Wohnungsschau (II): Wo der Opernsänger Arien durchs Fenster singt
Text: christian-helten
Eine Wohnung und ihre Einrichtung verrät manchmal viel über ihre Bewohner. jetzt.de besichtigt jede Woche ein anderes Zuhause und fragt die Mieter nach ihren GeWohnheiten. Alle Folgen der Serie findest du im Label Wohnungsschau.
Chrissi wohnt in Münchens Maxvorstadt, ganz in der Nähe der Universität. Eigentlich mag sie in der circa 45 Quadratmeter großen Wohnung nur ihr Schlafzimmer wirklich gerne. Uns hat sie erzählt, warum das so ist, und warum ihr Innenhof bei Transvestiten und Opernsängern beliebt ist.
Die Küche, klein und schlauchartig, dafür mit Kamelgebimsel aus Israel.
Das Wohnzimmer, durch die Holzwand hinten vom Schlafzimmer abtrennbar. Hier wohnte früher Chrissis Bruder. Seit er weg ist, sind die Wände kahl.
Das Regal im Wohnzimmer, unbeliebtestes Möbelstück.
Das Schlafzimmer, mit von einer Freundin gebastelter Nachttischlampe.
Chrissi, wie lange wohnst du schon hier?
Ich wohne hier seit fünf Jahren, auch wenn die leeren Wände und die Einrichtung das nicht unbedingt erahnen lassen. Bis vor zwei Jahren habe ich noch mit meinem Bruder hier gewohnt. Leider hat er viele schöne Dinge mitgenommen, aber zum Beispiel den Tisch, den ich nicht sehr gut finde, dagelassen. Und irgendwie ist dann die Zeit so schnell vergangen und ich habe es einfach nicht geschafft, die Wohnung so richtig einzurichten.
Wobei sie ja nicht gänzlich uneingerichtet ist ...
Nein, aber es sieht einfach nicht wohnlich aus hier. Es ist zu leer, die Wände zu kahl, so manches Möbelstück – das Regal im Wohnzimmer zum Beispiel – ist eigentlich eine Frechheit. Genauso wie die Lampe. Oder das Sofa, auf dem ich sowieso nie sitze.
Gibt es auch irgendetwas, das du magst?
Mein Zimmer mag ich ganz gerne, das ist okay eingerichtet, und ich find’s gemütlich. Da halte ich mich auch eigentlich am meisten auf.
Bist du nicht auch oft auf dem Balkon?
Im Sommer schon manchmal, zum Essen. Aber ich nutze ihn eigentlich zu wenig. Das Problem ist, dass es im Sommer einfach zu heiß ist, wenn da den ganzen Tag die Sonne drauf scheint.
Aber es sieht aus, als hättest du gerade neue Blumen gepflanzt.
Das mit den Blumen ist so: Die grünsten und schönsten Balkone des Hauses grenzen direkt an meinen. Ich hatte – meistens auf Initiative meiner Oma oder meiner Mama – zwar auch immer mal wieder Pflanzen. Deren Überlebensdauer war allerdings meist recht gering, vor allem im Gegensatz zu dem Unkraut, das nach dem großen Blumensterben wieder Einzug hielt. Wenn ich aber mal Blumen draußen habe, bekomme ich gleich Lob von meinen Nachbarn. Ich glaube echt, dass die es schlimm finden, wie es die meiste Zeit auf meinem Balkon aussieht.
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Balkon, Bad und seltsame Haken an der Decke siehst du auf der nächsten Seite. Außerdem erzählt Chrissi, wie ihre nächste Wohnung aussehen müsste und wer so alles in ihrem Innenhof verkehrt.