"Niemand säuft sich absichtlich ins Koma": Marius hat ein Buch über die trinkende Jugend geschrieben
Als sein Roman „Die lange Straße“ erschienen war, erlebte Marius Meinhof etwas Seltsames: Politiker riefen ihn an und wollten reden. Das Buch, in einer räudigen Sprache geschrieben und einem kleinen Verlag nahe seiner Heimat erlangen erschienen, beschreibt zwei Wochen im Leben von Chris, der unter der Woche in die Schule geht und am Wochenende zum Saufen. Am liebsten Tüten, wie Chris die Mischungen aus Wodka und Orangensaft nennt, die er sich vor dem örtlichen Supermarkt zurecht macht. Seitdem hat Marius, 24, erlebt, wie es ist, plötzlich Kronzeuge für das Thema Jugend und Alkohol zu sein. Mit jetzt.de sprach er über das rechte Maß beim Saufen, die Angst der Erwachsenen vor Komasäufern – und Bier bei Podiumsdiskussionen.

- "Ich würde ihr keinen Rassismus bescheinigen" 24.05.2012
- "Seit Aristoteles wird geklagt, die Jugend sei nicht leistungsfähig" 22.05.2012
- „Ein bisschen geil“ 20.05.2012
- "Ich kann auch eine Bitch sein" 17.05.2012
- Neue Hürde für junge Selbstständige 14.05.2012
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oje, erst tut er so aufgeklärt und dann kommt doch noch die diffuse(l) kulturpessimismusnummer...
Wenn die "Erwachsenen" nicht den Nerv haben, sich von Jugendlichen erstmal drei blöde Sprüche anzuhören, bevor sie eine Antwort auf die Frage kriegen, ist es vielleicht nicht mal so schlecht, dass es so ein Buch gibt.
Wer mit hauptsächlich vernünftigen Ansichten durchdringt, hat meinen Segen. Dabei darf er dann ruhig auch für sein Buch werben.
und genau deshalb melden sich die politiker dann auch. weils ja irgendwie äh ist....so einer wird doch als feigenblatt eingeladen.
wenn "erwachsene" sich WIRKLICH dafür interessieren würden, was JUGENDLICHE so treiben und warum und das alles, dann WÜRDEN sie die zeit investieren, sich die drei blöden sprüche anzuhören. aber es interessiert sie einen scheißdreck.
und hört auf mit dem "jugendliche trinken, weil die welt so schlecht ist"-gebrabbel. so ein blödsinn. DIE jugendlichen, die SAUFEN, weil sie keine perspektive haben sind nu wirklich die minderheit. und wenn jemand eine statistik dazu fordert, bin ich gerne gewillt, sowas gegen entgelt zu erstellen. fragt euch doch selbst, warum ihr angefangen habt alkohol zu trinken? isses nich lustig, betrunken zu sein? zu sagen "yeah, dicht", mal die ein oder andere wolke zu paffen? immer tun wir so scheiss-aufgeklärt und dabei sind wir doch alle gleich. die einzige, dies wirklich drauf haben, sind die LEUTE [egal, ob erwachsen oder jugendlich], die KEINEN alkohol und KEIN nikotin konsumieren. die sagen können "yippie yippie yeah, yippie yeah, krawall und remmidemmi" ohne einen im tee zu haben. "ja, aber wir können auch lustig sein, ohne alkohol" - ja warum trinkt ihr ihn dann? weil er schmeckt... und herzlich willkommen im erwachsener-jugendlicher-erwachsener-kreislauf... gute nacht...
04.11.2007 - 22:07 Uhr
suesswarenabteilung
Der entscheidende Punkt ist doch eher, warum Jugendliche oft so wenig Selbstvertrauen, Selbstwertgefühl und Perspektive haben, daß sie meinen, das (mindestens partielle) kognitive Wegtreten befördere die Lebenssituation.
Es scheint immer mehr zu geben, die eine unbefriedigende Situation aushalten wollen (und sei es um die Preisgabe von Millionen Gehirnzellen), als daß sie mit großem Engagement eine Veränderung zu bewirken suchen.
Da muß schon viel Desillusionierung und Resignation vorhanden sein.
recht hast du. leere einöde bleibt.
belowlee sagte:
Der entscheidende Punkt ist doch eher, warum Jugendliche oft so wenig Selbstvertrauen, Selbstwertgefühl und Perspektive haben, daß sie meinen, das (mindestens partielle) kognitive Wegtreten befördere die Lebenssituation.
uff, wenn ich mir vorstelle als jungspund jahrelang solcherlei pädagogen- und soziologengesülz in der schule anhören zu müssen - ich würd auch das komasaufen anfangen.
ja, die soziologen.
jeder zweifel an ihren auf sozialklempnerei (= mehr relevanz = mittel für ihre zunft) hinführenden theorien wird als finaler beweis für ihre notwendigkeit umgedeutet.
