19.10.2007 - 19:00 Uhr

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Mädchenfrage: Jungs, wer von euch bezahlt eigentlich für die Liebe?

Text: dana-brueller

Immer zum Wochenende: Jungs fragen Mädchen fragen Jungs. Weil manches kapiert man einfach nicht, bei denen.

Jungs, wer von euch bezahlt eigentlich für Liebe? Ich habe schon tausend Statistiken gelesen, die immer das gleiche Ergebnis haben: Jeder dritte deutsche Mann war schon einmal bei einer Prostituierten. Das Prinzip Prostitution ist für uns Mädchen noch immer rätselhaft, denn beileibe hat nicht jede Dritte von uns –ganz im Gegensatz zu euch!- damit zu tun. Scheinbar gibt es in Sachen horizontales Gewerbe kaum Nachfrage von weiblicher Seite, denn die männliche Prostituierte gilt als Randerscheinung. Ich als Mädchen verbinde mit Prostitution vor allem Elend, Schmutz und Ekel – deshalb kann ich mir nicht vorstellen, warum ganz normale Männer freiwillig mit so einer Angelegenheit zu tun haben. Ich kann gar nicht anders, als in Warteschlangen, Hörsälen und öffentlichen Verkehrsmitteln jeden Dritten auszuzählen und mich über ihn zu wundern. Nicht jeder dritte Mann sieht so aus, wie die Freier im Boulevardfernsehen mit dem schwarzen Balken über der Augenpartie: Alt, dicklich und mit Bart. Und von den Menschen, die ich kenne, sieht auch keiner so aus. Die Auszähl-Methode ist nicht sehr wissenschaftlich, deshalb bin ich in Forschungsstufe Zwei zu repräsentativen Umfragen im Freundes- und Familienkreis übergegangen. Ich fragte meinen Freund, die Freunde meiner Freundinnen, in einem bizarren Moment sogar meinen Vater. Jeder behauptete, noch nie bei einer Hure gewesen zu sein. Und das Dumme war: Ich glaubte ihnen allen. Vielleicht ist meine Umfrage verkehrt gelaufen, weil ich keine Prostituierten-Zielgruppen im Freundes- und Bekanntenkreis habe. Meine Freundin Ilona hat mir erzählt, dass sie jemanden kennt, der bei einem großen deutschen Unternehmen im Vertrieb angestellt ist. Er berichtete, dass ein erfolgreicher Geschäftsabschluss meist mit einem Bordellbesuch gekrönt wird. Amerikaner seien manchmal ein bisschen zu verklemmt, aber Kontinentaleuropäer legen großen Wert auf die Postprofit-Prostitution. Getränke und Stripshows laufen über die Firmenkreditkarte, für Geschlechtsverkehr muss jeder selbst aufkommen. Als Ergebnis meiner Prostitutionsforschung habe ich nun also zwei Freiergruppen: die Ekeltypen und die Geschäftsmänner. Aber ganz offensichtlich machen diese zwei Gruppen nicht ein Drittel der männlichen Bevölkerung aus. Aber wer sind dann die Bordellbesucher? Etwa ganz normale Jungs wie ihr?
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