Kopfnoten: Brauchen wir Zensuren fürs Benehmen?
Seit diesem Schuljahr wird in Nordrhein-Westfalen das Arbeits- und Sozialverhalten von Schülern benotet. „Kopfnoten“ heißen die Zensuren, die eigentlich in den meisten Bundesländern abgeschafft waren und die es nun auch an meinem Gymnasium in Borken-Burlo gibt. Warum wurde eine solche Maßnahme, die einst für unnötig gehalten wurde, nun erneut eingeführt?
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wäre ich arbeitgeber, dann würde ich nicht viel darauf bauen, welche kopfnote ein schüler in der 13. klasse erhalten hat, der danach noch eine ausbildung oder ein studium absolviert hat, und sich vermutlich ziemlich geändert hat.
pragmatisch betrachtet: wen interessieren schon die noten, die man in der mittelstufe dafür bekommt? die schüler in der mittelstufe werden sich eher von arrest und strafarbeiten, oder schlechten mündlichen noten, abschrecken lassen. die note im fach "verhalten" in der neunten klasse sieht später doch eh niemand mehr.
sportlehrer: das ist eine interessante idee, dürfte aber die schüler bevorzugen, die eben gut in sport sind. was ist mit dem schüler, der immer hausaufgaben abschreiben lässt, anderen schülern hilft, wenn sie mal was erklärt brauchen, etc.? am ehesten sollten lehrer schülern eine art empfehlungsschreiben mitgeben. wäre mehr arbeit, aber besser, weil es nicht nur eine zahl ist.
die "kopfnoten" sind aber nichts anderes als eine benotung dieser besonderen unterwürfigkeitsbereitschaft.
Ach und mir fallen noch 20 andere Gründe ein, warum das absolut sinnlos ist.
Eltern haben vor Lehrern viel weniger Respekt als frueher. Wenn ein Kind eine schlechte Note (4-6) bekommt, so ist es Schuld des Lehrers, der etwas gegen das Kind habe. Selbst bei Schularbeiten, die der ganzen Klasse gestellt werden und objektiv korrigiert werden, so dass ein direkter Vergleich moeglich ist! (Also z.B. in Mathe, in dem alle Schueler im selben Unterricht gesessen haben und die selbe Arbeit geschrieben haben).
Kopfnoten hingegen sind nicht objektiv belegbar. Das vervielfaeltigt die Beschwerdemoeglichkeiten der Eltern, daher sollten sie im Interesse der Lehrer abgeschafft werden.
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28.10.2007 - 19:33 Uhr
dem_osten_so_nah
kopfnoten sagen garnichts über eine persönlichkeit aus. wirklich ein aberwitziges vorhaben, ein individium mittels noten in schubladen stecken zu wollen. allein schon normale noten tragen diesen makel mit sich. die sind keinesfalls intelligenz- oder wissensmesser.
aber ja, gebt den leuten ruhig noch effektivere instrumente um freidenker und kritiker abstrafen zu können. auf dass sich arbeitgeber auf vollends angepasste, persönlichkeitslose, unkreative ja-sager freuen können.