(h.s.s.!)
05.11.2007 - 09:13 Uhr
nestroy
05.11.2007 - 10:20 Uhr
beau
die durchpädagogisierten bevölkerungserzieher streben also weiter toleranzwerte um null-promille an, nonkonformität bitte nur mit mehrheitsbeschluss.
warum wird eigentlich aus einem innerfamiliären problem ein gesellschaftliches gemacht? gegen die politisierung aller lebensbereiche: ich.
Die Kritiken an dem Interview sind ja teilweise recht hart, aber ich finde sie auch z.T. ganz gut bzw. ich stimme ihnen selber zu. (Obwohl ich das ja selber gesagt habe). Trotzdem stehe ich zu dem meisten was ich gesagt habe.
Aber es ist nun mal so: In einem Interview, vor allem wenn man ziemlich nervös ist, da kann man nicht so lange darüber nachdenken, was man sagt. Fragen wie: "Warum Trinken Jugendliche" etc. haben mich ein wenig aus dem Konzept gebracht. Besser wäre es gewesen zu sagen:
In dem Buch habe ich etwas beschrieben, das real ist. Aber warum die Leute Saufen, ob das gut, schlecht oder egal ist etc., darum geht das Buch nicht und diese Frage kann ich eigentlich nicht beantworten, da kann ich nur meine Meinung sagen, die nicht "richtiger" ist als irgend eine andere.
"Die laneg Straße" beschreibt übrigens einfach nur die Realität in Erlangen und hält sich nicht mit irgendwelchen Erklärungen und Theorien auf.
Trotzdem finde ich es wichtig, dass Leute so ein Buch wie meines Lesen. Vor allem solche, die zwar Entscheidungsgewalt haben, das (nächtliche) Leben der Jugendlichen aber gar nicht kennen, weil sie jeden Abend ab 8 brav vorm Fernseher sitzen. Ich sehe nämlich eine große Gefahr darin, dass gewisse Jugendliche ausgegrenzt bzw. durch Zwang angepasst werden sollen und dass ihr Verhalten derart negativ in der Öffentlichkeit dargestellt wird.
PS: Hat eigentlich irgend jemand von euch das Buch gelesen?
Marius
wenn ein interview schlecht ist, liegt es am interviewer - nicht am interviewten.
nach heutigen maßstäben war meine jugend komasaufendes prekariat im kleinkriminellen milieu. nur war frau von der leyen damals noch nicht so präsent. haha.
das wichtigste merkmal unserer gesellschaft: riskiovermeidung.
ich sag' nur fahrrad fahren mit sturzhelm. das ist der gipfel der verweichlichung.
die folgen sind bekannt: rentenlücke, kollaps der öffentlichen kassen, treibhauseffekt, zweidrittelmehrheiten für die CSU
aber wer hat uns verraten!? genau.... . ;)
die haben die vollkaskomentalität durch ihr sozialstaatsgeschwurbel erst gesellschaftsfähig gemacht. erst die rente nach 65, jetzt bachblüten-homöophatische ganzkörpermassagen gegen bore-out-syndrom-geschädigte.
hast du da genauere informationen? ich bin ja leidend, neuerdings. haha
Wenn du jemanden kennst, der bei einem Fahrradunfall das Leben verloren hat und ein Helm ihm vielleicht das Leben gerettet hätte...Naja, vielleicht ist er ja an "Verweichlichung" gestorben...
Jugendliche saufen, weil sie Spaß haben wollen. Ganz einfach. Perspektivlosigkeit, Langeweile... quatsch! Ich bin selbst 18, in meinem Freundeskreis trinken viele, haben alle ihren Job, Schule, Gymi was auch immer. Die trinken weil es Spaß macht besoffen zu sein. Was will man dagegen machen? Gesetzte? Wohl kaum. Alternative Spaßangebote? Naja. Weniger Gruppenzwang, mehr Sebstbewusstsein? Schon eher! Jeder soll seine Erfahrung machen und daraus hoffentlich lernen. Man kann niemanden zu etwas zwingen...
05.11.2007 - 16:28 Uhr
Salladin1193
Wenn du jemanden kennst, der bei einem Fahrradunfall das Leben verloren hat und ein Helm ihm vielleicht das Leben gerettet hätte...Naja, vielleicht ist er ja an "Verweichlichung" gestorben...
