TV-Tipps mit deutschem Kulturgut und dem rätselhaften Eastern-Genre
Text: dana-brueller
Im Fernsehen läuft nur Schrott? Stimmt. Aber es gibt auch wunderbare Perlen bester Fernsehunterhaltung. Jede Woche stelllt jetzt.de sie dir vor: die jetzt.de-TV-Tipps, diesmal mit einer unverkitschen Sisi-Show, asiatischer Kampfkunst und deutscher Nachkriegskultur.
Elisabeth – Die rätselhafte Kaiserin
Freitag, 20.15 Uhr, 3SAT
Hier ist eine Dokumentation über eine Frau, die noch viel aufregender war als Lady Di – und dazu ganz ohne Sybille Weischenberg auskommt. Sisi wird von einem Kriminalisten, einem Psychotherapeuten, einer Historikern und zwei Nachfahren auf ganz wissenschaftlichem Wege untersucht. Die historische Wahrheit scheint noch aufregenden als alle Mythen – ein Muss für alle K.u.K.-Gefolgsleute.
Entmystifiziert? Kaiserin Elisabeth, Bild: ap
Exil Shanghai
Samstag, 13.10., 00:55 Uhr, 3SAT
Ulrike Ottinger präsentiert in dieser knapp fünfstündigen Dokumentation sechs Juden deutscher, österreichischer und russischer Herkunft in Kalifornien , die vor dem 2. Weltkrieg nach Shanghai ausgewandert sind. Die Erzählungen aus dem Leben in Shanghai, das von Gettobildung wie von Kolonialisierung geprägt ist, verbinden sich mit der Spurensuche in der modernen chinesischen Metropole - und versprechen eine spannende Fernsehnacht.
Die verlorene Ehre der Katharina Blum
Montag, 00:30, ARD
Auf dem gleichnamigen Roman von Heinrich Böll basierend ist dieses Volker-Schlöndorff-Werk zum deutschen Filmklassiker avanciert.
Erzählt wird die Geschichte von Katharina, die beim Fasching den charmanten Terroristen Ludwig kennen lernt, ihn mit nach Hause nimmt und sich am nächsten Tag nicht nur über dessen Verschwinden, sondern auch noch über die Tatsache, dass sie wie eine Verbrecherin behandelt wird, wundert. Katharina fühlt sich in die Ecke gedrängt und besorgt sich eine Waffe.
Volker Schlöndorff. Bild: dpa
Vom Glanz und Vergehen der Gruppe 47
Dienstag, 16.10., 23:45, ARTE
Vor ziemlich genau 60 Jahren tagte die „Gruppe 47“ das erste Mal. Sie sollte zur wichtigsten literarischen Vereinigung Nachkriegsdeutschlands werden. Neue Autoren mussten sich Treffen der „Gruppe 47“ einem sehr speziellem Procedere ergeben: Man hatte auf dem „elektrischen Stuhl“ Platz zu nehmen, vorzulesen und sich im Anschluss schutzlos der Kritik der Gruppe auszuliefern. 1967 tagte die Gruppe, die über so viele literarische Schicksale entschieden hatte, das letzte Mal. Sie brachte zwei Nobelpreisträger und viele literarische Berühmtheiten hervor. In diesem Film berichten viele der alten Mitglieder wie Grass und Kaiser von Macht, Kabale und Exzess, und auch Kritik wird nicht ausgespart.
Keine Fernsehwoche ohne Günter! Foto: dpa
Die 36 Kammern der Shaolin
Mittwoch, 17.10., 14.55 Uhr, ARTE
Hier eine Empfehlung von Herrn Tarantino, für den dieser sogenannte „Eastern“ der beste Kung-Fu-Film aller Zeiten ist. Er ist im China des 15. Jahrhundert angesiedelt, das von der Mandschu-Dynastie unterdrückt wird. Der Student Liu Yu-Te schließt sich dem Widerstand an und tritt auf der Flucht vor seinen Verfolgern in den Shaolin-Orden ein, um Kung-Fu zu lernen, was bei den buddhistischen Mönchen allerdings auf Befremden stößt.