert? Klar. Kannst du dich an die letzte Situationen erinnern, wo ein Nazis dich beleidigt hat? Ich bin in einer Liga registriert und habe dort ein Gästebuch. In dem gibt es fast täglich verbale Übergriffe von Nazis.
Die Homepage von Antifa-Gaming Was machst du dann? Meistens kommentieren die Nazis auf relativ niedrigen Niveau. Wenn ich merke, dass die selber gar nicht wissen, was sie da von sich geben, ignoriere ich sie. Oft diskutiere ich aber auch mit ihnen. Hast du das Gefühl, dass das etwas bringt? Nein, leider nicht. Die meisten sind in ihrer Meinung so festgefahren, dass das sinnlos ist. Machen die Nazis während dem Spiel auch Propaganda? Das ist ganz unterschiedlich. Oft haben die Clans nur einen faschistischen Namen, es gibt aber auch Spieler, die Nachrichten mit Nazi-Kommentaren versenden. Wir bekommen zum Beispiel oft welche wie „Scheiß Zecken“, weil in unserem Clan Namen „Antifa“ steht. Was kann man tun, wenn man selber solchen Attacken ausgesetzt ist? In den Ligen gibt es Administratoren, an die man sich wenden kann. Leider sind diese aber oft nicht zu unseren Gunsten eingestellt, viele Nazis kommen ungestraft davon, während Antifaschisten oft härter bestraft werden. Schwieriger wird es, wenn man auf einem Server spielt. Auf seinem eigenen kann man die Nazis natürlich bannen, auf anderen Servern hilft nur komplett fertig machen, weil man besser spielt als der andere. Technisch besiegen anstatt moralisch also … Wenn die Nazis Parolen schreien und dich dumm anmachen, ist es schön zu sehen, dass sie ganz schnell den Schwanz einziehen, wenn man besser spielt als sie - und das ist meistens der Fall. Was für Spiele werden am meisten von Nazis genutzt? Bevorzugt natürlich Spiele, die sich um den Zweiten Weltkrieg drehen – und dann natürlich auf der deutschen Seite. Nazis sind aber in allen Spielen vertreten, egal ob das etwas mit dem Irak-Krieg zu tun hat oder ob es ein Rollenspiel ist. Was spielst du denn für ein Spiel? Hauptsächlich Counter Strike, aber auch Return To Castle Wolfenstein, Team Fortress 2, Quake III Arena. Bei Castle Wolfenstein kann man zum Beispiel sowohl auf der Seite der Nazis als auch auf der der Alliierten spielen. Welche Seite spielst du? Also bei Wolfenstein bin ich lieber Alliierter, aber es gibt auch Spiele, wo ich lieber Deutscher bin. In vielen Spielen wird die Geschichte ja auch kritisch betrachtet. Nicht jedes Spiel, in dem man Nazi sein kann, ist auch gleich bedenklich. Im Multiplayer-Modus muss es eben immer zwei Parteien geben, da ist die Rahmenhandlung eigentlich egal. Ist es denn so, dass die Nazis dann auch mal Alliierte spielen? Ich denke, das ist unterschiedlich, aber im allgemeinen würde ich sagen, dass sie öfter auf der Seite der Nazis spielen. Was macht ihr von Antifa-Gaming gegen Nazis in der Gaming Szene? Wir machen ganz allgemeine Aktionen, die sich gegen Nazis richten, aber auch spezielle, in denen wir gezielt gegen bestimmte Clans vorgehen. Hauptsächlich wollen wir aber Gamer darüber informieren, dass es eine Unterwanderung der Szene durch Nazis gibt. Wir bieten Antifaschisten, die im Netz unterwegs sind oder dort spielen, eine Austauschplattform. Außerdem haben wir eine kleine News-Redaktion zu Themen, die mit Antifa, Politik und Internet zu tun haben und wir bieten mehrere Server zum Spielen an. Wie kam es dazu, dass ihr euch gegründet habt? Schon vor der Gründung von Antifa Gaming gab es einen Clan, in dem viele Antifaschistischen mitgespielt haben. Wir hatten schon vorher beobachtet, dass auch im Gaming Bereich faschistische Tendenzen vertreten sind. Der zündende Funke war aber, als ein Freund des Clans von Neonazis angegriffen wurde, die ihm Hakenkreuze in die Haut ritzten. Ich denke, überall wo es Nazis gibt, da muss es auch Antifaschisten geben. Fahrt ihr mit eurem Clan auch auf Turniere? Nein, bis jetzt noch nicht. Wir haben aber viele Leute, die sich auch im echten Leben kennen und zusammen auf Turniere fahren. Dort spielen sie dann unter dem Namen Antifa Gaming. Was gibt es da für Reaktionen? Das ist sehr unterschiedlich. Zum einen gibt es viele Leute, die unser Projekt gut finden, zum anderen aber auch viele, die meinen, dass Gaming nicht politisch sein sollte. Dazu muss ich aber sagen: Wir sind nicht politisch. Unser erstes Ziel ist es, gegen Nazis zu kämpfen. Wir sind kein Clan nur von Punks oder Kommunisten. Jeder der etwas gegen Nazis hat, der ist bei uns richtig. Was habt ich denn bis jetzt schon erreicht? Wir haben so lange auf die Administratoren einer Liga eingeredet, bis sie ein Nazi-Team rausgeschmissen haben. Und was habt ihr noch für Ziele? Ganz allgemein wollen wir Jugendliche in der Gaming Szene auch für politische Themen interessieren, sie aufklären und ihnen zeigen, dass Antifa-Arbeit viel Spaß macht. Außerdem arbeiten wir gerade an einem Outing, bei dem wir Informationen über Nazis sammeln. Und dann wollen unsere Counterstrike-Teams in den Ligen natürlich ganz oben mit dabei sein… Mehr zum Thema: Im Netz bei Antifa-Gaming.de und bei jetzt.de im Interview mit MTV-Moderator Markus Kavka über das Projekt Störungsmelder sowie Gespräch mit Patrick Gensing, dem Macher der Site NPD-Blog.info