Jugendliche saufen, weil sie Spaß haben wollen. Ganz einfach. Perspektivlosigkeit, Langeweile... quatsch! Ich bin selbst 18, in meinem Freundeskreis trinken viele, haben alle ihren Job, Schule, Gymi was auch immer. Die trinken weil es Spaß macht besoffen zu sein. Was will man dagegen machen? Gesetzte? Wohl kaum. Alternative Spaßangebote? Naja. Weniger Gruppenzwang, mehr Sebstbewusstsein? Schon eher! Jeder soll seine Erfahrung machen und daraus hoffentlich lernen. Man kann niemanden zu etwas zwingen...
eine besonders gute, wie ich finde.
vielleicht hätte es ihm das leben gerettet. vielleicht hätte ihn auch ein separater fahrradweg gerettet oder automatische geschwindigkeitsbegrenzer für autos oder einfach eine andere route.
die wahrscheinlichkeit bei einem fahrradunfall aufgrund fehlenden helms zu sterben ist so minimal, daß es sich kaum lohnt, dafür so einen aufriss zu machen. ist ja jedem selbst überlassen, helm zu tragen. aber warum beim fahrrad fahren aufhören? weshalb nicht als fußgänger?
ich sage nicht, dass man sich bis zur alkoholvergitung gesoffen haben muss für den job, aber wer sagt, er habe noch nie auch nur an einer zigarette gezogen und natürlich auch nie alkohil getrunken, ich finde das einfach nicht glaubwürdig. da macht jemand politik, der einfach keine ahnug von realitäten hat.
das ist so, wie wenn der papst über sex redet.
Kann deine Erfahrungen voll und ganz bestätigen. Ich hab auch gesoffen, weil ich Bock drauf hatte. Nicht weil ich irgendwie schwach oder fremdbestimmt war. Ich hab meine Leidenschaft für den alkohol vor meinen Kumpels anfangs sogar verheimlicht, weil die das Scheiße fanden, ich hab mich halt an die älteren gehängt. So what? In die Kategorie erwachsen zu rutschen, wenn einem Alk schmeckt, find ich nicht so schlecht. Ich trinke mittlerweile tatsächlich weniger und gezielt, also nicht mehr Hansa Palettenweise, sondern gern auch mal ein, zwei Augustiner am Abend.
Na ja, das Problem wird gemacht, von denen, die unsere Gesellschaft immer perfekter haben wollen. Jeder hat (ist) ein Problem, der von der psychologisch nachprüfbaren und statistisch messbaren Norm abweicht. Das geht mir auf den Senkel, ist aber eine Entwicklung, die schon seit ungefähr 100 Jahren beklagt wird. Dazu.. Max Weber.. Und ich bin mir auch sicher, dass sie den Alkkonsum, wenn nicht ganz verbieten, so doch zumindest immer mehr einschränken und ächten. Wir, die Maschinen der Wirtschaft.
ich glaube aber nicht, dass es sache des staates ist, menschen von drogengebrauch abzuhalten, weder von alkohol noch sonstigen drogen. dafür braucht man viel zu viel überwachungsstaat. und der ist immer viel gefährlicher als es drogen je sein können.
dennoch sollten wir alle uns gedanken über die schon einfache zugänglichkeit von alkohol machen...gelegenheit macht säufer......und daß bei podiumsdiskussionen bier getrunken wurde, ja tut mir leid, da haben sie sich aber fein selber disqualifiziert!
und zu frau bätzing, hab vor nicht all zu langer zeit ein längeres radio-interview mit ihr gehört und meiner meinung nach hats die frau schon drauf und ist überhaupt nicht weltfremd!
und dieses ganze perspektivlosblabla von unserer übersättigten wohlstandsjugend aus einer der reichsten industirenationen der ersten welt!kotzwürg! jammern auf hohem niveau können wir deutschen echt gut! da muß man sich ja besaufen......
puster sagte:
@alco
das wichtigste merkmal unserer gesellschaft: riskiovermeidung.
ich sag' nur fahrrad fahren mit sturzhelm. das ist der gipfel der verweichlichung.
Nein. Das ist Autofahen mit Gurt :)
hahahaha!
stimmt!!!
wenn sich eine Gesellschaft mit den Gegenbenheiten ihrer Zeit zufriedenstellte, würde diese sich auch bestimmt weiterentwickeln...
davon, dass in Afrika Kinder verhungern wird der arbeitlose Teen aus Cottbus sicher keine glücklichere Kindheit haben.
Wahrscheinlich ist das Buch echt Geschmackssache, vor allem wegen der derben Sprache, aber der Lebert z.B. kommt mir viel weniger "echt" vor.








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04.11.2007 - 19:22 Uhr
suesswarenabteilung