Mit sozialistischen Grüßen - Franziska Drohsel will Vorsitzende der Jusos werden
„SOS – SPD“ kalauerte das Nachrichtenmagazin Der Spiegel unlängst auf dem Titel. Ein Bild zeigt die Genossen in Seenot, erste Spitzenpolitiker knapp vorm Ersaufen. Daneben Abtrünnige, die von einem vorbeisegelnden Oskar Lafontaine in ein weiter links gelegenes Boot gerettet werden. Tatsächlich fegt ein eisiger Wind zwischen den Berliner Regierungsvierteln, in denen die SPD (mit-)regiert. Wohlige Wärme herrscht dagegen im Coffeeshop gleich ums Eck der Humboldt Universität. Franziska Drohsel trinkt einen großen Milchkaffee. Sie trägt einen rosafarbenen Pullover und eine schwarze Hose. Die 27-jährige sieht jünger aus als sie ist. Große bronzefarbene Ohrringe baumeln über ihren Schultern. „Ein Portrait“, sagt sie zur Begrüßung, „hat noch nie jemand über mich geschrieben.“ In Zukunft wird sich das wohl ändern, denn alles deutet darauf hin, dass Franziska Drohsel am 23. November beim Bundeskongress ihrer Organisation zur Bundesvorsitzenden gewählt werden wird. Gegenkandidaten gibt es bislang keine – was nicht heißt, dass im Haifischbecken der Jusos nicht noch welche auftauchen können.
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13.11.2007 - 11:40 Uhr
shlomit
weiter so gut schreiben, jo!
:-)
www.vaterlandslose-gesellen.de
Was soll man den in der Linkspartei, wenn man es ernst meint? Also, als ich noch im Studium war sind gerade die Karrieristen in den Politikseminaren in die (damals noch) PDS gegangen, weil da ja die Konkurrenz so klein war und man eben schnell total super wichtige Pöstchen bekommen konnte. Und das zieht sich doch bis heute fort. Oder warum sitzen solche Leute wie Jan Korte, Nele Hirsch oder Katja Kipping im Bundestag? Weil sie es ach so ernst meine? Ne, lieber Freund, wer solchen Unsinn wie ein bedingungsloses Grundeinkommen fordert oder gar wie Herr Korte gänzlich profillos bleibt, bei dem ist es mit der Ernsthaftigkeit auch nicht weit her.
Und Schadenfreude, wehrte Süsswarenabteilung, ist hier wohl fehl am Platz. Traurig ist das vielmehr, wie sich die Konservativen auf die Rote Hilfe-Mitgliedschaft von Drohsel gestürzt haben, während sie selbst in den Hinterzimmern ihrer Buschenschaftshäuser mit Säbeln aufeinander einschlagen und dumpfnationales Lied- und Gedankengut pflegen. Und die Presse macht, wie immer eingentlich, munter mit. Puh, mir schaudert vor der politischen (Un-)Kultur in diesem Land!
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12.11.2007 - 23:16 Uhr
weltherrrschaft