Es gibt keine Worte für die Unverstandenheit.
Er ging jeden Tag seinen Geschäften nach, die Mütze war sein einziges Gepäck. Während es draußen schneite, regnete oder die Sonne schien, fuhr er Bus und schaute aus dem Fenster. Manchmal erkannte er nur Regenschirme. Irgendwann wurde das Augenlicht schwächer, sodass er am Tag schlief und nachts Bus fuhr. Aus dem Fenster schaute, das zum Spiegel der Dunkelheit wurde. Jeden Tag sah er seine Umrisse schwächer werden. Den schwarzen Mantel, die Mütze auf dem Schoß. Leise atmend, um kein Wort zu verpassen. Sie saß immer dort. Zwei Plätze weiter, am rechten Fenster. Jeden Tag der Woche holte sie ihren Enkel ab, der ihr Bilder malte. Sie musste dann oft weinen, sie konnte nicht hören, was er sagte. Der Arzt konnte nichts mehr unternehmen, nachdem sie plötzlich ertaubt war. Sie merkte es viel zu spät und nur weil die Katze nicht mehr miaute, als sie sonst immer den Hunger beklagte. Auf den Zehenspitzen ging sie schon immer durch die Wohnung. Wie gerne hätte er sie angesprochen. Wenn er nach Hause kam, machte er nie Licht an, doch der Fußboden war voller Briefe. Zusammengeknüllt. Verdreckt als er mit den regennassen Schuhen einmal auf sie trat. Er schrieb es auf, doch kannte nie nachempfinden, was er empfand. Konnte nie lesen, was er schrieb. Ihr roter Mantel war im Bus selbst für ihn noch gut erkennbar. Wie sie ganz ruhig da saß, auf die Anzeigetafel der Haltestellen blickend. Jedes Mal blinzelnd, als sie umschaltet. Acht Male blinzeln, bis sie am Kindergarten war. Von dort drei bis zum Haus ihrer Tochter. Auf einer anderen Linie neun nach Hause zurück. Schon um vier Uhr wurde es dunkel, während der Enkel noch seinen Mittagsschlaf hielt. Ab um drei Uhr saß er dann im Bus, ignorierte die Helligkeit, das Angestarrtwerden, wenn er auf dem Weg zum Bus zwei Meter neben dem Bürgersteig ging, solange bis ein erboster Autofahrer hupte. Seit Samstag schon sitzt sie nicht mehr im Bus. Dieser Samstag ist einen Monat her. Nun bin ich blind.- Das geheime Kino 24.03.2012
- Asylpolitik im Dreivierteltakt 18.02.2012
- Die Gleichgültigkeit der Gründe 03.05.2011
- Titetllos III. 09.07.2010
- Titellos II. 09.07.2010
irgendwie is der text so genau un macht dabei traurig...
aber schön geschriebn :)
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zu viele fehler und ungereimtheiten. textliche, wort-liche. sinnliche.
das ist ausschliesslich meine meinung durch die sich bitte niemand angegriffen (...) fühlen muss. ganz bestimmt nicht, weil so wichtig ist das/ bin ich nicht.








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15.11.2007 - 19:28 Uhr
gewitterhexe