11.11.2007 - 19:16 Uhr

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peng! soundtrack der realität.

Text: suesswarenabteilung

Seit einigen Wochen gehe ich regelmäßig ins Fitnessstudio und höre dabei über meinen MP3-Player Musik. Vor allem, wenn mich wieder die Gefühlskeule getroffen hat.
Auch wenn ich diesen Stepper oder wie auch immer das Foltergerät für Arme und Beine jetzt wirklich heißt, abgrundtief verachte, steige ich doch jedes Mal darauf. Aber das Gute ist ja, dass die Musik da ist [frei nach Absolute Giganten].

Es fängt mit Feist an. Sanfte Töne, manchmal lustig. Auf und ab und auf und ab. Dann kommt ein wenig R&B und HipHop - eigentlich steh ich da nicht so drauf, dafür aber mein Po, den ich dazu rhythmisch auf dem Stepper bewege und ich fühle mich sexy dabei. Dann kommen mir die ersten Gedanken. Wenn die Kerle hier schon so gierig auf meinen Hintern schauen, naja, dann müssen es die da draußen doch auch toll finden. Also habe ich doch noch eine Chance, nicht mein komplettes Leben allein zu bleiben. Genau, ich finde mich eigentlich gar nicht übel. Das bestätigen dann auch Disco Ensemble und ich trete fester und schneller [faster, harder, louder!] - Hey, gut im Bett bin ich auch... "You are the dawn", ja das wird sicher auch mal ein hübscher finnischer junger Mann über mich singen. Es gibt so viele gebrochene Herzen da draußen unter den Männern, ich bin bereit sie zu kitten mit meiner unendlichen Liebe.

Während Knights of Cydonia lege ich noch einen Zahn zu - sowohl auf dem Stepper, als auch bei meinem Selbstbewusstsein. Und beschließe, dieses Lied noch einmal zu hören, wenn ich fertig mit dem Training bin. Zwar kommen mir bei Starsailors "Alcoholic" noch ein paar Tränen während ich meine Beine trainiere, aber auch alte Liebe muss man loslassen. Und keine Sekunde später tönt es auch schon "Cool kids can't die", das denke auch ich mir und mache zum Schluss noch ein paar Züge auf der Rudermaschine.

Und da ist es wieder - "No one's gonna take me alive. The time has come to make things right", Recht haben sie. Ich denke an das Konzert in der Eishalle und die Lichteffekte und spaziere die Treppen hoch. Ein energischer Schritt nach dem anderen. Ich öffne die Tür hinaus in eine neues, fröhlicheres Leben, setze einen Fuß auf den Asphalt und stelle fest, dass mein Akku plötzlich leer ist. Dass es draußen arschdunkel ist. Dass ich noch einkaufen gehen muss. Und dass die Musik nicht mehr da ist.

Mein Leben ist leider kein Mixtape und nur, weil grade zwei Ohren die "ganze Zeit von ihr" singen ist das noch lange keine Garantie für einen Kuss vom Traumprinzen.

"Verdammt, verdammt, verdammt", denke ich mir. "Und wieder hat sie mich. Die Realität. Und die Gefühlskeule. Ein zweites Mal heute schon." PENG! knalle ich die Tür hinter mir zu.


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2 Kommentare

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QuoteTheRaven
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Mag ich Mag ich nicht

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17.11.2007 - 10:44 Uhr
QuoteTheRaven

trainieren und musik gehoeren irgendwie zusammen und laden zum tagtrauemen ein. geht mir genauso. *

raeubertochter
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Mag ich Mag ich nicht

0

23.01.2008 - 14:48 Uhr
raeubertochter

mir sind auf meinem mp3-player versehendlich ein paar tracks der spanisch-cd von meinem selbstlernkurs reingerutscht.
das hat bei mir zu ein paar verwunderten lachern geführt hat, wenn nach "battle without honor or humanity" plötzlich eine frauenstimme vokabeln in mein ohr gesäuselt hat...

alle anderen haben mich bestimmt für verrückt erklärt!


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