one more story.
Ich habe versucht eine Geschichte zu schreiben. Über uns. Ein unschuldiger Stofffrosch flog gegen die leise geschlossene Zimmertür und blieb auf dem Rücken liegen. So fing sie an. Dann… Eine halbe Stunde habe ich dem Cursor beim Blinken zugeschaut und schließlich aufgegeben. Es gibt keine Worte mehr, die allem gerecht werden könnten. Keine grausamen, keine resignierten, keine verletzenden, keine fairen, keine müden, keine verliebten, keine gemeinen und allen voran, keine schönen mehr. Es gibt keine neuen Worte mehr. Im Kopf nur ein Remix der MaiJuniJuli-Geschichten. Aus dieser hässlichen Zeit, nachdem alles so schön gewesen war, bevor alles noch schöner hätte werden sollen. Diese Fragen, diese Rückblicke, diese zu dünnen Zeltwände, diese Eiseskälte, diese Heartbeats in slow motion, diese Inselsehnsucht, und all diese Songzitate. Ich ertrage keine Songs mehr. Der Plattenspieler ist seit Dienstagabend, 19 Uhr ausgeschaltet. Jedes Lied eine Erinnerung. Eine Erinnerung zuviel. Eine Erinnerung an was? Was erzählen die AugustSeptember-Geschichten? Sie erzählen wortlos von langen Sommertagen am Strand, von dem langsamen Prozess des Wiederannäherns, von neuem Vertrauen, von neuer Hoffnung, von einem Samstag, der nahezu perfekt war und an dessen Ende doch noch alles gut wurde. Sie erzählen wortlos von Begrüßungsküssen, von langen Fernsehabenden, von dem neuen unbekannten Gefühl der Sichherheit, vom Brötchenholen und Abendessen kochen, vom Händchenhalten, vom Aufheben der Vergangenheit, vom nebeneinander Einschlafen und nebeneinander Aufwachen. Dann kommt der Oktober. Und keine neue Geschichte mehr. Denn nichts ist gut geworden. Alles endete im Remix. Und der August und September wurden im Nachhinein zu Lügen und Betrügen II. Wurden zu einer Kette von unterdrückten Enttäuschungen. Alles endete in: „Pass mal auf. Kurz und schmerzlos. Ich kann das nicht länger.“ Punkt. Und ein unschuldiger Stofffrosch flog gegen die leise geschlossene Zimmertür und blieb auf dem Rücken liegen. Kurz und schmerzlos: Und was folgte war Banalität. Wer will schon lesen, vom Alltag? Wer will schon wissen, dass er seinen Myspace-Status fünf Minuten später auf Single setzt und dann feiern geht, als wäre nichts gewesen. Wer will solche Kleinigkeiten lesen, die zeigen, dass jede Chance umsonst war und auch die schönste Reallifesoapopera nur aus den kleinen Lächerlichkeiten der egozentrischen Hauptdarsteller besteht? Wer will schon lesen von einer Wiedersehensnacht und einem Sonnensonntag im Park, zu deren Zeitpunkt der Trennungstermin längst im Kalender eingetragen war? Wer will vom Ende einer Geschichte lesen, die alles so aussehen lässt, als hätte es uns nie gegeben? Es hat uns nie gegeben.
zum Glück läufts nicht immer so,...
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12.10.2007 - 18:49 Uhr
kishne
und dieser berührt. mich.
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