05.10.2007 - 19:00 Uhr

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Textmarker: Der Mindestlohn für Magister

Text: dana-brueller

Angestrichen:

Geisteswissenschaftler haben ein Studium hinter sich gebracht, haben sehr oft auch eine Promotion, das heißt, sie haben auch einen akademischen Titel erlangt. Das muss sich irgendwo in der Bezahlung auch zeigen. Und sie müssen – wie alle anderen, die arbeiten, auch leben können, ohne noch zum Amt zu gehen, um sich zusätzliches Geld zu holen.

Wo steht das denn? Im Skript des Interviews des Deutschlandfunk mit dem Kulturrat Olaf Zimmermann. Beim Deutschen Kulturrat e.V. handelt es sich um den Spitzenverband der Bundeskulturverbände, Olaf Zimmermann ist dort als Geschäftsführer tätig. Während der hitzigen Debatten um Mindestlöhne für Briefträger und Lokomotivführer ist die Frage nach einem Mindestlohn für Absolventen geisteswissenschaftlicher Fächer berechtigt. Viele Geisteswissenschaftler finden keine angemessene Arbeit und selbst die, die eine Stelle bekommen, müssen sich oft mit unterbezahlten und dennoch sehr begehrten Volontariaten herumschlagen. Die Nachfrage hierbei ist viel höher als das Angebot und so wird gemäß den Basisregeln der Ökonomie der Preis, also die Bezahlung, gedrückt. Zimmermann fordert deshalb ein Eingreifen des Staates, um den Geisteswissenschaftlern das finanzielle Überleben zu garantieren, schließlich müsse sich der erlangte akademische Grad nicht zuletzt auch in der Gehaltsabrechnung ausdrücken. Natürlich klingt das zuerst einmal reizvoll, doch ist es wirklich Aufgabe des Staates, für Menschen, die vor dem Studium ihre –wohl eher schlechten- Berufsausichten ganz genau kennen, zu sorgen? Wird es sich eine Firma dann nicht dreimal überlegen, ob sie sich einen ohnehin nicht im klassischen Sinne "ausgebildeten" Hochschulabsolventen ins Haus holt, der auch noch mehr kostet? Vielleicht sollten Akademiker sich eher um Zusatzqualifikationen bemühen, um ihren eigenen Wert selbst zu steigern.


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shyet
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Mag ich Mag ich nicht

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05.10.2007 - 20:17 Uhr
shyet

Dieses Dilemma kennen wohl viele (Post)-Abiturienten
Studiere ich das was mich interessiert und riskiere dafür schlechte Jobchancen. Oder studiere ich etwas das mich vielleicht nicht interessiert dafür aber sicher Kohle und Festanstellung bringt?

Ich hab mich für letzteres entschieden und verkauf täglich meine Seele (theatralisch ausgedrückt).

Glaub aber das vorhaben ist Contra-Produktiv. Denke mal nicht, dass im Kultursektur dadurch mehr Stellen geschaffen werden.
Und für die paar Leute die dann von Ihrem Job leben können stehen dafür wieder genausoviele ganz ohne Job nach dem Studium da.

Finde schon, dass man sich vorher überlegen sollte ob man die negativen Aspekte seines Studiums "ertragen" kann (v.a. finanziell).

nestroy
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Mag ich Mag ich nicht

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05.10.2007 - 20:19 Uhr
nestroy

unglaublich. das meint der ernst.

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Mag ich Mag ich nicht

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05.10.2007 - 20:21 Uhr
nestroy

aber lustig sieht er aus.

banjaard
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Mag ich Mag ich nicht

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05.10.2007 - 21:55 Uhr
banjaard

ihren eigenen wert durch zusatzqualifikationen steigern... sorry das klingt furchtbar. wie war das? die würde des menschen? jeder mensch hat den gleichen wert?

no_twist
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Mag ich Mag ich nicht

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06.10.2007 - 15:37 Uhr
no_twist

mich persönlich stört, dass hier schon wieder akademiker über die working class gesetzt werden.

das tut mir leid. denn ich hab grad festgestellt, dass eine gute ausbildung nicht unbedingt unter wert verkauft werden muss.
wenn ich mir dann auch noch irgnedwelche partystudenten vorstelle, die fürs nichtstun vom staat auch noch in sachen gehalt unterstützt werden.... da hab ich echte probleme mit.

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Mag ich Mag ich nicht

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06.10.2007 - 15:38 Uhr
no_twist

und zum thema - zusatzqualitifkationen - das bezieht sich nicht auf gleichen wert. das ist engagement. und ist somit sehr wohl richtig.

engagement soll unterstützt werden.

fatman
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Mag ich Mag ich nicht

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06.10.2007 - 15:40 Uhr
fatman

Lächerlich, die Gesellschaft soll das Privatvergnügen von Leuten finanzieren (über das Studium hinaus, das sie eh schon kostengünstig zur Verfügung stellt), das die Gesellschaft (in diesem Umfang) überhaupt nicht braucht? Leicht weltfremd, aber in unserem auf allerbestem Weg in den Sozialismus befindlichen Gemeinwesen sicher nicht völlig unrealistisch. Leider.

no_twist
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Mag ich Mag ich nicht

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06.10.2007 - 15:42 Uhr
no_twist

rüchtüch.

fatman
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Mag ich Mag ich nicht

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06.10.2007 - 16:11 Uhr
fatman

Der Interviewer beim DLF war aber gelinde belustigt. Das war amüsant.

_gk
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Mag ich Mag ich nicht

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06.10.2007 - 18:50 Uhr
_gk

Ja, es ist schon total sozialistisch, wenn nicht ökonomische Befindlichkeiten, sondern menschliche Bedürfnisse zentral für die Betrachtung der Wirtschaft sind. Also mit der Perspektive sollte es ab ins Gulag gehen.

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