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katzchen
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Mag ich Mag ich nicht

-2

20.11.2007 - 23:03 Uhr
katzchen

hm ja, also die idee ist ja wirklich nett und vielleicht ja auch ganz sinnvoll...
aber wenn man sich manche kommentare in dieser "community" auf deren homepage anguckt kommt man ja schon ins zweifeln wieviel gehirn diese spiele schon weggeschossen haben...
ich denke dass viele antifas (die allerallermeisten, und damit meine ich die, die man auf veranstaltungen oder auf der straße trifft, nicht die vor dem pc) sehr kluge menschen sind, die wirklich auch wissen wieso sie das sind und das auch begründen können, aber die frage ist wie viele von denen Kriegssimulationsspiele spielen... und dann auch noch die deutsche seite übernehmen ;)

dichtmeister
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Mag ich Mag ich nicht

-1

21.11.2007 - 09:19 Uhr
dichtmeister

Also die meisten Antifa-Leute mit denen ich bisher das vergnügen hatte zu reden waren einfach nur panne oberflächliche Punks, die im Prinzip bloß auf ne gute Schlägerei aus sind...

uther_the_puter
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Mag ich Mag ich nicht

-2

21.11.2007 - 11:22 Uhr
uther_the_puter

Allerdings.....
"sehr kluge menschen sind, die wirklich auch wissen wieso sie das sind und das auch begründen können"
Das ja was ganz was neues.

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Mag ich Mag ich nicht

0

21.11.2007 - 11:23 Uhr
uther_the_puter

Allein ein 16-Jähriger Pressesprecher is ja irgendwie schon bezeichnend.

zabaitzu
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Mag ich Mag ich nicht

4

21.11.2007 - 12:13 Uhr
zabaitzu

An die drei kommentar schreiber über mir!

Es gibt Leute, die vertreten ihre Meinung.
Und es gibt Leute, die einen Scheißdreck tun, dafür aber über Leute meckern, die ihre Meinung vertreten.

Was spielt es denn für eine Rolle wie alt der Kerl ist? Mit 16 hab ihr wahrscheinlich auch noch nicht perfekt formuliert können.
Aber er tritt wenigstens für seine Überzeugung ein und was macht ihr?
Nix.

doch halt, meckern.

warum?`
Weil ihr das wahrscheinlich braucht und selber in eurem Leben nichts erreicht habt. (Wobei ich das nur vermute)

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Mag ich Mag ich nicht

2

21.11.2007 - 12:15 Uhr
zabaitzu

ich sollte ja jetzt eventuell "formuliert" durch "formulieren" ersetzen, aber ich lasse es lieber.

katzchen
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-2

21.11.2007 - 12:35 Uhr
katzchen

ja vielleicht kenn ich andere antifas als ihr.. dass es auch andere gibt weiß ich auch.
wie alt der ist oder wie er artikuliert ist mir egal, es ging bei meinem post vorallem um das forum, in dem sprüche von leuten, die ja so sehr gegen intolerante nazis sind, abgelassen werden in der art "emos sind ja so scheiße, die könnt ich echt nur noch treten" und dafür auch noch (teilweise) zustimmung erhalten. (und nee ich bin kein emo)
ach, und ich trete auch für meine überzeugung ein. deshalb kann ich aber trotzdem über andere meckern. das eine schließt das andere nicht aus. denke ich.
und ja, du vermutest. ich hab meiner meinung schon mehr gegen nazis erreicht als sie in pc-spielen zu besiegen und mich in internetforen mit "gleichgesinnten" gegenseitig hochleben lassen wie toll wir alle sind (ja, ich weiß dass es sein könnte dass die menschen da auch schon mehr gemacht haben..aber wie du so schön sagtest "iwobei ich das nur vermute")

zabaitzu
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Mag ich Mag ich nicht

1

21.11.2007 - 12:47 Uhr
zabaitzu

sorry katzchen, auf dich war mein kommentar eh nicht gerichtet. ich hätte eher an die drei komentare über mir schreiben sollen!, nicht an die kommentar schreiber :]

katzchen
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1

21.11.2007 - 15:08 Uhr
katzchen

ok, dann ist ja gut ;)

helvete
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Mag ich Mag ich nicht

0

21.11.2007 - 17:50 Uhr
helvete

ich stimme dichtmeister irgendiwe zu, erwitere es aber auch um das rechte spektrum - meiner sicht nach sind auch die "rechten" auf randale aus, genauso wie die "linken". da in unserer durchgestylten und reglementierten welt aber für eine ordentliche/faire prügelei kein platz zu sein scheint, werden eben ausweichplätze gescuht, zb im internet, bzw es bilden sich gruppierungen, in denen gewalt ein mittel zum zweck ist (links, rechts, hools,...)

wenn wir ehrlich sind, mit 22,25 jahren legt sich dieser trieb nach nach raufhändel im allgemeinen. diejenigen die dann in diesen gruppen verbleiben, oder sie gar anführen sind durch nichts und niemand zu retten, weil sie ihre überzeugung leben (auch wenn das nicht allen passt)! und ob sich da likes gesindel mit rechtem pack prügelt, interessiert mich nicht den berühmten sack reis, es sind beides verblendete extreme, die sich gegenseitig nicht die freiheiten zugestehen, welche sie für sich selbst beanspruchen

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christoph-gurk offline

christoph-gurk

ist jetzt-Mitarbeiter und hat diesen Beitrag verfasst.