Fernfahrer-Kolumne (V): Endlich verheiratet!
Moritz Baumstieger hat gerade Magister gemacht. Jetzt fährt er mit einem alten VW-Bus von Köln nach Kairo. Jede Woche berichtet er darüber hier bei jetzt.de. Heute: Istanbul, Istanbul, Istanbul.
Woche vier Liebe Mami, lieber Papi: Ich bin jetzt verheiratet. Das Spatzerl ist meine Frau und ich bin ihr Mann. Kinder haben wir noch keine. Die sind in Deutschland nämlich sehr teuer. Das Spatzerl hat ihren Nachnahmen behalten, Hochzeitsfotos gibt es leider nicht. Damit uns den ganzen Quatsch trotzdem jemand glaubt, haben wir beide einen schicken Ring am Finger. Ohne den wollte uns Istanbul nämlich kein Hotelzimmer geben, zumindest nicht in den Hotels unserer Preisklasse. Im Ringe kaufen war ich ganz schlecht. Ich habe: - keine Ahnung von Schmuck, - keine Lust, einen zu tragen, - deshalb auch keine Lust, viel Geld dafür auszugeben, - anscheinend viel zu dicke Finger, - das Spatzerl zum Überfluss noch traurig gemacht, als ich aus all dem Frust wohl sehr glaubhaft Schlüsselringe und Beilegscheiben anstatt Ringe anprobieren wollte. Inzwischen bin ich aber ein guter Ehemann. Die falsche Vermählung haben wir bei ein paar Grillspießen gefeiert. Da keine Schwiegereltern in Reichweite waren, die den ganzen Spaß hätten bezahlen können, habe ich das natürlich übernommen. Überhaupt zahle ich inzwischen alles für meine „Karieş“, das ist Türkisch für Ehefrau (so wie das schöne Wort „Karies“, nur mit „sch“). Was ganz schön gefährlich ist, in Istanbul gibt es viel zu kaufen.

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