08.11.2007 - 19:00 Uhr

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Wohnungsschau (I): Wo der DJ die Pflanzen umtopft

Text: christian-helten

Eine Wohnung und ihre Einrichtung verrät manchmal viel über ihre Bewohner. jetzt.de besichtigt jede Woche ein anderes Zuhause und befragt dessen Mieter nach ihren GeWohnheiten.

Simon, Chris und Markus wohnen in einer Altbauwohnung in München Haidhausen. Die circa 115 Quadratmeter kosten 1.000 Euro Kaltmiete und verteilen sich auf vier Zimmer, Gang, Küche, Bad und einen kleinen Balkon.

Das Haus von außen. Die Fenster im dritten Stock sind die von Simon, Chris und Markus.
Der Gang, mit Platz für alles, was man gerade mal abstellen muss. Beheimatete auch zwei Monate lang die Waschmaschine. Dann wurde sie angeschlossen.
Ein Klo braucht keinen Anstrich, um schön zu sein. Nur Stifte und Zeit.
Das Tonstudio, in dem Chris an den Veröffentlichungen für sein Label bastelt. Nicht immer zur Freude der Nachbarn.
Ihr seid, wie unschwer erkennbar ist, alle drei DJs. Kommt man sich da nicht klanglich ständig in die Quere? Simon: Nein. Der Dusty hat ja eh sein eigenes kleines Studio für sein Label Jazz&Milk, und wir sind mittlerweile aus dem Alter raus, in dem man seine Platten immer auf 200 Dezibel aufdrehen muss. Sehen das die Nachbarn ähnlich ruhig? Simon: Einmal kam ein Stock vom Nachbarbalkon herübergeflogen. Das war aber auch extrem, weil der Dusty bei offenem Fenster an seiner neuen Platte gewerkelt und den ganzen Tag Samples zusammengebaut und Loops wiederholt halt. Das ist zum Anhören natürlich der pure Horror. Markus: Aber ansonsten hat sich noch nie jemand beschwert. Noch nicht mal bei den Partys. Die Nachbarn von unten waren selbst immer da, und die alte Dame über uns ist sowieso die personifizierte Unkompliziertheit. Von der stammt auch die Küchenbank, die hat sie uns geschenkt. Seid ihr Heimwerker oder Käufer fertiger Produkte? Simon: Es ist schon viel selber gemacht. Die Vorhänge in der Küche zum Beispiel sind mein allererstes Nähstück. Mit doppeltem Saum. Ein italienischer Anzugstoff, den es im Sonderangebot gab. Darf man aber leider nicht waschen. Als ich das erste Mal hier war, war hier nichts drin. Noch bevor ich hier gewohnt habe, habe ich geholfen, das Waschbecken in der Küche zu installieren. Markus: Vorher wurde im Miniwaschbecken im Bad abgespült. Ging aber auch. Ein Möbelstück mit Geschichte? Simon: Die Couch im Gang habe ich vor circa einem Jahr von meiner Freundin geschenkt bekommen. Ich weiß immer noch nicht, wo die Couch herkommt und meine Freundin weigert sich hartnäckig, es mir zu verraten. Eigentlich war das Stück für eine Party gedacht. Es war aber eigentlich zu geil, um auf der Party verwüstet zu werden, weswegen wir sie dann im Backstage-Bereich stehen hatten. Sehr praktisch, weil das dort die einzige Sitzgelegenheit war, und manchem als Schlafmöglichkeit sehr willkommen. Seitdem steht sie hier. Wie wichtig ist euch Wandschmuck? Simon: Es hängt verdammt viel an der Wand auf jeden Fall. So etwas personalisiert eine Wohnung. Fotos oder Plakate verraten eben etwas über die Bewohner. Auf der nächsten Seite setzen wir den Rundgang fort. Und Simon, Markus und Chris erzählen, wie man Dreck kaschiert und warum sie Klopapier aus Clubs klauen.
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christian-helten

ist jetzt-Mitarbeiter und hat diesen Beitrag verfasst.