Jungs, warum seid ihr immer so krank?
Text: dana-brueller
Immer zum Wochenende: Jungs fragen Mädchen fragen Jungs. Weil manches kapiert man einfach nicht, bei denen.
Die Mädchenfrage
Alle meine Freundinnen, Kolleginnen und Mütter haben exakt den gleichen Erfahrungsschatz zum Themenkomplex „Männer und Krankheit“– aber eine Stellungnahme von männlicher Seite blieb bislang aus.
Die klassische Situation: Ich bekomme eine SMS von meinem Freund, es ist acht Uhr abends. „Ich gehe jetzt ins Bett, fühle mich sehr schwach. Habe nichts zu essen.“ Ich rufe an, sage: „Oooh, du Armer, was hast du denn?“ .“ Er sagt: „Halsweh, vielleicht eine Mandelentzündung.“ Ich muss lachen, vor allem weil er mit einer albernen Fistelstimme spricht, die sein Leiden demonstrieren soll.
Ich sage: „Moment, du hast doch seit 25 Jahren keine Mandeln mehr.“
Er sagt: „Tut trotzdem weh.“
Ich bekomme also Mitleid –vielleicht ist er dieses Mal ja wirklich einer heimtückischen Grippegattung zum Opfer gefallen – und fahre also zu ihm. Er liegt im Bett, unrasiert, neben ihm eine Packung Aspirin. „Soll ich dir einen Tee machen?“ „Nein.“ „Soll ich dir was aus der Apotheke besorgen?“ „Nein“ „Hast du Hunger?“ „Nein.“ Genau die Antworten, die ich erwartet habe. Ich setze Teewasser auf, krame meine mobile Hausapotheke aus der Handtasche und koche Spaghetti mit Spinat-Gorgonzola-Sauce. Er schlingt den ersten Teller Nudeln herunter, bittet um einen zweiten, und während ich in der Küche stehe und das Essen wärme, ruft er „Wo bleibt mein Essen?“, und vergisst sogar, seine Krank-Stimme zu benutzen.
Und genau so läuft es jedes Mal ab. Erst übertreibt er, macht aus Heiserkeit Cholera und aus Schnupfen Pest. Sobald er ein bisschen Aufmerksamkeit bekommt, vergisst er seine Krankheit, mutiert zum undankbaren Ekel und genest innerhalb von ca. zwölf Sekunden.
Zum Vergleich: Ich hatte trotz Pfeifferschem Drüsenfieber keinen einzigen Fehltag, und als ich wegen einer Nierenentzündung einundvierzigeinhalb Grad Fieber hatte, habe ich noch mit dem Arzt gewitzelt – der mir wiederum gestand, dass er mich höchst bewundernswert fände; er lag wegen siebenunddreißigeinhalb Grad zwei Tage im Bett – sicherlich auch nur, um seine Frau zu schikanieren. Also, Jungs, was ist da los? Tut euch ein kleiner grippaler Infekt wirklich mehr weh als uns? Oder nutzt ihr jede Gelegenheit, um einmal von uns von vorne bis hinten bedient, bemitleidet und bemuttert zu werden?