Hallo Herbst. Ich mag dich.
Am Sonntag ist Schluss mit Sommer. „Herbstanfang“ steht in kleinen Lettern im Kalenderbüchlein von der Sparkasse und verkündet ganz offiziell das Ende all der schönen Sommerdinge, die uns die letzten Monate das Leben versüßten: Sonne auf dem Bauch, bis spät in die Nacht im T-Shirt auf Steinstufen sitzen, mediterran im Halbschatten frühstücken, Ausflüge in die Natur, PunktPunktPunkt. Aber der Herbst hat ebensoviel, wenn nicht sogar mehr Gutes zu bieten, das zu loben sich lohnt.
1. Nicht teilen müssen Der Sommer hat einen ganz entscheidenden Nachteil: Weil ja immer so schönes, zu schönen Dingen einladendes Wetter ist, gehen einfach alle Leute gleichzeitig allen schönen Dinge nach, weshalb sie plötzlich gar nicht mehr schön sind. Das Seesonnenbad, das eigentlich entspannen, erfrischen und Spaß machen soll, wird zum Kampf um Park-, Liege- und Frisbeespielplätze. Die Halbstarkentruppe mit Dosenbier, Bong und 50 Cent-Ghettoblaster (nicht Kaufpreis, sondern aus potenten Boxen fluchender Interpret) fand es nämlich genauso fett, heut am See zu chillen, wie die mit scheinbar nie versiegen wollendem Stinke-Grillwerk ausgestatteten Großfamilien. Will man eine Radtour machen, muss man vorher noch mal die Verkehrsregeln durchpauken, weil das teure Leben sonst auf einer Forstwegkreuzung nach Kollision mit anderen „Bikern“ ein jähes Ende finden könnte. Will man wandern, muss man alle zehn Minuten Überholmanöver ansetzen oder entgegenkommende vorbeilassen, das Gipfelbuch bekommt an einem Tag mehr Einträge als die meisten Bürgerbegehren.
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